Die schönen Models aus dem Elendsviertel

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Die schönen Models aus dem Elendsviertel

Beitragvon mikelo » Mi 14. Mär 2007, 23:58

„Ohne die Modelschule wäre ich die Frau eines Drogenhändlers geworden oder schwanger oder eine Prostituierte", sagt Gisèle. Die 20-Jährige hat den Sprung aus der Wellblech-Siedlung auf den Laufsteg geschafft. Eine Model-Schule hilft auch anderen jungen Mädchen, diesen Traum wahr zu machen.

Bittere Realität statt schöner Schein – so lautet das Motto des Fotografen Tony Barros, der junge Mädchen aus dem berüchtigten brasilianischen Elendsviertel Favela Cidade de Deus (Stadt Gottes) vor der Kulisse ihres Wohnortes ablichtet. Barros hat in der Favela bei Rio de Janeiro eine Model-Schule gegründet, die den jungen Frauen Selbstwertgefühl und vielleicht ein besseres Leben bringen soll. „Wir zeigen Luxus in einem heruntergekommenen Dekor“, sagt der 40-Jährige. Sein auf ehrenamtlicher Arbeit beruhendes Nicht-Regierungsprojekt heißt „Objektiv der Träume“ („Lente dos sonhos“) und hat schon einigen Mädchen den Sprung auf den Laufsteg ermöglicht.
„Am Anfang wollte ich nur den Kontrast zwischen der Schönheit der Mädchen und der verkommenen Siedlung zeigen“, berichtet Barros, der seit 2002 fotografiert und zu Beginn für die Internetseite der Privatorganisation „Viva Rio“ arbeitete, die gegen die Gewalt in den Favelas kämpft. Er stammt selbst aus dieser Barackenstadt und hat lange als Sozialarbeiter in den Straßen gegen Armut und Gewalt gekämpft. Die aus dem Erfolgsfilm „City of God“ weltberühmte Favela zählt nach amtlichen Angaben 45.000 Einwohner, „doch in Wirklichkeit gibt es hier 120.000“, sagt Barros.


Die Model-Schule in der Siedlung funktioniert nur, weil ehrenamtliche Mitarbeiter sie am Leben halten. Doch ist sie mittlerweile zu einer echten Brücke zwischen den Einwohnern und der Welt der Mode geworden. „Ich weiß noch, anfangs wollten wir nicht, dass Tony uns hier fotografiert“, erinnert sich Gisèle Guimarães. Die Frau ist 22 Jahre alt und hat es geschafft: Sie wurde vor einem Jahr von der brasilianischen Filiale der legendären Model-Agentur Elite engagiert.

Fotos vor Kloaken

Die Fotos der jungen Schönheiten vor dem Hintergrund von Kloaken, verworrenen Stromdrähten und Müll „waren ein großer Erfolg“, erzählt Gisèle mit strahlendem Lächeln. Es sei das erste Mal gewesen, dass Fotos aus der Favela auf den Titelseiten der Zeitungen landeten, ohne dass es dabei um Gewalt ging, berichtet Barros stolz.
„Ohne ’Lente dos sonhos’ wäre ich die Frau eines Drogenhändlers geworden oder schwanger oder eine Prostituierte“, sagt Gisèle, die heute in der winzigen Turnhalle der Wellblechsiedlung Unterricht in Körperhaltung gibt. Jeden Samstag kommen rund zwanzig junge Mädchen in ihren Kurs. Für sie ist Gisèle das große Vorbild. So zum Beispiel für die 13-jährige Flavia: „Ich will in diesem Kurs mehr lernen, mich entwickeln und schick sein. Ich gebe mehr Acht auf meine Haare und auf meine Ernährung.“
http://www.welt.de/vermischtes/arti...ndsviertel.html
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Beitragvon supergringo » Do 15. Mär 2007, 09:10

http://www.elitemodel.com.br/em_detail.php?id=940
Ja, ja, Gisele aus der CDD ...
Mehr Einblicke auf http://www.belezapura.org.br/ (Revelação)
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Beitragvon Takeo » Do 15. Mär 2007, 17:55

hehehe... und Naomi Campbell würde, wenn sie nicht heroinsüchtiges Modell geworden wäre, jetzt immer noch mit ihren Plattfüssen durch die afrikanische Savanne latschen um Frischwasser für's Dorf zu holen oder?

Irgendwie tun mir die Mädchen auf dem Bild da oben leid, weil viele, wenn nicht Alle, doch einfach keine Chance haben jemals einen Laufsteg zu betreten... nicht weil sie aus einem brasilianischen Slum sind, sondern, weil man nur in den allerseltensten Fällen in dieser Welt mal so eben Modell wird... ... kann es sein, dass Barros die Ilusionen dieser Mädchen ausnutzt?
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Beitragvon jokli » Sa 24. Mär 2007, 02:30

ilusionen ausnutzen???? also uberleg mal entweder sind sie comida von trafficantes oder hässlichen betrunkenen gringos...also selbst wenn der kerl so drauf is(was er eig nich notig hat weil er nich viel weniger schone frauen fur 50 r$ an der nachsten ecke kriegt...) verschlimmert das die traurige situation dieser madchen nich...
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Beitragvon Takeo » Sa 24. Mär 2007, 03:13

jokli hat geschrieben:ilusionen ausnutzen???? also uberleg mal entweder sind sie comida von trafficantes oder hässlichen betrunkenen gringos...also selbst wenn der kerl so drauf is(was er eig nich notig hat weil er nich viel weniger schone frauen fur 50 r$ an der nachsten ecke kriegt...) verschlimmert das die traurige situation dieser madchen nich...


Du reduzierst Brasilien mal wieder nur auf seine Klischees!
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Beitragvon jokli » Di 27. Mär 2007, 02:38

soweit ich es verstanden hatte ging es doch um die favelas in rio....
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Beitragvon Takeo » Di 27. Mär 2007, 23:10

... aber 90% aller Favelabewohner (um mal irgend 'ne Zahl zu nennen) sind weder Prostituierte, noch Trafficantes... die meisten Mädchen aus Favelas prostituieren sich auch nicht an irgendwelche trafficantes oder hässlichen Gringos sondern gehen oft irgend einer relativ unspektakulären Arbeit nach (zum Beispiel an der Kasse eines Supermarktes oder als Verkäuferin einer Papelaria... um mal irgend ein normale Beschäftigung zu nennen, die es so gibt) und sie würden sich auch nicht prostituieren. Und auch die Trafficantes nehmen sich nicht die umherlaufenden Mädchen, so wie ich mir eine Acerola vom Strauch pflücke, und last but not least, sind auch Gringos, die nach Brasilien kommen, nicht immer nur fette und hässliche Sextouristen... zum Beispiel die Surfer aus Neuseeland, mit denen ich letztens am Flughafen von São Paulo zufällig ein wenig geplauscht habe ... (soweit ich das als Mann natürlich beurteilen könnte...).
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Beitragvon dietmar » Mi 28. Mär 2007, 00:32

Mit neuseeländischen Surfern kenn ich mich nicht aus, Takeo wird da mehr Erfahrungen haben, aber ansonsten muss ich ihm beispflichten.

Wollte eben dasselbe schreiben (die Surfer ausgenommen) ... :D

Der einleitende Satz des Artikel spricht schon meines Erachtens auch schon Bände. Da war der Artikel bei mir schon unten durch.

Oder wie Carol von BBB7 sagte: "Ter ficado aqui por dois meses foi uma vitória. Eu entrei uma menina e sai uma mulhaer. [..] Tudo valeu a pena."
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Beitragvon mikelo » Mi 28. Mär 2007, 00:46

Takeo hat geschrieben:... aber 90% aller Favelabewohner (um mal irgend 'ne Zahl zu nennen) sind weder Prostituierte, noch Trafficantes... die meisten Mädchen aus Favelas prostituieren sich auch nicht an irgendwelche trafficantes oder hässlichen Gringos .




weil sie etwas bestimmtes haben: stolz
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Beitragvon Takeo » Mi 28. Mär 2007, 02:49

mikelo hat geschrieben:weil sie etwas bestimmtes haben: stolz


Bitte den 'Schmalzigkeitsgrad' herunterdrehen!

Stolz... wer hat das nicht? Überhaupt: soll denn etwa der 'Stolz' das 'Allerletzte' sein, was Favelabewohner noch verlieren sollten, um in die Rotlichtszene oder das Drogenmillieu abzudriften? So klischeehaft sollte man das auch nicht ausdrücken: Viele von Denen hätten nämlich viel mehr zu verlieren als 'nur' ihren Stolz - damit täte man den Favelabewohnern nämlich unrecht, oder anders ausgedrückt: auch wir 'Mittleschichtler' überall auf der Welt, könnten genausogut wie ein brasilianischre Favelabewohner in die Prostitution oder ins Drogenmillieu abdriften, manche müssten nur ihren Stolz überwinden, Andere mehr, aber das hat jetzt eigentlich nicht so viel mit dem spezifischen Favelahintergrund als solchen zu tun...
Zuletzt geändert von Takeo am Mi 28. Mär 2007, 03:30, insgesamt 1-mal geändert.
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