Die deutsche Mittelschicht

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon tinto » Sa 17. Jul 2010, 15:27

Viva Floripa hat geschrieben:
Xuxu hat geschrieben:
..... die laut Wikipedia lautet:

[i]"Bezogen auf einen Einpersonenhaushalt definiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) statistisch als „Mittelschicht“ die Bevölkerungsgruppe mit einem Nettoäquivalenzeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians der privaten Haushaltsrealeinkommen. Im Jahre 2006 lag dieser Einkommensmedian in Deutschland knapp über 16.000 Euro.[1] ....Haushalte mit einem Einkommen zwischen 90 und 110 Prozent des Medians werden als „Durchschnittsverdiener“ bezeichnet.


Die spinnen doch, außer dass die sogenannte Mittelschicht vom Staat am stärksten in die Mangel genommen wird kann sich jemand mit 16.000 Euronen neben einer mittelmäßigen Wohnung kaum ein anständiges Auto leisten und spart das ganze Jahr auf 14 Tage Mallorca-Urlaub in der Nebensaison.
....


Mit 16.000€ gehört man in der Tat nicht zum Durchsschnitt, sondern ist dicht am steuerfreien Existenzminimum, und zahlt in aller Regel keinen Cent Einkommenssteuer; mit diesem Betrag gehört man eher zum armutsgefährdeten Personenkreis denn zum Mittelstand.

Die OECD sieht den Durchschnittverdienst für Deutschland bei 44.000,- €, in der gesetzlichen Rentenversicherung ist der Durchschnittsverdienst bei ca. 33.000,-€ (west, im Osten etwas niedriger bei knapp unter 30.000€). Die Diskrepanz zwischen letzteren beiden Zahlen liegt darin begründet, dass nicht alle Einkommen der Sozialversicherungspflicht unterliegen (z.B. Mieteinkünfte, Zinserträge, best. selbständige Tätigkeiten). Da man aber auf alle verfügbaren Einkünfte schaut, liegt der Median richtigerweise bei 44.0000€.

Und die Realeinkommen (ohne Kapital-, Mieteinkünfte, Erbschaft, sonst. Einnahmen) steigen wieder: http://www.net-tribune.de/nt/node/24164 ... -gestiegen .
E ist also mitnichten so, dass die Durchsschnittsverdienste runter gehen.
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon ana_klaus » Sa 17. Jul 2010, 15:45

@tinto,

richtig lesen und dann...

Brutto und Netto, den Unterschied kennst du doch, oder ?

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon tinto » Sa 17. Jul 2010, 17:16

ana_klaus hat geschrieben:@tinto,

richtig lesen und dann...

Brutto und Netto, den Unterschied kennst du doch, oder ?

klaus
http://www.pension-brasilien.de

Naja, schon.

Aber der DIW Fragebogen beruht eben auf Schätzungen der Befragten, die zu dem nicht nur das eigene Einkommen schätzen müssen, sondern das aller Haushaltsmitglieder. Da wird noch alzugern das Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld vergessen oder auch die Steuerrückzahlung. Ich kenne den Bogen, der von Interviewern mal eben zwischen Tür und Angel abgefragt wird. Und die meisten Mitbürgerinnen und Mitbürger verweigern ja zu gern Auskünfte zum eigenen Einkommen, sprich die Interviewer wird meisten die Tür vor dem Kopf wieder zugeschlagen, wenn es heißt, sie wollten mal ein paar Fragen zum Einkommen stellen...also bleiben wir lieber bei den offiziellen Zahlen, die sich in der Tat auf brutto beziehen, und selbst wenn bei 44.000€ mehr als 50% Steuern und Abgaben abgezogen werden, sind wir ja immer noch nicht bei 16.000 netto.
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon ana_klaus » Sa 17. Jul 2010, 17:23

@ tinto ,

ach so Steuerrückzahlungen zählen auch zum Bruttoeinkommen ? Das wusste ich nicht. #-o

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon tinto » Sa 17. Jul 2010, 18:58

ana_klaus hat geschrieben:@ tinto ,

ach so Steuerrückzahlungen zählen auch zum Bruttoeinkommen ? Das wusste ich nicht. #-o


In meinem Beitrag steht das nicht. Beim DIW ist das Haushaltsnettoeinkommen gefragt, und in das fließt eine Steuerrückzahlung mit ein, nur das geben halt viele nicht an (weil sie oft auch noch gar nicht genau wissen, was sie von Finanzamt zurückbekommen (können))....
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon ana_klaus » Sa 17. Jul 2010, 19:58

@ tinto,

lassen wir die Träumerei und kehren zur Realität des Mittelstandes zurück.

http://www.diw.de/de/diw_01.c.357516.de ... liert.html

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon berti1 » Sa 17. Jul 2010, 21:06

Bis vor 2 Jahren habe auch ich zu den Gutverdienern gehört. Hat mein Steuerberater jedenfalls gesagt. Habe schön viel gearbeitet und genau so schön viel Steuer bezahlt. ](*,)

Jetzt liege ich unter den Steuerpflichtigen 8000.— Euronen und zahle keine 50 Punkte mehr an den „Vater Staat“, sondern null Steuer. :haha:
Nix und nie mehr Pinguin Klamotten, sondern Einkommenstechnisch so richtige Unterschicht.

Soll ich euch mal was verraten.
Ich habe verdammt viel Zeit. Brauche keinen Streuerberater mehr, der mir ne Bilanz für 3.000.—Euros macht.
Meine Steuer macht jetzt der Lohnsteuerhilfeverein für 180.—Euros weil ich zu faul für den Bürokratenirrsinn geworden bin.

Dafür fühle ich mich jetzt so richtig wohl in dieser Kategorie Leben und Leben lassen.

Grüße an die Oberschicht :andiearbeit:
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon cabof » So 18. Jul 2010, 07:21

Eigenartig, wenn Du unter der Versteuerungsrenze liegst und keine Steuern zahlst - warum
denn für eine Steuererklärung 180 Euronen ausgeben? Im einfachen Verfahren die paar
Zahlen übertragen und fertig.
Cabof
Du hast keine Chance - aber nutze sie
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon berti1 » So 18. Jul 2010, 11:30

@ cabof

Na ja, nach 30 Jährchen Selbständigkeit und Steuerberater Unterstützungshilfe ist es ne kleine Umstellung wenn man sich mit der Anlage N, Anlage KAP, Anlage R, Anlage L, Anlage S und der Anlage V, bzw. der Anlage FW beschäftigen soll. Vor allem, wenn man unter den 8000.—Euros bleiben will.

Habe mir das Elster Programm auf den Rechner geladen und überlegt,
ob ich irgendwelche Verlustvorträge, Verlustrückträge, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Sonderausgaben, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Außergewöhnliche Belastungen, Förderung des Wohneigentums, Dienstleistungen und Handwerkerrechnungen, Kaminkehrerpflichtausgaben,
Einkommensersatzleitungen nach dem Progressionsvorbehalt, Beiträge zu den Vorsorgeaufwendungen bzw. Altersvorsorgebeiträge, Guthabenzinsen aus Bausparverträgen,
die Werbungskosten aus Absetzung für Abnutzung nach §§7,7b Abs. 1 S. 2, 7 k Abs. 1 S 3 ASTG, §§ 14 a, 14 d, oder doch lieber die erhöhte Absetzung nach §§ 7h Schutzbaugesetz
jetzt angeben soll oder doch lieber lassen kann? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Ich finde es nicht eigenartig, wenn man diesen Irrsinn für kleines Geld erledigen lässt.
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon Viva Floripa » Mo 19. Jul 2010, 07:46

berti1 hat geschrieben:@ cabof

Na ja, nach 30 Jährchen Selbständigkeit und Steuerberater Unterstützungshilfe ist es ne kleine Umstellung wenn man sich mit der Anlage N, Anlage KAP, Anlage R, Anlage L, Anlage S und der Anlage V, bzw. der Anlage FW beschäftigen soll. Vor allem, wenn man unter den 8000.—Euros bleiben will.

Ich finde es nicht eigenartig, wenn man diesen Irrsinn für kleines Geld erledigen lässt.


Berti, – mit dem Irrsinn gebe ich Dir Recht.
Steuerliches Einkommen unter 8.000 hat nichts mit den realen Einkünften zu tun. Bei 180 Euro Beitrag zum Lohnsteuerhilfeverein liegen Deine Bruttoeinnahmen schätzungsweise zwischen 40- und 50.000, Privatrenten werden schwächer zur Kasse gebeten als gesetzliche Renten und das Krankengeld flitzt in der Besteuerung, wenn man das mit den 8.000 hinkriegt. Andererseits weinen die Kurzarbeiter, die teilweise kräftige Steuernachzahlungen zu erwarten haben aufgrund der Progressionseinkünfte.

Bei den „Kleinen“ ist es nicht die Einkommensteuerbelastung sondern die ganzen Verbrauchssteuern auf Energiekosten und Lebenshaltung ebenso wie Sozialabgaben, die kaum Luft zum Atmen lassen.
Medikamente mit 7% Umsatzsteuer zu belegen wäre wesentlich sinnvoller als die Übernachtung im Hilton auch ist es verwunderlich, dass man für Kinderwindeln genauso zur Kasse gebeten wird wie für die Luxusjacht.
Hier stimmt einfach das Verhältnis nicht, da der „Arme“ genauso wenig auf die Grundbedürfnisse verzichten kann wie der „Reiche“.
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