Deutsche Presse oftmals daneben.

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Colono » Mi 25. Jun 2014, 16:13

Na also wird ja noch. =D>

Ausgeraubt zu werden, zumal mit Waffengewalt, gehört gewiss zu den unschöneren Dingen, die einem in den Großstädten Südamerikas widerfahren können. Und es mag sein, dass so etwas auch in Manaus vorkommt. Was der Reporter in seinem Bericht aber zu erwähnen vergaß: Den allermeisten Touristen passierte so etwas nicht. Im Gegenteil.


http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-stadt-manaus-abschied-aus-dem-dschungel-1.2014383
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Colono » Fr 27. Jun 2014, 12:08

Da ist endlich ein Outing:
http://www.tagesschau.de/kommentar/reibungslose-wm-100.html

Wahrscheinlich müssen wir Medien unsere Brasilien-Berichterstattung kritisch hinterfragen. Nach wie vor gilt häufig "nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten".


Doch wer kommt für den immensen persönlichen, wirtschaftlichen und politischen Schaden gegenüber der brasilianischen Bevölkerung auf, den man nun durch fahrlässige, übertriebene und durchaus absichtliche Falschnachrichten angerichtet hat? Viele Urlauber und WM Besucher sind aus Besorgnis gar nicht gekommen, haben abgesagt. Anleger brachten ihre Investments erst einmal in vermeidlich "sichere Häfen". An neue Investitionen wurde erst gar nicht gedacht. Brasilianer wurden im Ausland schon nicht mehr ernst genommen......

Erst gestern Abend wurde bei Globo im Abendjournal darüber ausgiebig berichtet.
Wut, hat die brasilianische Bevölkerung darauf schon länger. Wenn irgend etwas an der Schlechtigkeit der Brasilianer dran sein sollte, ausländische Presseeinrichtungen müssten das eigentlich als erstes zu spüren bekommen.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon zagaroma » Fr 27. Jun 2014, 14:01

Danke Colono, interessant, der letzte Absatz dieses Artikels rückt alles wieder ins Gleichgewicht:

"Die Kosten für die WM haben in den letzten vier Jahren weniger als 0,4 Prozent des brasilianischen Haushalts ausgemacht. Mit diesen insgesamt 8,5 Milliarden Euro verändert man die soziale Situation in Brasilien nicht wirklich. Und wenn sich jemand darüber beschweren darf - oder muss, dann sind das die Brasilianer selbst. Die gehen aber nicht demonstrieren, sondern feiern offensichtlich lieber die WM - und freuen sich, dass alles so reibungslos funktioniert."

Und plötzlich löst sich das ganze Drama in Wohlgefallen auf. :mrgreen:
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 27. Jun 2014, 15:48

Colono hat geschrieben:
Doch wer kommt für den immensen persönlichen, wirtschaftlichen und politischen Schaden gegenüber der brasilianischen Bevölkerung auf, den man nun durch fahrlässige, übertriebene und durchaus absichtliche Falschnachrichten angerichtet hat? Viele Urlauber und WM Besucher sind aus Besorgnis gar nicht gekommen, haben abgesagt. Anleger brachten ihre Investments erst einmal in vermeidlich "sichere Häfen". An neue Investitionen wurde erst gar nicht gedacht. Brasilianer wurden im Ausland schon nicht mehr ernst genommen......

Erst gestern Abend wurde bei Globo im Abendjournal darüber ausgiebig berichtet.
Wut, hat die brasilianische Bevölkerung darauf schon länger. Wenn irgend etwas an der Schlechtigkeit der Brasilianer dran sein sollte, ausländische Presseeinrichtungen müssten das eigentlich als erstes zu spüren bekommen.


Erst mal gut, dass alles so locker abläuft und alle Welt zufriden ist. Ich auch.

Wer kommt für den Schaden auf: klar, die brasilianische Presse und die Medien, wollen wir nicht vergessen, dass die internationale Presse nur ein Spiegelbild der nationalen Presse ist. Vielleicht kann man auch die Opposition verantwortlich machen, die ja die Probleme der WM bzw. deren Kosten und Fehlplanungen genüsslcih für ihren Wahlkampf ausnutzt, und dabei wohl die teilweise konservative Presse auf ihrer Seite hat.

Dazu hab ich meine Zweifel, dass da wirklich so alles klappt und die WM problemlos abläuft. Das sind Einzelschicksale und des ist derzeit nicht genehm, Negativ-Schlagzeilen zu veröffentlichen. Da müssen schon 100 Ausländer gemeinsam überfallen werden, oder zumindest 3 gleichzeitig erschossen werden. Nachrichten finden zudem teilweise gar nicht mehr statt, selbst bei Globo News um Mitternacht gibt es nur Fußball, Globo-Minas fällt wegen der TV-Übertragung aus oder bringt Fußball. Nach der WM wird man dann zum Alltag zurückfinden. Ich glaube nicht, dass die WM die real existierenden Probleme bei Infrastruktur, Gesundheitswesen, Bildung und Sicherheit gelöst hat. Die bleiben.

Ich glaube auch nicht, dass Investoren sich durch die schlechte Medienlage haben abschrecken lassen, das war wohl mehr anders herum. Erst sind die Investitionen aufgrund der schlechteren Wirtschaftslage zurückgegangen, dann wurde darüber berichtet.

Ach ja, eins gab's noch nach Mitternacht bei Globo: Der US-Dollar zum Real ist schwach, das gefährdet die Exporte erneut, die Wirtschafts-Wachstums-Prognose wurde nochmal kräftig zurück genommen und die Inflation wird die von der Regierung angestrebte Höchstgrenze jetzt erreichen und wahrscheinlich überschreiten. Die neuen schlechten Arbeitsmarktzahlen sind zum Glück nicht relevant, da die IBGE streikt. Ach ja, die Anklage wegen Korruption gegen einen hohen Politiker wurde eingestellt (archiviert).

Und wenn man die Wahlsendungen der Opposition zuhört, ist das Land am Abgrund, aber wer glaubt das schon zu WM Zeiten, solange Brasilien noch im Rennen ist. (ich auch nicht)

Aber egal, freuen wir uns, dass wir derzeit bezüglich schlechter Nachrichten über Brasilien eine Atempause haben.
Wobei, um auf das Grundthema zurück zu kommen. Ich sehe immer noch nicht, wo die deutsche Presse oftmals daneben lag. Klar, ein paar Sachen waren plakativ übertrieben (Tod oder Spiele)aber wir haben nun mal 50.000 Morde im Jahr und viele Projekte in Zusammenhang mit der WM sind nicht fertig geworden (unser Flughafen, BRT Linie 3 in Belo, die Metro in Cuiaba, die Metro in Manaus nicht mal angefangen und zig andere Planungen oder Versprechen auch nicht)

Gruß
Trem Mineiro

@Zagaroma
Schön, solche Statistik-Zahlen. 0,4 % sind nix. Nur besteht ein Haushalt in der Regel aus Pflichtausgaben, die 90 % des Haushaltes ausmachen, Geld das man ausgibt um den Laden am Laufen zu halten (Gehälter, Kosten für Politiker. Militär, Erhaltung von Straßen etc.)Die wirkliche Manövriermasse für neue Maßnahmen ist sehr gering.

Wenn man z.B. im Haushalt 3 % für Bildung vorgesehen hat, dann sehen die 0,4 % schon ganz anders aus, dann wären das eine Steigerung der Bildungsausgaben von 13 %. (hab jetzt mal die große Versprechen der Pre-Sal Einkünfte außen vor gelassen) Also bitte nicht von Statistik-Zahlen einlullen lassen. Mit 8 oder in Wirklichkeit wohl 12-14 Mrd. Reais hätte man schon was machen können, und Olympia kommt ja noch. In Wirklichkeit hätte man mit dem Geld wohl aber wohl nichts erreicht, weil das Geld grade im Schul- und Gesundheitsbereich in ominösen Taschen verschwunden wäre.(Aber so was darf man ja während der WM nicht sagen)
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon BrasilJaneiro » Fr 27. Jun 2014, 18:16

zagaroma hat geschrieben:Danke Colono, interessant, der letzte Absatz dieses Artikels rückt alles wieder ins Gleichgewicht:

"Die Kosten für die WM haben in den letzten vier Jahren weniger als 0,4 Prozent des brasilianischen Haushalts ausgemacht. Mit diesen insgesamt 8,5 Milliarden Euro verändert man die soziale Situation in Brasilien nicht wirklich. Und wenn sich jemand darüber beschweren darf - oder muss, dann sind das die Brasilianer selbst. Die gehen aber nicht demonstrieren, sondern feiern offensichtlich lieber die WM - und freuen sich, dass alles so reibungslos funktioniert."

Und plötzlich löst sich das ganze Drama in Wohlgefallen auf. :mrgreen:


Es ist alles eine populistische dumme Aussage. Ohne die WM wäre wahrscheinlich noch weniger Investitionen geflossen. Die WM ist gut für Brasilien. Die WM wird den Spitzenfußball in Brasilien noch professionelle machen. Die Séria A wird sehr davon profitieren. Die Frage hier ist eher, ob die Verantwortlichen in den Vereinen das Geld der VIP-Zahler auch gut investieren oder ob dieses Geld versickern wird.
Diskutieren kann man, ob grundsätzlich eine WM in einen "unsicheren" Land durchgeführt werden muss. Aber die FIFA hat keine andere Möglichkeiten bei ihren Forderungen. Sie kann dies nur noch in korrupten Ländern und Diktaturen durchführen. Deshalb auch Südafrika, Rußland und Katar. Es steht auch die Frage im Raum, ob wir wirklich in allen Ländern die WM zur Perfektion machen wollen und Fußball-Stadien nur nach den Willen der FIFA aussehen dürfen oder ob nicht Länder wie auch Brasilien ihre landesübliche Eigentümlichkeit haben und schon vorher mit genügend Stadien (Brasilien verfügte vor der WM über 5 Stadien mit mehr als 100.000) ausgestattet waren.
Man hätte statt Manaus und Cuiabá das Morumbi-Stadion, das Castelão in São Luís oder auch das zweite Stadion in Porto Alegre (Estádio Olímpico Monumental) nutzen können.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon cabof » Sa 28. Jun 2014, 07:20

Jau Trem, bom dia ... picke mir mal den Satz raus... der Dollar ist schwach - und später ist der Dollar mal wieder stark - welcher Kurs
würde denn ALLE zufriedenstellen? Wenn man Qualitätsprodukte herstellt und exportiert kann man auch entsprechende Preise verlangen,
siehe DE - mal boomt es und mal "knatschen" die Exporteure weil es einen Einbruch von 1-2% gibt - Drama. Und die Millionen die man vorher verdient hat... schon vergessen und verbraten. (PS, da gibt es noch unseren Kurs um einen preiswerten BR Urlaub zu genießen, der
läge wohl so bei 5 R$ zum €)
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Elsass » Sa 28. Jun 2014, 17:42

Die FR hat einen ganz netten blog aus Santo André, macht Spass den zu lesen. Scheimt alles in Butter zu sein im Campo Bahia und drumherum.

http://www.blog-g.de
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