Der Regen, der Umzug und allerlei Versprechen

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Der Regen, der Umzug und allerlei Versprechen

Beitragvon mikelo » Mo 19. Mär 2007, 23:25

Der Regen kommt in diesem Jahr zu früh. Schon seit Karneval gießt es die meisten Strassen zu Schlammfurchen, nicht nur mein Haus zu einer tropfenden Höhle und manche Menschen in Alkohol und Depression.


Bis einen halben Meter vor meinen Schreibtisch weht der Wind die Tropfen, als mein Vermieter vorbei kommt. „Du bist mir sympathisch“, hebt er voll alkoholisiertem Pathos an. „Wirklich, ich mag dich von Herzen“. Sein Besuch fällt zusammen mit dem Ende meines Zeitmietvertrags. Jederzeit verlängerbar, hatte er vor sechs Monaten beteuert, als ich mit Möbeln und Hunden, Pflanzen und Katze eingezogen war. Damals hatte er auch versprochen, das Haus regenfest zu machen.


Gleich nach der Beinahe-Liebeserklärung wird der Mann geschäftlich: „Wir können den Vertrag sofort verlängern.“ Nur. Er müsse ja auch leben. Also: Die doppelte Miethöhe müsse künftig schon drin sein. Strom extra, versteht sich. „Ist das ok für dich?“, fragt er strahlend. Leider ist es das nicht. Leider gibt es auch keinen Mieterbund hier. Aber zum Glück jede Menge freier Wohnungen in allen Strandorten, sobald die Regenzeit eingesetzt hat: Wer will dann schon noch an den Strand.


Ein neues potentielles Zuhause ist in wenigen Tagen gefunden. Angesichts des eingebrochenen Winters läßt sich Dona Fátima sogar um 15 Prozent runterhandeln. Und zwei Doppelschichten Streichen und sieben Farbeimer später sieht die Wohnung tatsächlich nach einem potentiellen Zuhause aus. Das beeindruckt Dona Fatima so, dass sie schuldbewusst meint: „Eigentlich müßte ich dieses häßliche Waschbecken in der Küche dringend auswechseln.“ Jaja, denke ich, kenne ich schon, habe ich alles schon gehört. Haus winterfest machen, Garten einzäunen, hat der letzte Vermieter auch erzählt. „Und für diese Badezimmertür müßte ich neue Farbe kaufen“, überlegt Fátima weiter. Ich lasse sie reden. Ich habe andere Sorgen.


Der Ort hier ist ziemlich klein. So klein, daß es keine Post, keine Apotheke und keine Bank gibt. So klein auch, daß es keinen Umzugslaster gibt. Deswegen habe ich im Nachbarort einen bestellt, schon vor Tagen. Als ich telefonisch den Termin bestätigen will, sagt der Mann: „Alles klar. Aber es regnet ziemlich viel. Der Schlamm, du weißt schon. Da muß ich ein bißchen mehr berechnen.“ Zwölf Stunden vor dem Umzug stapfe ich in der Abenddämmerung durchs Dorf auf der Suche nach Alternativen. Finde kleine Karren, mit denen mein Kram in einem Dutzend Fuhren noch nicht transportiert wäre. Und schließlich schon im Dunkeln den schmucken weißen Mini-Laster von Seu Chico.


Seu Chico hat einen Zweitwohnsitz mit Zweitfrau im Dorf und gerade seinen freien Tag. In einer Stunde sei er zu sprechen, erklärt die Zweite mit verwühltem Haar am offenen Fenster. In einer halben Stunde zähen (und teuren: am Handy!) Handelns drücke ich Seu Chico bis auf den Preis des Wagens aus dem Nachbarort. Jetzt fehlen nur noch die Möbelpacker. Arbeitslose Jungs gibt es genug. Drei davon versprechen freudig: sie sind morgen um acht vor meinem Haus.


Pünktlich um acht steht Seu Chico mit seinem Lkw vor meinem Haus. Keine Jungs. Die Spontanauswahl ist gering. Lese ein paar schlaftrunkene Gestalten aus der Strandkneipe auf, die sich mehr mitziehen lassen, als daß sie freiwillig kommen. Stelle mich taktisch in den Weg, damit sie beim Anblick der Massivholzmöbel nicht gleich wieder fliehen.


Sie fliehen nicht. Nicht mal, als sich herausstellt, daß Seu Chico nicht bis an Fátimas Haus fahren kann und wir alles die letzten hundert Meter den Berg hinauf tragen müssen. Bei strahlendem Sonnenschein und über 30 Grad. Am eifrigsten schleppt Fatimas 14jährige Tochter. „Ph“, sagt sie jedes Mal, wenn einer der Jungs ihr ein schweres Teil abnehmen will. Zwischendurch holt sie kühles Wasser für uns aus allen Nachbarhaushalten.


Irgendwann sind wir tatsächlich fertig. Mittags sitze ich allein zwischen Kisten, draussen entladen sich gewaltige schwarze Wolken, und es regnet nirgends rein. Dann bemerke ich: Fátima hat ein neues Waschbecken einbauen lassen. Darauf steht die Dose Farbe für die Badezimmertür.
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Beitragvon HRBR » Mi 21. Mär 2007, 07:01

Also einen Mieterbund gibt es schon, habe aber im Moment auch keine Adresse in Fortaleza zu Hand.
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Beitragvon Cuco » Do 22. Mär 2007, 08:39

@mikelo

=D> =D> =D>
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Beitragvon Claudio » Do 22. Mär 2007, 13:06

Cuco hat geschrieben:@mikelo

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Beitragvon Cuco » Do 22. Mär 2007, 13:16

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ahh...da gibt´s noch mehr von...

Danke

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Beitragvon Anna82 » Mo 16. Apr 2007, 23:41

Ah Mikelo,

es ist so traurig und doch hab ich so gelacht, als ich deinen Beitrag gelesen hab..... :)

Ja, ja, umziehen ist etwas, daß man sich in Brasilien GANZ GENAU überlegen oder prinzipiell einfach vermeiden sollte.

Hab grade die Erfahrung gemacht und ich sag nur "NIE WIEDER!"

Nur eins war klasse, unser alter Vermieter hat sich einen Dreck um alles geschert und somit brauchten wir nicht mal irgendeine Vertragsstrafe zahlen, weil wir vor Ablauf ausgezogen sind, oder uns um die anteilige IPTU streiten (er zahlt sie nämlich eh nicht), das gleiche mit Condominio und evtl. Reparaturen nach Auszug.

Also RAUS kamen wir leicht... aber REIN in die neue Wohnung... was ein Stück harter 8und vor allem teurer) Arbeit!

Zuerst einmal "Wie finde ich eine neue Bleibe in Brasilien?"
Wir haben in Sao Paulo gewohnt und wollten nach Piracicaba. Zuerst einmal mußten wir also viele Tage opfern, um in Pira von einer Imobiliaria zur nächsten zu rennen und uns Häuser und Apartments anzusehen.

An Angeboten mangelt es glücklichereise nicht, aber wenn man Vorstellungen bezgl. Lage, Infrastruktur und vor allem Preis hat, fallen dann doch schon viele weg.

Gut, aber etwas passendes kann man schon finden.

Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, daß es damit getan wäre....

Für alle, die Neulinge in diesem Thema sind: Erneut trifft man in Brasilien auf einen Bürokratiedschungel, wenn man eine Wohnung mieten will.

1) Jemand, der eine Art "Schufa-Eintrag" auf seiner CPF hat, kann schon mal NICHT als Mieter in Frage kommen.
Mein Mann hat da unberechtigterweise einen Eintrag und so wurden wir von der ersten Imobiliaria schon gleich abgelehnt.

2) Wenn man verheiratet ist, trifft diese "schmutzige" CPF auch den Lebenspartner.... also zweiter gescheiterter Versuch, die Wohnung auf meinen Namen zu nehmen, aber anzugeben, daß wir verheiratet sind...

-> Lösung: (wie immer) lügen! Beim dritten Versuch haben wir also angegeben, daß die Wohnung nur für mich sei, wir seien ein Paar, aber nicht verheiratet und würden auch nicht zusammen wohnen :P......

3) Der zukünftige Mieter muß sich durchleuchten lassen. Kopien von CPF, Passport, Protocolo, Carteira de Trabalho, Arbeitsvertrag, Lohnnachweise usw usf
Ich, z.Z. ohne Job, durfte also wieder jeitinhomäßig ein paar Sachen.... ja, FÄLSCHEN........

Merke: Auch jemand ohne Arbeit kann keine Wohnung mieten... (Alternative: unter der Brücke? Favela?)

4) Es reicht nicht, daß der zukünftige Mieter ein Einkommen hat; es muß auch noch ein Bürge her. Ein Bürge kann aber nur sein, wer auch eine saubere CPF, einen Job, gutes Gehalt und min. eine Immobilie sein eigen nennt. In userem Fall sollte er sogar 2 haben...... denn laut Gesetz kann im Fall der Fälle das Eigentum, in dem man wohnt, nicht angetastet werden.
Nun finde sich mal diese Traumperson hier in Brasilien und sei dann auch noch bereit, sein Hab und Gut auf´s Spiel zu setzen...

Und wieder (ich geb´s ja ungern zu, aber...) mußten die Unterlagen von mehreren Personen in einer vereint werden :lol:

Nun war die Vermieterin aber wohl auch schon leicht verzweifelt, jedenfalls ging alles durch, Vertrag wurde unterschrieben und der umzug stand vor der Tür.

Gleiches Problem wie bei mikelo: Woher die Leute kriegen, die beim Umzug helfen? Eine professionalle Firma engagieren sprengt jedes Budget, das fiel also schon mal aus.
In Sao Paulo auf der Straße warten die Truckis aber an bestimmten Orten, man spricht sie einfach an und verhandelt den Preis.

So haben wir auch jemanden gefunden, der unseren kleinen Haushalt für 650,- R$ von A nach B mit 2 Hilfskräften bringen würde.

8 Uhr verabredet, 9 Uhr war noch nichts von ihnen zu sehen.... 9:30 ging dann los.

Nun muß ich den armen Männern zugute halten, daß es wirklich eine Schei*arbeit ist, Möbel zu schleppen und das bei der Hitze usw.
Aber es fehlt auchjegliche Vorsicht oder Überlegung, einige Teile vielleicht abzupuffern oder einzuwickeln, oder, oder, oder...

Alles wurde mehr oder weniger in den Truck gepfeffert und los gings.

Im neuen Zuhause stehen jetzt also mehrere angeschlagenen Möbelstücke - das hab ich nur hingenommen, weil ich so glücklich war, aus Sao Paulo raus zu sein...

Nun noch der letzte Punkt:
5) "Umziehen" heißt nicht nur, diese Zeit bis zum tatsächlichen Tag des Umzugs durchzustehen. Es hört auch danach nie auf :P
Man bedenke all den Trouble, den man hat, wenn man u.a. Telefon, Internet und Kabelfernsehen ummelden will - das geht hier nicht so einfach.
Weiterhin kann es ja auch passieren, daß man nicht gerade in einen nagelneuen Palast zieht, sondern - wie ich - in ein älteres Gebäude, bei dem sich die Mängel so nach und nach offenbaren.

Heute ist gerade die Spüle in der Küche zu Boden gekracht und hat die ganze Küche überschwemmt.... und nun wird sich bis auf weiteres mit der Besitzerin gestritten, wer das denn nun wieder bezahlen soll?...

Also, "Gott sei Dank bin ich umgezogen!" und "Verdammt, warum bin ich bloß umgezogen?" halten sich noch die Waage... Mal sehen, wie ich mich morgen fühle.

Gute Nacht!

Anna
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a maioria das pessoas apenas existe.

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Beitragvon mikelo » Mo 16. Apr 2007, 23:52

Anna82 hat geschrieben:Ah Mikelo,

es ist so traurig und doch hab ich so gelacht, als ich deinen Beitrag gelesen hab..... :)

Ja, ja, umziehen ist etwas, daß man sich in Brasilien GANZ GENAU überlegen oder prinzipiell einfach vermeiden sollte.

Hab grade die Erfahrung gemacht und ich sag nur "NIE WIEDER!"

Nur eins war klasse, unser alter Vermieter hat sich einen Dreck um alles geschert und somit brauchten wir nicht mal irgendeine Vertragsstrafe zahlen, weil wir vor Ablauf ausgezogen sind, oder uns um die anteilige IPTU streiten (er zahlt sie nämlich eh nicht), das gleiche mit Condominio und evtl. Reparaturen nach Auszug.

Also RAUS kamen wir leicht... aber REIN in die neue Wohnung... was ein Stück harter 8und vor allem teurer) Arbeit!

Zuerst einmal "Wie finde ich eine neue Bleibe in Brasilien?"
Wir haben in Sao Paulo gewohnt und wollten nach Piracicaba. Zuerst einmal mußten wir also viele Tage opfern, um in Pira von einer Imobiliaria zur nächsten zu rennen und uns Häuser und Apartments anzusehen.

An Angeboten mangelt es glücklichereise nicht, aber wenn man Vorstellungen bezgl. Lage, Infrastruktur und vor allem Preis hat, fallen dann doch schon viele weg.

Gut, aber etwas passendes kann man schon finden.

Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, daß es damit getan wäre....

Für alle, die Neulinge in diesem Thema sind: Erneut trifft man in Brasilien auf einen Bürokratiedschungel, wenn man eine Wohnung mieten will.

1) Jemand, der eine Art "Schufa-Eintrag" auf seiner CPF hat, kann schon mal NICHT als Mieter in Frage kommen.
Mein Mann hat da unberechtigterweise einen Eintrag und so wurden wir von der ersten Imobiliaria schon gleich abgelehnt.

2) Wenn man verheiratet ist, trifft diese "schmutzige" CPF auch den Lebenspartner.... also zweiter gescheiterter Versuch, die Wohnung auf meinen Namen zu nehmen, aber anzugeben, daß wir verheiratet sind...

-> Lösung: (wie immer) lügen! Beim dritten Versuch haben wir also angegeben, daß die Wohnung nur für mich sei, wir seien ein Paar, aber nicht verheiratet und würden auch nicht zusammen wohnen :P......

3) Der zukünftige Mieter muß sich durchleuchten lassen. Kopien von CPF, Passport, Protocolo, Carteira de Trabalho, Arbeitsvertrag, Lohnnachweise usw usf
Ich, z.Z. ohne Job, durfte also wieder jeitinhomäßig ein paar Sachen.... ja, FÄLSCHEN........

Merke: Auch jemand ohne Arbeit kann keine Wohnung mieten... (Alternative: unter der Brücke? Favela?)

4) Es reicht nicht, daß der zukünftige Mieter ein Einkommen hat; es muß auch noch ein Bürge her. Ein Bürge kann aber nur sein, wer auch eine saubere CPF, einen Job, gutes Gehalt und min. eine Immobilie sein eigen nennt. In userem Fall sollte er sogar 2 haben...... denn laut Gesetz kann im Fall der Fälle das Eigentum, in dem man wohnt, nicht angetastet werden.
Nun finde sich mal diese Traumperson hier in Brasilien und sei dann auch noch bereit, sein Hab und Gut auf´s Spiel zu setzen...

Und wieder (ich geb´s ja ungern zu, aber...) mußten die Unterlagen von mehreren Personen in einer vereint werden :lol:

Nun war die Vermieterin aber wohl auch schon leicht verzweifelt, jedenfalls ging alles durch, Vertrag wurde unterschrieben und der umzug stand vor der Tür.

Gleiches Problem wie bei mikelo: Woher die Leute kriegen, die beim Umzug helfen? Eine professionalle Firma engagieren sprengt jedes Budget, das fiel also schon mal aus.
In Sao Paulo auf der Straße warten die Truckis aber an bestimmten Orten, man spricht sie einfach an und verhandelt den Preis.

So haben wir auch jemanden gefunden, der unseren kleinen Haushalt für 650,- R$ von A nach B mit 2 Hilfskräften bringen würde.

8 Uhr verabredet, 9 Uhr war noch nichts von ihnen zu sehen.... 9:30 ging dann los.

Nun muß ich den armen Männern zugute halten, daß es wirklich eine Schei*arbeit ist, Möbel zu schleppen und das bei der Hitze usw.
Aber es fehlt auchjegliche Vorsicht oder Überlegung, einige Teile vielleicht abzupuffern oder einzuwickeln, oder, oder, oder...

Alles wurde mehr oder weniger in den Truck gepfeffert und los gings.

Im neuen Zuhause stehen jetzt also mehrere angeschlagenen Möbelstücke - das hab ich nur hingenommen, weil ich so glücklich war, aus Sao Paulo raus zu sein...

Nun noch der letzte Punkt:
5) "Umziehen" heißt nicht nur, diese Zeit bis zum tatsächlichen Tag des Umzugs durchzustehen. Es hört auch danach nie auf :P
Man bedenke all den Trouble, den man hat, wenn man u.a. Telefon, Internet und Kabelfernsehen ummelden will - das geht hier nicht so einfach.
Weiterhin kann es ja auch passieren, daß man nicht gerade in einen nagelneuen Palast zieht, sondern - wie ich - in ein älteres Gebäude, bei dem sich die Mängel so nach und nach offenbaren.

Heute ist gerade die Spüle in der Küche zu Boden gekracht und hat die ganze Küche überschwemmt.... und nun wird sich bis auf weiteres mit der Besitzerin gestritten, wer das denn nun wieder bezahlen soll?...

Also, "Gott sei Dank bin ich umgezogen!" und "Verdammt, warum bin ich bloß umgezogen?" halten sich noch die Waage... Mal sehen, wie ich mich morgen fühle.

Gute Nacht!
Anna

oi anna,
den beitrag---siehe link--- habe ich fuer das forum uebernommen, ist also nicht von mir. kann aber einiges bestaetigen. kommt aber darauf an wo du wohnst. ich habe hier in fortaleza ein haus---und eines in parnaiba.
als ich 2 wohnungen in diesen haeusern vermietet habe---war mir die cpf eigentlich vollkommen egal. habe mir die leute nach anderen kriterien ausgesucht. ( arbeitsplatz, seriositaet, etc.) hatte noch nie ein problem mit meiner miete--zumindest nicht in dem sinne, den die mieter zu verantworten haben.
als ich hier ankam--und erst mal zur miete gewohnt habe, kann ich deine erlebnisse nur bestaetigung(umzug etc.)
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Beitragvon Anna82 » Di 17. Apr 2007, 00:00

Opsala, da war ja ein Link ;) Sorry!

Ja, wenn ich Vermieter wäre, würde ich das auch alles ganz anders machen und ich denke, auch unsere jetztige Vermieterin hätte sich nicht so gehabt, wenn sie mal mit uns persönlich gesprochen hätte.
Aber das läuft alles nur über die Imobiliaria, und da sind die total engstirnig...

Was mich eben am meisten ärgert, ist, daß man so in die Illegalität gezwungen wird (Dokumente selber "erstellen" usw), denn ohne das wären wir noch nicht umgezogen...

Aber es scheint ja jeder zu machen und jeder zu akzeptieren... traurig, traurig....
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Re: Der Regen, der Umzug und allerlei Versprechen

Beitragvon Elsass » Sa 31. Dez 2011, 07:27

Meine Erfahrungen als Vermieter:
Auszuege kommen oft als Ueberaschungsaktionen .
Der Mieter hat was anderes gefunden und verschwindet jetzt moeglichst ohne Ankuendigung so schnell wie moeglich. Saeumige Mieten und Rechnungen von Coelba (Strom) und Embasa (Wasser) bleiben unbezahlt zurueck fuer den Vermieter. Wenn man Pech hat, ist auch das Innenleben der Wohnung zu Schaden gekommen. Ich denke das alles ist auch immer die Grundidee hinter einem Panik-Umzug.
Drohen oder Anzeigen, um noch an das restliche Geld zu kommen, nuetzt nichts. Oft kennt man den neuen Wohnort des Ex-Mieters sowieso nicht.
Im Extremfall kann eine Auseinandersetzung mit einem Mieter sogar fatal enden.
Nicht selten wird die Pistole gezogen und wenn der Typ doido genug ist auch abgedrueckt. Der Sohn der Kraeuterfrau von der feira de Itapoa ist auf diese Weise ums Leben gekommen. Er hat nur einen saeumigen Mieter versucht, daran zu erinnern, dass er entweder zahlen oder ausziehen soll. Hat wohl den falschen Moment erwischt.

Ich vermiete seit einigen Jahren Appartments in Itapoa, Salvador
Was hilft ist eine fianca, das ist eine Kaution (in der Regel eine Monatsmiete), die wenigstens den Mietverlust in so einem Fall abdeckt. Wenn die Miete unter dem Marktpreis liegt, hilft das auch. Das bindet den Mieter.
Schlecht ist immer, wenn der Vermieter nicht anwesend ist. Dann zahlen die Mieter einfach nicht, auch wenn vereinbart war, die Miete auf ein Konto zu ueberweisen. Also mus man immer persoenlich abkassieren kommen. Besser ist man wohnt im Haus. Dann hat man die Fuehler immer ausgestreckt.
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