Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon Betão » Sa 5. Sep 2015, 10:26

Guten Morgen!



dieses Thema wurde hier vermutlich schon ein dutzend Mal zur Diskussion gestellt, aber ich hätte einfach nur gerne eine kleine Überprüfung der Punkte, die ich bisher zur Eheschließung recherchiert habe, und falls ich etwas übersehen oder vergessen habe einen hilfsbereiten Menschen, der mich darauf hinweisen würde. Und natürlich gibt es auch noch die ein oder andere Frage.

Also meine brasilianische Freundin und ich möchten evenntuell im Januar oder Februar in Deutschland nach einer zweijährigen Fernbeziehung heiraten. Deutschkenntnisse sind bei ihr jedenfalls nicht das Problem, mittlerweile beim Gemeinsamen Europäischen Referenrahmen C1, d.h. sie liest, spricht und schreibt einigermaßen fließend und fehlerfrei. Auch hat sie schon einmal 12 Monate hier als Studentin gelebt.

Gut, also mein Stand ist der, dass sie in Brasilien zwei Dokumente beantragen muss. Zum einen wäre es die "Certidão de nascimento", also die Geburtsurkunde, und zum anderen die "Certidão de solteira", also eine Ledigkeitsbescheinigung. Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass man beide Dokumente von der deutschen Botschaft legalisieren lassen muss und dann von einem gelisteten Übersetzer bearbeiten lassen sollte.

Was bedeutet "legalisieren" in diesem Fall? Meine Freundin meinte auch noch, dass das ein oder andere Standesamt nur eine in Deutschland verfasste Übersetzung als gültig erachtet, stimmt das? Es wäre schätzungsweise hier um einiges kostspieliger als in Brasilien.

Außerdem möchte ich noch fragen, ob es stimmt, dass sie mittlerweile mit einem normalen Touristenvisum für eine Hochzeit in Deutschland einreisen kann oder ein extra dafür ausgestelltes benötigt? Und wie sieht es denn mit der Krankenversicherung für die ersten Monate aus?

Falls ich irgendetwas vergessen haben sollte, dann wäre es nett, wenn man mich darauf aufmerksam machen würde. Gerade fällt mir noch eine der wichtigsten Fragen ein. Und zwar, wie sieht es denn mit der Ausstellung einer Arbeitsgenehmigung aus? Ab wann könnte sie reintheortisch arbeiten? Sie würde eben gerne verschiedene Praktika, als Architektin und auch in einem handwerklichen Beruf absolvieren, da dann vermutlich im Oktober 2016 der Master anstehen würde.



Mit besten Grüßen,

Betão
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon rokas » Di 8. Sep 2015, 18:38

Hallo,

erst mal herzlichen Glueckwunsch :)

Ich habe das Thema gerade hinter mich gebracht. Ich hatte es etwas schwieriger, da meine jetzige Frau bereits in Brasilien verheiratet und wieder geschieden wurde. Wir hatten erst gedacht, dass wir in Brasilien heiraten, da wir in BR bleiben wollten. In Brasilien wollten die von mir eine "konsularische Ledigkeitsbescheinigung" haben. Also ein Wisch vom deutschen Konsulat in Brasilien, welches meinen Familienstand beschreibt. Diese Bescheinigung wird aber nur auf Basis eines "Ehefaehigkeitszeugnisses" erstellt. Und hier faengt dein Thema an: Ich war beim deutschen Standesamt gewesen, um in Erfahrung zu bringen, wie ich dieses Zeugnis bekomme. Dort gab man mir einen Ausdruck vom Oberlandesgericht Stuttgart mit der Aussage "Das brauchen wir von Ihnen.". Man sagte mir auch, dass diese Checkliste gelten würde, wenn beide Partner ledig (nicht geschieden) wären und die Hochzeit in Deutschland stattfindet.

Also wichtig: Ehefähigkeitszeugnis. Angeblich wird das IMMER benötigt. Frag am Besten beim Standesamt mal nach, bei welchem ihr heiraten wollt. Ich habe in Niedersachsen gefragt und man hatte mir diesen Ausdruck gegeben:
http://www.olg-stuttgart.de/pb/site/jum/get/documents/jum1/JuM/OLG%20Stuttgart/L%C3%A4nderverzeichnis/Brasilien4%2014.pdf


Grundsätzlich gilt: Brasilianische Urkunden, welche in Deutschland benutzt werden sollen, müssen vom DEUTSCHEN Konsulat oder Botschaft in BRASILIEN legalisiert werden. Deutsche Urkunden für die Verwendung in Brasilien dementsprechend vom brasilianischen Konsulat in Deutschland.
Legalisieren bedeutet im Grunde, dass das Konsulat bestätigt, dass dieses eine Urkunde bzw. ein Dokument ist, welches von einer brasilianischen Behörde ausgestellt wurde. Man bekommt dann einen Sticker oder einen Stempel plus Unterschrift auf das Original. Ob die Urkunde inhaltlich korrekt ist, wird nicht geprüft.

Mir hatte man zwei verschiedene Dinge bzgl. der Übersetzung gesagt. Man könne die übersetzung von einem in Brasilien beeidigten Übersetzer machen lassen und sich dann vom deutschen Konsulat eine Bescheinigung über diesen übersetzer ausstellen lassen. Diese Methode KANN funktionieren und wurde auch schon teilweise akzeptiert.
Die zweite Aussage war, dass die Übersetzung von einem in Deutschland beeidigten Übersetzer erfolgen MUSS.

Auch wenn die Übersetzung in BR eine ganze Ecke günstiger ist, solltest du auf Nummer sicher gehen und die Übersetzung in DE anfertigen lassen.

In meinem Fall war es aber soviel Zeugs, was die in DE haben wollten, dass der erste Standesbeamte sagte: "Dies soll nun kein Tipp sein, es zu tun, aber suchen Sie mal nach Heiraten in Dänemark". Wir haben erst einige Zeit versucht, die Sachen alle zu beschaffen, haben letztenendes aber doch in Dänemark geheiratet, da hier wesentlich weniger benötigt wurde. Die dänische Heiratsurkunde wurde in Brasilien auch akzeptiert und ich habe jetzt eine brasilianische Heiratsurkunde.

Zum Touristenvisum: Ja, Sie kann mit Touristenvisum in Deutschland heiraten. Aber soweit mir bekannt ist, kann das Touristenvisum nach der Heirat nicht in ein Dauervisum umgewandelt werden. Sie muss das Land bzw. die EU verlassen und wieder einreisen. Dazu gibt es aber Infos auf den Konsulatsseiten.

Etwas mehr Text als gedacht, aber ich hoffe, es ist verständlich :)

Gruss
Robert
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon Brazil53 » Di 8. Sep 2015, 19:42

rokas hat geschrieben:Hallo,

erst mal herzlichen Glueckwunsch :)

Zum Touristenvisum: Ja, Sie kann mit Touristenvisum in Deutschland heiraten. Aber soweit mir bekannt ist, kann das Touristenvisum nach der Heirat nicht in ein Dauervisum umgewandelt werden. Sie muss das Land bzw. die EU verlassen und wieder einreisen. Dazu gibt es aber Infos auf den Konsulatsseiten.

Etwas mehr Text als gedacht, aber ich hoffe, es ist verständlich :)

Gruss
Robert


Brasilianer können ohne (Papier) Visum nach Deutschland für 90 Tage einreisen. Wenn man es schafft in der Zeit zu heiraten, dann bekommt man auch eine Aufenthaltsgenehmigung ohne das Land verlassen zu müssen.
Wenn man in Dänemark heiratet, dann muss man ein Visum zur Familienzusammenführung in Brasilien beantragen, weil sich auf Grund der Heirat (Dänemark)der Zweck der Einreise nach Deutschland geändert hat.
Rein rechtlich muss man Deutschland nach Ablauf von 90 Tagen wieder verlassen. Ob das in jeden Einzelfall auch immer durchgesetzt wird, sei einmal dahingestellt.

Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung wird nach der Hochzeit erteilt.

Bis zur Hochzeit kann sie über eine Reisekrankenversicherung versichert werden. Danach kannst du sie bei deiner öffentlichen Krankenkasse kostenlos Familienversichern. Solltest du eine private Krankenversicherung haben, dann wirst du sie dort extra versichern müssen, dass ist nicht kostenlos. Dann musst du vergleichen wer dann den besten Tarif anbietet, das kann unter Umständen auch eine öffentliche Krankenkasse sein.

Zu den benötigten Papieren sage ich nicht, aber wie man das handhabt, habe ich mal das Merkblatt der Botschaft angehängt. Besonders den Punkt 5 beachten, damit man nicht alles doppelt machen muss.

5. Die Auslandsvertretungen können nur Urkunden legalisieren, deren Unterschriftsproben der Urkundsbeamten (Notariate und Standesämter) ihnen vorliegen. Hinweis: Sollte die Unterschriftsprobe des Urkundsbeamten nicht in der zuständigen Auslandsvertretung vorliegen, muss zunächst entweder eine Unterschriftsprobe („sinal público“) des jeweiligen Notars oder Standesbeamten in einem versiegelten Umschlag nachgereicht werden oder eine Überbeglaubigung durch das brasilianische Außenministerium (Itamaraty, siehe oben Punkt 4.), eine seiner Außenstellen oder ein Cartório eingeholt werden. Welche Cartórios oder Tabeliães diese Überbeglaubigung vornehmen können, müssten Sie beim Cartório des Ortes erfragen, wo das Dokument ausgestellt wurde.


http://www.brasil.diplo.de/contentblob/3916126/Daten/4136586/Merkblatt_Legalisation.pdf

Bei Übersetzungen gibt es immer wieder Schwierigkeiten, selbst wenn man sie in Brasilien von einem vereidigten Übersetzer übersetzen lässt. Das mag bei einfachen Dokumenten, in Deutschland noch anerkannt werden, aber nicht bei sehr wichtigen komplexen.

Auch hier mal einen Ausschnitt aus eine FAQ

Kann die deutsche Auslandsvertretung eine Übersetzung beglaubigen?

Übersetzungen gelten als Sachverständigenleistungen, nicht als öffentliche Urkunden und können daher durch die deutsche Auslandsvertretung grundsätzlich nicht beglaubigt werden. Allenfalls könnte - sofern die Voraussetzungen hierfür vorliegen - die Unterschrift des Übersetzers beglaubigt werden. Die Bestätigung der Richtigkeit und ggf. Vollständigkeit einer Übersetzung wäre mit einer Unterschriftsbeglaubigung aber nicht verbunden.

Von deutschen Behörden wird meist eine Übersetzung von fremdsprachigen Urkunden gefordert. Diese Übersetzung soll nach Möglichkeit von einem in Deutschland öffentlich beeidigten oder anerkannten Übersetzer gefertigt werden. Ob eine im Ausland gefertigte Übersetzung in Deutschland verwendet werden kann, entscheidet die jeweilige Behörde in eigenem Ermessen.

Anschriften von Übersetzern in Deutschland können bei den Geschäftsstellen der Gerichte erfragt werden.

Info des auswärtigen Amtes zu den Fragen von Beglaubigungen usw.

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/BeglaubigungLegalisation/Uebersicht.html?nn=332718
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon cabof » Do 10. Sep 2015, 05:41

Mein Fall: als Touristin eingereist = 90 Tage, kurz vor Verfall, Antrag bei der AB auf Verlängerung eingereicht, VHS Deutschkurs als Vorgabe und weitere - ziemlich heftige - Dokumentensachen wurden verlangt, Fazit ein Jahr - danach die Heiratsdokumente eingereicht - zuständig das örtliche Standesamt mit allen Facetten - Verlängerung durch die AB - aber wie in dem Forum mitgeteilt, jede Behörde handelt nach Gutdünken obwohl die Gesetzesvorlage eindeutig ist. Viel Glück.
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon moni2510 » Do 10. Sep 2015, 07:20

nur noch grundsätzlich zu den Dokumenten, die unterscheiden sich naatürlich nicht, egal ob man in Brasilien oder Deutschland heiratet. Denn die Ehe ist automatisch in beiden Ländern gültig.

Um dieses "Ehefähigkeitszeugnis" kommt man nicht drumrum... Wenn man sich aber rechtzeitig und freundlich erkundigt, dann klappt das auch. Ich hatte das von Brasilien aus mit dem Münchner Standesamt alles per email abgestimmt und bin so im Heimaturlaub ohne Probleme in der Lage gewesen, das Dokument zu bekommen :mrgreen:

Wir haben in Brasilien geheiratet, weil wir halt beide dort gewohnt haben. War praktischer, wir hätten aber sicher auch ohne größere Probleme in DE heiraten können.
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon cabof » Do 10. Sep 2015, 08:07

Ja Moni, wenn die Ehe bereits geschlossen ist, dann ist das eine andere Baustelle und dürfte weniger Probleme bereiten, der User fragt nach anstehender Ehe und da muss man durch den Behördenkram, wollen wir ihm viel Glück wünschen, soll er mal berichten. Danke.
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon moni2510 » Do 10. Sep 2015, 09:50

und ja... die Rennerei NERVT! Aber da hilft halt gutes Durchhaltevermögen. Wer heiraten will, dem muss es das wert sein. :D
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon DerBer » Do 10. Sep 2015, 15:01

Betão hat geschrieben:
Also meine brasilianische Freundin und ich möchten evenntuell im Januar oder Februar in Deutschland nach einer zweijährigen Fernbeziehung heiraten. Deutschkenntnisse sind bei ihr jedenfalls nicht das Problem, mittlerweile beim Gemeinsamen Europäischen Referenrahmen C1, d.h. sie liest, spricht und schreibt einigermaßen fließend und fehlerfrei. Auch hat sie schon einmal 12 Monate hier als Studentin gelebt.



Das ist sehr gut. Sie sollte jedoch ein Zertifikat von einem anerkannten Institut wie z.v. Göthe-Institut haben.
Ein weiterer Vorteil ist daw ihr kein Übersetzer braucht beim Standesamt wenn sie über B1 ist.

Betão hat geschrieben:
Gut, also mein Stand ist der, dass sie in Brasilien zwei Dokumente beantragen muss. Zum einen wäre es die "Certidão de nascimento", also die Geburtsurkunde, und zum anderen die "Certidão de solteira", also eine Ledigkeitsbescheinigung. Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass man beide Dokumente von der deutschen Botschaft legalisieren lassen muss und dann von einem gelisteten Übersetzer bearbeiten lassen sollte.



Genau. Bei meiner Frau war das jemand der ohnehin im Göthe-Institut gearbeitet hat. (Und die Übersetzung war teurer wie die in deutschland)

Betão hat geschrieben:
Was bedeutet "legalisieren" in diesem Fall? Meine Freundin meinte auch noch, dass das ein oder andere Standesamt nur eine in Deutschland verfasste Übersetzung als gültig erachtet, stimmt das? Es wäre schätzungsweise hier um einiges kostspieliger als in Brasilien.



Die machen halt ein Stempel drauf bzw Rufen vorher noch bei den Ämtern in Brasilien an wo die Dokumente ausgestellt haben. Der Aussteller der Dokumente muss der Botschaft oder dem Konsulat bekannt sein. Wenn er das nicht ist machen die ihn eben bekannt. Das ist aber alles denen ihre Sorge.


Betão hat geschrieben:
Außerdem möchte ich noch fragen, ob es stimmt, dass sie mittlerweile mit einem normalen Touristenvisum für eine Hochzeit in Deutschland einreisen kann oder ein extra dafür ausgestelltes benötigt? Und wie sieht es denn mit der Krankenversicherung für die ersten Monate aus?



Einfach als Tourist einreisen ist okay. Jedoch solltet ihr einen Hin und Rückflug nach Brasilen buchen. Mit einem einfachen Flug kann es zu Problemen kommen. (Bei uns waren damals Flüge ohne Rückflug aus irgenwelchen Gründen auch teurer wie beide Tickets)

Eine Incoming Versicherung kannst du Online abschließen. Einfach mal nach "Incoming Versicherung" googeln

Betão hat geschrieben:
Falls ich irgendetwas vergessen haben sollte, dann wäre es nett, wenn man mich darauf aufmerksam machen würde. Gerade fällt mir noch eine der wichtigsten Fragen ein. Und zwar, wie sieht es denn mit der Ausstellung einer Arbeitsgenehmigung aus? Ab wann könnte sie reintheortisch arbeiten? Sie würde eben gerne verschiedene Praktika, als Architektin und auch in einem handwerklichen Beruf absolvieren, da dann vermutlich im Oktober 2016 der Master anstehen würde.



Die Arbeitsgenehmigung gibts nach der Eheschließung zusammen mit dem eAT. Ab dem Zeitpunkt kann Sie auf jedenfall Arbeiten.
Beantragen mussten wir da nichts extra.

Am besten gleich nach der Eheschließung aufs brasilianische Konsulat und die Ehe eintragen lassen und einen neuen Reisepass machen
lassen (bei geändertem Nachnamen der Frau) Dann erst aufs Ausländeramt gehen und einen eAT beantragen. Der eAT ist 1. nur so lange gültig
wie der Reisepass und 2. beinhaltet die Nummer des Reisepasses.
Wenn ihr nach der Beantragung des eAT einen neuen Reisepass macht dann müsst ihr auch gleich nochmal einen eAT machen lassen.
Also 1. zu den Brasilianern und dann erst zum Ausländeramt. Oder eben 2 mal eAT machen lassen (und zahlen). Beim Konsulat muss man oft dafür
ein Termin ausmachen. Also rechtzeitig einen Termin ausmachen. Bei uns gabs lange Wartezeiten.
Ihr müsst dort so oder so hin und den Wahlbezirk deiner Frau auf Deutschland legen zu lassen.

Evtl könnte Sie verpflichtet werden an einem Integrationskurs teil zu nehmen. Zumindest den Teil wo die Fragen über Bundesländer und das ganze Zeugs gefragt werden.

Am besten ist es mit dem Standesamt gleich einen Termin für den Tag nach dem ihr in Deutschland ankommt zu machen. Das kann sich alles recht lange ziehen.

Nach der Eheschließung am besten auch gleich bei der Krankenkasse anmelden und eine Bestätigung holen die incoming zieht dann nämlich nicht
mehr wenn was ist und das Ausländeramt will das Dokument sehen (soweit ich das noch in Erinnerung habe)

Evtl auch daran denken das der Bildungsabschluss von deiner Zukünftigen hier anerkennt werden muss und auch nochmal einige Dokumente zum übersetzen sind.
Wenn ihr Euch nach der Eheschließung beim Arbeitsamt meldet kann es sein das die die Übersetzung und Anerkennung übernehmen (also die Kosten).

Aber am besten bei allen Behörden nochmal nachfragen was für Dokumente ihr Braucht.
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon Trem Mineiro » Do 10. Sep 2015, 16:57

Noch einen Hinweis zur Einreise als Tourist (der dann in Wirklichkeit doch heiraten will.)
Für das Touristenvisum sind halt die erforderlichen finanziellen Mittel vorzuweisen. Wenn also gefragt wird, wie lange man bleiben will und dann 3 Monate sagt, sind das locker, 5400 Euro, mit Einladungsschreiben, dass Wohnraum verspricht immer noch 2.700 Euro.
Für das Touristen-Visum ist eine "Rückkehrwilligkeit" Voraussetzung. Bei der Einreise darf also nicht gesagt werden dann man heiraten will und dann gleich in Deutschland. Formal ist das auch eine Verschleierung des Aufenthalts-Grundes. Beides kann zur berechtigten Zurückweisung führen.(Also auch die Papiere gut verstecken)
Ich geh mal davon aus, dass die Braut in Deutschland Schengenraum betritt, bitte nicht über Lisboa oder Madrid einreisen. In Frankfurt (oder sonst wo) ist man vor Ort und kann eingreifen/unterstützen.

Ist alles nur eine Vorsichts-Maßnahme. Mit normalem Auftreten bei Einreise wird schon alles gut gehen. Nur nicht von Hochzeit oder bleiben reden (daher auch ein Rückflugticket)

Viel Glück
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Re: Eheschließung in Deutschland mit einer Brasilianerin

Beitragvon Brazil53 » Do 10. Sep 2015, 19:14

Trem Mineiro hat geschrieben:Noch einen Hinweis zur Einreise als Tourist (der dann in Wirklichkeit doch heiraten will.)
Für das Touristenvisum sind halt die erforderlichen finanziellen Mittel vorzuweisen. Wenn also gefragt wird, wie lange man bleiben will und dann 3 Monate sagt, sind das locker, 5400 Euro, mit Einladungsschreiben, dass Wohnraum verspricht immer noch 2.700 Euro.
Für das Touristen-Visum ist eine "Rückkehrwilligkeit" Voraussetzung. Bei der Einreise darf also nicht gesagt werden dann man heiraten will und dann gleich in Deutschland. Formal ist das auch eine Verschleierung des Aufenthalts-Grundes. Beides kann zur berechtigten Zurückweisung führen.(Also auch die Papiere gut verstecken)
Ich geh mal davon aus, dass die Braut in Deutschland Schengenraum betritt, bitte nicht über Lisboa oder Madrid einreisen. In Frankfurt (oder sonst wo) ist man vor Ort und kann eingreifen/unterstützen.

Ist alles nur eine Vorsichts-Maßnahme. Mit normalem Auftreten bei Einreise wird schon alles gut gehen. Nur nicht von Hochzeit oder bleiben reden (daher auch ein Rückflugticket)

Viel Glück
Trem Mineiro


Immer wieder deine verwirrenden Hinweise. Sie sind völlig fasch!!!

Für Brasilianer, welche Deutschland besuchen möchten, ist kein Visum wie auch immer notwendig. Es gibt einen Einreisestempel in den Pass und gut ist es. Damit können die einreisenden Brasilianer sich im gesamten Schengenraum bewegen wie sie möchten.
Mit der Einreise als Tourist, kann jeder Brasilianer in Deutschland heiraten und sogar sanktionslos seine Aufenthaltstitel ändern.
Er kann nach der Heirat eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Die innerstaatliche Vereinbarung Brasilien sieht ausdrücklich vor das dieser Wechsel des Zweckes des Aufenthaltes, möglich ist.
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