|
Also ich habe eine Agentur im Pantanal. Mein Problem war es immer, das Geld nach Brasilien zu transferieren, hohe Gebühren, schlechter Kurs. In 2005 haben wir unsere Agentur in Pocone, Mato Grosso, regulär angemeldet, Geschäftskonto eröffnet etc. Danach durfte ich gar kein Geld mehr von Deutschland nach Brasilien transferieren, wurde immer blockiert, lag wochenlang auf der Banco Central in Brasilia fest. Meine Leute in Pocone mussten dann immer zur Bank, alle Orignial-Rechnungen vorlegen (wie zum Teufel, die bekommen meine Kunden hier in Europa usw.), ein Höllenpapierkram und riesengrosser Aufwand. Das Bankensystem in Brasilien ist die reine Katastrophe. Ich frage mich immer, wie das die Global Player machen (VW, Siemens, Schering etc.).
Nun gut, ich hatte dann in den letzten Jahren immer wieder Deutsche, die in Brasilien leben, mit denen tauschte ich mein Geld. Sie verfügten immer Reais und wollten den Gegenwert auf ein deutsches Konto in Deutschland. Kein Problem, lief alles prima, waren immer so um die 100.000,00 Euro pro Jahr (etwa). Irgendwann benötigten diese Leute aber keine Euros mehr. Was nun?
Da kam ich auf die Idee, in meinem Büro ein Visakartenstelle einzurichten. Meine Visa-Karte nahm mein Reiseführer im März mit nach Brasilien (er war auf der ITB, wo ich einen Stand hatte) und gab Sie meiner Schwägerin. Per Telefon bekam diese meine Geheimnummer.
Seit Anfang April läuft jetzt alles über VISA. Ich habe eine Lufthansa-Miles-and-more-Visa-Karte. Auf das Konto kann ich einzahlen, bekomme sogar Zinsen dafür und habe ein Limit pro Monat, welches durch die EInzahlungen aufstocken kann.
Jetzt der erste Versuch der Abbuchung von 3000,00 Reais (Debito): Fehlermeldung.
Meine Schwägerin rief mich an. Ich rief bei VISA an.
Ja Debito oder Credito, kennen wir nicht. Aber es hat jemand versucht Ihre Karte mit umgerechnet 1090,00 Euro zu belasten (Bargeld). Ach so! Ich darf nämlich täglich nur 500,00 Euro pro Tag aus dem Automaten ziehen.
Also der zweite Versuch, 3000,00 Reais abzubuchen (Credito): Wieder Fehlermeldung.
Wieder Anruf bei VISA. Ja Herr Stysch, das Problem ist, dass Brasilien in einer hohen Gefahrenstufe eingeteilt ist (Betrugt etc.). Deshalb hat das VISA-System einen Sicherheitsmechanismus eingebaut, den man allerdings für 24 Stunden frei schalten lassen kann. Mein Limit mit Credito wäre unbegrenzt bzw. begrenzt bis zum Limit der Karte plus Guthaben.
Also dritter Versuch: Diesmal 5000,00 Reais, danach nochmal 3000,00 Reais und noch einmal 3000,00 Reais.
Es klappte!!!!
24 Stunden später war das Geld auf meinem Konto bei der Banco do Brasil gut geschrieben, abzüglich der CPMF. 48 Stunden später wurde mein Online-Konto bei VISA mit diesem Betrag belastet. Ich bekam einen Superkurs (amtl. Mittelkurs).
Für VISA zahlt mein Büro in Pocone zusätzlich 1,7 % von jeder Abbuchung, was immer noch ein besserer Kurs ist, als das was ich bisher bezahlte.
Kleinere Summen gehen jetzt problemlos (Credito), grössere Summen müssen immer vorher bei VISA angefragt werden, damit diese den Sicherheitsmechanismus ausschalten.
Günter
|