Correnteza de Retorno

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Correnteza de Retorno

Beitragvon Colono » Mi 14. Okt 2015, 14:37

Ein sinnvoller und lebensrettender Artikel im heutigen Spiegel. Es geht dabei um die stille absolut reale Gefahr der Ausgleichströmung, welche an den meisten brasilianischen Praias anzutreffen ist und der tausende Badegäste jahrein, jahraus zum Opfer fallen. Man kann nicht oft genug davor warnen.

http://m.spiegel.de/wissenschaft/natur/a-1054611.html

http://globotv.globo.com/rede-globo/fantastico/v/bombeiros-alertam-para-o-perigo-em-correnteza/2398547/
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon frankieb66 » Mi 14. Okt 2015, 16:12

Die einzige Rettung: Ruhig zur Seite schwimmen - Rippströme sind zwar stark, aber meist nicht breit.

genau so isses ... und nur nicht in "Panik" geraten, selbst wenn man sich dabei temporaer vielleicht etwas weiter vom Strand entfernt ...

Tipp am Rande: Da Rippströme meines Wissens nur an Straenden mit Wellen/Brandung vorkommen (im Gegensatz zu z.B. Gezeitenstroemungen), lassen sich zumindest an nicht ganz abgelegenen Straenden dann meist lokale Surfer, Bodyboarder, etc., beim "Warten" auf die naechste gute Welle beobachten. Dabei kann man sehr schoen sehen wie diese, meist erfahrene "locals", mit den Stroemungsverhaeltnissen vor Ort umgehen ...
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon frankieb66 » Mi 14. Okt 2015, 16:43

Nur so:
ich selbst hatte vor langer Zeit mal versucht gegen so eine Rippströmung anzuschwimmen (ohne (Surf-)Brett oder andere Hilfsmittel), KEINE Chance, und das obwohl ich ein recht guter Schwimmer war. Du bist 20m vom "rettenden" Ufer entfernt und kommst auch nach 15min kraeftigem Gegenanschwimmen (und vermeintlicher Unterstuetzung durch die Wellen) nicht naeher, sondern treibst weiter aufs offene Meer hinaus. Irgendwann geht aber jedem die Puste bzw. die Kraft aus. Bleibt wirklich nur seitlich rauszuschwimmen oder sich mit der Rippströmung treiben zu lassen (die geht ja nicht "unendlich weit" ins offene Meer hinaus und macht meist auch noch einen "Wirbel" zurueck zum Strand). Ok, fuer mich wars damals ein "Selbstversuch", weil ich es einfach nicht glauben wollte was mir diverse "locals" bereits profezeit hatten. War uebrigens in Recreio dos Bandeirantes/RJ.
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Colono » Mi 14. Okt 2015, 17:26

Ich bin vor Jahren im Nordosten völlig unvorbereitet vor der eigenen Haustūre dort rein geraten. Obwohl ich ein leidenschaftlicher Schnorchler bin, hat mich das kalt erwischt. Ich hab damals ziemlich viel Wasser geschluckt weil mich jede Welle unter Wasser drūckte. Man wird mit Gewalt gegen die Brandung gedrūckt. Aus diesem Grund kann mich in jeden hinein versetzen der seine letzte Zigarette raucht.

Ruhe bewahren, nicht dagegen ankämpfen, seitlich raus schwimmen.
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon BrasilJaneiro » Do 15. Okt 2015, 07:32

Colono hat geschrieben: und der tausende Badegäste jahrein, jahraus zum Opfer fallen.


Gibt es dafür Beweise, links? Das muss ja eine nationale Tragödie sein, wenn tausende zum Opfer fallen.
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Scala-Bahia » Do 15. Okt 2015, 07:45

BrasilJaneiro hat geschrieben:Gibt es dafür Beweise, links? Das muss ja eine nationale Tragödie sein, wenn tausende zum Opfer fallen.


Vor ein paar Jahren waren das in SSA durchschnittlich 3 am Tag.

an manchen Tagen noch mehr... http://g1.globo.com/bahia/noticia/2015/09/feriado-tem-54-pre-afogamentos-em-salvador-n-e-maior-do-que-em-1-mes.html
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Ralfou » Do 15. Okt 2015, 08:22

Im zuletzt zitierten ARtikel werden übrigens nicht die Todesfälle gezählt, sondern die in Not geratenen, aber glücklich geretteten. War "nur" von einem Toten die Rede. Ist etwas missverständlich geschrieben, in der Bildunterschrift steht dann aber richtig "pre-afogamentos". "Zum Opfer fallen" muss ja nicht unbedingt "ertrunken sein" heißen, sondern einfach nur "rausgetrieben worden". Insofern ist die Aussage von Colono mit den tausenden Fällen, bezogen auf ganz Brasilien, sicher nicht falsch.

In Caraiva kenne ich keine Stelle, wo man so stark rausgetrieben wird. Beim nächsten Mal werde ich mal aber noch mal schlaumachen. Da herrscht nur eine recht starke Seitenströmung. Die hat meinen 6-jährigen Sohn und mich im Juli kurz vor der Flussmündung auf Bodyboards vor ein Felsriff getrieben, so dass wir nicht mehr zum Sandstrand kamen. Mein Sohn hat zwar schon Schwimm-Bronze, aber so ganz Sattelfest ist das noch nicht. Immerhin war wir auf Boards. Wir mussten dann wohl oder übel auf die Steine zuschwimmen und an Land klettern. War schon ganz schön !&@*$#! mit so einem kleinen Kind, wir haben beide einige Schürfwunden davon getragen. Mein Sohn hat ein bisschen geheult, aber ist danach gleich wieder mit dem Board in die Wellen. War mir eine Lehre, noch mehr Sicherheitsabstand zu den Felsen einzuhalten. Nur gut, dass die Mama nicht dabei war, war keine Sternstunde in der Geschichte der väterlichen Aufsichtspflicht :oops: .
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Itacare » Do 15. Okt 2015, 10:13

Mit vorgelagerten Inseln können Ströme auch sehr große Ausmaße erreichen, weiß jetzt aber nicht, ob man die dann auch Rippströme nennt. Habe aber 1980 in Sri Lanka Bekanntschaft mit so was gemacht. Warnschilder nicht gesehen, die waren zu weit vom Wasser entfernt.

Ist wie bei Tsunamis: man muss wissen, dass es sie gibt und wie man sich richtig verhält.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Colono » Do 15. Okt 2015, 12:24

BrasilJaneiro hat geschrieben:
Colono hat geschrieben: und der tausende Badegäste jahrein, jahraus zum Opfer fallen.


Gibt es dafür Beweise, links? Das muss ja eine nationale Tragödie sein, wenn tausende zum Opfer fallen.

Wenn man sich das Video auf das ich verlinkt habe zu Ende schaut, da wurden 109 Tote einzig im Litoral Paulista genannt. Wenn man bedenkt dass Brasilien 8000 km Kueste hat, kann man sich doch entsprechendes vorstellen.
Mir wurde gesgt, genau an der Stelle wo es mich beinahe erwischte, sind es rund fuenf pro Jahr und das an einer einzige Praia.

Im Internet sind viele solcher Tragödien, man kann ja nachzaehlen. :idea:
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Re: Correnteza de Retorno

Beitragvon Trem Mineiro » Do 15. Okt 2015, 13:43

Oh Gott
jetzt kommen zu den 50.000 Morden, 50.000 Verkehrstoten auch noch 5000 *) Strandtote hinzu. Da machst du aber keine Reklame für Brasilien.
Aber deine Warnung ist schon berechtigt, das gleiche Problem gibt es übrigens auch in Frankreich an der Atlantik-Küste vor Aquitanien an den schönen kilometerlangen Sandstränden.

GruTrem Mineiro

*) Litoral Pauliste 400 km? 107/400*8000 = 2140 + Dunkelziffer = 5000 Tote.
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