DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon stan1974 » Mi 20. Apr 2011, 12:06

Hallo,

ich brauche dringend einige Informationen !
Ich lebe mit meinem Bruder und meiner Mutter (Deutsche) in Deutschland.
Mein Vater ist Brasilianer, hat aber auch Deutsche Staatsangehörigkeit seit ein paar Jahren.
Meine Eltern sind in Deutschland geschieden, die SCheidung ist aber in Brasilien noch nicht anerkannt !
Mein Vater hat nun einige Jahre wieder in Brasilien gelebt und dort auch seit 5 Jahren eine Freundin (sie wohnte zuletzt bei ihm). Nun ist er letzte Woche verstorben.

Wie ist denn nun die Rechtslage ?
Problem: zum einen haben wir über meinen Vater einige Grundstücksanteile in Brasilien, die wahrscheinlich über seinen Namen im Grundbuch stehen. Wer erbt das nun ? Hat die neue Freundin auch ein Anrecht ? Oder geht das auf seine Frau in D. (in Brasilien gilt er ja noch als verheiratet) oder auf die Kinder über ???
Was ist mit seinem Bankkonto in Brasilien (wahrscheinlich nur mit Schulden)?
Die deutschen Angelegenheiten (er hat über Deutschland die rente bezogen, da sein Erstwohnistz noch immer in Deutschland liegt, da er immer wieder rüber kam) kann ich ganz gut regeln, aber beim Rest sind wir uns nicht sicher.

Kann uns jemand Rat geben ?

Danke.
Stan
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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon mauritaner » Mi 20. Apr 2011, 21:12

Hallo Stan!

Also was das mit Erbrecht anbelangt die Freundin hat sicherlich keinen Anspruch auf irgend etwas.In Brasilien ist es so das z.b. eine Immobilie die einem Partner vor der Heirat schon gehört hat auch bei einer Scheidung in seinem Besitz bleibt.Nur das was in der Ehe zusammen aufgebaut wurde wird auch geteilt.Somit müsstest du klären wie hier die Verhältnisse sind ob ein Objekt schon vorher in seinem Besitz war oder miteinander gekauft wurde.

mfg

Gerhard
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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon Heinzinho » Do 21. Apr 2011, 13:03

Sorry Mauretaner das ist nicht ganz richtig ,natürlich hat die Freundin ein Recht auf ein Anteil wie bei uns Eheänliches Verhältnis .
Sie braucht nur einen Beweis zu erbringen
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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon Vincent » Do 21. Apr 2011, 13:58

Moin,

hier findet Ihr ein wenig Lektüre zu diesem Thema:

http://www.ahkbrasil.com/pdf_public/Fam ... ht2010.pdf

Letzlich ist es sicherlich ratsam einen Anwalt einzuschalten.

Ate

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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon Copa Brasil 2014 » Do 21. Apr 2011, 17:03

stan1974 hat geschrieben:Wie ist denn nun die Rechtslage ?
Problem: zum einen haben wir über meinen Vater einige Grundstücksanteile in Brasilien, die wahrscheinlich über seinen Namen im Grundbuch stehen. Wer erbt das nun ? Hat die neue Freundin auch ein Anrecht ? Oder geht das auf seine Frau in D. (in Brasilien gilt er ja noch als verheiratet) oder auf die Kinder über ???
Was ist mit seinem Bankkonto in Brasilien (wahrscheinlich nur mit Schulden)?


Wenn Dein Vater Vermögen (Grundstück, Bankkonten) hat, dann muss ein s.g. INVENTÁRIO gemacht werden. Hierbei wird auch geregelt wer was erbt und wer nicht. Ohne dieses Inventário kann man in BRA auf legalem Weg nichts regeln.

So wie in Deutschland einfach mit ´nem Erbschein zur Bank gehen und das Konto auflösen oder die Immobilie(n) verkaufen ist nicht!

Wichtig wird auch sein wer die Sterbeurkunde hat. Ich denke mal von Deutschland aus könnt Ihr nicht viel ausrichten, wenigstens Deine Mutter müsste nach BRA reisen und dort pers. alles in die Wege leiten.

:cool:

Até a copa, tá tudo resolvido!
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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon ptrludwig » Do 21. Apr 2011, 18:03

stan1974 hat geschrieben:Hallo,

ich brauche dringend einige Informationen !
Ich lebe mit meinem Bruder und meiner Mutter (Deutsche) in Deutschland.
Mein Vater ist Brasilianer, hat aber auch Deutsche Staatsangehörigkeit seit ein paar Jahren.
Meine Eltern sind in Deutschland geschieden, die Scheidung ist aber in Brasilien noch nicht anerkannt !
Mein Vater hat nun einige Jahre wieder in Brasilien gelebt und dort auch seit 5 Jahren eine Freundin (sie wohnte zuletzt bei ihm). Nun ist er letzte Woche verstorben.

Wie ist denn nun die Rechtslage ?
Problem: zum einen haben wir über meinen Vater einige Grundstücksanteile in Brasilien, die wahrscheinlich über seinen Namen im Grundbuch stehen. Wer erbt das nun ? Hat die neue Freundin auch ein Anrecht ? Oder geht das auf seine Frau in D. (in Brasilien gilt er ja noch als verheiratet) oder auf die Kinder über ???
Was ist mit seinem Bankkonto in Brasilien (wahrscheinlich nur mit Schulden)?
Die deutschen Angelegenheiten (er hat über Deutschland die rente bezogen, da sein Erstwohnistz noch immer in Deutschland liegt, da er immer wieder rüber kam) kann ich ganz gut regeln, aber beim Rest sind wir uns nicht sicher.

Kann uns jemand Rat geben ?

Danke.
Stan

Du und dein Bruder haben auf jeden Fall einen Anspruch auf Erbschaft. Ja und was deine Mutter betrifft, sie ist geschieden ob nun in Brasilien legalisiert oder nicht. In meinen Augen wäre das schon Betrug, wenn man jetzt behauptet man ist noch verheiratet, nur um der Freundin eine Erbschaft ab zu jagen. Ich gehe auch mal davon aus, das dein Vater schon Besitzer der Grundstücke war als er geheiratet hat und deine Mutter bei der Scheidung keinen Anspruch hatte.
Ihr solltet vielleicht auch mal fragen wie teuer die Beerdigung war und ob man sich an einer würdigen Grabstätte für den Vater beteiligen kann, ist ja auch in Brasilien nicht gerade billig. Die Freundin hat dafür vielleicht Schulden gemacht. Letztlich bleibt vielleicht gar nicht mehr viel von der Erbschaft.
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Re: DRINGEND: Erbrecht Brasilien / Deutschland

Beitragvon dimaew » Fr 22. Apr 2011, 18:31

Das brasilianische Erbrecht, bzw. die Abwicklung ist zwar nicht kompliziert, aber mit vielen kleinen Fallstricken verbunden, die einem Deutschen eigentlich fremd sind. Wir ptrludwig schon geschrieben hat, haben die Kinder des Verstorbenen unabhängig davon, wo sie leben, einen Anspruch auf ihren Erbteil. Allerdings muss dies dem Gericht (bei einer komplizierten Auseinandersetzung) oder dem Notar (bei einer einfachen Auseinandersetzung) auch bekannt sein. Das ist die Aufgabe des Inventariante. Gegen das Inventar, dass dieser aufstellt, können die Erben natürlich Einspruch erheben oder Ergänzungen verlangen. Dafür müssen sie aber vor Ort sein oder zumindest vertreten sein. Ein Anwalt ist daher in dieser kontinentübergreifenden Situation unerlässlich.

Die geschiedene Ehefrau hat kein Erbrecht mehr, wie auch ptrludiwg schon sagt. Würde sie es trotzdem geltend machen, verzögert das nur den Auseinandersetzungsprozess, da die Freundin sich ja wohl sofort dagegen wehren würde. Das Erbrecht der "Freundin" entsteht nach zwei Jahren ununterbrochenen Zusammenlebens. Hier ist allenfalls der Nachweis das Problem. Die Kinder können/sollten das aber in Frage stellen, wenn nicht ganz klar ist, dass die Freundin schon länger als zwei Jahre mit dem Verstorbenen zusammen gelebt hat. Das erhöht ja ihren Erbteil.

Wichtig wäre für den TE jetzt, erstmal rauszukriegen, wie der Stand des Prozesses ist (Prozess meint nicht unbedingt Gerichtsprozess) und was bisher veranlasst wurde. Dann muss das Inventar angefordert werden, um es zu überprüfen. Dann müssen gegebenenfalls Einwände erhoben werden und der Inventariant muss das Inventar ergänzen, ändern usw. Das muss dann wieder überprüft werden. Irgendwann muss der Inventariant einen Vorschlag zur Auseinandersetzung der Erbschaft machen. Auch der muss natürlich geprüft werden. Auch die Frage der Erbschaftssteuer muss geklärt werden: fällt welche an, wenn ja, wie wird sie gezahlt usw. Nach der Auseinandersetzung muss diese schließlich umgesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass im Falle von Grundeigentum auch das Register umgeschrieben wird. Falls Geld ausgezahlt wird und nach Deutschland transferiert werden soll, muss sich auch darum jemand kümmern, denn das ist ebenfalls nicht so einfach.
Bei allen Schritten sind vom Gericht gesetzte Fristen zu beachten, gegebenenfalls muss Verlängerung beantragt werden, damit Auskünfte eingeholt werden können.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (chin. Sprichwort)
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