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Oi MF
Wie ich geschrieben habe, mache ich das ja grade mit. Studentin der UFMG in BH, erst mal Sprachkurs hier, dann Studienreife (dafür hat man 2 Jahre Zeit) und dann noch ein bisschen Studium bis wir dann wieder zurück nach Brasilien gehen.
Es ist sehr schwer, trotz englisch und französisch, das sie in B in der Schule belegt hatte fehlt ihr hier jede Sprachpraxis. Sie hatte wenigstens in B schon einen Monat Intensiv-Einzelunterricht, was ihr ein wenig geholfen hat. Aber privat sprechen wir bald nur Portugiesisch, außer zu Übungszwecken.
Hier ist sie mit 20 anderen Schülern (Nationalitäten hatte ich ja schon geschildert) in einer Intensiv-Klasse. Natürlich spricht der Lehrer kein portugiesisch (kein thailändisch, singalesisch, Farsi oder ukrainisch). Das ist schwer am Anfang, aber so war es bei mir in der Schule als Dötzchen auch. Mein Englisch-Lehrer sprach kein Wort deutsch mit uns.
Meine Freundin ist aufgrund ihrer Vorbildung und Disziplin sicher die beste Schülerin im Kurs, die anderen kompensieren das, weil sie schon teilweise Jahre in D leben und erst jetzt mit Unterricht anfangen. Aber nach 2 Monaten hier spricht meine Freundin auch mit andere Deutsch, wenn es sein muss und ich nicht dabei bin.
Zum Glück ist sie den ganzen Tag in der Schule, nachmittags komme ich früh nach hause und dadurch machen wir viel zusammen. Alleine hätte sie zuviel Angst, ist halt ihr erster Auslandsaufenthalt überhaupt.
Und sie leidet, jetzt ist das Wetter ja wieder normal, 23°C, morgens kühler - und sie friert.
Trotz aller Liebe, das Heimweh nach der Familie, nach Brasilien, nach dem Leben dort ist da, auch wenn sie es bekämpft. Und sie gibt sich wirklich Mühe, andere weinen jeden Tag..
Wir reisen viel herum, es ist immer was los, wir treffen viele Leute, nur wenige Brasilianerinnen (!), gehen auf viele Feste (deutsche). Aber wehe der Winter kommt, wo man mehr zuhause sitzt. Dann gehen wir erst mal nach Brasilien, zumindest für 6 Wochen Urlaub.
Sie mag Deutschland, schätzt die Sicherheit, den ÖPNV, die Sauberkeit, die freundlichen Menschen, die Ordnung. Und trotzdem, wenn ich nicht wäre, säße sie morgen wieder in Flugzeug (wenn denn die VARIG fliegen würde)
Es ist schwer für Sie und es fällt ihr nicht leicht - und von ihren Chancen, Herkunft, Bildung her sollte es nicht so schwer sein, ist es aber trotzdem.
Aber ich glaube, sie wird durchhalten.
Gruß
Manfred
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