Dengue dank Sojaanbau

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Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon esteban38 » So 3. Mai 2009, 15:13

Gemäss der Studie des argentinischen Agronomen Alberto Lapolla gibts offenbar einen Zusammenhang mit der Sojapflanzung und der Zunahme der gefährlichen Mückenart Aedes Aegypti.

Die Hintergründe sind im 20 min Artikel gut herausgearbeitet:

http://www.20min.ch/news/wissen/story/D ... n-29342795
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon ptrludwig » So 3. Mai 2009, 15:45

esteban38 hat geschrieben:Gemäss der Studie des argentinischen Agronomen Alberto Lapolla gibts offenbar einen Zusammenhang mit der Sojapflanzung und der Zunahme der gefährlichen Mückenart Aedes Aegypti.

Die Hintergründe sind im 20 min Artikel gut herausgearbeitet:

http://www.20min.ch/news/wissen/story/D ... n-29342795

Genau das wird es sein, da wird versucht mit viel Aufwand die Brutstätten zu beseitigen, Wasser in Blumenuntersetzern, Autoreifen usw. Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Aktionen etwas bewirken. Wenn die Mücke dort kein Wasser vorfindet, geht sie eben wo anders hin um ihre Eier abzulegen.
Wenn jetzt laut Artikel die natürlichen Feinde ausgerottet sind kann sie sich ungehindert ausbreiten.
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon Hebinho » So 3. Mai 2009, 16:58

Nur gut, dass das nicht von GreenPeace kam, waere sonst sofort wieder als "gruene halbwissenschaftliche Panikmache" abgestempelt worden =D>

Interessant ist der dortige Link zur Geschichte des Dengue-Fiebers (unterhalb der Karte) und dort auf "Geschichte", da findet man
Dengue-Viren werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen, können aber dennoch über infizierte Mücken als biologischer Kampfstoff verwendet werden. 1981 brach auf Kuba ....
.

Na, wenn das mal keine Verschwoerungstheorie ist!
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon seitenwandkletterer » So 3. Mai 2009, 17:14

Hebinho hat geschrieben:Nur gut, dass das nicht von GreenPeace kam, waere sonst sofort wieder als "gruene halbwissenschaftliche Panikmache" abgestempelt worden =D>


Nee, bei Publikationen von Greepeace handelt es sich um linke gruene halbwissenschaftliche Panikmache.

Und das meine ich ernst!

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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon Takeo » So 3. Mai 2009, 21:55

Auf so einen Blödsinn kann man als Naturwissenschaftler kaum antworten.

"Monsanto versprach damals den Landwirten, die genmanipulierte Pflanze sei immun gegen das Pestizid, das hauptsächlich aus Glyphosat besteht. Damit seien ihre Ernten vor Ungeziefer sicher. Denn Glyphosat ist ein derart starkes Gift, dass es alle anderen Pflanzen und mehrere Tierarten vernichtet.

«Das Glyphosat tötet Fische, Frösche und Kröten, d.h. alle natürlichen Fressfeinde der Moskitos, von denen sie sich ernähren
», schrieb Lapolla...

Autsch... soviel NONSENSE auf einen Haufen tut wirklich weh!!!

Hier zum Mitschreiben:
1.) Monsanto hat nur noch Urheberrechte auf Glyphosat, der grösste Teil des Glyphosats wird nicht mehr von Monsanto vertrieben.
2.) Monsanto muss nichts versprechen: in jahrzehntelanger Erfahrung wurde die herbizide Wirkung des Glyphosats, beziehungsweise die Resistenz der RR-Sorten bewiesen.
3.) die Bauern wurden noch nie gezwungen genmanipuliertes Soja zu kaufen, es hat sich von alleine durchgesetzt.
4.) Brasilianische Bauern waren so geil auf RR-Soja, dass sie schon Jahre vor der brasilianischen Zulassung ihr Saatgut aus Argentinien und Paraguay einfuhren... das war allerdings gesetzeswidrig.
4.) Glyphosat ist ein Herbizid welches sofort seine Wirkung verliert, wenn es mit Bodenpartikeln in Berührung kommt.
5.) Glyphosat verliert schnell seine Wirkung im zu saueren oder zu basischen Mileu, und muss auch im Spritztank gepuffert werden.
6.) Glyphosat darf nicht in Gewässer ausgebracht werden, und Glyphosat wird nicht in Gewässer gespült, und wenn es dort überhaupt ankommt ist es längst inaktiv...
7.) Glyphosat ist kein Insektizid und schonmal garnicht etwa ein Ovizid... wäre es das, hätte man diese Wirkung schon vor Jahren auszunutzen versucht.
8.) Glyphosat wird ständig getestet (Industrie, Universitäten, Forschiungsorganisationen), weil man genau das versucht: seine Wirkung auszubauen... immer erfolglos: es ist und bleibt ein Herbizid... es wurden tendenzielle Eigenschaften einer Supression gegen Sojarost gefunden, das liess sich aber nicht ausnutzen, und wird unterbunden um seine herbizide Wirkung nicht noch weiter zu gefährden -> Glyphosat verliert in immer mehr Pflanzen seine herbiziden Eigenschaften.
9.) Ein Zulassungsverfahren für ein Pflanzenschutzmittel ist sehr kompliziert, wird sowas wie auch nur die leiseste Bedrohung von aquatischen Lebenwesen gefunden, kommt es niemals zur Zulassung... Amphibien sind so ungefähr nach Bienen, das nächste was getestet wird. Glyphosat hat NULL Wirkung auf Bienen, Amphibien, Ratten, Mäuse, Hunde, Affen, Menschen...

aber was erzähl' ich Euch, ich stosse dabei ja eh nur wieder auf taube Ohren, die nur das glauben was sie glauben wollen... soviel NONSENSE tut ehrlich weh... ... "Monsanto versprach"... aber gut, jetzt kommt eine Legion Halbwissender daher und glaubt ihren neuen Messias im Kampf gegen Soja oder genmanipuliertes Soja gefunden zu haben... gut dass wir Lapolla haben! Meint Lapolla etwa garnicht Glyphosat sondern etwa Metamidophos???Hat er sich vielleicht vertan??? Oder hat unsere schlaue Reporterin im Eifer des gefechts gegen Monsanto einige Fakts durcheinedarsgschmissen???

Ich habe eine Idee:
weg mit Soja... wir reduzieren die Weltbevölkerung auf die Hälfte und alle Probleme mit Hungesnöten, Schweinegrippe, Urwaldzerstörung, Dengue, ergeben sich von selbst...

...ach ja, wo wird eigentlich Soja im Saate São Paulo und Rio de Janeiro angebaut??? Dort gibt's ja auch Dengue, oder etwa nicht???

Wer diesem Bericht glaubt, outet sich als naturwissenschaftlicher Analphabet... aber davon gibt's ja leider sehr sehr viele!!!

PS: googelt mal nach 'Alberto Lapolla' und versucht was Einschlägiges zu finden...
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon esteban38 » So 3. Mai 2009, 22:08

@ Takeo

Wie sieht die Lage denn tatsächlich aus? Ist es nun so, dass sich die entsprechenden Soyagebiete mit Denguegebieten decken?

Falls nein, erübrigt sich für mich eine weitere Diskussion, da die These des Agronomen (wohl auch eines Wissenschaftlers) dann ja nicht richtig ist, falls ja, wie erklärst Du Dir diese "Zufälligkeit"?
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon Takeo » So 3. Mai 2009, 22:20

Wer weiss?

Aber in São Paulo und Rio und anderen grossen Städten wurde über Dengue geklagt und dort gibt es kein Sojaanbau...
Oder... es wird weltweit Glyphosat eingesetzt, aber nicht überall giubt es Dengue, stattdessen aber andere Plagen... so gesehen müsste Glyphosat doch auch anderes Ungeziefer killen... Leute, das ist doch alles ausgemachter Humbug!!!

Da fehlt doch der echte kausale Zusammenhang!

Es kann auch statistisch formell richtig nachgewiesen werden, dass es eine hohe Korrelation zwischen Storchenrückgang und geburtenrückgang gibt... statistisch formell richtig, doch es fehlen die kausalen Zusammenhänge...

Leute, googelt doch einfach nach "Alberto Lapolla" und dann nach Monsanto, Glyphosate, Roundup, Roundup Ready, EPSP Inhibitoren... und macht Euch selber ein Bild, aber hört auf, jedem Schaumschläger Glauben zu schenken!!!
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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon seitenwandkletterer » Mo 4. Mai 2009, 01:41

Ich habe Herrn Lapolla mal im Web of Science (cf. http://de.wikipedia.org/wiki/Web_of_Science) gesucht. Es gibt tatsächlich Publikationen von jemanden mit diesem Namen, aber keine einzige über Soja und schon erst recht nicht über Glyphosphat. Ach so, der Herr Lapolla im Web of Science ist Italiener.....

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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon esteban38 » Mo 4. Mai 2009, 02:11

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Re: Dengue dank Sojaanbau

Beitragvon Hebinho » Mo 4. Mai 2009, 02:21

Bei Glyphosat (Hauptwirkstoff des von Monsanto vertriebenen "Roundup") sind wir dann wieder beim Duell "Shareholder-Prinzip" gegen Wissenschaft angelangt!

Schon 2003 wurde am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und der Université Pierre et Marie Curie (UPMC) (beide Frankreich) Untersuchungen durchgefuehrt, in denen bewiesen wurde, dass Glyphosat sehr wohl negative Einfluesse auf die innerhalb von tierischen und menschlichen Zellen ablaufenden Vorgaenge hat.
Nachzulesen unter http://www.biolcell.org/boc/096/0245/boc0960245.pdf

Ebenfalls in Englisch ein Artikel ueber die Toxizitaet des leckeren Monsanto-Gemisches: http://www.oehha.ca.gov/water/phg/pdf/g ... _draft.pdf
oder
http://www.publiceyeonscience.ch/images ... _luege.pdf
oder darf es mal wieder etwas wissenschaftlicher sein (ueber den Einfluss auf Maenner und die durch derart beeinflusste Maenner ausgeloesten Schwangerschaften)? -> http://aje.oxfordjournals.org/cgi/repri ... 2/1025.pdf

Oder http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20660/1.html

Wer einen schnellen Inet-Anschluss hat, kann sich auch das hier mal ansehen: plus7.arte.tv/de/streaming-home/1697480,selectedTags=0-1930194.html

Oder ein dazu passendes Interview: arte.tv/de/wissen-entdeckung/Monsanto-mit-Gift-und-Genen/1912698.html

Es ist wohl kaum von der Hand zu weisen, dass einem Konzern wie Monsanto in erster Linie halt wirklich das Wohlergehen der Aktionaere wichtiger ist, als andere, und dass man seitens Monsanto bei Reportagen, Dokus und wissenschaftliche Untersuchungen (wird mir jetzt gleich wieder vorgeworfen werden, das waeren alles nur von "Pseudowissenschaftlern" durchgefuehrte Untersuchungen) zur Thematik "Roundup" nicht das Anwaltsschwert kreisen laesst und die angeblichen "Luegner" vor den Kadi zerrt! Warum wohl?

Allein schon die Gefahrstoffkennzeichnung fuer Glyphosat nach dem "European chemical Substances Information System" spricht fuer sich:
Hazard_N.png
Hazard_N.png (2.55 KiB) 715-mal betrachtet
umweltschaedlich
Hazard_X.png
Hazard_X.png (1.63 KiB) 711-mal betrachtet
reizend

Wollen wir aber auch mal die Gegenseite zu Wort kommen lassen:
monsanto-agro.de/Produktbereiche/rd_sicherheit_info.php

Und eines gleich im Voraus: Soll keiner sagen, dass Monsanto (et al) nicht ueber genuegend Mittel verfuegt, sich entsprechend positive Untersuchungen zu kaufen. Das ist genauso falsch, wie die Behauptung, dass brasilianische Politiker bestechlich waeren!
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