ein Münchner Rentner will nach BR

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon GatoBahia » Mi 23. Mär 2016, 05:57

Takeo hat geschrieben:
GatoBahia hat geschrieben:.... das Land hat seine Probleme und genau dafür liebe ich es! ...


??? ... und was soll das genau heissen??? Du liebst Brasilien für seine Probleme???

Findest Du es gemütlich, oder romantisch, oder herrenmenschlich... wäre es nicht besser wenn Brasilien weniger Probleme hätte? Würdest Du Brasilien nicht lieben wenn es keine Probleme hätte... oder... vielleicht... weil Du Brasiliens Probleme nur vom Hören Sagen kennst und nicht an der eigenen Existenz spüren musst???

linksgerichtet??? Herrenmenschenperspektive???

Hipocrisía!!!


Ein Land das keine Probleme hat wird sich nicht mehr weiter entwickeln. Ich kenne nur ein solches Land das meint gar keine Probleme zu haben und das daher seine perfekte politische und wirtschaftliche Ideologie einem ganzen Kontinent aufzwingen will. Brasilien kenn ich aus eigener Erfahrung und weis das es dort nicht immer rund läuft, es finden sich aber Lösungen.
Ob es nun ein überschwemmtes und fortgespültes Haus oder der Schulbesuch der Tochter ist :idea:

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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Brasilien09 » Mi 23. Mär 2016, 10:00

Hi @GatoBahia,

Stimme Dir voll und ganz zu.
Ich selber war 2009 das erste mal in Brasilien, in Rio. Bin dann 2011 für immer nach Brasilien ausgewandert und glücklich mit einer Baianerin verheiratet. Haben 3 Jahre in Salvador gelebt und leben nun in Floripa.

Ich bin damals ausgewandert weil in Europa nur noch zwei Dinge wichtig sind, Arbeiten und Geld.
So etwas wie in Brasilien, vor allem im Norden und Nordosten gibts es nicht in Europa.
Gerade im Nordosten (Bahia) ruft der Nachbar nicht gleich die Polizei nur weil Du am Wochende Musik laufen lässt und Freunde und Familie zum Churrasco einlädst. Ich musste leider in den Süden ziehen wegen der Infrastruktur, sprich Internetanbindung und zuverlässigkeit von Strom, da ich von zuhause aus arbeite.

Vermisse aber sehr meine Camarões und Moqueca hmmm....

Klar auch Brasilien hat Probleme und im Norden ist es schon so das, was Sicherheit, angeht man schon aufpassen muss.
Auch Freunde zu finden ist schwieriger weil viele Dich als Reichen Gringo sehen (im Norden und Nordosten), aber es gibt eben auch noch Ausnahmen und nicht alle sind so. Habe in Salvador und andere Städte in Bahia und Aracaju auch sehr gute neue Freunde gefunden mit denen ich weiterhin sehr regen Kontakt habe und wir (ich und meine Frau) ab und zu hoch fliegen. Aber Banditen gibt es auch in Europa.

Wer nach Brasilien auwandern will muss sich schon im klaren Sein das hier viele Dinge anders laufen und mann sollte etwas mit bringen, viel Paciência (Geduld) :-) (war für mich am Anfang auch eine Umstellung, aber es lebt sich leichter wenn man das Leben etwas lockerer nimmt, die Gesundheit dankt es einem).

Und wie viele die hier schon geschrieben haben, 2 Wochen ist zu kurz, erst nach ca. 1 Jahr kannst Du wirklich sagen ob Du hier für immer belieben möchtest oder nicht. Und mann muss es mit vollem Herzen tun.

Meine neue Heimat seit 2011 ist Brasilien und ich werde hier bleiben bis ich sterbe.
Ich mag keine Menschen die Vorurteile über Brasilien haben und darüber schimpfen ohne es jemals besucht zu haben und nur aus Bildern und Internet kennen.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Ralfou » Mi 23. Mär 2016, 10:36

Hey, lasst dem TE doch seine Meinung. Der erste Eindruck zählt, und wenn ihn das Land nicht auf den ersten Blick überzeugt hat, warum sich dann darauf versteifen? Man braucht schon viel Enthusiasmus und Durchhaltewille, um sich in einem fremden Land zu behaupten und Startschwierigkeiten zu überwinden. Wenn man diesen Enthusiasmus nicht mal während eines unbeschwerten Urlaubs aufbauen kann, ist das doch schon ein Zeichen. Es gibt genügend andere Länder, in denen man seinen Lebensabend verbringen kann. Muss und sollte man nicht übers Knie brechen.

Ich hatte während meines ersten BR-Aufenthalts auch nach ca. 7 Tagen einen physiologischen Totalausfall, 3 Tage lang komplett über diverse Kanäle entleert. Inklusive adhoc-Ganzkörper-Schweißausbruch, als ich (warum auch immer) an einen Berg Schweinefett dachte :-k. Ich glaube, das lag in meinem Fall daran, dass mein Körper den normalen südamerikanischen/Brasilianischen Bakterien-Cocktail nicht gewohnt war (den wir in anderer Form in D auch haben, an den wir aber seit der Geburt gewöhnt sind, wenn sich unser Immunsystem aufbaut). Seit dem habe ich Ruhe und kann so ziemlich alles ohne Probleme essen. Bei so manchen Straßen- und Strandverkäufern muss man aber trotzdem aufpassen. Meine Sorglosigkeit wurde ein wenig getrübt, als letztes Jahr in Trancoso eine Touristin aus glaube ich SP an einer Salmonellenvergiftung nach Verzerr eines am Strand gekauften Salgadinhos verstarb. Und einmal hatte ich adhoc-Diarrhoe nach Verzehr eines Pastels, auch auf der Straße. Da bin ich jetzt schon etwas vorsichtiger geworden.

Übrigens: Ich mag mich täuschen, aber das Gefährliche an den Linguicas in BR sind doch eher Bandwürmer, und nicht Salmonellen/Lebensmittelvergiftung etc., oder nicht? Würde mich stark interessieren, denn so ganz traue ich den Dingern auch nicht über den Weg...
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon GatoBahia » Mi 23. Mär 2016, 10:57

Ist leider wieder ein kleiner Privatstreit geworden, ich esse in BR fast alles. Nur keine Krabben und Langusten weil die mir zuviele Beine haben! Straßenverkäufer im Karneval, immer da wo eine Schlange ist da schmeckt es und die Qualität stimmt dann auch. (was machen die in die Kräutersoße rein die auf die Grillspieße kommt :?: ) Da nehm ich auch gern das Würstchen mit obwohl es bestimmt nicht der deutschen Hackfleischverordnung entspricht :shock:

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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Itacare » Mi 23. Mär 2016, 12:22

Ralfou hat geschrieben:Hey, lasst dem TE doch seine Meinung. Der erste Eindruck zählt....
...


aber klar doch. Nur wenn der Eindruck an 3 von 10 Tagen durch Krankheit getrübt ist, ist das Ergebnis vorhersehbar.

Mir wäre außerhalb Westeuropas noch nirgends in den Sinn gekommen, Würste zu vertilgen. :shock:
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Ralfou » Mi 23. Mär 2016, 12:35

Itacare hat geschrieben:aber klar doch. Nur wenn der Eindruck an 3 von 10 Tagen durch Krankheit getrübt ist, ist das Ergebnis vorhersehbar.

Mir wäre außerhalb Westeuropas noch nirgends in den Sinn gekommen, Würste zu vertilgen. :shock:


Ach naja, das Klima und insgesamt der Gedanke an eine Auswanderung scheint seiner Frau ja auch nicht behagt zu haben. Dann die Inkompatibilität mit der lokalen Küche und der richtige und wichtige Blick auf die Finanzen und den Wechselkurs... War ja nicht nur die Krankheit. Wie schon gesagt, der erste Eindruck zählt, und in dem Fall hats halt nicht gepasst. Lieber so rum als es übers Knie brechen und seine Ersparnisse verzocken.

PS: Probier mal echte Merguez aus Nordafrika: Lecker!
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon zagaroma » Mi 23. Mär 2016, 14:49

Gato, in Brasilien gibt es definitiv eine 3. Welt. Es gibt aber auch eine 1. Welt. Der Kontrast ist enorm und wird von vielen als faszinierend empfunden. Andere, wie unser TE und seine Frau, erschrecken sich.

Durch meine Arbeit hier kenne ich sowohl den alten Geldadel mit seiner perfekten Erziehung und den exquisiten Manieren, wie auch die ignoranten Bierbäuche mit ihrer Dummheit, Brutalität, Dickschädeligkeit und Manieren, die einem die Socken ausziehen. Und alles, was dazwischen liegt. Die neureiche Mittelschicht mit Kreditkarten und oberflächlich angeeigneten Umgangsformen, die sich mit rüder Arroganz für was Besseres halten, weil sie es in ein Predio geschafft haben. Und dann gibt es in allen Schichten auch ganz normale Bürger, die freundlich und hilfsbereit sind und versuchen, sich korrekt zu verhalten.

Über die politische Situation reden wir lieber nicht, das ist echt 3. Welt mit all der Korruption und den Machtspielchen und der Profitgier.

Nun gibt es ja auch in DE Asoziale und unerzogene Proleten unter den Normalbürgern. Man sucht sich halt aus, mit wem man verkehren möchte. Es kostet natürlich viel Zeit und Mühe, sich in BRA einzuleben und anzupassen und die Sprache und Umstände zu erlernen. Ich verstehe, wenn das einem Rentnerehepaar zu viel ist.

Ich bin übrigens auch skeptisch wegen der Wurst. In einer Churrascaria sitzt alles in einem grossen Grill und wird heiss serviert, da können eigentlich keine Bakterien überlebt haben. Eher verdächtig erscheinen mir da die Salate und Beilagen vom Buffet. Wie auch immer, eine Darmverstimmung beim ersten Besuch ist nichts Ungewöhnliches. All die ungewohnten Fressalien...... :mrgreen:
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon GatoBahia » Mi 23. Mär 2016, 15:02

Oi Zaga, du kennst die dritte Welt nicht! Ich möchte aber nicht streiten weil mich sonst wieder jemand anscheißt. Der politische Selbstmord den BR grad aufführt bringt mich zum heulen :idea:

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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon zagaroma » Mi 23. Mär 2016, 15:17

GatoBahia hat geschrieben:Oi Zaga, du kennst die dritte Welt nicht! Ich möchte aber nicht streiten weil mich sonst wieder jemand anscheißt. Der politische Selbstmord den BR grad aufführt bringt mich zum heulen :idea:

Gato :shock:


Doch, Gato, ich kenne die 3. Welt. Ich war sowohl in Zentralafrika als auch in Indien auf dem Land. Meine Meinung: in Afrika sind sie noch nicht auf der Evolutionsstufe einer zivilen Gesellschaft. Dazu gehört ein Minimum an Bildung und Zivilgeist, und das fehlt auch in den brasilianischen Unterschichten noch gewaltig. In Indien sind sie das sehr wohl, aber das Kastensystem verhindert den sozialen Aufstieg der unteren Schichten. Die aber leben mit der Resignation und dem Glauben an eine karismatische Verbesserung im nächsten Leben trotz allem Elend ganz zufrieden.
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Re: ein Münchner Rentner will nach BR

Beitragvon Brasilien09 » Mi 23. Mär 2016, 15:23

Oi Gato,

Aber Sergio Moro ist doch cool oder? Endlich mal einer der keine Unterschiede macht ob Ex-President oder sonst was. Bin ja mal gespannt wie das weitergeht mit Dilma, Lula und Co :-)
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