ein Münchner Rentner will nach BR

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon pejowi » Mo 18. Jan 2016, 19:47

uff, diese Zeilen machen mir wieder etwas Mut =D> =D>
tudo bem
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon amazonasklaus » Mo 18. Jan 2016, 20:38

Colono hat geschrieben:
cabof hat geschrieben:.. im Schoße von Mutti verweilen, die bessere von allen Alternativen. Fragt sich auch hier - wie lange noch.
Lieber nicht Cabof, in diesem Fall mūsste ich mir fūr meine alten Jahre noch einen Kampfanzug besorgen. :shock:

Ein motorisierter Kampfrolator, das wär's. Der würde sich allerdings, anders als ein universell einsetzbarer Kampfanzug, für Brasilien wegen der bekannten Gehwegproblematik nicht gut eignen.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon sonhador » Do 21. Jan 2016, 22:28

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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon cabof » Fr 22. Jan 2016, 09:23

Unter dem Strich zusammengefasst... ganz unmöglich ist eine Einwanderung oder Langzeitaufenthalt in Brasilien nicht. Bleiben nur die Rahmenbedingungen vor Ort, damit muss man zurecht kommen. Die Unzulänglichkeiten bemerkt der normale Turi kaum, wenn man aber fest aufschlägt sieht die Sache anders aus, hat man Knete genug ist alles easy - werde berichten.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Takeo » Fr 22. Jan 2016, 23:07

Ihr redet immer von Krankenkasse... das ist so dieses typisch deutsche... ich MUSS versichert sein!!! MUSS man wirklich??

Ich hatte das Problem 2013 mit meiner Mutter (Deutsche, 76 Jahre), die ich 2013 aus Uruguay nach Brasilien geholt hatte. Krankenkasse unbezahlbar... egal... sie ist nicht versichert und es klappt wunderbar:

Wollen wir mal rechnen: für kleine Weh-Wehchen SUS, und dann in die Apotheke; für grössere Beschwerden mal 'ne private Consulta (incl. Retorno) bezahlen: zwischen 120,- R$ und 400,- R$... das muss man bezahlen können, sonst lohnt sich das Leben in Brasilien eh nicht.... und was soll da noch kommen? 'Ne Operation? Mein Vater (Deutscher, lebt seit 30+ Jahren in Brasilien), hat keine Krankenkasse... Prostata 'raus: 12.000,- R$... Vom Mototrrad gefallen, das Mottorrad auf ihn 'drauf, Fuss zermatscht: 4.500,- R$ alles wieder in Ordnung... zuviele Klimzüge gemacht, Sehne gerissen: 2.000,- R$... ... und wer ein bisschen auf seine Gesundheit achtet muss sich ja auch nicht ständig zusammenflicken lassen, und braucht nicht die teure Krankenkasse, die ja erst teuer ist weil man im Rentenalter eintritt...

Also: Geld sparen und das Risiko, was man für teueres Geld auf die Krankenkasse abschiebt selbst auf sich nehmen... ... einfach mal durchrechnen... die ärmeren Brasilianer haben ja auch oft keine Krankenkasse (Unimed, SulAmérica, Amil etc...)... ... und im Endeffekt hilft einem die Krankenkasse wenn's drauf ankommt auch nicht... dann heisst es... jaaaa aaaaber...
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon zagaroma » Sa 23. Jan 2016, 00:12

Takeo hat geschrieben:... und im Endeffekt hilft einem die Krankenkasse wenn's drauf ankommt auch nicht... dann heisst es... jaaaa aaaaber...


Das kann ich nur bestätigen. Ich habe zwei brasilianische Freundinnen hier mit ernsten Gesundheitsproblemen und einem teuren plano de saude. Die müssen, auch wenn das Problem akut ist, immer erstmal 2-3 Monate mit ihrer Krankenkasse diskutieren, bis sie die Autorisationen zur Behandlung zusammenhaben und in eine Klinik eingewiesen werden.

Was mich am meisten schockiert hat, ist die Tatsache, dass die Ärzte, die mit den privaten Krankenversicherern zusammenarbeiten, eine Behandlung einfach ablehnen können, wenn sie ihnen zu schwierig oder riskant vorkommt. Die sagen einfach nein, den Patienten nehme ich nicht. Eine dieser Freundinnen hat einen seltenen Magenvorfall und findet in ganz Recife keinen Arzt, der sie operieren will. Und dafür bezahlt sie 1.300 R$ im Monat! Ich sage ihr immer, sie soll doch ins öffentliche Krankenhaus gehen, da können sie niemanden ablehnen, aber nein, Horror, das will sie nicht.

Wir halten das auch so: wenn was passiert, gehen wir zu einem guten Hausarzt, die Visite kostet hier so 200 R$. Brauchen wir eine Röntgenaufnahme, gehen wir für 70 R$ ins Privatlabor. Wenn es ein akuter Notfall ist, wie ein Knochenbruch oder Unfall, weist der Hausarzt uns sofort ins öffentliche Krankenhaus ein, das nächste bei uns ist sehr modern, bequem und hat gute Ärzte. Meine Mutter hatte eine vollständige Brustkrebsbehandlung mit Operation schon 20 Tage nach der ersten Visite mit Biopsie, nach 48 Stunden war sie wieder zu Hause. Dann Chemo, Bestrahlung und 5 Jahre teures Medikament, alles gratis. Mit meinem Hüftbruch wurde ich auch sofort als Notfall eingeliefert, ich war nach 6 Tagen operiert und wieder zu Hause. Mit einer Privatversicherung würden wir heute noch über die Genehmigungen streiten.

Die Brasis haben alle eine Terrorangst vor der SUS, ich habe keine Ahnung warum.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Itacare » Sa 23. Jan 2016, 00:13

Eine KK sollte meiner Meinung nach den GAU absichern, hohe SB, niedrige Beiträge.
Ein Kollege wurde Mitte letztes Jahr hier in D von der Straße gedrängt. Das Kennzeichen des Verursachers hat er sich in dem Schreck nicht gemerkt. Gegen den Baum, Beine nicht mehr gespürt, mit dem Heli in eine Unfallklinik, mehrere OP's, Reha, jetzt im Januar fing er wieder an. In B ohne Versicherung hätte er wählen dürfen zwischen lebenslangem Ruin oder Verabschiedung von den Beinen.
Die gesunde Lebensweise alleine bringt es also nicht, man kann da auch schnell unverschuldet in Probleme geraten.
Auch wenn man dieses Risiko als vernachlässigbar betrachtet, muss immer noch die Disziplin bestehen, die eingesparten KK-Beiträge auf die hohe Kante zu legen. Das ist bei den lebefreudigen Brasilianern eher unwahrscheinlich.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Ararenser » Sa 23. Jan 2016, 01:58

Aktuelles aus dieser Woche. Meine geliebte Sogra ist leider verstorben. Hatte am Sonntagabend einen Infarkt in Barretos. Hatte einen Plano Unimed. Da Unimed dort in Santa Casa integriert ist, sofort dorthin. Dort lag sie mehrere Stunden im Pronto Socorro. Trotz drängen der Schwester und Info das sie einen guten Plano hat, vergingen wichtige (vermutlich entscheidende) Stunden, bis sie auf die UTI kam. Da hatte sie schon einen Schock, da sie nicht medikamentös versorgt wurde. Dadurch zweiter Infarkt und nach 2 Tagen abgelebt. Es gibt keine Garantie dafür, dass sie noch leben würde, wäre sie sofort auf die UTI gekommen und medikamentös richtig behandelt worden, aber es hätte eine Chance bestanden. Meine Frau hat bereits einen Anwalt eingeschaltet und die entsprechenden Unterlagen im Krankenhaus eingefordert. Sie wurde trotz Plano nämlich nicht richtig Erstversorgt. Jetzt will sie prozessieren. Bringt Sogra auch nicht zurück, aber es hilft meiner Frau bei der Trauerverarbeitung. So hat sie das Gefühl, dass Sie für das Recht ihrer Mutter einsteht.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon moni2510 » Sa 23. Jan 2016, 07:15

Es kommt halt immer drauf an, wie alt man ist, wo man wohnt etc.... in Rio nur auf die SUS zu vertrauen halte ich für sehr sehr sehr riskant. Da ist halt leider derzeit kein schönes neues vollfunktionstüchtiges Krankenhaus, falls man sich den Haxen bricht. Da sollte man schon die Kohle haben, um ins priv. Krankenhaus zu gehen.

Mein Mann musste ja ein paar Arztbesuche abarbeiten in Rio Ende letzen Jahres, dazu auch ein MRT... Den Termin hat bei RioImagen wäre im Mai gewesen, dann ist er halt auch ins priv. Labor gegangen und da ging das am nächsten Tag und für 300R$ über die Bühne.

Ich hatte ja damals einen Plano von der Firma, da hatte ich nix zu meckern. Aber meine Sogra zahlt auch 1800R$, aber ihr größtes Hobby sind auch Arztbesuche. Und wenn der eine nix findet und ihr Pillen verschreibt, dann geht sie halt zum nächsten.

Was mit der SUS gar nicht geht sind chronische Krankheiten, die im Alter auftreten können. Zumindest in Rio gibts dann mal kein Insulin oder keine Pillen gegen hohen Blutdruck oder sonst was.
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Regina15 » Sa 23. Jan 2016, 08:41

Ich kann Monis Ausführungen nur bestätigen.
Die Zustände sind eine Schande für das Land.
http://brasil.elpais.com/brasil/2015/12/24/politica/1450956742_848507.html
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