Bagi hat geschrieben:
Das Durchschnittseinkommen eines Arbeiters in São Paulo ist in den letzten 10 Jahren um 33% gesunken.
Im Oktober 2005 verdiente ein Arbeiter im Schnitt 1062 R$. Die Kaufkraft seines Einkommens im Jahre 1995 entspricht aus heutiger Sicht einem Gehalt von 1579 R$.
Entnommen aus der Folha Dinheiro am 21. Dezember 2005
Na, das hätte ja auch prima in den threat gepasst: Ist Brasilien noch zu retten?
Wie soll man diese Entwicklung beurteilen?
Aus Arbeitgebersicht: Prima?
Aus Arbeitnehmersicht: Als Monatsgehalt akzeptabel - wer verdient schon so viel?
Im Vergleich zu Deutschland muss man sich vielleicht vor Augen halten, dass hier nur die
Kaufkraft 1995 mit dem
Einkommen 2005 verglichen wird.
Nominal dürfte das Einkommen daher gestiegen sein.
Aber eben genau diese Entwicklung gibt es in Deutschland auch. Wenn die Löhne um 1% jährlich steigen, aber Gratifikationen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gestrichen werden, gleichzeitig Dank der Energiepreise die Verbraucherpreise um 1,9% jährlich steigen, dann gibt das über 10 Jahre auch einen hübschen Verlust an Kaufkraft.
Im Prinzip belegt diese Meldung "nur", dass die Preise schneller gestiegen sind als die Löhne. Das ist vielleicht ein Ergebnis der (unsozialen) Marktwirtschaft?