Deutschkenntnisse werden gekippt?

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon Brazil53 » Mi 30. Apr 2014, 18:10

Beim Europäischen Gerichtshof liegt eine Klage von einer Türkin vor, die nicht zu ihrem in Deutschland lebenden Mann nachziehen darf.
Wenn der Europäische Gerichtshof dem Generalanwalt folgt und ein entsprechendes Urteil fällt, dann hat das auch Auswirkungen auf die Familienzusammenführung von ausländischen Ehepartnern deutscher Staatsangehörigen.
Diese Personengruppen, sind ja erst im Zuge der Gleichbehandlung nachträglich in das Aufenthaltsgesetz gekommen.

Wollen wir hoffen, dass es in der Zukunft einfacher wird.


Familienangehörige von Ausländern müssen nach Ansicht des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) auch ohne Kenntnisse der Landessprache in ein EU-Land einreisen dürfen. Somit verstoße Deutschland mit der Regelung, nach der Ehepartner vor einem Nachzug Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen müssen.....


...Der Gerichtshof folgt in seinen Urteilen meistens den Empfehlungen seines Generalanwalts.....


http://www.zeit.de/politik/2014-04/ehegatten-nachzug-sprachkenntnisse-eugh-gutachten
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 30. Apr 2014, 18:43

Brazil53 hat geschrieben:Beim Europäischen Gerichtshof liegt eine Klage von einer Türkin vor, die nicht zu ihrem in Deutschland lebenden Mann nachziehen darf.
Wenn der Europäische Gerichtshof dem Generalanwalt folgt und ein entsprechendes Urteil fällt, dann hat das auch Auswirkungen auf die Familienzusammenführung von ausländischen Ehepartnern deutscher Staatsangehörigen.
Diese Personengruppen, sind ja erst im Zuge der Gleichbehandlung nachträglich in das Aufenthaltsgesetz gekommen.

Wollen wir hoffen, dass es in der Zukunft einfacher wird.


Familienangehörige von Ausländern müssen nach Ansicht des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) auch ohne Kenntnisse der Landessprache in ein EU-Land einreisen dürfen. Somit verstoße Deutschland mit der Regelung, nach der Ehepartner vor einem Nachzug Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen müssen.....


...Der Gerichtshof folgt in seinen Urteilen meistens den Empfehlungen seines Generalanwalts.....


http://www.zeit.de/politik/2014-04/ehegatten-nachzug-sprachkenntnisse-eugh-gutachten


Die erforderlichen Deutsch-Kenntnisse sind gering. Kann man in 4 Wochen lernen. Es wird ein Test gemacht, dass jeder mit Bildung auch schaffen kann. Falls keine Bildung vorhanden ist, dann braucht Deutschland sich auch dieses Elend nicht zumuten. Was glauben diese Berg- und Hüttenbewohner wofür Deutschland steht. Doofe haben wir genügend im Land.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon Brazil53 » Mi 30. Apr 2014, 19:35

In diesem Thread geht es nicht um die türkische Bevölkerung, sondern um alle bi-nationale Paare.

Es sollte immer die Entscheidung des Paares sein, in welcher Sprache sie ihre Ehe führen wollen.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon isis » Mi 30. Apr 2014, 19:48

Brazil53 hat geschrieben:sondern um alle bi-nationale Paare.


Genauer darum:
Um "die Familienzusammenführung von ausländischen Ehepartnern deutscher Staatsangehörigen". Ehepartner von Staatsangehörigen anderer europäischer Nationen dürfen sich nämlich ohne Auflagen in Deutschland aufhalten. Das ist eine klare Benachteiligung deutscher Staatsangehöriger.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon Brazil53 » Mi 30. Apr 2014, 20:32

Die Freizügigkeit zwischen den Ländern wird nach EU-Recht gehandhabt. Das ist völlig anders als das deutsche Aufenthaltsgesetz.

Die für diesen Personenkreis geltenden Aufenthaltsvoraussetzungen des FreizügG/EU sehen im Einklang mit der Richtlinie 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie) und im Unterschied zum AufenthG keine sprach- oder altersbezogenen Zuzugsvoraussetzungen für den Familiennachzug vor. Der für den Ehegattenzuzug nach dem AufenthG geltende Sprachnachweis ist auf diesen Personenkreis auch nicht analog anwendbar.


Das Freizügigkeits- Gesetz EU gilt übrigens auch für deutsche Staatsbürger welche aus EU- Ländern nach Deutschland zurückkehren. Auch seine Familienangehörigen brauchen keine Deutschkenntnisse.

Also wer zum Beispiel seine gesamte brasilianische Familie ohne Probleme nach Deutschland bringen möchte, sollte sich einen Job in einem Nachbarland suchen dort heiraten, die Eltern und Geschwister nach kommen lassen und dann nach Deutschland zurück übersiedeln. So ein Jahr im Ausland reicht schon.
Da greifen die deutschen Gesetze nicht, weil er freizügiger EU-Bürger ist.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon Colono » Mi 30. Apr 2014, 21:04

Unseren Aufsehern fällt bestimmt bald was neues ein um uns zu schi(c)kanieren. Unter Umständen gehen sie dann unseren Nachkömmlingen an den Pass.
Erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon cabof » Do 1. Mai 2014, 16:35

Brazil53 - das mit dem freizügigen EU Bürger gilt nur für Leute mit EU Pass, freilich dürfte es möglich sein, EU Bürger mit Nicht EU Bürger (verheiratet) sich in irgendeinem EU Land niederzulassen, welche lokalen Hürden es gibt... na ja, das sei mal dahingestellt.
(Selbst mein DE Freund hatte trouble sich im deutschsprachigen Teil Belgiens niederzulassen, arbeitet in Deutschland). Ich werde demnächst von einer BR berichten können, die als Touristin eingereist ist und hierbleiben möchte. (sie war öfters in DE, kommt aus
einer guten Familie, hat studiert und konkrete Vorstellungen von einem Leben in DE, also kein Armutsflüchtling oder GdP) - ich leiste
da keine Hilfe mehr, beobachte nur den Fall -
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon MESSENGER08 » Do 1. Mai 2014, 17:02

cabof hat geschrieben:Brazil53 - das mit dem freizügigen EU Bürger gilt nur für Leute mit EU Pass, freilich dürfte es möglich sein, EU Bürger mit Nicht EU Bürger (verheiratet) sich in irgendeinem EU Land niederzulassen...



genau so sieht es aus.

Genau genommen werden EU Bürger sogar deutschen Staatsbürgern gegenüber bevorzugt.
Denn der EU Bürger der mit einem nicht EU-Bürger verheiratet ist, kann sich ohneweiteres in Deutschland niederlassen und seinen Ehepartner mitbringen, ohne das dieser irgendwelche Sprachkenntnisse nachweisen müsste. Alles aufgrund der EU Freizügikeit die auch vom ausl. Partner abgeleitet werden kann.

Der Deutsche hingegen wird benachteiligt, denn der nicht EU Partner muss sowohl für ein Heirats- als auch für ein Familienzusammenführungsvisum deutsche Sprachkenntnisse nachweisen. Was ehrlich gesagt eine Frechheit ist, egal wie einfach oder schnell man dieses Zertifikat erlangen kann/könnte!

cabof hat geschrieben:... Ich werde demnächst von einer BR berichten können, die als Touristin eingereist ist und hierbleiben möchte. (sie war öfters in DE, kommt aus
einer guten Familie, hat studiert und konkrete Vorstellungen von einem Leben in DE, also kein Armutsflüchtling oder GdP)...


Theoretisch ist dieser Fall kein grosses Problem. Allerdings darf die Dame nicht vergessen, das Sie bei der Beantragung des Aufenthaltstitels einen realen Aufenthaltszweck nachweisen muss und auch nachweisen muss wie Sie denn gedenkt Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Dazu gehört schon mehr als einfach nur die Idee jetzt mal ein paar Jahre in Deutschland leben zu wollen, weil es einem in Brasilien zu langweilig geworden ist oder weil man sich in paradiesischem Europa ein besseres Leben erwartet.
Wenn Sie kein ernsthaftes Jobangebot nachweisen kann dann wird das sicherlich nichts mit dem AT.
Nur weil kein Visum nötig ist, heisst es nicht das es dadurch auch einfacher geworden ist. Der ganze Papierkram wird doch nur vom Konsulat im Ausland zur dt. Ausländerbehörde verlagert. Sprich die selben Anforderungen und Qualifikationen müssen auch gegenüber der ABH nachgewiesen werden. Was ich ehrlich gesagt für schwieriger halte, denn selbst heute sind viele ABH immer noch voll mit Beamten die nicht sehr qualifiziert für diese Tätigkeit sind.

:cool:
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon Brazil2013 » Do 1. Mai 2014, 17:10

Hallo cabof,
das interessiert mich sehr, zu erfahren was die Touristin tun muss bzw. musste um in Deutschland zu bleiben.
Einem Freund von mir geht es genauso, er möchte Ende des Jahres erst mal für 3 Monate kommen und würde eventuell dann bleiben wollen.
Er hat auch ganz konkrete Pläne, um sich hier ein Leben aufzubauen. Er hätte eigentlich auch Anrecht auf einen portugiesischen Pass, da seine Großeltern aus Portugal stammen und nach Brasilien ausgewandert sind. Das Problem ist nur, das notwendige Unterlagen wie Geburtsurkunde des Großvaters etc. fehlen.
Ich würde mich sehr über einen Bericht von dir freuen oder auch über eine PN.
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Re: Deutschkenntnisse werden gekippt?

Beitragvon cabof » Do 1. Mai 2014, 17:10

Ja Messenger, wie gesagt, ich nehme persönlich keine Fälle mehr an und mache mir auch keinen Kopp... ich beobachte den Fall, werde dann berichten wie die Sache ausgeht. PS ein Kelch ist an mir vorübergegangen, hatte mal vor dem Urlaub einen komplizierten Fall,
dieser wurde während meines Urlaubs in andere Hände gegeben und ich mache 3 Kreuze. War gestern nochmal bei der Schlüsselübergabe als
Zeuge dabei - da sind die Fetzen geflogen (wie das so ist bei Mietern/Vermietern) - 2 Brasilianerinnen... da ging es hoch her. Wird wohl ein Fall für den Anwalt.
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