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Dein letzter Beitrag liegt nun schon einige Tage zurück. Erzähl doch mal, wie die Geschichte weitergegangen ist.
Was da nach Deinen Angaben passiert sein soll, hat ja offenbar keinen Seltenheitswert, aber die Geschichte nahm ja die Wendung, dass sie Dir einen Teil des Geldes zurückzahlen wollte...und?
Also, ich glaube bei aller Verliebtheit am Anfang, jede Beziehung geht irgendwann in die Alltagsphase über. Da erst weiß man, was oder wen man hat. In der Phase wart ihr sogar schon länger und meintet für alle Fälle gewappnet zu sein, sogar für den, dass einem etwas passiert. Viele vergessen aber auch in dieser Phase, dass das Leben nicht immer, aber zumindest manchmal auch andere Phasen kennt und hier unterscheidet sich dann die deutsche von der deutsch-brasilianischen Ehe nur in einem Punkt:
Der ehemals reiche Gringo, der seine arme Prinzessin aus ihrem jämmerlichen Dasein befreit hat, er erwartet in der Phase der Trennung Dankbarkeit für alles was er getan hat. Und genau in dieser Phase wird er eine solche kaum erfahren.
Da gibt es nur so zum Selbstschutz nur eine Lösung:
Alles ist immer so vorauszuplanen, das der schlimmste Fall einkalkuliert ist, denn wie sang schon Marius M Westernhagen:
Eine Gerantie gibt Dir keiner auch der liebe Gott nicht, leider
Meine Tipps sind die folgenden:
1) Erst mal nicht so viel von schneller Hochzeit reden, sondern stets diese nur für den Fall in Aussicht stellen, wenn alles gut läuft. Erst mal verloben...und so unromantisch das alles klingt: immer wieder die kritische Frage stellen, passen wir zusammen?
2) Beziehung auf Probe: Vor einer Ehe immer prüfen, können wir nicht nur im Urlaub zusammenpassen, sondern aucdh im Alltag? Diese Frage stellen sich leider viele Deutsche mit ihrer Urlaubsbekanntschaft nicht! Ein grober Fehler. Im Urlaub hat man mehr Zeit füreinander und hat weniger Hürden als im Alltag, da aber erst sind beide gefordert.
3) Ehevertrag. Ein gaaanz heikles Thema, auch juristisch gesehen. Seit einigen Jahren gibt es eine Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs und weiterer Gerichte, die solche Verträge wegen eines Ungleichgewichts als sittenwidrig eingestuft haben. Für mich männerfeindlich und gerade bei dt. bras. Ehen, wo schon wegen des Bleiberechts geheiratet werden muss, obwohl man sich noch gar nicht kennt, ein echter Verstoß gegen die Eheentschließungsfreiheit. Ich werde mal später auf das Thema gesondert eingehen, aber ich meine, das Männer mit wesentlich jüngeren Frauen bei kurzer Ehedauer und ohne (gemeinsame) Kinder hier deutlich im Vorteil sind. Der Ehevertrag sollte individuell alle Scheidungsfolgeregelungen (Unterhalt, Versorung, Güterrecht) enthalten. Der Ehevertrag sollte dynamisch sein und je länger die Ehe dauert, großzügiger werden, vor allem, wenn Kinder hinzukommen und die Frau wegen der Erziehung auf eigene Erwerbstätigkeit verzichtet. Auf jeden Fall ins Portugiesische übersetzen lassen.
4) Kein gemeinsames Konto, keine gemeinsamen Immobilien. Beides ist in einer Trennungsphase tödlich für die Beziehung. Finanzielle Interessen sollte man immer ausschließen. Eine Frau soll niemals gekauft werden, sondern so bald wie möglich auf eigenen Füßen stehen. Das heißt Sprachschulen besuchen und Ausbildung machen. Dabei kann und muss man helfen, keine Frage. Sie sollte immer mit genügend Geld für alle Fälle ausgestattet sein, aber da reichen ein paar Hundert oder wenige tausend Euros aus. Verfügungsbefugnis für sein ganzes Vermögen oder ein ganzes Konto oder (alle) Kreditkarten bedarf man da nicht. Für unvorhergesehene Fälle sorgt man vor, indem man der Bank die entsprechend konkretisierte Vollmacht hinterlegt und das Testament beim Notar oder Anwalt. So kann sie etwa schon bei einer Vermisstenanzeige an Geld heran oder besser noch: erst im Todesfall mit der Sterbeurkunde. Die PIN bekommt sie eben erst dann. Ein getrenntes Konto schafft auch Eigenständigkeit und Verantwortungsbewußtsein!
5) Man sollte auch nicht schon in den ersten Jahren an Kinder denken. Aber sind sie einmal da, was ja auch aus familiärer Sicht ganz erfreulich ist, dann wird das erhebliche und dauerhafte Auswirkungen haben. Kinder also erst, wenn man sie will und eine Trennung nicht in Betracht kommt (letzteres kann man einfach erst nach vielen Jahren und vielleicht auch dann nicht wirklich beurteilen).
Gruß
tinto
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