Drei Südstaaten

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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Itacare » Do 1. Jun 2017, 10:05

Man sieht bei hohen Gebäuden nur das, was oben rausschaut, nicht die Fundamentierung, und die ist nun mal wichtig. Hab das z. B. bei den EZB-Türmen in Frankfurt gesehen, großflächiges Fundament 2 Stockwerke hoch, und so viel armdicker Baustahl drin, dass zum Füllen der Lücken mit Beton eine Kindergarten-Sandschaufel gereicht hätte.
Bei lockerem Untergrund kann zusätzlich noch bis in die erforderliche Tiefe gepfählt werden. Das gibt alleine von der Reibung und dem Gewicht der Bohrpfähle enorme Stabilität.
Das sind alles keine Geheimnisse, wichtig ist, dass alles gewissenhaft so ausgeführt wird, wie die Ingenieure sich das ausdachten, und über die Zeit natürlich eine ordentliche Wartung.
Wir bauen Turmdrehkrane freistehend teils über 100 m Hakenhöhe auf, nicht eingebuddelt, sondern auf Unterwagen / Kreuz 10 x 10 m, unterer Turmquerschnitt 2,45 x 2,45 m, nach oben verjüngt. Die dürfen auch bei Wind mit 200 km/h noch nicht umfallen, und bei Fachwerk treten aufgrund der Verwirbelungen höhere Windlasten als bei Gebäuden auf.

Was mich vielmehr wundert ist, wieso sich bei ca. 10.000 km Küstenlinie und vielen schönen Stränden alles auf einige Punkte zusammen pfercht und sich gegenseitig die Sicht nimmt.
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon GatoBahia » Do 1. Jun 2017, 10:08

Ich nehme mal an das die nicht erdbebensicher bauen müssen, zumindest Bahia soll tektonisch ziemlich ruhig sein :idea: :roll: :lol:
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Saelzer » Do 1. Jun 2017, 10:28

Itacare hat geschrieben:Was mich vielmehr wundert ist, wieso sich bei ca. 10.000 km Küstenlinie und vielen schönen Stränden alles auf einige Punkte zusammen pfercht und sich gegenseitig die Sicht nimmt.

Die Brasilianer (wie auch viele andere Südamerikaner) haben da andere Idealvorstellungen als wir Deutschen. Ich hatte schon mal an anderer Stelle berichtet, dass ein Freund von mir mit seiner damaligen Freundin (heute Frau) an einem langen einsamen Strand sein Tuch ausbreitete und die Ruhe genoß. Nach einer gewissen Zeit näherte sich die Staubfahne eines Autos welches bei ihnen hielt. Es stiegen einige Leute aus, die ihre Zelte keine 20 Meter von ihnen aufbauten und es sich (mit eingeschaltetem Ghettoblaster) gemütlich machten. Warum die an dem ansonsten kilometerlangen leeren Strand keinen anderen Platz bevorzugten wird sich einem Europäer nicht so schnell erschließen.

In Balneário Camboriú, wo auch echt was abgeht, kann ich mir vorstellen, dass es nicht so einfach sein wird die Eigentümer mehrerer Grundstücke dazu zu überreden ihre Grundstücke zusammen zu legen. Außerdem haben Wohnungen einen höheren Wert, wenn auf jeder Etage möglichst wenige Wohnungen sind. Da ist es optimaler Luxus je Etage nur eine Wohnung zu haben.

Sind aber schon irre, diese Spargel (ist ein älteres Foto, da stehen meines Wissens heute fünf Spargel nebeneinander).

Bild

An den Interpraias, keine 3 Kilometer entfernt sieht das dann wieder so aus:

Bild
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Regina15 » Do 1. Jun 2017, 11:09

Da unterscheiden sich wirklich die Geschmäcker.Ist zwar interessant zu sehen, aber für mich verschandeln sie die Natur. Ich mag lieber niedrigere Bauten, da kann man allerdings nicht so viel Geld mit machen.
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Saelzer » Do 1. Jun 2017, 11:28

Regina15 hat geschrieben:Da unterscheiden sich wirklich die Geschmäcker.Ist zwar interessant zu sehen, aber für mich verschandeln sie die Natur. Ich mag lieber niedrigere Bauten, da kann man allerdings nicht so viel Geld mit machen.

Das viele Geld kann man deshalb damit machen, weil sie auch ein paar Vorteile haben, insbesondere als nicht durchgehend genutzte Immobilie. Sie sind relativ sicher und man braucht nur den Schlüssel umdrehen, wenn man die Bude einige Monate nicht mehr nutzen will. Macht man das mit einem Haus, dann kann man nach ein paar Monaten gleich mit einem Reparaturtrupp anrücken, um Vandalismus etc. zu beheben. Außerdem haben diese Häuser oft gute Infrastrukturen von Garagen, über Pool bis hin zu Veranstaltungsräumen, in denen man sogar größere private Feste, wie Hochzeiten abwickeln kann. Durch die hohe Dichte an Leuten entsteht zudem im Umfeld meistens ein gutes Angebot an Bars und Restaurants, etc.

Ein geschlossenes Condominium mit niedrigeren Häusern, welches gleiche Vorteile bietet würde ich aber trotzdem vorziehen, selbst wenn der Blick aufs Meer dann nicht mehr so spektakulär wäre. Nach einer gewissen Zeit hätte man sich daran eh gewöhnt. :mrgreen:
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon GatoBahia » Do 1. Jun 2017, 11:53

Saelzer hat geschrieben:
Regina15 hat geschrieben:Da unterscheiden sich wirklich die Geschmäcker.Ist zwar interessant zu sehen, aber für mich verschandeln sie die Natur. Ich mag lieber niedrigere Bauten, da kann man allerdings nicht so viel Geld mit machen.

. . .

Ein geschlossenes Condominium mit niedrigeren Häusern, welches gleiche Vorteile bietet würde ich aber trotzdem vorziehen, selbst wenn der Blick aufs Meer dann nicht mehr so spektakulär wäre. Nach einer gewissen Zeit hätte man sich daran eh gewöhnt. :mrgreen:

Daführ hasde dann die Aussicht auf den Stacheldraht und Elektozaun :shock: :roll: :lol:
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Itacare » Do 1. Jun 2017, 12:00

frankieb66 hat geschrieben:
Colono hat geschrieben:...
PS: Man sollte sich mal überlegen was passiert wenn ein Passant 200m unten "nur" einen formstabil fallenden Nagel auf den Kopf kriegt.

Naja, ich behaupte mal dass ein durchschnittlicher Nagel auch aus 10.000 Metern Fallhoehe formstabil bliebe und sich die max. Fallgeschwindigkeit bei etwa 30 Metern eingependelt haben duerfte (Luftwiderstand, Trudeln, etc.) ... aber selbst wenn ich daneben liege: verbiegen wird sich der Nagel dabei nicht, maximal minimal beim Auf- bzw. Einschlag.

:mrgreen:


Luftwiderstand kann man bei einem Nagel vernachlässigen. Nehmen wir mal an, normaler Nagel, Länge 5 cm, Gewicht 5g. Nach 200 m Fall hat der nach allgemeiner Formel ca. 60 m/s drauf und eine Energie von ca. 9 Joule.
Fazit: während der Bauzeit Helm tragen, danach alle Nägel aufräumen. :mrgreen:
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Itacare » Do 1. Jun 2017, 12:06

GatoBahia hat geschrieben:Ich nehme mal an das die nicht erdbebensicher bauen müssen, zumindest Bahia soll tektonisch ziemlich ruhig sein :idea: :roll: :lol:


Erdbeben gibt es überall, die Intensität ist ausschlaggebend. Was berücksichtigt werden muss, regeln die jeweiligen Baunormen, z.B. Stärken, die in 50 Jahren mit 10 % Wahrscheinlichkeit auftreten.
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon frankieb66 » Do 1. Jun 2017, 13:53

Itacare hat geschrieben:...
Luftwiderstand kann man bei einem Nagel vernachlässigen. Nehmen wir mal an, normaler Nagel, Länge 5 cm, Gewicht 5g. Nach 200 m Fall hat der nach allgemeiner Formel ca. 60 m/s drauf und eine Energie von ca. 9 Joule.
Fazit: während der Bauzeit Helm tragen, danach alle Nägel aufräumen. :mrgreen:

Mag theoretisch sein, trotzdem behaupte ich weiter, dass es nahezu unmoeglich ist, einen Nagel aus eine groessere Hoehe so fallen zu lassen, dass er die aerodynamisch guenstigste Lage nicht verlaesst .., ich werds mal testen aus der cobertura im 7. Stock (also ca. 25m Hoehe) und die Aufprallgeschwindigkeit aus der gemessenen Flugzeit ermitteln :mrgreen:
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Re: Drei Südstaaten

Beitragvon Itacare » Do 1. Jun 2017, 15:13

frankieb66 hat geschrieben:
Itacare hat geschrieben:...
Luftwiderstand kann man bei einem Nagel vernachlässigen. Nehmen wir mal an, normaler Nagel, Länge 5 cm, Gewicht 5g. Nach 200 m Fall hat der nach allgemeiner Formel ca. 60 m/s drauf und eine Energie von ca. 9 Joule.
Fazit: während der Bauzeit Helm tragen, danach alle Nägel aufräumen. :mrgreen:

Mag theoretisch sein, trotzdem behaupte ich weiter, dass es nahezu unmoeglich ist, einen Nagel aus eine groessere Hoehe so fallen zu lassen, dass er die aerodynamisch guenstigste Lage nicht verlaesst .., ich werds mal testen aus der cobertura im 7. Stock (also ca. 25m Hoehe) und die Aufprallgeschwindigkeit aus der gemessenen Flugzeit ermitteln :mrgreen:



o.k., hier kannst Du die Idealwerte rechnen lassen.

https://jumk.de/formeln/freier-fall.shtml

alles was davon abweicht, ist Luftwiderstand. Viel Spaß beim Experiment :mrgreen:
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