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Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Gast » Mo 20. Jun 2005, 15:17

Ich dachte gerade jetzt kommt Licht in den Tunnel und dann kommen deine für mich zweideutigen Anmerkungen, Thomas.

Bitte klär mich doch mal auf, was du mit dem Spielchen "die Ltda. tritt als Verkäufer auf" meinst!

Ich stellte es mir eigentlich so vor, dass der Besitzer der Ltda. mich zum Mitinhaber deklariert, d.h. 50% seiner Ltda. an mich überschreibt. Anschliessend würden wir eine Kapitalerhöhung von 50000 Dollar machen und damit die zweite Geschäftsstelle eröffnen.

Wenn mit Due Dilligence gemeint ist, dass ich die Augen offen halten soll, dann finde ich das schon etwas lächerlich. Das ist ja wohl logisch. Forderungen im Nachhinein an den Exbesitzer zu stellen, dürfte sich bei einer kompletten Geschäftsübernahme immer als schwierig erweisen. Alleine wegend seiner Erreichbarkeit. Soweit ich weiss, gibt es in Brasilien nicht mal eine Meldepflicht für Privatpersonen.

Kann ich eigentlich verlangen, dass sie mir die (nicht ganz sauberen) Bilanzen offenlegt ? Und woher weiss ich, wer ihre Unterlieferanten sind ? Schliesslich will ich darauf mein Hauptaugenmerk legen, um nach Aussenständen zu prüfen. In Sachen Personal, Anstellungsverträge und Bankgeschäften habe ich weniger Bedenken, obwohl ich weiss, dass man in Brasilien nicht nur bei Banken Geld leihen kann, sondern auch bei ziemlich anheimelnden Hinterhofbüros mit horrorenden Zinssätzen. Bloss wie prüfe ich das alles ?
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Beitragvon thomas » Mo 20. Jun 2005, 15:34

So wie Du es beschrieben hast, ist es ok. Du kaufst die Anteile vom vorherigen Eigentümer.

Der Fall, den ich meinte, ist der, dass die Ltda als Verkäufer ihrer eigenen Anteile auftritt und Du die Anteile aus der Kapitalerhöhung direkt zeichnest.
Wenn Du später Schadensersatz willst, schneidest Du Dich ins eigene Fleisch, da Du Deine dann eigene Ltda verklagen musst.

Nun das mit dem Augen offenhalten ist etwas salopp formuliert, aber es bedeutet tatsächlich nichts anderes als eine gewissenhafte Prüfung.

So lächerlich ist das alles nicht, denn viele Leute rauschen in sowas rein, ohne alles vorher zu prüfen und zu dokumentieren.

Was Du von ihr für Deinen Einstieg für Informationen verlangst, musst Du selbst wissen. Die Durchsetzung von Forderungen ist ein wiederkehrendes Problem in Brasilien, daher am besten Sicherheiten, Pfandrechte u.ä. vereinbaren, wenn es sich anbietet.

t.
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Re: Sind wir Forschungskarnickel?

Beitragvon neginho » Mo 20. Jun 2005, 16:47

supergringo hat geschrieben:Äh, Dein Nickname ist ja noch bescheuerter als meiner ... :wink:

Räusper ... mir fehlt die Logik ... erst will sie DICH aushalten, jetzt willst Du plötzlich $ 50.000 verschenken ... :idea:

Seufz ... Ich versteh´s nicht ... Warum müsst (wollt) Ihr Euch immer fest an eine binden ... :? :roll:




vielleicht weil wir nicht alle so gut wie du aussehen?
:twisted:


neginho
schreibfehler im nick sind bewusst und beabsichtigt.
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Beitragvon maro » Mo 20. Jun 2005, 17:03

Ich weiss schon, du willst nicht heiraten :idea: , aber es gäbe ja auch die Möglichkeit einer Ehe mit nem guten Ehevertrag :wink:
Und falls alles gut laufen sollte kannst du ja immer noch einsteigen. Ausserdem kannst du ja auch erst mal 6 Monate in BR bei ihr bleiben und sehen wie es bei euch so im tägl. Leben klappt.
Wie sieht es denn eigentlich mit deinem Job in Brasilien aus?Du hast ja schon geschrieben das du öfters geschäftlich in Brasilien warst.
Dann solltest du ja evtl. auch Kontakte haben. Ich glaube mich auch zu erinnern öfters Windkraftanlagen in BR gesehen zu haben.

Gruß
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Beitragvon Gast » Mo 20. Jun 2005, 22:07

Moin, moin

habe nun nach ausführlichen E-Mailkontakt mit euerm Administrator Thomas so ziemlich alle Zweifel bezüglich des Gesellschaftervertrags und deren Risiken beseitigen können. Ich bedanke mich hiermit gerne auch noch mal öffentlich bei ihm. Sehr uneigennützige Hilfe von ihm, kann man wirklich nicht anders sagen.

Die Zweifel hinsichtlich eines Zusammenlebens oder sogar Ehe mit meiner brasilianischen Freundin werde ich lieber alleine ausräumen, da der Rat von Dritten da zu spekulativ ist, wie ich jetzt festgestellt habe. Trotzdem auch hier vielen Dank für eure Versuche der Hilfestellung.
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Beitragvon Timm » Di 21. Jun 2005, 08:59

Das ist in der Praxis alles wesentlich komplizierter als es hier so scheint.

1. Vermeide den Kardinalfehler in eine bestehende Ltda. mit allen Verbindlichkeiten einzusteigen da du mit deinemGeld voll mithaftest.
Besonders brisant ist eine Schuld wegen Steuerhinterziehung bzw. nicht entrichteten Sozialabgaben, die erst IN ZUKUNFT festgeschrieben wird.
Oder denke mal an evtl. laufende Prozessse von ehemaligen Mitarbeitern, dieser Volkssport in Brasilien kann sehr teuer werden.

Ergo, gründe eine NEU ltda. mit ihr minimal (1%) beteiligt. Nur so schließt du alle Altlasten aus.
Dann kommt auch später nie der Vorwurf du hättest dich einschmarotzt in den guten Namen den sie allein aufgebauthat. Und ein evtl. Auseinanderdividieren ist viel einfacher.

2. Nehme unbedingt einen hervorragende möglichst deutschsprechenden Anwalt. Die AHK kann welche empfehlen. Es gibt in Brasilien nur Probleme mit allem und jedem da brauchst du guten Rat. Du kannst dich als Gringo auch sonst oft nicht bei Banken oder Behörden durchsetzen.

3. Du kannst nicht einfach nach Brasilien überweisen. Jedenfalls neuerdings nicht mehr ohne permanencia.
Es klappte bei mir jahrelang reibungslos. Jetzt ist eine sehr große Überweisung von meiner brasilianischen Bank nicht meinem Konto gutgebucht worden. Die Bank weigert sich jedoch auch, es nach Deutschland zurückzusenden. Sie behauptet sie hätte das bereits, und gibt nun überhaupt keine Antwort mehr. Begründet wird sowieso nichts.
So einfach wird man also in Brasilien verarscht.
Jetzt habe ich mir einen Top-Anwalt genommen und wir bereiten eine Klage gegen die Bank vor. Wieviele Jahre es nun dauert bis das dann auch ans Gericht geht und wieviel Honorar das kostet steht in den Sternen.

Du siehst, in Brasilien ist einfach ALLES möglich.

Geh doch erst einmal legal für 6 Monate hin und fühl dich da ein bevor du dein Geld investierst. Ich habe bis heute noch keinen Deutschen getroffen der auch Geld wieder heraus geholt hat.

Und vor allen mache nicht den Fehler vieler Gringos:
Das lösen der alltäglichen Probleme in Brasilien und das nehmen all der bürokratischen Hürden, die es so in Deutschland gar nicht gibt und das Leben dort so unangenehm machen vermittelt schnell ein Erfolgsgefühl.
ABER: Das ist noch kein Erfolg in der Sache bzw. dem Geschäft !

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Beitragvon thomas » Di 21. Jun 2005, 09:28

Timm,

seit März 2005 gibt es neue Bürokratie. Du musst für direkte Gutschriften aus dem Ausland für das inländische Konto eine Autorização permanente para crédito em conta abgeben. Bei mir funktionierte es dann wieder reibungslos.

uU hatte es auch bei Dir etwas damit zu tun.

t.
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Beitragvon Timm » Di 21. Jun 2005, 14:55

Hi Thomas,

das hatte ich natürlich schnell gepeilt und per Boten hinfliegen lassen.

Reicht nicht war die lapidare Antwort - Verwendungsnachweis muß erbracht werden.

Geht naturgemäß nicht bei Geld das noch nicht ausgegeben wurde - abgelehnt und basta.

Ein estrangeiro kann nur auf Konten von Brasilianern überweisen sagt die Bank.

Schritt 1 ist jetzt das Geld zurückzubekommen, in Schritt 2 wird die Bank auf Schadensersatz und Ausländerdiskriminierung verklagt.

Das wirklich Erschreckende dabei ist die völlige Hilflosigkeit, alles ist möglich in Brasilien.

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Beitragvon Lemi » Di 21. Jun 2005, 15:56

Hi Timm,

ist im Prinzip alles Quatsch, was dir deine Bank erzählt.

Erstens kannst du auch auf Gringo-Konto überweisen (mache ich ständig .... nämlich auf mein eigenes) und zweitens braucht man keinen schriftlichen Verwendungsnachweis, sondern man muss lediglich eine Angabe machen, wofür man das Geld braucht. Da kannst du sonst was schreiben. Ich gebe immer Eigenverzehr an. Kannst aber auch Schwiegermutti-Support oder Alimentenzahlungen angeben. Das Feld muss halt nur ausgefüllt sein.

Warum wechselt du nicht die Bank ?
Man sieht sich,
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Hmn...

Beitragvon Honzo » Mi 22. Jun 2005, 12:33

aaaaaalso, hab jetzt lang überlegt OB ich überhaupt was schreiben soll oder nicht.... :roll:
Du machst irgendwas mit Windanlagen und haste ja auch schon Kontakte in BR (geschäftlicher Natur :D ) da ist man(n) ja sozusagen ein "Spezialist" mit "Fachwissen" usw. und so fort....also ich trau mich mal zu sagen ein anspruchsvolles Geschäftsfeld. Und jetzt überlegst du aus "Sympathieüberlegungen" - sorry anders kann ich mir`s nicht erklären - ins Schuhgeschäft einzusteigen.......
ich will ja niemanden aus der Branche zu nahe treten, aber ob dich DAS zufrieden stellt ? Ich weiß nicht.... :(
Aaaalso ICH würds so machen, falls ich mich in die "Dame" verschossen hätte...(und das wird ja DER Grund sein, warum du überhaupt überlegst nach BR zu gehen). Falls das Windmühlengeschäft :D wirklich mies gehen sollte, verkauf den ganzen Krempel den du in D noch hast und zieh zu ihr. Falls du, ich sag mal 20.000 Euronen auf der Seite hast (ich kenn allerdings DEINE 8) Ansprüche nicht) zieh zu ihr und laß dich von ihr "aushalten"...jetzt werden natürlich einige aufschreien...Schmarotzer usw. ABER: hilf ihr im Laden, sei ein netter "Hausmann" und guck dir die Sache mal an und vor allem: LEBE erst mal in BR....ich bin überzeugt daß du nach einem Jahr (dann werden auch mal DEINE "privaten" 20 kilo Euronen verbraten sein), aber du hast zumindest mal Zeit gewonnen und kannst dann besser entscheiden...
Versteh mich nicht falsch, aber ich würd in nichts und niemanden in BR (Firma usw.) Kohle investieren....schon gar keine 50.000 Dollares...

So long...
Honzo
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