Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon Frankfurter » Sa 20. Okt 2012, 15:13

Bei der Wohnsitzverlegung nach Br. ist folgendes zu berücksichtigen, lt. einem mir vorliegendem Schreiben des Bundesversicherungsamtes: ( Kopie gern per PN )

.... Demzufolge würde bei einer Wohnsitzverlegung nach Brasilien Ihre. ggf. bestehende gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland mit dem Tag des Wohnsitzwechsels beendet werden

Ob sich dann ein Rentner eine Privatbehandlung einer neuen Hüfte, Herz und anderer "Ersatzteile" leisten kann, ist zumindest zweifelhaft.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon cabof » Sa 20. Okt 2012, 16:18

Ja Frankfurter, das ist das Problem. Deutsches Sicherheitsdenken. In meinem Falle handelt es sich um einen BR, der in Zukunft seinen
Lebensmittelpunkt wieder zu Hause nach Brasilien verlegen möchte. Da muß er abwarten was der Sozialvertrag für ihn bringen wird. Es ist
nicht von der Hand zu weisen, daß mit dem zunehmenden Alter sich auch Wehwechen einstellen und die sind nun mal in DE leichter und billiger zu finanzieren und zu beheben. Unsere Youngster im Forum träumen natürlich von einem Rentnerleben in Brasilien unter Palmen -
verständlich - habe ich auch mal geträumt. Heute könnte ich es mir auch leisten (vorstellen, bin Vorruheständler) - leisten "entre aspas" bei den Preisen dort - nö, da beschränke ich mich mal auf 1-2 Reisen pro Jahr. Mich hat die Realität eingeholt.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon moni2510 » Sa 20. Okt 2012, 20:58

youngster oder auch aeltere traeumen von gar nix mehr. Wir sind die dummen Zahler fuer den Moment und wenn wir mal alt sind, gibbets nix, aber auch gar nix, weder mit 65 noch 67 oder 70. So schauts aus, da hilft auch kein Sozialabkommen. Viel zuruecklegen ist auch nicht, dafuer zahlt man hier wie wie da zuviel in die kaputten Systeme... :roll:
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon Frankfurter » Fr 19. Apr 2013, 14:33

Mir heute zugegangene eMail:

in unserer E-Mail vom 19. Oktober des letzten Jahres hatten wir Ihnen zugesagt, Sie zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des Abkommens vom 3. Oktober 2009 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Föderativen Republik Brasilien über Soziale Sicherheit noch zu informieren.

Dem möchten wir heute gerne nachkommen.

Die für das In-Kraft-Treten des Abkommens maßgebenden der Ratifikationsurkunden sind am 6. März 2013 zwischen dem deutschen Botschafter und den brasilianischen Minister für Soziale Sicherheit in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia ausgetauscht worden. Nach Artikel 26 Absatz 2 des Abkommens kann dieses nun am 1. Mai 2013 in Kraft treten.

Sollten Sie noch Fragen oder Probleme hinsichtlich Ihrer Altersversorgung oder auch krankenversicherungsrechtlichen Absicherung haben, stehen wir Ihnen als Ansprechpartner auch künftig gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bundesversicherungsamt
Referat IV 4
Internationales Sozialversicherungsrecht
Friedrich-Ebert-Allee 38
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon MESSENGER08 » Sa 20. Apr 2013, 23:02

Frankfurter hat geschrieben:Bei der Wohnsitzverlegung nach Br. ist folgendes zu berücksichtigen, lt. einem mir vorliegendem Schreiben des Bundesversicherungsamtes: ( Kopie gern per PN )

.... Demzufolge würde bei einer Wohnsitzverlegung nach Brasilien Ihre. ggf. bestehende gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland mit dem Tag des Wohnsitzwechsels beendet werden

Ob sich dann ein Rentner eine Privatbehandlung einer neuen Hüfte, Herz und anderer "Ersatzteile" leisten kann, ist zumindest zweifelhaft.


Was nützt das ? Die GKV in Deutschland würde nur dann auch Behandlungen in Deutschland übernehmen wenn man weiter freiwillig die Mindesbeiträge in die GKV zahlt wenn man nicht in Deutschland ist, bzw. nicht versicherungspflichtig ist.
Nur weil man in Deutschland gemeldet ist, heisst das noch lange nicht das die GKV für die Krankenbehandlungen aufkommt, man muss versicherungspflichtig sein un Beiträge zahlen. Wer ohne Beschäftigung ist muss halt die freiwillige Midestversicherung zahlen.

Wer kann sich das leisten ???

Für den Mindestbeitrag in Deutschland kann man sicher schon eine sehr gute private KV in BRA abschliessen !

:cool:
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon cabof » Sa 20. Apr 2013, 23:22

Leute, mein Fall ist noch nicht ganz geklärt. Wir warten auf Antwort.

Was ich dazu beitragen kann: der Rentner, der die deutsche Rente im Ausland bezieht ( hier: nicht EU) hat keinen weiteren Anspruch
auf deutsche Sozialleistungen... diese Rente wird nur gewährt, wenn die Anmeldung resp. Abmeldung erfolgt. Nach dem jetzigen Wissensstand erhöht sich die Rente ins nicht EU Ausland um den Beitrag der KV und PV.

Alte Regelung: 30% weniger als Inlandsrente

Neue Regelung ab 1.5.2013 ca. 15% mehr als die Inlandsrente... ich schreibe dazu, sobald ich konkrete Antwort erfahre.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon BrasilJaneiro » So 21. Apr 2013, 05:37

Es gab mal einen Beitrag über die "ersten Mallorca-Rentner". Die hatten sich aus Unwissenheit aus Deutschland und der Krankenkasse abgemeldet und verloren dann durch Krankheit ihr komplettes Vermögen. Was blieb. Ein Altersheim für Arme. Der Fehler war, dass sie nicht gemeldet blieben und ihre KV Versicherungen bezahlten. Sonst hätten sie sich auch in Spanien untersuchen, behandeln und operieren lassen können. Oder einfach zurück nach Deutschland. Wer nicht über die finanziellen Mitteln einer privaten KV in Brasilien verfügt, der sollte diesen Strohhalm in Deutschland belassen.
Beste Geldquelle für Rentner:
Dauerauftrag vom Postbank Girokonto zu Postbank Sparcard. Mit der Sparcard bis zu 2000 €uro jeden Monat verfügen. Reicht doch aus. Da 10x kostenlos pro Jahr abgehoben werden kann habe ich nur zwei kostenpflichtige Auszahlungen, wenn ich monatlich mein Geld abhebe. Vom Visa-Geldautomaten dann in die Bank gehen und aufs brasilianische Konto einzahlen. Dann schön immer mit der Bankkarte bezahlen.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon cabof » Di 23. Apr 2013, 21:29

Subject: carta para o INSS
Date: Wed, 10 Apr 2013 18:48:02 +0200
Rua Felipe Schmididt , 331 ,10 andar.
sala 1002 - Centro
88010-000 Florianopolis - SC
Brasilien

E-Maill apsai.florianopolis@previdencia.gov.br

Internete www.previdenciasocial.gov.br

Instituto Nacional do Seguro Social (INSS)

das ist die Adresse für Residents in Brasilien wenn man Fragen hat - die antworten schnell! Deutsche, rein deutsche Rentenfragen werden dort aber nicht beantwortet.
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon Alexsander » Mi 24. Apr 2013, 08:14

Hi,

die deutsche GKV erlischt beim Wegzug ins Ausland (Drittländer) mit Abmeldung. Deutschland hat aber eine Versicherungspflicht. Meldet man sich wieder an, muss man KV-versichert sein. Das läuft dann notfalls über die Grundsicherung (wenn kein Einkommen/Vermögen da ist). Den Fall hatten wir gerade bei einem Bekannten. Er wohnt schon 25 Jahre in Brasilien und hatte Blasenkrebs (Es bestand kein Bezug mehr zum deutschen Sozialsystem, kein Wohnsitz usw.). In Deutschland wurde er angemeldet, dann bei der AOK registriert und die OP wurde sofort bezahlt. Einen Monat später ist er wieder zurück.
Dies ist zumindest im Moment gesetzlich so geregelt. Als deutscher Auslandsrenter-Rückkehrer ist das dann noch einfacher. Die alte GKV lebt wieder auf.
Bei Privatversicherten ist sicherlich über eine Anwartschaftsversicherung nachzudenken wenn man Deutschland endgültig verlässt.
Was die Zukunft hier bringt kann natürlich niemand sagen.

Hier nochmal ein Überblick:

www.welt.de/finanzen/altersvorsorge/article113325447/Deutsche-fliehen-mit-ihrer-Rente-ins-Ausland.html
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Re: Deutsch - Brasilianisches Sozialabkommen

Beitragvon frankieb66 » Mi 24. Apr 2013, 22:17

Alexsander hat geschrieben: Das läuft dann notfalls über die Grundsicherung (wenn kein Einkommen/Vermögen da ist). Den Fall hatten wir gerade bei einem Bekannten.

Soweit mir bekannt greift diese Regelung (Aufnahmepflicht durch eine GKV) nur bis zum 55. Lebensjahr.
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