ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon MESSENGER08 » Fr 18. Mär 2011, 21:11

nonato hat geschrieben:Nur zum besseren Verständnis: Was spricht gegen die Beantragung eines VITEM 1 für Sozialarbeit?


Vermutlich die sehr hohen Anforderungen sowohl an die Qualifikation (und deren Nachweis) des Praktikanten als auch, und vor allem, an die Organisation oder Einrichtung in BRA, bei der das Paraktikum absolviert werden soll.
Sprich die Einrichtung muss bei entsprechenden Behörden registriert, anerkannt und für Praktikanteneinsätze autorisiert sein. Um diese Hürden alle erfolgreich zur nehmen in BRA braucht man viel Zeit, Geld und Geduld. Somit wird höchtens eine handvoll von EInrichtungen übrig bleiben die sich den ganzen Stress und Ärger antun wollen, nur damit ein paar Gringos Praktikum machen können!

:roll:
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon karlnapp » Fr 18. Mär 2011, 21:38

Die Wahrscheinlichkeit ohne Visum in Brasilien erwischt zu werden ist dort wesentlich geringer einzustufen, als für einen Illegalen in Deutschland.
Wenn Du die, bei der Ausreise, fällige Strafe vermeiden möchtest, so nimm einfach eine Omnibus-Reise nach Foz de Iguacu auf Dich, dort begibst Du Dich über die Brücke nach Paraguay, vergiss aber nicht, Dir einen Einreisestempel in den Pass drücken zu lassen.
Von Ascunsion fliegst Du dann, vermutlich mit der Iberia, nach Deutschland und beantragst einen neuen Pass, falls Du zukünftig die Absicht hast nach Brasilien zurückzukehren.
Alles ein Rechen- und Mutexempel! Vielleicht rentiert sich's so!
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon dimaew » Fr 18. Mär 2011, 21:45

Grundsätzlich ist gegen diese "Empfehlung" nichts einzuwenden. Sie könnte aber einen Haken haben. Die Polícia Federal speichert seit einiger Zeit alle Daten eines Einreisenden. Sofern der (neue) Reisepass also keine vom alten abweichenden Daten enthält, was ja schwerlich möglich ist, wird auch bei einer späteren Einreise mit einem neuen Pass festgestellt werden, dass die "Ausreise" nach der früheren Einreise fehlt. Inwiefern sich das dann auf eine erneute Einreise auswirkt, kann ich nicht sagen.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (chin. Sprichwort)
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon cabof » Fr 18. Mär 2011, 22:32

bevor Du Dich auf das Glatteis begibst, begnüge Dich mit 180 Tagen, danach hast Du auch eine Kopfschmerzen wenn
Du in Zukunft nach Brasilien reisen möchtest, hast ja einen Grund, Namorado, und es wäre nicht so gut, wenn die
PF / Behörden da nicht mitspielen. Klar, man kann über die grüne Grenze ausreisen und später auch mal wieder so
einreisen.. hat aber nichts Gutes.

Frage allgemein: hat das schon mal jemand gemacht? Schauen die Grenzer in PY nicht so genau hin?
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon nonato » Sa 19. Mär 2011, 09:36

misssunshine hat geschrieben:Okay, muss nochmal schreiben, weil ichs nicht richtig gelesen hab...In einem anderen Beitrag hab ich gelesen, dass man für das Sozialvisum eine Ausbildung in dem Bereich haben muss, die hab ich aber leider nicht.

Ich würde Dir empfehlen, die für die Beantragung eines VITEM 1 nötigen Unterlagen beim brasilianischen Generalkonsulat nachzufragen und Dich nicht auf einen obskuren Beitrag zu verlassen.
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon karlnapp » Sa 19. Mär 2011, 12:03

Gut, der Tipp mit der "grünen Grenze von Paraguay"stammte von einem ehemaligen leitenden Beamten der PF, der sich gestern, wg. eines familiären Anlasses, zufällig bei uns aufhielt. Übrigens bemerkte der auch, dass ein Touristenvisum keinesfalls zur Mitarbeit in einem sozialen Projekt berechtigt. Aber wie immer und überall gilt: "Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter!"

Auch stellt sich die Frage, ob Brasilien überhaupt auf die soziale Mitarbeit eines Ausländers angewiesen ist, der nach eigenen Angaben, keinen Sozialberuf nachweisen kann!
Darüber hinaus erlaube ich mir, in meiner typischen, ekligen, und zersetzenden Art, auch mal die respektlose Bemerkung, ob meinem Gastland mit fremdländischen Hilfen eigentlich gedient ist bzw. ob diese die Motivation zu durchaus denkbaren, nationalen, sozialen Aktivitäten unterdrückt.
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon BenHH » Sa 19. Mär 2011, 20:17

Moin,

karlnapp hat geschrieben:Auch stellt sich die Frage, ob Brasilien überhaupt auf die soziale Mitarbeit eines Ausländers angewiesen ist, der nach eigenen Angaben, keinen Sozialberuf nachweisen kann!


das kann ich nur unterschreiben.

@ misssunshine
Du solltest dir genau überlegen ob du ohne qualifizierte Ausbildung überhaupt hilfst oder du nur deine eigene Neugier und Hilfssucht befriedigen willst.
Sorry, das ich dich direkt so angreife. Aber ich arbeite seit mehr als 5 Jahre in Krisen- und Kriegsgebiete, wo wirklich jede Hand gebraucht wird. Wenn du wirklich was vernüftiges machen willst, dann gehe in solche Gebiete.
Ich kann dir hierzu gerne einige Adressen per PN senden, wenn du Interesse hast.

Zurück zur Frage:
Ich würde mich nicht ohne gültiges Visa in Brasilien aufhalten. Entweder besorgt dir deine Organisation ein ordentliches Langzeitvisa oder mache das halbe Jahr und dann zurück nach Deutschland.

Wundere mich sowieso was das für eine Orga. ist die einen Mitarbeiter/Praktikant ohne gültiges Visa abreisen lässt :roll: .

Gruß

Ben
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon cabof » Sa 19. Mär 2011, 21:47

Nur mal so: meine Frau und weitere Brasilianerinnen arbeiten in DE in sog. sozialen Berufen/Einrichtungen und
die Organisation sucht händeringend Leute. Es liegt mit Sicherheit nicht an der Bezahlung, die ist nämlich top
für Leute die keine Ausbildung auf diesem Sektor haben - allemal. Arbeitszeit von 8-16 Uhr, Urlaub, Weihnachtsgeld
und Festanstellung. Es geht um die Betreuung behinderter Kinder, und davon nur 1 pro Kraft. Wie sieht die
Wirklichkeit aus? Städtische Angestellte, hängen im Aufenthaltsraum rum, trinken Kaffee und rauchen, Handy, klar
und meine Frau hat dann fast die gesamte Rasselbande am Hals..... da kriegt sie schon mal einen "Hals"......
im Herbst bekommt sie eine Reise nach Südamerika geschenkt um eine Familie mit einem behinderten Kind zu begleiten, alles aus der Sozialkasse bezahlt... das hat was.
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon karlnapp » Sa 19. Mär 2011, 23:11

Aber ich arbeite seit mehr als 5 Jahre in Krisen- und Kriegsgebiete, wo wirklich jede Hand gebraucht wird.

Im Namen und Auftrag von zwei nationalen EU-Länder Entwicklungsdiensten haben meine Ehefrau und ich 5 1/2 Jahre in afrikanischen Post-Bürgerkriegsländern hinter uns. (Abzüglich der wohlverdienten Jahresurlaube, die wir in Deutschland verbrachten.)
Für solche Aufgaben werden die Bewerber nach bestimmten Kriterien sorgfältig ausgewählt und werden vorher einem harschen Eignungstest unterzogen. Selbst während der Einsätze wurden von uns alle drei Monate Berichte erwartet, die unsere Tätigkeiten mit „sog. mess- und zählbaren Indikatoren“ belegten. Zusätzlich hatten wir jedes Jahr eine Fremdevaluierung zu überstehen, für die vom Kooperationspartner eine positive Bewertung, insbesondere auf die Nachhaltigkeit unsrer Arbeit, erwartet wurde. Wahrlich nichts für Anfänger!
Nur wenig Zeit blieb uns für unsere private Internet-Korrespondenz und auf die Idee, in einem Forum Beiträge zu veröffentlichen, sind wir niemals gekommen.

Es steht mir nicht zu, alle privaten Hilfsorganisationen in Bausch und Bogen schlecht zu beurteilen, ohne deren Aktivitäten überhaupt zu kennen. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kann ich jedoch davon ausgehen, dass viele von diesen, bei Fremdevaluierungen nach EU-Richtlinien, nicht besonders gut weg kämen. Aus diesem Grunde nehme ich mir die Freiheit, den selbsternannten Entwicklungshelfern, die ständig um Spenden für deren Projekte bitten, mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, zumal in den meisten Fällen deren Lebensunterhalt ja ebenfalls aus dem Spendentopf bestritten wird. Und wie der mitunter aussieht, das kann ich aus eigener Anschauung sehr wohl beurteilen, da ich nunmehr gleichfalls gelegentlich zu Fremdevaluierungen von Projekten herangezogen werde.

Unsere vorgegebene Maxime war immer die Vermittlung der Hilfe zur Selbsthilfe. Und genau da ist der Grund zu suchen, warum ich gegenüber ausländischen Hilfsorganisationen in Brasilien argwöhnisch bin. Dies umso mehr, wenn eine private Organisation junge Europäer/innen, ohne fertigen oder geeigneten Berufsabschluss und –erfahrung, auf deren eigene Kosten, zur aktiven Mitarbeit einlädt.
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Re: ein Jahr in Brasilien-welche strafen ohne visum?

Beitragvon misssunshine » So 20. Mär 2011, 00:24

Ich kommentiere hier jetzt nochmal, obwohl das Ganze sehr vom eigentlichen Thema abgewichen ist und durch fantasievolle Spekulationen auch gar nicht mehr den Tatsachen entspricht. "Im sozialen Bereich" bedeutet in meinem Fall, in einer Gemeinde mitzuhelfen, die noch nicht lange besteht und sich Praktikanten gewünscht hat. Ich denke nicht, dass es irgendwem, der das Aufgabengebiet nicht kennt, zusteht, zu beurteilen ob man ohne Berufsausbildung für diese Stelle qualifiziert ist oder nicht. Die Frage, ob meine Arbeit da erwünscht ist, werde ich mal unkommentiert lassen, weil sie sich auch erübrigt für mich... Danke für einige produktive Beiträge, sie haben mir wirklich geholfen.
Liebe Grüße
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