Doch nicht ausgestorben: Amapasaurus tetradactylus in Brasilien gesichtet
Seit 35 Jahren war die Eidechsenart nicht mehr gesehen worden - und auch davor nicht oft
Rio de Janeiro - Eine wissenschaftliche Expedition hat im brasilianischen Amazonas-Regenwald zwei Exemplare einer seit 35 Jahren nicht mehr gesehenen Eidechsen-Art entdeckt. Die zwei Eidechsen der Art Amapasaurus tetradactylus (Bedeutung: "Eidechse aus Amapa mit vier Zehen") seien in dem Naturschutzgebiet für nachhaltige Entwicklung des Flusses Iratapuru an der Grenze zwischen den nördlichen Bundesländern Amapa und Pará gesichtet und gefangen worden, berichteten Medien am Montag unter Berufung auf die Wissenschaftler. Bisher waren überhaupt nur zwei Exemplare dieser Eidechse gefunden und studiert worden: eine 1960 und die zweite 1969.
Amapasaurus tetradactylus ist relativ klein, nur drei bis vier Zentimeter lang, ist dunkelgrau am Rücken und hellgrau im Bauchbereich. Sie hat, und das ist die große Besonderheit, nur vier statt fünf Zehen. Die zwei Exemplare wurden etwa 130 Kilometer vom Ort entfernt, an dem die ersten Tiere gefunden worden waren.
Die kleine Unbekannte
"Diese Eidechse ist wirklich ganz anders als die anderen. Überall wurde bezweifelt, dass sie wirklich existierte, oder noch existierte. Aber jetzt haben wir zwei neue Exemplare", sagte eine Forscherin vom Emilio-Goeldi-Museum in Para. Man könne in diesem Fall von Endemismus sprechen. "Diese Eidechse lebt mit Sicherheit nur in Amapa und Para", so die Wissenschaftlerin. Endemisch sind Arten, die nur einem bestimmten, abgegrenzten Gebiet vorkommen.
"Diese Art stellt für uns in der Tat eine große Unbekannte dar. Wir wissen nichts über sie, bis auf dass sie im Urwalddickicht lebt", erklärte sie. Sie verfasse gerade einen Artikel, um der internationalen Wissenschaftler-Gemeinde die Entdeckung mitzuteilen. Man wolle unter anderem eine neue, vollständigere Beschreibung der ungewöhnlichen Eidechse erstellen.(APA/dpa)
Quelle:
http://derstandard.at/?url=/?id=2077706