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 Betreff des Beitrags: Deutscher Altkanzler für 15 Staaten
BeitragVerfasst: 21 Mai 2007 16:44 
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Geht es nach Helmut Schmidt sollen die G-8 - unter anderem mit den "Weltmächten" China und Indien - deutlich ausgeweitet werden


Wien - Der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat sich für eine Ausweitung der Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) auf etwa 15 Staaten ausgesprochen. "Es ist unmöglich, die globalisierte Wirtschaft in Abwesenheit von China, Indien, Brasilien und anderer wichtiger Akteure zu managen", sagte der Mitinitiator der G-7 am Montag bei der Eröffnung des 25. Plenarsitzung des Interaktionsrats (InterAction Council/IAC) in Wien.

Neben China, Indien und Brasilien sollten einer der Öl-Staaten wie Saudi-Arabien und mindestens ein größeres afrikanisches Land wie Südafrika oder Nigeria in die Gruppe einbezogen werden, sagte Schmidt, zweieinhalb Wochen vor dem G-8-Gipfel im deutschen Heiligendamm. Gleiches gelte für Indonesien und Mexiko; er denke auch an die EU. G-15 seien flexibel genug, um wirkliche Diskussionen zu führen und klein genug, um zu Ergebnissen zu kommen. Den G-8 gehören die sieben größten Industrienationen USA, Japan und Kanada, die EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien (G-7) sowie Russland an.

Gleichzeitig forderte Schmidt dazu auf, China und Indien als Weltmächte anzuerkennen. Aufgrund ihrer Größe, Wirtschaftsmacht und dem politischen Einfluss, den sie ausüben könnten, müssten "diese beiden asiatischen Riesen" als solche erachtet werden, betonte der frühere SPD-Spitzenpolitiker in seiner rund eineinhalbstündigen Eröffnungsrede. "Die USA werden nicht die einzige Macht sein - je früher sie das verstehen, desto besser." Auch Russland gehöre zu den Weltmächten; die EU werde in absehbarer Zukunft nur als ökonomische Macht auf globaler Ebene agieren.

Globalisierung

Der anhaltenden Globalisierung der Wirtschaft könne man nicht aufhalten, daher müsse man sich auf die Folgen dieser Entwicklung einstellen, forderte Schmidt. Der ökonomische Boom, den die Welt derzeit erlebe, biete vielen Staaten gute Chancen - er werde aber nicht anhalten. Deshalb müssten die gegenwärtigen Chancen genutzt werden.

Als einen "großen Fehler" bezeichnete es Schmidt, dass sich die USA und europäische Staaten bei der so genannten Doha-Runde über eine Liberalisierung des Welthandels an Markteintritts-Barrieren für die Entwicklungs- und Schwellenländer festhielten. "Wenn die Menschen ihre Produkte nicht exportieren dürfen, werden sie sich selbst exportieren", sagte der Ex-Kanzler. Strittig sind bei der 2001 begonnenen Doha-Runde vor allem die Marktöffnung für Agrarimporte und niedrigere Importzölle für Industriegüter.

Rolle der USA

Der IAC ist eine Vereinigung ehemaliger Spitzenpolitiker, die ihre Hauptaufgabe im Engagement für die Erhaltung und Verteidigung universeller Werte sieht. Zu seinem 25. Jubiläum tagt der IAC zum ersten Mal seit seiner Gründung wieder in Wien. Im Zentrum des diesjährigen Treffens stehen der Dialog mit religiösen Führern und die Rolle der USA in der Weltpolitik.

An der Eröffnung in der Wiener Hofburg am Montag nahmen zahlreiche frühere Spitzenpolitiker teil, darunter der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizäcker, der ehemalige schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson und der frühere ungarische Premier Gyula Horn; ebenso der noch amtierende nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo. Von österreichischer Seite nahm unter anderem Ex-Bundeskanzler und IAC-Vorsitzender Franz Vranitzky teil; Bundespräsident Heinz Fischer hielt eine Begrüßungsansprache. Nach den dreitägigen Beratungen ist eine Abschlusserklärung geplant. (APA)
http://derstandard.at/?url=/?id=2888730



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