Deutsche Presse oftmals daneben.

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Cheesytom » Sa 31. Mai 2014, 02:08

Colono hat geschrieben:Heute hat ein Brasilienversteher der angeblich die brasilianische Polizei erforscht und in Hamburg wohnt der "Die ZEIT" die brasilianische Polizei erklärt.


Kannst Du den Link noch nachreichen. Ich würde gerne lesen und dort auch kommentieren.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 31. Mai 2014, 07:37

Colono hat geschrieben:In letzter Zeit ist man im Ausland um die Sicherheit bei der WM in Brasilien mehr als besorgt.

Und nun das:

"Gnadenlos: Armee greift in Brasilien durch" :shock:

http://www.focus.de/sport/wm-2014/wm-land-fuerchtet-frust-krawalle-57-000-soldaten-100-000-polizisten-und-radar-jets-so-macht-brasilien-die-wm-sicher_id_3880285.html


Oder das:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article128479666/Der-Kinderstrich-boomt-im-Schatten-der-Fussball-WM.html
Wer in Brasilien lebt, weiss ganz genau was man heutzutage mit jemand macht den man dabei erwischt.



Gehts noch?



Warum die ganze Aufregung? In 6 Wochen ist der Spuk vorbei. Staatsmänner -und frauen, FIFA Deligierte und Fußballer werden von einer Traum-WM sprechen und alle insbesondere der Weltmeister glücklich sein. Mehr nicht.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Brazil53 » Sa 31. Mai 2014, 08:18

Cheesytom hat geschrieben:
Colono hat geschrieben:Heute hat ein Brasilienversteher der angeblich die brasilianische Polizei erforscht und in Hamburg wohnt der "Die ZEIT" die brasilianische Polizei erklärt.


Kannst Du den Link noch nachreichen. Ich würde gerne lesen und dort auch kommentieren.


Hier ist der Presseartikel:

Fußballfans sollten aber mit dem Anblick von Polizisten mit Stahlhelmen und Maschinenpistolen in den Innenstädten und vor den Stadien rechnen. Das sogenannte Schockbataillon von Rio de Janeiro, ein Spezialkommando, das für Ausschreitungen bei Demonstrationen zuständig ist, sieht Robocops ähnlich, inklusive reptilienartiger Panzer am Körper und Gasmasken vor dem Gesicht.
:mrgreen:

http://www.zeit.de/sport/2014-05/brasilien-polizei-gewalt-wm
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Trem Mineiro » Sa 31. Mai 2014, 10:13

Colono hat geschrieben:Heute hat ein Brasilienversteher der angeblich die brasilianische Polizei erforscht und in Hamburg wohnt der "Die ZEIT" die brasilianische Polizei erklärt.

[color=#0000FF]Absoluter Quatsch, ob der überhaupt eine Ahnung hat was er da von sich gibt?


Erst mal Danke für die Einstellung des Links, so kann man sich dann selber ein Bild machen.

Und das "Absoluter Quatsch" kann ich nur für 2-3 Detailaussagen vergeben. Der Artikel insgesamt spiegelt schon die allgemeine Situation der Polizei und ihr Verhältnis zu den Kriminellen und der Bevölkerung wieder. Da steht ansonsten nichts, was ich nicht auch so sehe (wenn ich die Informationen zu denen ich Zugang habe, Zeitungen, TV und Nachbarn/Kollegen) berücksichtige. Im Gegenteil, auch hier wird genaugenommen wieder abgewiegelt und Brasilien recht "tranquilo" behandelt.
Klar, wäre schön, wenn so manche Details wie "Polizei räumt Favelas" genauer recherchiert wären, aber die schreiben ja nicht für uns "Informierte" sondern für die Massen in Deutschland, da kommt es nicht ganz so drauf an.

Gruß
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Admin » Sa 31. Mai 2014, 15:32

Der Zeit-Artikel ist durchaus realistisch. Ich finde den keineswegs übertrieben und unsachgemäß. Bei manchen Dingen ist ja selbst hier die Sichtweise je nach politischer Überzeugung umstritten ...

Und laut Definition ist der Terminus "paramilitär" für die Militärpolizei durchaus anwendbar ...

Und beim Confed-Cup-Finale im Rio konnte ich unter anderem das fotografieren:
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Berlincopa » Sa 31. Mai 2014, 20:37

Colono hat geschrieben:
Trem Mineiro hat geschrieben:Die deutsche Presse ist ja nicht mit 20 Korrespondenten in Brasilien vertreten sonder kopiert letztendlich das, was man so in der Brasilianischen Presse ließt oder im Fernsehen geboten bekommt.

Bravo Trem,

da hast du´s haargenau getroffen. Viele unserer Schreiberlinge versorgen sich mit Informationen oft nur über die Sozial-Networks. Da werden teilweise nur ins Internet gestellte Videos angeschaut. Oft verstehen sie die Gíria nicht genau.
Um brasilianische Zeitungen korrekt zu lesen, reicht es oft bei vielen noch nicht. Man verlässt sich da zu sehr auf den Google-Übersetzer bzw. hat seine traditionellen Klischees.

Ich selber schaue nun seit zwölf Jahren täglich Nachrichten im Fernsehen und lese Zeitung, man stumpft da schon irgendwie etwas ab. Da hat unser Trem manchmal recht.
Wenn mal was in die Luft geht oder es eine Schiesserei gibt, dann ist das fast jedesmal in RIO. Interessiert mich ehrlich gesagt heut zu Tage nicht mehr besonders. Ich fahr da genau so wenig hin wie nach Berlin. Zumindest gehts alle Jahre wieder in den Nordosten. Man lebt hier in Santa Catarina relativ in Ruhe gelassen und meiner Meinung nach etwas besser als in der "I.Welt". Einen Christo Retendor haben wir auch. Aber für unsere Brasilienreisenden scheint halt traditionell RIO der Mittelpunkt der Begierde zu sein. Ich war da auch schon mal. Nun gut, man ist ja auf der Welt um zu lernen.


Übrigens @Admin:
Deputado = Abgeordneter
Delegado = Polizeihauptkommisar


Natürlich sind die Deutsche Presse, das Fernsehen und viele halbstaaatliche Organisationen auch mit Personal in Brasilien vertreten; viele von ihnen berichten durchaus objektiv und wahrheitsgemäß, was man von einigen Journalisten-Bashern hier im Forum nicht unbedingt behaupten kann. Aber es liegt ja wohl in der Natur der Sache, daß sie eher über das adrenalingesättigte Rio berichten (wollen) als über "langweilige" (weil relativ problemlose) Kleinstädte im Süden. Auch die brasilianischen Reporter in Deutschland focussieren sich eher auf Berlin, Hamburg, München als auf Bielefeld oder Fürstenfeldbruck. So oder so bekommt man also immer einen etwas verzerrten Einblick in die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Colono » Sa 31. Mai 2014, 21:56

Admin hat geschrieben:Der Zeit-Artikel ist durchaus realistisch. Ich finde den keineswegs übertrieben und unsachgemäß. Bei manchen Dingen ist ja selbst hier die Sichtweise je nach politischer Überzeugung umstritten ...

Und laut Definition ist der Terminus "paramilitär" für die Militärpolizei durchaus anwendbar ...

Und beim Confed-Cup-Finale im Rio konnte ich unter anderem das fotografieren:ment]

Es geht hier aber um die Bundespolizei, bekannt als Policia Federal.
Jemand der Polizei studiert ? sollte sich da schon auskennen.
Ich verstehe nicht ganz dein Motiv da zu beschwichtigen.

@Allgemeinheit
Ansonsten finde ich den Artikel der Zeit unterste Schiene. Ich habe es deshalb bewusst vermieden da zu verlinken.

Ich lebe nun schon mehr als ein Jahrzehnt hier in BR habe von Nordost nach Süd bzw. West mit dem Auto durchquert und machte überwiegend bis auf einmal (ALs gibt es überall) nur gute Erfahrungen mit der brasilianischen Polizei. Die meisten Beamten der unterschiedlichen Kategorien waren zurückhaltend, diskret und hilfsbereit. Du wirst hier in Brasilien im Normalfall von der Polizei kaum behelligt. Personenkontrollen gibt es meist nur im Grenzgebiet. Dass jemand hier mit dem Auto verfolgt und beim Wort genommen herausgezogen wird,ist unwahrscheinlich. Also für welchen Personenkreis soll der Bericht in der Zeit denn eigentlich gut sein? Möglichetweise für jemand der in einer Favela wohnt oder damit zu tun hat. Ich geh da nicht nochmal rein, muss wirklich nicht mehr sein.

Als Brasilien die WM bekam hat jeder gemeint "aber die Favelas da muss man was tun damit den Gringos nichts passiert. Nun, man hat was getan und sogar das Millitär mit eingesetzt, was den Brasilianern aus historischen Gründen höchst zuwieder war. Wer die Cocada (Kokusnusswerfer bzw. Vandalos, Banditen) kennt, ist sich im klaren dass Einsätze im undurchsichtigen Favelagebiet ohne Kolateralschäden oft nicht möglich sind. Die Polizisten bzw. Soldaten müssen da schliesslich um ihr Leben fürchten. Ich möchte das nicht machen und habe dafür Verständnis wenn man da nicht zaghaft ist. Wenn man den Durchschnitts-Brasilianer fragt was er von Gewaltbetreiten Favelabewohnern hält, bekommt man meist Ronaldos Spruch zu hören. "Mete Caçete em eles". Man sollte diese Gíria deshalb nicht überbewerten. Vergleiche ich nun den guten Job den die brasilianische Armee in Haiti geleistet hat mit dem was da in Afganistan abgeht, dann hüte man sich einmal vor einem Bundeswehreinsatz im eigenen Land.

Mich würde mal die persönlichen Erfahrungen anderer Forumsteilnehmer mit brasilianischen Soldaten und Ordnungshütern in der letzten Zeit interessieren.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon cabof » Sa 31. Mai 2014, 22:12

Colono: Du zitierst die Bundeswehr.... was aus dieser werden soll?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-will-bundeswehr-familienfreundlicher-machen-a-943066.html

Im Verteidigungsfall gibt es dann noch den 8-Stunden-Tag, dann ist erst einmal Feierabend - und morgen schiessen wir weiter.

Das war der größte Schwachsinn, BW auf Freiwillige zu bauen - das wäre das richtige Instrument für die "gestrauchelten" Jugendlichen
die weder mit Schule noch mit Lehre/Arbeit was am Hut haben, dort - wie in alten Zeiten - die Kadetten mal so richtig geschliffen werden und sich an einem geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. :riding:
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Itacare » Sa 31. Mai 2014, 23:58

Berlincopa hat geschrieben:
Aber es liegt ja wohl in der Natur der Sache, daß sie eher über das adrenalingesättigte Rio berichten (wollen) als über "langweilige" (weil relativ problemlose) Kleinstädte im Süden.


Der Süden - o.k.
Aber ich empfehle Dir mal die Kleinstädte im Nordosten. Bring den Sarg besser selber mit, dann verrottest Du nicht im Straßengraben.
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Re: Deutsche Presse oftmals daneben.

Beitragvon Itacare » So 1. Jun 2014, 00:03

cabof hat geschrieben:
Das war der größte Schwachsinn, BW auf Freiwillige zu bauen - das wäre das richtige Instrument für die "gestrauchelten" Jugendlichen
die weder mit Schule noch mit Lehre/Arbeit was am Hut haben, dort - wie in alten Zeiten - die Kadetten mal so richtig geschliffen werden und sich an einem geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. :riding:


Nö Cabof. Früher mussten die alles nehmen, heute bilden sie Spezialisten aus. Und einer von denen zerreißt mehr als hundert Unfreiwillige. Die Guten bekommt man nicht, wenn sie sich für einen Hungerlohn auch noch schleifen lassen sollen. Heute sind Denker gefragt, keine Befehlsempfänger.
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