Doppelbesteuerungsabkommen

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Neosi » Di 16. Okt 2007, 14:14

Danke fuer die Info, Severino!

Da kann ich ja mal etwas rumspielen...aber erstmal werde ich versuchen bei meiner - hoffentlich - letzten Steuererklaerung fuer Dt. so viel wie moeglich rauszuholen [-o< Und bei meinem Arbeitsweg am Anfang des Jahres von 200km (einfache Entfernung) kommt man doch schon auf ein paar Fahrtkosten, die es dann noch in Euros zurückgibt :cool:
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon bruzundanga » Di 16. Okt 2007, 15:03

Holger3 hat es leicht verständlich rübergebracht. Eigentlich war es mir ja schon vorher klar. Severino Zitat hat mich nur neugierig gemacht, wie genau Steuerpflicht in Br. begründet wird. Für das Zitat von der Receita Federal hätte ich gerne einen Link.
Letztendlich, bis auf einige Spezialfälle, werden sich die Rentner, die hier in Brasilien leben, am schwersten tun die doppelte Steuerpflicht zu vermeiden.

Ansonsten
=D>
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Severino » Di 16. Okt 2007, 16:07

bruzundanga hat geschrieben:Für das Zitat von der Receita Federal hätte ich gerne einen Link.

Habe ich auf der Seite der brasilianischen Steuerbehörde in der Anleitung zur Steuererklärung gefunden. Hier die Links zu dem Umfangreichen Machwerk (PDF ca. 2.6 MB)

http://www.receita.fazenda.gov.br/Publi ... to2007.zip

http://www.receita.fazenda.gov.br/Publi ... to2007.pdf
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon bruzundanga » Di 16. Okt 2007, 17:24

Einen Dank an Severino und noch ein anghängtes PDF-File, das hoffentlich für keinen relevant ist.
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Trem Mineiro » Di 16. Okt 2007, 21:52

Oi Brunzo
Was ist los, mal wieder unzufrieden mit den Forumsschreibern und auch mit mir.

Sorry, mein Wischiwaschi bezog sich nicht auf deinen konstruierten Fall, der ja einer der leichtesten ist. Wie ja später festgestellt, der Mann ist ja nur als Tourist da und so nicht steuerpflichtig.
Seine Immobilie ist ja steuerpflichtig, da zahlt der Eigentümer ja jährlich seine IPTU. Würde er Mieteinnahmen haben müsste er auch die versteuern. Da er ja eine Immobilie besitzt hat er auch eine CPF, also muss er zumindest eine Steuererklärung machen um diese gültig zu halten und da seine Immobilie samt Einnahmen daraus angeben.

Mein Geschreibsel bezieht sich mehr auf Konsequenzen aus dem Doppelbesteuerungsabkommen und wie es die Receita Federal in meinem Fall behandelt hat. Da kann man sehen, das auch in Brasilien jeder Einzelfall anders liegen kann.

Bei Neosi ist der Fall wiederum anders, und eine besonders knifflige Konstellation. Normalerweise müsste sie vom deutschen Arbeitgeber automatisch von der Steuer befreit worden sein. Keine Ahnung warum nicht, da es um viel Geld geht, würde ich mich da schnellstens erkundigen. Ist aber auch kein Problem, weil man nach 184 Tagen in D das Geld beim nächsten Steuerausgleich/Einkommensteuererklärung ja zurückbekommt.
Natürlich ist in ihrem Fall eine Steuerpflicht in Brasilien zu erwarten (siehe Severinos Posting, Abschnitt b) da sie ja ein Dauervisum (Vist temporario) hat und länger als 183 in Brasilien sein wird.(Neosi, was hast du denn für ein Visum?) Genau über das „Visto Temporario“ ist man ja auch bei mir auf mich aufmerksam geworden und hat nachgefragt……und so weiter….und zahlen…
Da hätte in ihrem Fall nun das Doppelbesteuerungsabkommen rückwärts gegriffen und sie hätte wie ich angegeben, dass sie in D ja ihr Einkommen versteuert (Steuerbescheid vorlegen). Ich kann da Lemi nicht ganz zustimmen, das man in D die Annahme der Steuer verweigert. Das kann schon nicht sein, da bei vielen Einsätzen ja nicht immer vorhersehbar ist, dass das sie über 183 Tage dauern und man dann natürlich seine Steuern zahlt. Allerdings halten einen die Finanzbeamten für verrückt, wenn man es weis und trotzdem seine Steuern zahlen will.
In Neosis Fall ist es nun blöd, dass das DBA nicht mehr existiert und sie im Regelfall nicht mehr auf ihre deutsche Steuerzahlung verweisen kann. Daher würde ich an ihrer Stelle schnellstens mit der deutschen Zahlung aufhören und das Geld mal ansparen.
Wenn man rechtzeitig wieder aus dem Land raus ist, kann man mit ein wenig Glück der Steuerpflicht in Brasilien entgehen, ist aber nicht ganz legal und im 2 Jahr auch nicht sehr wahrscheinlich. Dazu will man ja vielleicht auch mal wiederkommen.

@Neosi: Ich habe da von dir gelesen, dass sich dein Status ändert, du bekommst einen Vertrag mit der Stelle, wo du da in SP bist. Bleibst du weiterhin von deinem deutschen Arbeitgeber entsendet, was ja nach dem Entsendegesetz nicht geht. Wie hängt diese „Stelle“ in SP mit deinem deutschen Arbeitsgeber zusammen, eine Filiale oder Beteiligungsgesellschaft? Hier wissen manche Arbeitgeber nicht was sie so tun. Und der dumme ist der Arbeitnehmer, der ohne sein Wissen aus der deutschen Sozialversicherung rausgeflogen ist. Schreib mir mal eine PN dazu.

Gruß

Manfred

PS: Bruzu, auch hier habe ich mich wahrscheinlich wieder ein wenig vorsichtig ausgedrückt aber ich versuche es zu vermeiden, mein bescheidenes Wissen als die „Große Wahrheit“ zu verkaufen. Ich habe in Brasilien gelernt, das man nahezu alles relativieren muss, jeder Einzelne hat da andere Erfahrungen gemacht. (Aber deshalb WischiWaschi?)
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Neosi » Mi 17. Okt 2007, 16:50

Hallo Manfred,

du hast eine pn.

Aber was ich noch nicht verstehe ist folgendes:

Trem Mineiro hat geschrieben:Genau über das „Visto Temporario“ ist man ja auch bei mir auf mich aufmerksam geworden und hat nachgefragt……und so weiter….und zahlen…


Habe ja ein Visto Temporario V. Wie wollen die denn auf mich aufmerksam werden???
Die koennen doch nicht nachpruefen ob ich Geld in Dt. verdient habe. Hier in Brasil habe ich kein Konto, nix verdient, also was wollen die schon von mir?

Trem Mineiro hat geschrieben:
@Neosi: Ich habe da von dir gelesen, dass sich dein Status ändert, du bekommst einen Vertrag mit der Stelle, wo du da in SP bist. Bleibst du weiterhin von deinem deutschen Arbeitgeber entsendet, was ja nach dem Entsendegesetz nicht geht. Wie hängt diese „Stelle“ in SP mit deinem deutschen Arbeitsgeber zusammen, eine Filiale oder Beteiligungsgesellschaft?


Ist eine Niederlassung hier, keine Entsendung, dt.Vertrag wird gekuendigt, hier brasil.Vertrag...

Ich denke mir die koennen das doch gar nicht so leicht herausfinden, ob ich jetzt Geld verdiene oder nicht....
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Severino » Mi 17. Okt 2007, 18:24

Neosi hat geschrieben:.....Die koennen doch nicht nachpruefen ob ich Geld in Dt. verdient habe. Hier in Brasil habe ich kein Konto, nix verdient, also was wollen die schon von mir? ....

Natürlich können sie das nicht nachprüfen. Aber eigentlich ist eben das Einkommen auf der ganzen Welt in Brasilien steuerpflichtig. Und wenn Du auf der Steuererklärung das Einkommen nicht angibts, so ist das eigentlich Steuerhinterziehung. Aber wie gesagt, das kann die Receita Federal ja nur wissen, wenn Du es auf der Steuererklärung angibst. Und die nächste ist eh erst im Frühjahr 08 fällig....
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 17. Okt 2007, 20:56

Das Visto V ist ein Langzeitvisum, in meinem Fall eine Arbeitsvisum. Ich war ganz am Anfang für ein Großprojekt in Brasilien tätig, bevor daraus eine Firmengründung und so weiter ….
Für das Visum braucht man einen Werkvertrag mit einem Brasilianischen Kunden, der dafür ja bezahlt (im Rahmen einen Gesamtpreises z.B. für das Projektmanagement). Dafür muss man bei der Visa Beantragung genau über Qualifikation, Position, Ausbildung und Referenzen und ich glaube sogar über das Gehalt angaben machen. Ist wie in D, Visa nur für Hochqualifizierte (in meinem Fall haben wir da ein bisschen übertrieben). Die Firma, bei der du tätig bist, muss auch einen Wisch unterschreiben, dass sie für alles, was du anstellst, haftet (wie in D die Verpflichtungserklärung für Besucher. Damit hatte die Receita Federal alle Angaben um zu vermuten, dass ich irgendwo auf der Welt ein einträgliches Gehalt beziehe und danach hat sie mich, über die Firma für die ich in Brasilien, tätig war, höflich gefragt, allerdings erst in 2 oder 3. Jahr meiner Anwesenheit. Ich hatte geschafft, ein weiteres 2 Jahres-Visum zubekommen, anschließend Antrag auf Permanencia, der sich 5 Jahre hinzog.

Dein Vista V Status ist irgendwie anders, Trainee oder sonst was. Ich gehe mal davon aus, dass du über dein Einkommen, wer dich bezahlt etc. keine Angaben gemacht hast. Im Gegenteil, da wird ja stehen, dass du in B keine Vergütung erhältst. Wenn du auch keine CPF hast (braucht man um Wohnung zu mieten, Auto zu kaufen, Konto-Eröffnung) ist die Chance, dass man dich bei der relativ kurzen Aufenthaltesdauer von unter einem Jahr wegen Steuern anspricht, sehr gering, auch wenn du länger als 183 Tage im Land warst. Damit wäre die Sache zu Ende, beinahe….

Du wirst heiraten (Glückwunsch) Für die Heirat musst du unter vielem anderen auch ein polizeiliches Führungszeugnis der „Policia Federal“ einreichen. (Mach ich grade auch) Die bescheinigt dann (dem Normalbürger, dass sie ihn gar nicht kennt) in deinem Fall, dass du dich bisher in Brasilien gut benommen hast, kein Verfahren gegen dich anhängig ist und das auch bei der Receita Federal oder beim Zoll nichts gegen dich vorliegt. (wehe, man hat früher mal seine Autosteuer nicht bezahlt oder ein Paket, für das der Zoll Einfuhrsteuer von einem haben wollte, nicht abgeholt – so was kommt dann raus und man bittet denjenigen, seine Verpflichtungen zu erfüllen) Da könnte theoretisch mal was auffallen, aber die Chance ist gering.

Wird schon nichts passieren.

Gruß

Manfred
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Re: Doppelbesteuerungsabkommen

Beitragvon dietmar » Mi 17. Okt 2007, 21:50

Hier nochmal die Visa-Arten und Bestimmungen.
Keine Ahnung ob es noch 100%ig aktuell ist.

So Gehts Visum_completo.pdf
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