DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Parafusa » Mo 4. Mär 2013, 14:57

Hallo zusammen,

also mein Fall ist etwas verzwickt, aber dafür umso interessanter 

Ich bin Deutsche, seit einigen Jahren mit einem Brasilianer verheiratet. Wir wohnen in Deutschland, haben ein gemeinsames Kind und das zweite ist unterwegs. Leben seit Anfang des Jahres im Trennungsjahr, Scheidung ist also absehbar. Wir verstehen uns aber noch gut und unsere Trennung ist auch gar nicht unbedingt unser Problem.

Vor zwei Jahren bekam mein Noch-Mann Post von einer Ex-Freundin aus Brasilien, die auf Unterhalt für den (vermutlich) gemeinsamen Sohn pochte. Mein Noch-Mann sagt, er wolle erst zahlen, wenn die Vaterschaft einwandfrei bewiesen wurde. DNA-Test wurde nun für diesen Sommer anberaumt. Der Junge ist jetzt 10 und die Mutter hat ein weiteres Kind von einem anderen Mann und sie hat mir erzählt, dass sie seit der Trennung von dem anderen Mann nun nicht mehr in der Lage ist, allein ihre Kinder zu versorgen und deswegen nun auf meinen Ex zugehen will. Ihr letzter Ex scheint ihr nichts zu zahlen.

Nun bekam mein Ex noch einmal Post aus Brasilien: Er habe zu dem Termin im Sommer persönlich in Brasilien zu erscheinen, um dort den DNA-Test vornehmen zu lassen. Ich habe herausgefunden, dass wenn er sich einem DNA-Test verweigert, in Brasilien automatisch die Vaterschaft vorausgesetzt wird. Er will sich aber gar nicht verweigern, und er will auch nicht vor den Zahlungen fliehen, sondern er will nur alles offiziell laufen lassen. Er kann und will nur nicht wegen eines einzigen Büschel Haares oder einer Speichelprobe einen teuren Trip nach Brasilien antreten.

Nun weiß ich, dass man alle möglichen Vorgänge, sogar eine Scheidung und die dazugehörigen Vereinbarungen, auch durchführen kann, wenn die beteiligten Parteien NICHT im gleichen Land leben, d.h. dann muss einer entsprechend bei der Botschaft vorstellig werden. Weiß jemand, ob das nicht auch für die Abgabe einer DNA-Probe gilt?? Kann man nicht irgendwo beantragen, dass man die Probe hier unter Anwesenheit eines Notars oder so abgibt, beim Konsulat oder bei der Botschaft?

Und dann die weitere Frage: Wird in Brasilien die Anzahl der unterhaltspflichtigen Kinder berücksichtigt? Immerhin hat mein Ex bald zwei Kinder hier in Deutschland und ich weiß, dass Väter nach brasilianischem Recht bei Unterhaltszahlungen krasse Summen leisten müssen. Ich bin darauf zwar nicht dringend angewiesen, aber ich kenne die Mutter des brasilianischen Jungen und gehe davon aus, dass sie das Geld in erster Linie für sich nutzen möchte, weil sie glaubt, mein Ex lebe hier im Paradies und sie müsse dann nicht arbeiten gehen. Sie gehört nicht zu den Frauen, die gern arbeiten oder bisher viel gearbeitet hätten in ihrem Leben. Und mein Ex kann froh sein, wenn er kein Hartz IV beantragen muss nach unserer Trennung, obwohl er bisher ein Kandidat dafür ist. Also ich kann z.B. nicht mit Unterhaltszahlungen von ihm rechnen, aber wie gesagt komme ich auch so ganz gut klar und ich möchte ihn nicht ruinieren, denn er ist kein Sch… kerl, es hat einfach nicht geklappt mit uns. Deswegen möchte ich ihm jetzt auch helfen, so dass er zwar (falls der Junge sein Sohn ist) seinen Pflichten nachkommt, aber eben auch seine Rechte wahrnehmen kann.

Wäre dankbar für hilfreiche Antworten!
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Parafusa » Mo 18. Mär 2013, 16:24

Hallo noch einmal, offenbar haben ja bereits einige hundert ZUgriffe statt gefunden, aber niemand hat irgendeine Antwort gepostet. Das Konsulat war auch nicht sehr hilfreich, die dürfen vermutlich keine konkreten Hinweise geben. Dabei habe ich immer gelesen, dass die einem zumindest Anwälte empfehlen können, aber noch nicht mal das kam von denen, sondern nur eine extrem unpersönliche und unfreundliche ANtwort, dass wir dem Schreiben einfach Folge leisten sollen. Vielen Dank auch.

Also nochmal die Bitte an alle, die das hier lesen, ob nicht wenigstens ein kleiner Hinweis gegeben werden kann.
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Elsass » Mo 18. Mär 2013, 16:55

Parafusa hat geschrieben:Also ich kann z.B. nicht mit Unterhaltszahlungen von ihm rechnen, aber wie gesagt komme ich auch so ganz gut klar und ich möchte ihn nicht ruinieren, denn er ist kein Sch… kerl, es hat einfach nicht geklappt mit uns.

Denk nach vorne und lass deinem Ex seine Probleme!
Ansonsten> Es wird wohl ziemlich schwierig werden, in D. einen DNA-test fuer Bra. anzuberaumen. Das kostet erst mal Geld fuer einen Anwalt etc. Die Hyaenen machen keinen Finger krumm ohne finanzielle Vorleistung. Und die Frau hat anscheinend kein Geld. Ich wuerde erstmal auf klare Beweise pochen, dass er der Vater sein koennte.
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon zagaroma » Mo 18. Mär 2013, 17:16

Hallo,

ich würde empfehlen, dass Dein Ex auf jeden Fall sofort Hartz IV beantragt, damit das brasilianische Gericht dann sofort sehen kann, dass er ein Sozialfall ist, das wird eventuelle Unterhaltsforderungen beeinflussen.

Was den DNA-Test betrifft, geht doch mal persönlich zum zuständigen Konsulat und lasst Euch nicht abwimmeln, macht die napolitanische Szene (sich auf den Boden werfen und weinen, so lange bis der andere sich als Schuft fühlt, wenn er nicht weiterhilft), streitet kategorisch ab, dass das zu testende Kind von ihm sein könnte und verlangt, dass der arme Mann nicht ruiniert wird, nur weil er sich eine Reise nach Brasilien nicht leisten kann.

Das erfordert Schauspieltalent und Dreistigkeit, aber meistens hilft es. Man muss ihnen das menschliche Schicksal auf den Schreibtisch knallen, da können sie dann einem brasilianischen Bürger die Hilfe schlecht verweigern.

Viel Glück und berichtet mal!
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon brasiuuu » Mo 18. Mär 2013, 20:50

ich weiss ja nicht was ein dna test in deutschland kostet aber für den preis den du in der schweiz bezahlen würdest, könntest du dir einen flug inkl. luxushotel für eine woche leisten.
der test in brasilien kostet ca. 150 euro.
ich bin der meinung, dass wenn er nicht zum test erscheint und er als vater anerkannt wird (automatisch), so kann er zu einem späteren zeitpunkt durch einen dna test das gegenteil beweisen.
die automatische anerkennung gibt's ja nur weil man niemanden zu einem dna-test zur vaterschaftsabklärung zwingen kann.

den nachgeholten dna-test würde ich dann ca. 3000 kilometer von dem wohnort der ex. machen.....so muss sie dann auch bis zu einem bestimmten zeitpunkt dort erscheinen. mit dem bus dürfte das ziehmlich anstrengend sein. :mrgreen:

das mit dem hartz IV finde ich ne klasse idee....
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon zagaroma » Mo 18. Mär 2013, 21:13

brasiuuu hat geschrieben:ich bin der meinung, dass wenn er nicht zum test erscheint und er als vater anerkannt wird (automatisch), so kann er zu einem späteren zeitpunkt durch einen dna test das gegenteil beweisen.



Nach dem, was man so hört, scheint das sehr schwierig zu sein. Wenn ein Gericht ihn einmal zum Vater bestimmt hat, wird man das nicht mehr los. Du weisst doch: Brasilianer irren sich nicht!

Vielleicht gibt es ja wirklich eine Möglichkeit, den Test in Europa machen zu lassen... dann muss allerdings das brasilianische Gericht zustimmen, dass die DNA-Probe des Kindes dorthin geht, scheint mir auch wieder schwierig.
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Parafusa » Di 19. Mär 2013, 13:58

Hallo zusammen, vielen vielen Dank für eure Antworten! Mein Ex ist zwar mein Ex, aber da er hier in Deutschland außer mich und unseren Kindern keine Familie hat, hat er eben auch niemandem, der ihm in einem solchen Fall hilft. Und da er kein schlechter Mensch ist, kann ich ihn nicht einfach der bekannten Willkür der brasilianischen Justiz überlassen.

Ein nachträglicher DNA-Test ist keine besonders gute Idee, weil wir dazu ja auch die DNA des Kindes bräuchten, und die zu bekommen, wenn seine Vaterschaft schon einmal vorausgesetzt wurde?? Das glaube ich kaum, dass das in Brasilien funkioniert, und die Mutter würde alles dagegen unternehmen, soviel ist sicher. Es geht ja auch gar nicht darum, dass er sich dem Test verweigern will, sondern die grundsätzliche Frage ist nach wie vor: Kann man jemanden zwingen, für einen DNA-Test 12.000 km auf eigene Kosten zu fliegen. Würde er die Kosten denn erstattet bekommen, sollte er nicht der Vater sein? Ich glaube kaum.

Wir werden zwar kein Hartz IV beantragen, aber Gerichtskostenhilfe, und die wird er sicher erhalten. Und das sollte dann schon Indiz genug sein für seinen Zustand. Man kann ja niemanden zwingen, Hartz IV zu beantragen, und bisher kommt er auch ohne "social" zurecht, da wir uns eben helfen. Wir haben nächste Woche einen Termin beim Anwalt, der wohl mit internationalen Geschichten ganz versiert ist.

Die Idee mit dem Konsulat finde ich auch gut, zumal ich ja auch in anderen Umständen bin und damit hat man noch einmal einen größeren Bonus :lol:
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Elsass » Di 19. Mär 2013, 17:20

Parafusa hat geschrieben:Und da er kein schlechter Mensch ist, kann ich ihn nicht einfach der bekannten Willkür der brasilianischen Justiz überlassen.

Kein schlechter Mensch, vielleicht, aber sonst ziemlich dumm.
So ein Verhalten ist typisch brasilianisch, und warum sollte soeiner nicht die Haerte des brasilianischen Gesetzes spueren duerfen. Eine Haerte :^o die kennen wir ja schon, sempre tem um jeitinho :evil: .
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon Parafusa » Mi 20. Mär 2013, 13:30

Ich gehöre nunmal nicht zu den Leuten, die wegen einer Scheidung jeglichen Kontakt zum Ex abbrechen. Und ob mein Ex dumm ist oder nicht, kann außer mir kaum jemand beurteilen. Und womit hat er es denn deiner Meinung nach verdient, die "volle Härte" zu spüren? Und was bitte bringt dich dazu, ihn als "dumm" zu bezeichnen? Das ist schon ziemlich dreist. Du weißt doch gar nichts über ihn, und vor allem weißt du nicht das geringste über die Mutter des Jungen und deren Beziehung zu meinem Ex. Auch wenn ich selber eine Frau bin, gehöre ich nicht zu den Weibern, die einen Mann verteufeln und fertig machen wollen, wenn die Beziehung scheitert. Zum Scheitern gehören nämlich immer Zwei, und die Kinder (in diesem Fall sind ja drei betroffen) trifft nie eine Schuld, die leiden aber am meisten.

Ich habe aber auch gar nicht um die Bewertung des Verhaltens meines Ex gebeten, sondern um eine Info, ob jemand wegen der Rechtslage Bescheid weiß. Über emotionale und persönliche Verstrickungen können sich nur die Beteiligten ein Urteil erlauben.
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Re: DNA-Probe in Deutschland abgeben für Test in BRA?

Beitragvon zagaroma » Mi 20. Mär 2013, 14:45

Parafusa, Du hast natürlich Recht: nur die Hauptdarsteller dieser Geschichte wissen, wie die Dinge wirklich liegen.

Aber dies hier ist keine Juristenkanzlei, sondern ein Forum. Hier kann man nicht ausschliesslich sachdienliche Hinweise zu Rechtsfragen erwarten, hier darf man auch persönliche Meinungen äussern. Wir versuchen ja, Dir zu helfen.
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