[Buchkritik] Das Feuer Brasiliens

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[Buchkritik] Das Feuer Brasiliens

Beitragvon Careca » Do 8. Sep 2005, 21:36

Fischkopp hat geschrieben:Careca, da du das Buch nicht kennst, solltest du vielleicht etwas vom Gaspedal gehen.
Immer nur Meckern ist doch auch nicht das Wahre. Ich sehe keinen Sinn darin, mich mit dir hier öffentlich zu streiten.
Sicher wird`s auch Leute geben, die sich gelangweilt fühlen, aber andere wiederum bestellen es ganz einfach. Wahrscheinlich hast du nur die negative Lektüre von Rudi. H. gelesen. Ich kann dir versichern: Dieses Buch ist vollkommen anders aufgebaut, niemand wird pauschal niedergemacht.
Mit dem Gedanken an seine Dummheit musste er leben, das hatte er gewiss weiß Gott schon öfter gemusst. Ich gratulierte ihm heimlich zu seiner stolzen Zukunft und enthielt mich einer jeglichen weiteren Bemerkung....
Wir verabschiedeten uns vom Wirt und der Gesellschaft am Tresen und gingen in die laue Nacht hinaus. Freitag ist der Tag der Copacabana. Dazu war Januar, also Hochsaison. Wir kehrten im Restaurant „Mab´s“ ein und waren froh, dass ...
In diesem Sinne: Auch dir ein frohes Fest
Quelle: 21-Dez-2004 am BFN-Board


Bild

Autor: R. Hastreiter (vollkommen überarbeitet und aktualisiert von H. Zobel)
Broschiert; Erscheinungsdatum: April 2004; ISBN: 3934251897; Amazon-Preis: 9,95 Euro




Früher war es der MELITTA-Mann Egon Wellenbrink (Autor der ersten Werbetexte: Emil Steinberger), der uns den Vorteil seiner Melitta-Kaffee-Filtertüten im Gegensatz von menschlicher Haut als Filtertüte darstellte.
Dann schwenkte er auf seine neue Harmonie um. Auf der Dauer nur Filtertüten und deren Poren zu zählen befriedigt nun auch nicht auf Dauer.

Und dann kam der Bub mit seinem Dackel. Und dieses Gratisexemplar von Schüler der PISA-Studie brachte immer Fünfer-Noten aus der Schule mit. Aber PISA wäre nicht PISA, wenn man nicht fünfe gerade lassen könne, wo PISA e schon so was schräges stehen hat. Somit hatte der Junge auch immer für den Herrn Papa ein Päckchen Melitta-Kaffee im Schulranzen, welches er dann gleich in die nächste Melitta-Filtertüte (die mit den sechs Millionen Poren) packte und Kaffee aufbrühte und so etwas brabbelte wie: "Erleben Sie das Feuer Brasiliens, die Würze Ostafrikas und das Temperament Mittelamerikas".
Anhand der Noten, die der Junge damals nach Hause brachte, dürfte der Vater jetzt im Entzugszentrum für Koffein-Süchtige sich befinden. Ja, Vater sein ist gefährlich. Wegen dem Feuer Brasiliens.

Und dann taucht vor einem Jahr dieses Buch auf:
"Das Feuer Brasiliens"

Eine Autobiografie von Egon Wellenbrink über das Treffen des anderen Vaters der dauernd wegen seinem Sohn Kaffeekoliker geworden ist? Mitnichten.

Aber der Titel ist garantiert aus der Melitta-Werbung abgeschaut: "Erleben Sie das Feuer Brasiliens, die Würze Ostafrikas und das Temperament Mittelamerikas".

Na und?

Geiz ist geil. Und Hausmeister Krause trinkt garantiert auch Melitta-Kaffee.


Zur Person des Ich-Erzählers im Buch

Rudolf Joseph Hastreiter ist ein im Jahre 1943 geborener bayrischer Oberpfälzer und bekennender Anhänger vom "TSV 1860 München".
1963/64 absolvierte er seine Bundeswehrzeit bei Augsburg und griff dann wohl 1965 den Beruf des Fluglotsen auf. Als Bediensteter der Bundesanstalt für Flugsicherung in Stuttgart und verheiratet. Sein Leben lief in stressigen Bahnen. Das angespannte Leben eines Fluglotsen halt.
Im April 1975 flog er dann mit einem Lufthansa-Kollegen für eine Woche nach Rio.
1976 flog er erneut und lernte dort seine spätere zweite Frau NORMA an der Copa kennen.
1977 verbrachten beide einen gemeinsamen Urlaub in Brasilien.
Anfang 1978 erwuchs ihm die Idee aus zu wandern und dort mit einer neuen Geschäftsidee auf dem Rio-Touristenmarkt zu landen: Das Vermieten von Apartments.
Nach der Scheidung von seiner ersten Frau wurde er zum Aussteiger und siedelte Ende Juni nach Rio über.
Im September des gleichen Jahres heiratete er seine NORMA. NORMA hatte die passenden Beziehungen in Rio und bald eröffnete er darauf als erster in Rio überhaupt seine Apartment-Vermietung. In Folge baute er seine Geschäfte zusammen mit seiner Frau auch nach Cabo Frio auf.
Im Oktober 1985 verkauft er nach der Scheidung seine restlichen Geschäfte und siedelte nach Fortaleza über.
Von 1985 - 1990 betrieb er erfolgreich die dortige Diskothek "Sunset-Bar" und mit angeschlossenem Biergartenrestaurant.
Von 1990 - 1996 vermittelte er an deutschen Touristen Zimmer im damals neu erbauten "Hotel Americas" auf Provosionsbasis.
Durch seinen ausschweifenden Lebensstil kam er am 23. März 2000 nach Deutschland mit "gestutzten Flügeln" zurück.
Aber zugleich entschloss er sich es wieder in Brasilien neu zu versuchen.
Mit 61 Jahren bringt er im April 2004 das Buch "Das Feuer Brasiliens" heraus und schreibt seine Beobachtungen und einige seiner Erinnerungen aus Brasilien nieder.


Der Inhalt:

Der Großteil der Geschichten, die Rudolf in Ich-Form erzählt, findet in Rio im Stadtteil Copacabana statt, oder besser gesagt zwischen Normas und seinem Appartement (am Posto 2) und der damaligen Kneipe "Suppentopf" (an der Av. Princesa Isabel/Leme).

Er beschreibt viele kleinen Geschichten und zwei größere Geschichten, die sich wie ein roter Faden durchs Buch ziehen und ihren Ursprung im "Suppentopf" haben. Diese beiden sind die des Schweizer Touristen Bruno und Hannoveraner Jungerbe Horsy. Beide treffen auf GPs. Während die eine GP ihren Bruno heiratet und glücklich werden, zieht die andere das Nieten-Los, weil ein anderer Deutscher aus Rio ihren Horsy wie eine Weihnachtsgans ausnimmt. Das erste Schicksal bekommt er ausschnittsweise mit, das letztere Schicksal bekommt er allerdings nicht direkt mit. Er erfährt es in seiner Kneipe "Suppentopf".

Der "Suppentopf" ist eh der Ausgangspunkt seiner Geschichten. Der Suppentopf wurde von einem Schwaben aus Stuttgart eingerichtet und hatte das Ambiente einer urigen Bauernstube mit kleinem Biergarten. Mit leicht überzogenen Preisen, die eher in deutsche Gefilde des Jahres 1991 passten, trafen sich dort nicht nur viele Deutsche sondern auch reilich GPs.

Aber darüber findet sich wenig in obigen Buch. Vielmehr wird der "Suppentopf" als Anlaufstelle vieler Deutscher beschrieben und auch als Stätte des deutschen Gauditums. Harmlos, deftig, halt wie die Süddeutschen sich so geben. Viele kleine Geschichten erzählten sich dort die Rio-ansässigen Deutschen und Rudolf hat es sich notiert für dieses Buch.

Und immer wieder werden wechselweise die jeweiligen Statusberichte über die Hauptgeschichten eingebracht. Nebenbei finden sich Informationen über Geschichte und Hintergründe Rios (und auch Brasiliens), eigene Situationseinschätzungen von Deutschland, Papst, Sozialhilfeempfänger und sozialer Wärme Deutschlands wieder.

Irgendwann nach über 150 Seiten der Beschreibung über sieben Jahre des "Feuers Brasiliens", so zwanzig Seiten vor Schluss, dann schwenkt er ein wenig auf seine fast zwanzigjährige Zeit in Fortaleza ein, plaudert nochmal schnell über das Millennium, denkt ein wenig über Mallorca nach und mit einem Schlussplädoyer endet das Buch.

Auf den danach folgenden Seiten finden sich eine Seite Listung Verhaltensregeln, eine Seite Listung der Sehenswürdigkeiten und dann mehrere Seiten mit Verweise auf Internetseiten.


Meine Kritik:

Das Buch taugt als Zeitvertreib bei einem Flug von Deutschland nach Brasilien (Rio). Innerhalb von fünf, sechs Stunden kann das Buch locker durchgelesen werden. Also nichts, was in hoch komplizierter Sprache geschrieben wurde. Die Sprache schwankt zwischen bayrischem derben Kneipenhaus-Stil (verhochdeutscht) und nüchterner Beschreibung von Hintergründen.

Nur als Randbemerkung: Störend fielen mir immer wieder niedergeschriebene Monologe mancher Beteiligter über fast zwei Seiten auf. Das ist dann schon ein wenig heftig zu lesen. Insbesondere wenn Brasilianerinnen - auf die sich der Autor in Portugiesisch unterhielt - plötzlich bayrische Ausdrücke wie "Wolpertinger" oder "Gspusi" beherrschen, sorgte das bei mir für unfreiwilliges Grinsen.

Hier fiel mir zum ersten Mal offensichtlich auf, dass das Buch vom Autor Rudolf Hastreiter durch von H. Zobel vollkommen überarbeitet und aktualisiert wurde. Der Stilbruch wird offensichtlich. Hintergründe von Rio (historisches) sind recht profund. So findet sich recht am Anfang sachlich erwähnt wieder, dass in Copacabana 500.000 Tausend Menschen leben. Dutzend Seiten später stolpere ich dann darüber, dass der Autor meint gelesen zu haben (sic!), dass in Copa möglicherweise (!) 500.000 Menschen leben. So etwas stört schon irgendwie und kratzt an den sachlichen Passagen des Buches. Auch sprachlich gibt es Brüche in dem Buch, wo man merkt, dass da jemand redigiert hat, bevor es veröffentlicht wurde. Warum die Handlung aus der zeit in Rio plötzlich solche Beschreibungen wie "Geiz ist geil!" aufweist, als es um den damaligen Konsum geht. Oder warum er sich Anfang der 80er in einem Aufzug wie "Hausmeister Krause" (SAT1 Comedy seit ca. drei, vier Jahren mit Tom Gerhard) fühlt? Zurück in die Zukunft gewesen? Man merkt, da hat die Gegenwart mit geschrieben. Auch der Fall vom Florida-Karl ist dem Autor in Rio so präsent, wie sie uns damals seitens der BILD-Zeitung präsentiert wurde. Aber über solche heimatlichen Quellen (also woher oder wie er im fernen Rio an solche heimatlichen Infos kam) schreibt der Autor nirgendwo. Deutschland ist nur in Form von Touristen, Kriminellen, „Sozialschmarotzern“ und sozial Gefrusteten präsent. Sonst taucht das Land nur noch in seiner immer kurz an belichteten Vergangenheit auf.

Wirkliche soziale Hintergründe (Geschichte hinter der Geschichte) verschwinden in der bayrischen Ausdrucksform. Wenn man ein Freund des derben Humors und der Schadenfreude ist, dann kann man sich sicherlich amüsieren. Dumme, eingebildete, besoffene und schmähbäuchige deutsche Touristen dienen der Belustigung. Aber mit zunehmendem Fortschritt des Buches wird das recht einseitig. Richtig tief werden soziale Verhältnisse nicht beleuchtet. Das Leben in Rio beschränkt sich auf die eintreffenden Gäste der Appartements und des "Suppentopfes". Unzufriedenheiten der getroffenen Leute werden mit einem Blitzlicht kurz aufgehellt und verschwinden dann mit deren Hintergründe im Hintergrund des Buches. Schlaglichter auf die Menschen und insbesondere auf dem Autor und seine Norma? Ja. Aber wirkliche Hintergründe dazu? Nein. Man erfährt, dass der Autor beim Sitzen im Schneidersitz aufgrund seines Bauches auf Thailänderinnen wie ein weißer Buddha wirken muss. Offenbar auch ein nicht-dünnbäuchiger Vertreter der Deutschen.

Irgendwo nach über der Hälfte des Buches wird der Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zitiert: "Gott schütze mich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind!" um kurz davon über (Zitat:) "rechthaberische Krakeeler, die es mit ehrlicher Arbeit zu nichts gebracht haben" her zu ziehen. Aussteiger unterteilt er in deutsche „Sozialschmarotzer“ (also deutsche Sozialhilfeempfänger und geflüchtete deutsche Kriminelle) und so was wie "saubere Männer aus Europa". Nur, wer warum und wieso in welcher Rubrik fällt, beantwortet er nicht immer, da musste ihm der Leser schon einfach trauen, wenn er schreibt, dass es so und eben nicht anders ist.

Am Schluss verliert er sich noch ein wenig in privaten Politikauffassungen und auch in Betrachtungen des Lebens auf Mallorca. Dabei fiel mir ein, dass viele deutsche Geschäftsleute erhebliche Schwierigkeiten auf Mallorca mit der dortigen Bürokratie haben, welche die dort ansässigen mallorkinischen Geschäftsleute in keiner Weise haben. Man kann dort von einer Gunstbürokratie auf Mallorca sprechen, welche versucht Fremden die Geschäfte erheblich zu erschweren. Gab es solche Probleme für den Autor in Rio nicht? Hatte alles seine NORMA ab gepuffert? Hatte er davon nichts mitbekommen? Wie sah es mit der aufkommenden cariocanischen Konkurrenz in Rio beim Appartement-Vermieten aus? Was lief da ab? Friede, Freude, Eierkuchen? War das wirklich ohne Bedeutung? Im Buch findet sich auf solche Fragen keine Antwort. So, als würde es solche Fragen nie geben können. Für Rio.

Das Buch taugt vielleicht als Quickie-Einstimmung auf Brasilien. Wie gesagt für den Flug. Denn weder als bessere Vorbereitung noch als geeignete Vorbereitung zu einer Auswanderung hilft dieses Buch wirklich weiter. Es bringt nur Stimmungen herüber. Die Hintergründe der brasilianischen Menschen beschränken sich maximal auf "Programmmädchen", aber auch die sind dürftig. Da ist Klaus Hart schon wesentlich hintergründiger. Brasilianische Männer als Haupt- oder Nebenpersonen der Handlung tauchen fast gar nicht auf. Dafür taucht dann auf Seite 126 dann plötzlich die Frage an den Leser auf, dass er für 2004 noch fähige Partner für die Veröffentlichung einer CD mit Oktoberfeststimmung sucht. Im nächsten Absatz bietet er sich als Berater und Vermittler dann an, wenn es darum geht, eine Kneipe, Suco-Bar, Restaurant oder Pausada aufzubauen. Offenbar hatte er schon bei einem Deutschen vor der Drucklegung des Buches mit Erfolg ein "super günstiges" Hotel vermittelt, wie er schreibt. Solche Appelle sind schon eigenwillig in einem Buch und brechen eigentlich den Lesefluss eines Buches. Der Anhang mit den 21-Internet-Adressen erweist sich als redundant: Dreimal taucht http://www.brasilien.de auf. Offensichtlich sponsern auch die Adressen das Buch.



Meine Empfehlung:

Das Buch taugt sicherlich zur Einstimmung während des Fluges nach Brasilien (vielleicht beim Warten in Deutschland oder wenn im Filmprogramm des Fliegers wieder nur Müll läuft). Fast-Food für den schnellen Hunger zwischendurch. Eben Durchschnitt. Profunderes findet man woanders. Für Fortaleza-Fans lohnt es sich nicht, wegen vier Seiten mit "nichts" über die Stadt 10 Euro auszugeben.

Werbung lohnt sich für dieses Buch IMHO nur als Fast-Food, nicht als wirklich gutes Buch. Ist im Vergelich zu Klaus Hart nur ein weiches Fast-Food-Sandwich ...

Auf einer Skala von 1 (sauschlecht) bis 10 (super gut) für mich
eine 5 (mit gutem Willen aber nur).
Abraços
Careca

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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon lobomau » Fr 9. Sep 2005, 08:24

Kann mich dem vorherigen fast nur anschließen.
Wirklich kein literarisches Meisterwerk (was wohl ja auch nicht beabsichtigt ist).
Bei mir reicht es aber nur für eine Note 3-4 (Skala 1-10)
Hab es nur zur Hälfte gelesen (was schon eine Ewigkeit gedauert hat) und es reizt mich nicht weiter zu lesen.

Viel Spaß damit ;-)
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Beitragvon Hans » Fr 9. Sep 2005, 10:42

Ich habe das Buch LEIDER auch gelesen!

Gefiehl mir nicht! Meine Note für dieses Buch: 5 (Schulnote), somit eine 2 auf der Skala von 1 - 10 !


Hans
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Schuss vor den Bug

Beitragvon Fischkopp » Fr 9. Sep 2005, 16:17

Junge, Junge, jetzt hast du es mir aber gegeben. Da ich das Buch auch hier vorgestellt habe, musste ich natürlich damit rechen. Ist auch o.k. so, muss damit leben.
Zitat Careca: Aber der Titel ist garantiert aus der Melitta-Werbung abgeschaut: "Erleben Sie das Feuer Brasiliens
Ist er nicht, ich kannte die Kaffeewerbung bei Veröffentlichung des Buches noch nicht, kannst du mir ruhig glauben, ist aber auch egal jetzt. Ich trink immer Aldi-Kaffee, kann mir Melitta gar nicht leisten.

Zitat Careca: Also nichts, was in hoch komplizierter Sprache geschrieben wurde.
Stimmt, da hast du Recht. Aber warum sollte es? Es ist ja nicht jeder so gebildet wie du. Eine hoch komplizierte Sprache, ich kann’s nicht glauben…
Man muss sich nicht größer machen als man in Wirklichkeit ist- gilt gerade fürs anonyme Web.

Zitat Careca: Störend fielen mir immer wieder niedergeschriebene Monologe mancher Beteiligter auf. Insbesondere wenn Brasilianerinnen plötzlich bayrische Ausdrücke wie "Wolpertinger" oder "Gspusi" beherrschen, sorgte das bei mir für unfreiwilliges Grinsen.

Careca , meinst du nicht, dass seine brasil. Ehefrau Norma ein paar Brocken Deutsch konnte?
unfreiwilliges Grinsen: Du lachst wohl nicht gerne, bist du ein so ernster Mensch?
Zitat Careca: dass das Buch vom Autor Rudolf Hastreiter durch von H. Zobel vollkommen überarbeitet und aktualisiert wurde.
Warum die Handlung aus der zeit in Rio plötzlich solche Beschreibungen wie "Geiz ist geil!" aufweist, als es um den damaligen Konsum geht.
Oder warum er sich Anfang der 80er in einem Aufzug wie "Hausmeister Krause" (SAT1 Comedy mit Tom Gerhard) fühlt?. Auch der Fall vom Florida-Karl ist dem Autor in Rio so präsent, wie sie uns damals seitens der BILD-Zeitung präsentiert wurde. Aber über solche heimatlichen Quellen (also woher oder wie er im fernen Rio an solche heimatlichen Infos kam) schreibt der Autor nirgendwo.

Careca, du hast doch selbst bemerkt, dass es aktualisiert wurde. Es sollte doch keine alte Kamelle werden. Hättest du gerne einen Hinweis gehabt, dass er Bild-Online liest? Oder, dass es ihm jemand erzählt hat?
Zitat Careca: Deutschland ist nur in Form von Touristen, Kriminellen, „Sozialschmarotzern“ und sozial Gefrusteten präsent.

Da muss ich dir widersprechen, das ist nicht wahr.
Auszug aus „DFB“: Es ist schon unglaublich, wie schön mein Heimatland Deutschland ist. Allein der Rhein zwischen Bingen und Koblenz ist ein immer wieder überwältigendes Erlebnis, dazu überall die Blumen in den Kästen unter den blitzenden Fenstern der adretten Häuser. Dann mein geliebter Bayerischer Wald, mit der Behaglichkeit versteckter Landgasthöfe, den sauber weißblau gedeckten Eichen-Holztischen, den unzähligen Weizenbieren, Weißwürsten, Brezeln und natürlich dem süßen Weißwurstsenf.
Wunderschön ist es auch in Cuxhaven an der Elb- und Wesermündung bei Ebbe im Watt und nicht zu vergessen die herrlichen …
In meiner späteren Diskothek in Fortaleza arbeiteten wirklich gute Mädchen, die mich fragten: „Sag mal, was sind das für komische Leute aus Europa? Du weißt schon die, die nur mit dem ...“
Ich antwortete: ,,Geschmack haben wir auch, nur steht sich da mancheiner selbst im Wege. Ihr braucht euch mit denen ja nicht einlassen, das sind doch nur die Ausnahmen.“


Zitat Careca: Wenn man ein Freund des derben Humors und der Schadenfreude ist, dann kann man sich sicherlich amüsieren. Dumme, eingebildete, besoffene und schmähbäuchige deutsche Touristen dienen der Belustigung. Man erfährt, dass der Autor beim Sitzen im Schneidersitz aufgrund seines Bauches auf Thailänderinnen wie ein weißer Buddha wirken muss. Offenbar auch ein nicht-dünnbäuchiger Vertreter der Deutschen.
Careca, bitte nicht alles so eng sehen. Schadenfreude sollte keinesfalls rüberkommen. Wenn man selbst „korpulent“ ist, wie kann man sich dann über seinesgleichen lustig( im negativen Sinne) machen? Das scheint’s du falsch verstanden zu haben. Glatzköpfe wurden doch auch nicht verunglimpft.
Auszug aus „DFB“:
Daniel drehte sich um und ging zielstrebig zur Tür hinaus. Horsy folgte ihm auf dem Fuße und mir war jetzt endgültig klar, dass dieser Schiffbruch erleiden würde. Ich hatte das Gefühl, dass ich gut daran tat, auch den Mund zu halten. Ich sagte mir zähneknirschend: Lass es auf sich beruhen, Daniel ist keinen Schuss Pulver wert. Außerdem ist er verdammt klug, was linke Dinge angeht…
Ich wusste absolut nicht, wie ich ihr helfen konnte, leider Gottes. Ich hätte es so gerne gemacht, sie war es wert.

Zitat Careca: Aussteiger unterteilt er in deutsche „Sozialschmarotzer“ (also deutsche Sozialhilfeempfänger und geflüchtete deutsche Kriminelle) und so was wie "saubere Männer aus Europa.

Careca, fühl dich bitte nicht persönlich angesprochen.
Schade, dass du nicht dabei warst. Du hättest ihm bestimmt gute Tipps geben können. Vielleicht im nächsten Leben…
Auszug aus „DFB“:
Dann machten wir noch mal eine Reise in die Vergangenheit. Bruno erzählte mir rückblickend noch mal, dass er damals zwar materiell gut abgesichert war, dass er aber aus seiner Sicht keine spannende Perspektive hatte und deswegen eine neue Herausforderung brauchte…
Seinen Entschluss bereute er nicht, denn während man drüben heutzutage vor allem die Angst kennt, dass alles nur schlechter werden kann, habe er Freude daran, dass hier alles langsam immer besser wird. Ich muss schon anerkennend sagen, Bruno hat sich ganz schön gemausert.


Zitat Careca:
dass viele deutsche Geschäftsleute erhebliche Schwierigkeiten auf Mallorca mit der dortigen Bürokratie haben, Gab es solche Probleme für den Autor in Rio nicht? Hatte alles seine NORMA ab gepuffert? Hatte er davon nichts mitbekommen? Wie sah es mit der aufkommenden cariocanischen Konkurrenz in Rio beim Appartement-Vermieten aus? Was lief da ab? Friede, Freude, Eierkuchen? War das wirklich ohne Bedeutung?

Auszug aus „DFB“:
Also, Norma und ich haben eine sehr schwere Zeit gehabt. Der Geschäftsanfang war, wie zu erwarten, nicht einfach. Du weißt auch, dass ich sehr wenig Geld hatte, als ich auswanderte, aber es ging gut. Wenn Norma nicht gewesen wäre, hätte ich nach sechs Wochen wahrscheinlich wieder einpacken können. Sie hat mir unglaublich viel geholfen. Sie hat mir wirklich den richtigen Weg hier gezeigt. Sie hat immer wieder versucht, mir Dinge zu erklären, von denen ich mein ganzes Leben lang nicht geglaubt hätte, dass es sie gibt.
Ich weiß jetzt absolut sicher, dass Brasilianer und Deutsche in zwei verschiedenen Welten leben. Sie drücken sich zwar oft ähnlich aus, können sich aber gegenseitig nur schwer verstehen - sei es sprachlich oder auch von der Erziehung, von der Einstellung zum Leben her.

Wenn ich dir sage, dass Norma mir den richtigen Weg gezeigt hat, heißt das noch lange nicht, dass ich diesen auch gefunden und eingeschlagen habe…


Zitat Careca:

Im nächsten Absatz bietet er sich als Berater und Vermittler dann an, wenn es darum geht, eine Kneipe, Suco-Bar, Restaurant oder Pausada aufzubauen.. Der Anhang mit den 21-Internet-Adressen erweist sich als redundant: Dreimal taucht http://www.brasilien.de auf. Offensichtlich sponsern auch die Adressen das Buch.

Careca, was spricht gegen einen guten Berater und Vermittler? Warum soll er seine Erfahrung nicht weitergeben?
Augen auf, brasilien.de taucht nur 1x auf, wie die anderen auch und sponsort gar nichts. Deren URL ins Buch, mein Banner dorthin, so einfach ist das. Bitte nicht immer gleich alles ins Negative ziehen. Etwas mehr Lockerheit würde dir bestimmt gut tun.
Auszug aus „DFB“:
Ich duschte, zog mich wortlos an und ging los, um Horsy abzuholen. Es war mal wieder ein herrlicher Tag: Sonnenschein, azurblauer Himmel und 28°C. Was will man eigentlich mehr?
Unterwegs aß ich noch ein Sandwich und trank eine Tasse Kaffee am Tresen eines Imbissladens. Dann tauchte Rodrigo, ein 10-jähriger Junge aus Rocinha, der größten Favela Rios, auf.
http://www.brasilien.de schrieb mir: Sehr geehrter Herr Zobel,

haben Sie zwischenzeitlich das Buch-Banner schon fertig? Wir halten das Buch immer noch für "sehr empfehlenswert" und würden gerne bald mit der Werbung beginnen.
Mit freundlichen Gruessen,

Gerhard Mahl
brasilien.de - ReiseService


Zitat Careca:
Werbung lohnt sich für dieses Buch IMHO nur als Fast-Food, nicht als wirklich gutes Buch. Ist im Vergelich zu Klaus Hart nur ein weiches Fast-Food-Sandwich ...

IMHO kenn ich nicht. Isst du öfter Fast-Food, Careca ? Macht ja nichts, schmeckt mir auch hin und wieder. Das Buch kostet nur 9,95 Euro, ich weiß jetzt aber nicht was ein Menü bei MC Donalds kostet.
Meinung von lobomau:Wirklich kein literarisches Meisterwerk
Stimmt! Wenn du mal auf meine HP http://www.brasilien-inside.de guckst, wirst du sehen, dass dort unter Lesermeinungen auch schon etwas Ähnliches steht.
Weiter mit lobomau: Hab es nur zur Hälfte gelesen..
Schade, dass es dir absolut nicht gefallen hat (das meine ich im Ernst).Lies doch weiter, es kommen noch paar interessante Sachen, glaube ich zumindest. Wenn es natürlich absolut nicht dein Fall ist, da kann man nichts machen.
@ ambos: Mit Kritik muss ich leben, wie jeder andere auch. Ich weiß, man kann es nicht jedem recht machen, das ist nun mal leider unmöglich.
Viele Leser jedenfalls haben es mit Genuss gelesen und sind sehr zufrieden damit.
Que pena, dass es bei euch nicht der Fall ist. Aber dadurch rückt das Buch bei brasilienfreunde. net wieder etwas mehr in den Focus. Die berühmten 2 Seiten…



Zwischenzeitlich ist auch noch Hans 1000 dazugekommen:
Danke sehr, gut gemacht. Schulnote 1, also auf Carecas Skala die Nr. 10. Ich find`s schön, dass du auch hier an mich denkst. Hast ja im brasil.web schon deinen Kommentar abgegeben.
Man freut sich doch immer wieder, Brasilienfreunde kennen zulernen. Wichtig ist natürlich, dass Ihr euch euren Frust von der Seele geschrieben habt und euch nun besser fühlt als vorher.
Dazu ist ja das Forum da.

Es ist schon in Ordnung, wenn die, denen es nicht gefällt, sich auch zu Wort melden, aber fair bleiben. Ich weiß, noch sitze ich im Glashaus und nicht ihr.
Es war mir klar, dass nicht nur positive Meldungen kommen. Das ist nun mal so.
Wünsche euch, dass ihr eine passende Lektüre für euch findet und ein schönes Wochenende.
Gruß vom Fischkopp, der jetzt an der Nordseeküste bitterlich weint
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Beitragvon thomas » Fr 9. Sep 2005, 18:49

Fischkopp, weinen iss nich.. von unserem Chefpoeten ;) eine 5 aus 10 zu bekommen ist beileibe kein Verriss.
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Beitragvon Zambo » Fr 9. Sep 2005, 19:57

thomas hat geschrieben:Fischkopp, weinen iss nich.. von unserem Chefpoeten ;) eine 5 aus 10 zu bekommen ist beileibe kein Verriss.



Sehe ich auch so. Bei Careca eine 5 bekommen ist ein Kompliment. :lol:
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, daß man sie ignoriert.
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Eine Antwort (Re: Schuss vor den Bug)

Beitragvon Careca » Fr 9. Sep 2005, 23:59

Quatsch "Schuss vor dem Bug" :!: :?

Quatsch "Junge, Junge, jetzt hast du es mir aber gegeben." :!: :?

Wenn du glaubst, dass ich einen Schuss auf einen Bug abgegeben habe, dann bist du eindeutig auf dem falschen Dampfer.

Du brauchst die Weser nicht mit deinen Tränen zu füttern, damit dort Dampfer fahren können. :idea:

Ernsthaft. Weil ... :arrow:


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Aber zuerst einmal etwas deutlich gross:

Es ist nicht korrekt, dass ich geschrieben habe, dass http://www.brasilien.de dreimal im Anhang auftauchte. Hier trifft der Satz "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil" zu.
Beim raschen Überblättern des Anhangs habe ich zwischen http://www.brasil.de , http://www.brazil.de und http://www.brasilien.de nicht unterschieden, sondern an der im Anhang unter Punkt 23) genannten I-Net-Adresse http://www.brasil.de festgemacht. Dies war eindeutig mein Fehler. Somit hat sich meine Vermutung mit dem Sponsoring ad absurdum geführt und wird unhaltbar.
Ich bitte dieses jeden Leser meiner Buchkritik zur Kenntnis zu nehmen. Die Person hinter "Fischkopp" hat recht, dass ich damit absolut fehl liege.
Der Titel "Das Feuer Brasiliens" erinnert an eine Kaffee-Werbung. Den Begriff "Das Feuer Brasiliens" gab es allerdings schon lange vorher. Der Kaffee-Röster hat ihn für seine Werbung ausgewählt.
Wenn H. Zobel den Titel aufgrund der mitschwingenden Emotionen gewählt hat, dann bestimmt erst recht nicht, weil es Kaffeetrinker einer bestimmten Kaffeeesorte gibt.
Zudem ist das erste Post dieses threads eine Buchkritik.


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... :arrow: Zu deinem Verständnis:
IMHO ist eine in Internet-Foren übliche Abkürzung für "in my humble opinion". Für weitere Abkürzungen im Internet lese bitte im WIKIPEDIA sowohl hier (Liste der Abkürzungen) als auch hier (Netzjargon).


Womit ich beim Thema "Sprache" bin:
Meine Bemerkung über "hochkomplizierte Sprache" und dem Hinweis, dass ich diese in dem Buch nicht antraf, war von mir eindeutig positiv gemeint :yo . Schliesslich ist ja nicht jeder so gebildet wie du selber, gelle, :wink: und freut sich auf normal geschriebene Unterhaltung. Und "hochkomplizierte Sprache" finde ich in dem Buch überhaupt nicht. Ich hoffe schwer, dass du bei der nächsten Version das nicht ändern wirst. Okay? Man muss sich nicht größer machen, als man in Wirklichkeit ist - gilt gerade fürs anonyme Web. Denk dran. Okay! :yo Wenn ich jetzt schreiben sollte "Die Sprache ist dem Inhalt angemessen", würdest du dann jetzt stinkig werden?
Allerdings: Aus kleingedruckten Randbemerkungen eine grosse Geschichte von dir gemacht zu bekommen, ist von dir leider am Ziel vorbei geschossen, primo. Vor allem nachdem ich es auch nur als solche kenntlich gemacht hatte ... :?


Warum hast du nicht im Buch als Einleitung das reingeschrieben, was du woanders bereits über das originale Buch "Ein Bayer in Rio (1998)" niedergeschrieben hast?
primo hat geschrieben:ich hab’s auch fast an einem Stück gelesen, in Rio. Das war allerdings die Version von Rudi Hastreiter ( Der Aufsteiger von Rio) gewesen, war mir zu negativ, was er geschrieben hatte.
Hab dann vieles gestrichen, aktuelles hinzugefügt und eben meine Gedankengänge (nicht nur) über Brasil. einfließen lassen. Hoffe es gefällt dir.



Durch eine Überarbeitung eines Buches ist es IMHO nicht notwendig, es mit "Hausmeister Krause" oder "Geiz ist geil!" auf modern zu trimmen. De köölsche Joong Tom Gerhard (seit 1999 in "Hausmeister Krause") war zwar zu jener Zeit der eigentlichen beschriebene Handlung (im Buch) auch in Rio, aber damals gab es nur "Dackel mit Sekt" und es besteht in dem Buch kein Zusammenhang damit. Und Kamellen auffrischen mit dem Gerhard hat ein Rio-Bericht nie nötig, oder? Oder wolltest du damit sagen, dass der Rio-Bericht vor deiner Überarbeitung ne "olle Kamelle" war? Ich hoffe nicht.
Aber das war jetzt - wie zuvor - meine eigene Meinung (IMHO) und die garantiert nicht als diejenige jedes Leser zu sehen.


Ich hatte geschrieben, dass "Deutschland ist nur in Form von Touristen, Kriminellen, „Sozialschmarotzern“ und sozial Gefrusteten präsent." Aber dann schrieb ich im nächsten Satz "Sonst taucht das Land nur noch in seiner immer kurz an belichteten Vergangenheit auf". Und genau das hast du mit deinem Zitat belegt. Also, warum kritisierst du nun das negativ? Dass insbesondere dir Cuxhaven am Herzen liegt (und nicht dem Oberpfälzer "Rudi" Hastreiter), ist mir schon klar, du altes Nordlicht. :wink:


Deine Kritik an meine Kritik über das Thema "Humor" ist okay. Eigentlich sollte es mit der Umschreibung "bayrischer Ausdrucksform" klar sein, was mit "derber Humor" gemeint ist. Dachte ich. Aber mit dem Begriff "Schadenfreude" im gleichen Atemzug und im nächsten Satz der Bezug auf Klischees habe ich jenen Kritikpunkt vermasselt. Da trifft deine Gegenkritik 100pro! Keine Frage. :?


Nebenbei, auch du weisst wohl nicht, wer "Careca" ist, hein? Als Bewohner der 40-km-Umgebung von Bremen fallen dir wohl auch nur "Glatzköpfe" ein, hein. :wink: In Bremerhafen gibt es IMHO zu viele ... :(
Beruhig dich. Viele Brasilianer in Deutschland haben inzwischen das gleiche Problem. Selbst bei "Dr. Socrates" fällt denen meisten wenig ein. Nur bei "Pelé" merken sie auf ... Na, wer erzählt ihm, wie der eigentliche Name des bekannten Brasilianers "Careca" ist, wenn schon "Pelé" im originalen Edson Arantes do Nascimento heisst? :wink:



Nichts spricht gegen einen guten Berater und Vermittler. Volle Zustimmung. Ausser der Lesefluss. Am Ende des Buches im Anhang wäre es voll okay gewesen. Mich persönlich hatte es zum ersten Mal deutlich im Lesefluss gestört. Merkste, was ich damit sagen wollte? Richtig gemerkt. Ich habe das Buch in einem Durchmarsch gelesen! Am Stück, wie du beim originalen Buch schon selber geschrieben hast. Und das soltest du positiv auffassen (daher ganz am Anfang meiner Buchkritik die ungefähre Angabe, wie lange es dauern könnte, dieses Buch zu lesen ... haste wohl nicht gelesen? ... :wink: )


Fast-Food erhälst du übrigens auch am Bremer Steintor. Da brauchste nicht extra nen Bremer McD oder BK suchen, wenn du mal wieder 35 Kilometer weiter mit Frau freihändig essen gehen möchtest. Und ich sag dir, es gibt da verdammt gute Döner zu futtern! Es lohnt sich! Fast-Food ist nicht gleich bad-Food. Also einfach mal offen sein und nicht alles negativ sehen, okay. Und selbst aldinativer Kaffee schmeckt IMHO besser als Melitta. Okay?


Nur habe ich nicht verstanden, warum Hans1000 dem Buch ne Schulnote "1" gegeben haben soll.
Hans1000 hat geschrieben:Ich habe es mir angetan, das Buch zu lesen!

Auch wenn man "zwischen den Zeilen" einige schöne brasilianische Situationen lesen konnte, finde ich das Buch nicht besonders gut.

Die Situation zwischen den beschriebenen Charaktäre liest sich, "wie aus der Nase gezogen" und zusammenkonstruiert!
Vielleicht ist es die "blumige Ausdrucksweise", die mich das meinen läßt? Ein bißchen ist ja schön, aber dort wurde hemmungslos übertrieben.

Und das alles mit diesem Schreibstil, der mir gar nicht zusagt, da gefällt mir der Schreibstil von Neto und do Leme wesentlich besser, obwohl diese noch kein Buch geschrieben haben, dass man in einem Buchhhandel erwerben kann.

Vielleicht liegt es auch daran, dass der Buchautor schon etwas älter ist und eine recht alte und zu bildhafte Ausdrucksweise pflegt?

Ist natürlich meine persönliche Meinung, aber das Buch hat mir bis auf ein paar schöne brasilianische Situationen nicht gefallen!

Hans


Oder meintest du den BFN-Hans?

Hans hat geschrieben:Gefiehl mir nicht! Meine Note für dieses Buch: 5 (Schulnote), somit eine 2 auf der Skala von 1 - 10 !


Geschmäcker sind eben verschieden, primo. Man weiß ja aus dem täglichen Leben, dass man es nicht jedem recht machen kann.
Und erst recht nicht bei Kritiken, mein lieber Brasilienfreund.
Wichtig ist natürlich, dass auch du dir deinen Frust von der Seele geschrieben hast und dich nun besser fühlst als vorher.
Dazu ist ja das Forum da.
Das habe ich jetzt fast wörtlich für Dich geschrieben, wie du selber es geschrieben hattest.


Sei dir versichert, ich bin kein sporadischer Brasilienbesucher oder einer, der sich nur in seiner Freizeit mit Brasilien beschäftigt. Auch Rio kenne ich gut. Ich habe meine eigenen Erfahrungen. Nur die Lebenszeit vom original Autor dort, seine originalen speziellen Erfahrungen (Geschäftsaufbau, Touristen, "Programmmädchen", Geschäftsbedingungen in Rio, Verlust des Grossteils an dessen Frau aufgrund der Scheidung, etc.), diese speziellen habe ich nicht. Und eben aus diesem Grunde würde ich mich selber auch niemals leichtfertig als Rio-Berater anbieten.

UND:
Das Buch "Das Feuer Brasiliens" ist bei mir nicht in den Mülleimer geflogen, sondern steht im Regal. Es ist definitiv leichte Literatur.
Aufgrund meines Irrtums (Fehler; s.o.) ist die "5" (auf der Skala von "1" bis "10") nunmehr ohne jeglichen zuvor erwähnten "good will".

UND:
Jedem Leser steht es frei, sich das Buch zu kaufen oder nicht. Ich rate niemandem ab. Aber auch niemandem zu.
Kritik auch ausführliche und dann sogar negative muss erlaubt sein. Okay? Fair bleiben, okay?

UND:
Denn wer mehr über Rio und Brasilien wissen will, wer mehr darüber wissen will, warum und worin der Unterschied der Denkensmentalitäten besteht (was in "Das Feuer Brasiliens" sehr oft oberflächlich beantwortet wird), der greife lieber zu anderen Büchern. Einen anderen Autor hatte ich bereits erwähnt. Damit sage ich nicht, dass das Buch "Das Feuer Brasiliens" nichts taugt.


Viele Grüsse an dich, Frau und Kind in den hohen Norden, Fischkopp.
Ist das wirklich deine gebürtige Heimat? Ich habe ernsthaft Skrupel, dich mit "Fischkopp" anzureden. Bei dir bevorzuge ich eher "primo".

Careca

P.S.:
Für den Fall des Falles, auch wenn ich überhaupt nicht damit rechne:
Auszüge aus meiner Buchkritik und dieser Ergänzung nur mit meiner Zustimmung.


***********************************************************

Anekdote am Rande:
Was meinten übrigens ein Leser über das originale unbearbeitete Buch von "Rudi" Hastreiter?
Rolfi aus dem URalt-Brasilforum hat geschrieben:Hi,

ich habe Rudi in Rio persönlich kennengelernt, als er mir sein Buch verkaufen wollte. Habe in Urlaubslaune einige Bierchen mit Ihm getrunken und schließlich sein Buch gelesen.
Inhaltlich geht es hauptsächlich um "Saufgelage" und "Frauen", viele Geschichten sind ganz amüsant aber grottenhaft schlecht geschrieben.

Meiner Meinung nach ist der Autor finanziell am Ende, so das von einer Erfolgsstory keine Rede sein kann, er hatte zwar seine Erfolge in Brasilien, doch nun lebt er vom Verkauf seines Buches an deutschsprachige Touristen.

mfg
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Beitragvon Lemi » Sa 10. Sep 2005, 10:25

Mann oh Mann, jetzt habt ihr ja was angerichtet !

Das Buch steht nämlich bei mir noch ungelesen im Regal und ihr zwingt mich ja nun regelrecht dazu, es am Wochenende zu lesen. :? .......... obwohl ich 1000 andere Dinge auf dem Sitio zu tun hätte (Wände rausreissen, verputzen, streichen ...........) !!!

Wenn es so geschrieben ist, wie ihr es beschreibt, also von leichter Hand und ohne literarische Feinheiten, dann könnte es ja u.U. sogar dem Lemi-Buch ähneln, obwohl das natürlich schon einen zumindest markanten Schreibstil hat (ihr wisst ja).

Aber zur Beruhigung an Fischkopp: meine knapp 10 Euro hast du ja schon bekommen und wenn man in Brasilien lebt, liest man wahrscheinlich auch manche Dinge mit anderen Augen. Das habe ich z.B. auch ganz stark beim Klaus-Hart Buch "Unterm Zuckerhut" gespürt ........ man fühlt sich sofort mit dem Autor auf einer Wellenlänge.

Ausserdem weiss ich ja selber als "Volksautor" (hoffentlich kriege ich jetzt kenne virtuelle Backpfeife für diesen Ausdruck), wie schwierig es ist ein Buch zusammenzuschreiben.
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Re: Schuss vor den Bug

Beitragvon Jorginho » Sa 10. Sep 2005, 10:34

Fischkopp hat geschrieben:schmähbäuchige deutsche Touristen


Wat is denn dat? Schmähbäuchige? :bprust:
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Beitragvon Latino » Sa 10. Sep 2005, 11:52

ich kenne nur das buch vo rh "der aufsteiger von rio" 3.auflage 2001
rudi, der heimliche bürgermeister der copacabana ? ich lach mich kaputt :cry:
mich stören am meisten die beschreibung der ollen kamellen aus den 80ern,die m.e.heute gar nicht mehr relevant sind. ua.. der "suppentopf",wo sich früher "alle getroffen haben" ist längst pleite und existiert schon jahrzehntelang nicht mehr.
also, viel daraus gelernt habe ich nicht in bezug auf das heutige rio.

als autor ist rudi ja wirklich zäh, er probiert es immer wieder mit inzwischen 4 oder 5 verschiedenen buchtiteln. der stoff ist derselbe.

gruß latino
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