Die deutsche Mittelschicht

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon ptrludwig » Mi 4. Aug 2010, 20:47

ana_klaus hat geschrieben:@ Elsass

ich stimme Dir zu. Wenn das Wort wenn nicht wäre. Ich kann verstehen wenn
in Brasilien lebende unter Realitätsverlust leiden und nicht erkennen wollen oder können was in D. abläuft.

klaus
http://www.pension-brasilien.de

Oh Selbstkritik, das ist ja ganz neu bei dir.
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon Itacare » Mi 4. Aug 2010, 22:51

Schreibt Deutschland nicht ab, totgesagte leben länger. Die Deutschen sitzen auf über 4 Billionen Vermögen, zwar ungleich verteilt, aber immerhin. Da träumen andere Nationen nur davon.
Das mit dem demoskopischen Problem stimmt auch, jetzt kommen die geburtenschwachen Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt, bald werden die 50- 55 jährigen wieder umworben.

Es gab eine Zeit, da lockte die Industrie Arbeiter und Angestellte mit fetten Löhnen und Gehältern. Wenn dem jetzt nicht mehr so ist, und nur noch die Unternehmer abkassieren, führt dies über kurz oder lang dazu, dass es wieder mehr Selbständige geben wird. Wartet nur ab.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon tinto » Do 5. Aug 2010, 07:53

Itacare hat geschrieben:Schreibt Deutschland nicht ab, totgesagte leben länger. Die Deutschen sitzen auf über 4 Billionen Vermögen, zwar ungleich verteilt, aber immerhin. Da träumen andere Nationen nur davon.
Das mit dem demoskopischen Problem stimmt auch, jetzt kommen die geburtenschwachen Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt, bald werden die 50- 55 jährigen wieder umworben.
...Wartet nur ab.


Da muss man gar nicht lange warten:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 30,00.html

ramatische Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt: Immer mehr Betriebe können ihre Lehrstellen nicht mit Azubis besetzen, weil die Zahl der Schulabgänger in Ostdeutschland rapide abnimmt. Allein im Handwerk sind derzeit noch 15.000 Plätze zu vergeben.


Kommen keine Auszubildenden muss man sich halt mit den Älteren behelfen.

Gut sind jetzt Betriebe beraten, die Ältere länger im Betrieb halten oder wieder einstellen. Denn jetzt wird dieser Markt angezapft und ist auch bald leer gefegt. Schon jetzt arbeiten schlaue Betriebe an Konzepten eines gleitenden Übergangs von Arbeit in Rente mit altersentsprechenden neuen Teilzeit- oder Arbeitsplatzmodellen.

http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... 90097.html

Insgesamt sind durch die Situation auch ansteigende Löhne zu erwarten:

http://www.swp.de/ehingen/nachrichten/p ... 306,581352

Davon profitiert der Mittelstand ganz besonders, denn hier sind die Jobs, die man nicht ins Ausland verlagern kann: Alle Bau- und Handwerkerberufe einschl. Hausmeister, Krankenhaus- und Pflegeberufe, ortsnahe Dienstleistungen (Putzhilfen, Postzusteller, Zeitungsboten, Wachleute, Pförtner) eben die Branchen, die wir vor Ort nachfragen. Von dieser demografischen Entwicklung wird auch der untere Mittelstand profitieren, vielleicht noch nicht jetzt sofort, aber in Kürze ist das so. Und zwar so und nicht anders.
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Schöne Grüße,
tinto
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon Brazil53 » Do 5. Aug 2010, 15:57

ptrludwig hat geschrieben:Die Zeitarbeit wird sich in Deutschland demnächst selbst erledigen. Die FDP hat ein Gesetz angeregt das ab 2011 gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt werden muss.
In den nächsten Jahren werden in Deutschland auch die Arbbeitskräfte knapp, auch das wird Auswirkungen auf die Lohnentwicklung haben.
Wenn die Deutschen nicht so ein Volk von Jammerern wären, könnte sie ganz entspannt in die Zukunft schauen.



Die heutige FDP ist ein Schaumschlägerverein.

Diese Partei versucht jetzt etwas, sich auf die Fahne zu schreiben, wozu sie vom europäischen Gesetzgeber gezwungen werden.

Im November 2008 ist die neue EU-Richtlinie zur Leiharbeit in Kraft getreten. Danach ist das deutsche System Leiharbeit nicht wie bisher aufrecht zu erhalten, es ist europarechtswidrig.
Es soll eine Untergrenze für die Löhne eingeführt werden, dass soll die Stammbelegschaft vor Lohndumping schützen.

Gleiches Geld für gleiche Arbeit.

Unsere Bundesregierung will (muss) die notwendigen Anpassungen des AÜG bis zum 1. Mai vornehmen. Ich gehe einmal davon aus, dass irgendwo verträgliche Lohnlinien gezogen werden.

Ein Regelung ist erforderlich


Ab dem 01.05.2011 gilt die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer in der EU. Wenn es keinen Mindestlohn nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz in Deutschland gibt, wird es ausländischen Unternehmen möglich sein, Leiharbeitnehmer zu noch niedrigeren Konditionen in Deutschland einzusetzen, weil sie ein Arbeitsverhältnis mit einem ausländischen Verleiher (oder der ausländischen Tochterfirma eines deutschen Verleihers) haben. Damit droht ein Dumpingwettbewerb bislang ungeahnten Ausmaßes.

Alle maßgeblichen Verleihunternehmen bereiten sich auf diese Veränderung vor und stellen sich mit entsprechenden „Billigtöchtern“ auf.

Soviel zu dem Verein FDP

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon ptrludwig » Do 5. Aug 2010, 16:46

Brazil53 hat geschrieben:
ptrludwig hat geschrieben:Die Zeitarbeit wird sich in Deutschland demnächst selbst erledigen. Die FDP hat ein Gesetz angeregt das ab 2011 gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt werden muss.
In den nächsten Jahren werden in Deutschland auch die Arbbeitskräfte knapp, auch das wird Auswirkungen auf die Lohnentwicklung haben.
Wenn die Deutschen nicht so ein Volk von Jammerern wären, könnte sie ganz entspannt in die Zukunft schauen.



Die heutige FDP ist ein Schaumschlägerverein.

Diese Partei versucht jetzt etwas, sich auf die Fahne zu schreiben, wozu sie vom europäischen Gesetzgeber gezwungen werden.

Im November 2008 ist die neue EU-Richtlinie zur Leiharbeit in Kraft getreten. Danach ist das deutsche System Leiharbeit nicht wie bisher aufrecht zu erhalten, es ist europarechtswidrig.
Es soll eine Untergrenze für die Löhne eingeführt werden, dass soll die Stammbelegschaft vor Lohndumping schützen.

Gleiches Geld für gleiche Arbeit.

Unsere Bundesregierung will (muss) die notwendigen Anpassungen des AÜG bis zum 1. Mai vornehmen. Ich gehe einmal davon aus, dass irgendwo verträgliche Lohnlinien gezogen werden.

Ein Regelung ist erforderlich


Ab dem 01.05.2011 gilt die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer in der EU. Wenn es keinen Mindestlohn nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz in Deutschland gibt, wird es ausländischen Unternehmen möglich sein, Leiharbeitnehmer zu noch niedrigeren Konditionen in Deutschland einzusetzen, weil sie ein Arbeitsverhältnis mit einem ausländischen Verleiher (oder der ausländischen Tochterfirma eines deutschen Verleihers) haben. Damit droht ein Dumpingwettbewerb bislang ungeahnten Ausmaßes.

Alle maßgeblichen Verleihunternehmen bereiten sich auf diese Veränderung vor und stellen sich mit entsprechenden „Billigtöchtern“ auf.

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Naja nun mal langsam, die Gesetze für die Leiharbeit wurden ja unter rot-grün aufgeweicht. Davor gab es ja einige Vorschriften welche die Beschäftigung von Leiharbeitern erschwerten.
Nun macht die FDP mal was positives für Arbeitnehmer, was schon im Januar 2011 greifen soll und über die Vorgaben von Brüssel hinausgeht, ist nun auch wieder nicht richtig.
Ja und wenn ich die Beiträge hier lese, dann geht es den Deutschen doch schon am schlechtesten in Europa, aus welchem EU-Staat sollen denn die Arbeiter kommen die für Dumpinglöhne arbeiten?
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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon Brazil53 » Do 5. Aug 2010, 19:39

ptrludwig schrieb:
Naja nun mal langsam, die Gesetze für die Leiharbeit wurden ja unter rot-grün aufgeweicht. Davor gab es ja einige Vorschriften welche die Beschäftigung von Leiharbeitern erschwerten.
Nun macht die FDP mal was positives für Arbeitnehmer, was schon im Januar 2011 greifen soll und über die Vorgaben von Brüssel hinausgeht, ist nun auch wieder nicht richtig.
Ja und wenn ich die Beiträge hier lese, dann geht es den Deutschen doch schon am schlechtesten in Europa, aus welchem EU-Staat sollen denn die Arbeiter kommen die für Dumpinglöhne arbeiten?


Die FDP springt populistisch auf einen fahrenden Zug auf. Zu dem Thema gibt es eine Referentenentwurf der Bundesregierung, von 4. Juni 2010, welcher jetzt zur Stellungnahme bei den Verbänden liegt. Wenn diese Regierung die freizügigkeit der osteuropäischen Staaten nicht im Nacken hätte, würde niemand etwas machen. Am allerwenigstens die FDP. Und über die Forderungen von dem Eu-Parlament hinaus eher garnicht. Der Referentenentwurf ist an der Untergrenze des machbaren angesiedelt.


Fünf Jahre nach dem Beitritt der Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien am 1 Mai 2004 ist das Freizügigkeitsrecht grundsätzlich auf diese EU-Mitgliedsländer anwendbar.

Die Schwarz-Rote Regierung hatte eine Ausnahmegenehmigung bis zum 1.Mai 2011 bekommen. Spätestens sind im Mai nächsten Jahres die Grenzen offen.

Das heißt, dass Arbeitnehmer, die Staatsangehörige dieser EU-Mitgliedstaaten, das Recht haben, in jedem Land der EU eine Beschäftigung auszuüben und sich zu diesem Zweck in dem jeweiligen Staat aufzuhalten.

Einem deutschen Durchschnittslohn von 2570 Euro stehen nach Wechselkursen gerechnet Löhne in Polen und Ungarn von 710 Euro, in Tschechien von 890 Euro oder in Bulgarien von 300 Euro gegenüber.

Also um den Wirtschaftsstandort Deutschland, braucht sich niemand sorgen machen. Besonders lachen, muss ich wenn ich die Wirtschaftsnachrichten lese. Unsere Experten und Weisen widersprechen sich täglich.
Sie lesen aber auch nur im Kaffeesatz von Statistiken, welche sie selber gezielt in Auftrag gegeben haben.
Wo waren denn diese klugen Wirtschaftsexperten, vor der Immobilien und Bankenkriese???

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Re: Die deutsche Mittelschicht

Beitragvon cabof » Do 5. Aug 2010, 21:19

Ich persönlich glaube nicht, das zum Öffnungszeitpunkt die Osteuropäer hier einfallen
werden.... Erntehelfer ja, qualifizierte Arbeit - eher nein, Sprachprobleme, sollten die
sich dennoch für wenig Geld verdingen, die müßen ja auch hier leben und wohnen -
wovon? Mein Freund hatte mal 2 polnische Bauarbeiter... okay, haben gearbeitet aber
Zeit geschunden noch und nöcher - der hätte besser einen Festpreis vereinbart...dann
hätten die sich rangehalten.
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