die selbstständigkeit in brasilien

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon O_Periquito » Mi 12. Okt 2011, 15:36

eröffnung einer import firma

wir haben jetzt ca. 15jahre unsere export - firma in brasilien und uns nun entschlassen auch eine import - firma zu eröffnen. nach genau EINEM JAHR kampf mit receita federal, unzählige papiere und dokumente immer wieder neu abgeben, haben wir nach einen jahr die genehmigung von receita federal zur eröffnung unserer import - firma erhalten.

wer so etwas noch nicht gemacht hat weiss nicht was da auf einen zukommt. die meisten probleme hat der buchalter gemacht mit seinem "nichts wissen" und wie ein blinder über farben reden.


nach unseren erfahrungen wird es in brasilien für diejenigen die selbstständig sind immer schwieriger und die auflagen vom staat werden immer mehr.
ich weiss nicht ob von den selstständigen jemand "motoristas" als angestellte hat, wir ja.
laut einem neuen gesetz muss jetzt die firma die motoristas als angestellte hat eine lebens-unfall-sterbeversicherung für diese abschliessen, habe mich damit aber noch nicht so genau beschäftigt.

bei uns kommt z.b. alles halbe jahr ein arzt von der gewerkschaft unserer angestellten vorbei und kontrolliert ob die arbeitsbedingungen für die angestellten den gesetzen entsprechen, ob sie gut behandelt werden usw.
was ihn aber nicht interessiert, mein täglicher kampf mit den angestellten die toiletten sauber zu halten, denn da sieht es immer schlimmer aus als in einem schweinestall.
gruss O_Periquito
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon frankieb66 » Mi 12. Okt 2011, 16:07

O_Periquito hat geschrieben:...

bei uns kommt z.b. alles halbe jahr ein arzt von der gewerkschaft unserer angestellten vorbei und kontrolliert ob die arbeitsbedingungen für die angestellten den gesetzen entsprechen, ob sie gut behandelt werden usw.
was ihn aber nicht interessiert, mein täglicher kampf mit den angestellten die toiletten sauber zu halten, denn da sieht es immer schlimmer aus als in einem schweinestall.

Wieso sorgst DU als Arbeitgeber nicht für saubere Toiletten? Hey, ich sprach nicht vom Selbermachen ... aber ich sehe da ein Problem in der Führungsebene deines Konzerns ...
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon Itacare » Mi 12. Okt 2011, 17:18

Einen Milliardenkonzern in einer Garage zu starten wie ein gewisser Herr Gates ist in Ländern wie D oder B undenkbar.
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon cabof » Mi 12. Okt 2011, 18:32

Singvögelchen... schreibe mal über diese Situationen und die Unbedarften, die mal kurz auswandern wollen, Pousada & Co betreiben
mit welcher Bürokratie sie zu kämpfen haben - wenn alles geordnet sein soll.... schwarz und illegal geht natürlich auch.... :evil:
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon O_Periquito » Sa 15. Okt 2011, 14:41

hatte leider in den letzten tagen wieder keine zeit hier zu schreiben, aber die idee von cabof einmal etwas darüber zu schreiben was eine firma am hals hat wenn alles ganz legal und nicht schwarz und illegal zugeht gefällt mir sehr gut. ( was ist jetzt hier schreibe ist bei weitem nicht alles was man als firmenbesitzer am hals hat)

um in blumenau eine firma aufzumachen musst du geduld und nerven haben. aber egal was für eine firma, ohne vig. sanitaria, die bombeiros, prefeitura usw. geht nichts.

da lasse ich das ganze problem mit receita federal weg bei einer import - export firma.

bevor dein sozialvertrag bearbeitet wird, kommt erst einmal ein fiscus von prefeitura und schaut sich die lage des grundstücks oder gebäudes an ob du dort überhaupt dein geschäft - firma aufmachen darfst.

wenn ja kannst du mit dem buchhalter deinen sozialvertrag in angriff nehmen.

nachdem dein sozialvertrag der von junta comercial und danach prefeitura abgesegnet ist, was lange dauern kann, kommen anschliessend noch zig wichtige leute die viel zu sagen haben.

du musst nachweisen das auf dem grundstück wo die firma genehmigt wird keine offen stehenden steuern sind, beglaubigte ablichtungen der zahlungen.
wichtig ist das du keine schulden an den staat hast, wenn ja stehen deine chancen ganz schlecht.

vig. sanitaria:
man braucht ein alvara von vig. sanitaria
- certifikat das du ungezieferbekämpfung gemacht hast
- certifikat das die caixa de agua sauber ist
- alvaras für die autos ( um transporte durchzuführen)


man braucht die schriftliche genehmigung der bombeiros:
als erstes muss das gebäde von den bombeiros abgenommen werden, danach kommen die auflagen
-wo und wieviel feurlöscher und noch ein haufen kram mehr, z.b.
-veränderung der treppe
-die laderampe muss verbreitert werden
wenn man glück hat ist das noch nicht alles


alles halbe jahr kommt der arzt der gewerkschaft von unseren arbeitern
und kontrolliert die arbeitsbedingungen usw.
wir haben von dem arzt ein buch von ca. 3cm dicke bekommen in denen alles drinn steht was
unsere pflichten und die rechte der arbeiter sind.
wenn du etwas über die rechte der arbeitgeber wissen willst musst du den firmenanwalt fragen. :shock:

alle diese firmendokumente musst du einmal im jahr mit gültigen datum der ganzen alvaras bei AMVISA abgeben, die sich dann vorbehalten noch andere dokumente anzufordern.

was mich immer wieder feststelle, das in unserer ecke alles in streng geregelten bahnen zugeht,
und in anderen ecken brasilien geht es ganz anders zu.

@cabof
die unbedarften, die mal kurz auswandern wollen um eine pousada & co zu betreiben, gehen wohl in die knie wenn sie alles ganz ordentlich machen müssen wie es das gesetz vorschreibt.

zum anderen ist es auch richtig das es behörden wie vig.sanitaria und amvisa gibt, ansonsten würde wohl
chaos herrschen was die hygiene und vieles mehr betrifft.
bin ja mal gespannt wie die geschichte in rio wo das restaurant explodiert ist ausgeht.
da wird wohl der fiscus von den bombeiros kopfschmerzen bekommen. aber ich denke da haben bestimmt etliche behörden versagt oder monatlich geld eingesteckt um die unzulänglichkeiten zuzudecken. :x

nun wollen wir unsere importfirma in angriff nehmen und dann etwas ruhiger treten.
aber ob das so hinkommt, das ruhiger treten, das weiss ich auch noch nicht. :)

cabof, wann kommst du denn wieder nach brasiien und für wie lange?
viele grüsse aus blumenau O_Periquito (petra)
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon cabof » Sa 15. Okt 2011, 19:05

Toll, danke für die Ausführungen, ich hätte nicht das Zeugs dies alles durchzustehen, zumal sicherlich auch jeder Besuch von der
Behörde Geld kostet, da hinkt Brasilien stark hinterher, anstatt darauf bedacht zu sein irgendwelche Arbeitsplätze zu fördern wird
alles bürokratisch (zT sinnlos) in die Länge gezogen. Feuerwehr okay, Unfallschutz - aber das mit der Sanitärsache klappt nicht
überall, wieso hat mein Stammrestaurant in Rio seit vielen,vielen Jahren prekäre Toilettenanlagen? Interessant auch, das das alles
in Blumenau passiert - dachte die Leute im Süden sind flinker und besser organisiert. Aber der Amtsschimmel wiehert wohl überall.
Übrigens plane ich entweder November oder Januar rüberzumachen, der günstigste Flug im Moment liegt bei 730 Euronen. Um bom domingo.
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon Takeo » So 16. Okt 2011, 23:27

wenn man eine eigene Firma hat, oder eine Firma führen muss, oder einen Teil einer Firma zu führen hat, sollte man mehrere gute Anwaltsbüros für sich am arbeiten haben: eins für das Arbeitsrecht, das andere für Besitzrechte, eins für Steuerrechte und eins, falls nötig (wie bei mir!) für Uweltangelegenheiten, desweiteren sollte man 100%ige Buchhalter zur Stelle haben... die Gesetze werden ständig immer schwieriger und vertrakter, wer seine Papiere heute nicht in ordnung hat muss morgen immer mehr kämpfen... Hut ab, dass Ihr das alle alleine machen wollt, bei uns ist es schon ein ewiger Kampf obwohl wir lauter Despachantes sowie Anwaltsbüros und Steuerleute extra für uns arbeiten lassen...
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon MESSENGER08 » Mo 17. Okt 2011, 14:57

Naja schon klar das eine Firmeneröffnung kein Spaziergang ist weder in BRA noch in D, aber man muss auch mal auf dem Teppich bleiben, denn es ist ja nicht das selbe ob man eine Importfirma eröffnet oder nur seine Possada legaliziert. Da liegen Welten zwischen den Anforderungen !!!
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Re: die selbstständigkeit in brasilien

Beitragvon Elsass » Mo 17. Okt 2011, 15:10

MESSENGER08 hat geschrieben:. . . oder nur seine Possada legaliziert. Da liegen Welten zwischen den Anforderungen !!!

Genau.
Das laeuft manchmal auch echt "logger", jedenfalls in Bahia.
Da erklaert mir ein entfernter Bekannter mit etwas erhobener Stimme, als ich ihn nach seiner pousada gefragt habe:" das ist keine pousada, das ist eine casa".
Sollte wohl heissen, ich soll das Wort "pousada" vermeiden im Zusammenhang mit seinem Etablissement. Warum wohl? :wink:
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