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Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Gast » Mi 22. Jun 2005, 15:52

Moin Honzo

ich sehe, du folgst meinen Gedankengängen auf Schritt und Tritt.

Eigentlich denke ich gerade ein wenig ans Ausruhen. Gearbeitet habe ich nämlich schon genug. Geld ist dabei auch zusammengekommen. Warum also nicht mal das machen, was man WILL ???

Und was will ich ?

Ich mag Brasilien. Ich mag eine Frau dort besonders. Vielleicht ist es Liebe (muss es erst noch entdecken)? Ich kenne mich dort ganz gut aus und spreche ein verbesserungswürdiges Portugiesisch. Was also noch ?

Schuhverkäufer werde ich dort bestimmt nicht. Gegen einen eigenen Laden habe ich nichts. Egal, was dort drin feil geboten wird, Hauptsache es ist einträglich und beschert mir meinen Lebensunterhalt.

Über die Investition muss ich wohl noch mal nachdenken. Ihr habt vielleicht doch recht. Erstmal "Probe leben" und dann investieren. Allerdings geht 1 Jahr wohl nicht auf legalem Wege. Aber ich bin mir sicher, dass ich auch nach 3 oder 6 Monaten weiss, wo es lang geht. Schliesslich kann ich die Beziehung dann richtig intensiv leben und nicht wie jetzt auf die Entfernung per Telefon und Mail.

Nochmals vielen Dank für eure Tips !
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon yens » Sa 25. Jun 2005, 19:19

Onkel Branco hat geschrieben:Nochmals vielen Dank für eure Tips !


Mach da ein Jahr Urlaub und schaue Dir alles an, bevor Du da in irgendetwas investierst.

Gruss Yens
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Beitragvon firsttime » Mi 29. Jun 2005, 07:55

Wie wäre es mit einem Sprachkurs? Ein längerer Aufenthalt kann mit einem Sprachkurs begründet werden.
Schreibe dich für einen einjährigen Sprachkurs an einer Uni oder Sprachinstitut ein (2 mal die Woche) und beantrage ein Jahresvisum.
Nebenbei kannst du ja im Schuhladen aushelfen und so ein Gefühl bekommen, ob der Schuhladen "genug" Gewinn abwirft.
Du kannst so deine Sprachkenntnisse soweit verbessern, dass du auch Verträge selber lesen kannst, und du kannst ein Jahr in Brasilien leben.
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Beitragvon Gast » Do 29. Sep 2005, 21:28

Hallo aus Brasilien !

Bin jetzt endlich da, wo ich hinwollte. Ich lebe jetzt schon seit ein paar Wochen in Vitória und fühle mich trotz des Dauerregens der letzten Tage wohl hier. Vorläufig bin ich als Tourist hier, will aber jetzt mal sehen, wie ich die 50.000 Dollar hier rüber geschaufelt bekomme und damit eine Basis für meinen Visumsantrag habe. Mittlerweile habe ich mich gründlich im Laden meiner Lebensgefährtin umgeschaut und nicht schlecht gestaunt, was da alles ans Tageslicht kam. Sie ist nämlich doch nicht so sauber, wie sie immer getan hat. Sie sieht das natürlich anders. Wahrscheinlich sehen es aber alle Brasilianer wie sie. Für mich war der Kontakt mit ihren Lieferanten und auch verschiedene Warnbriefe wegen nicht bezahlter Rechnungen erstmal genug, um mich rein investitionstechnisch umzuorientieren. Sie hat momentan Aussenstände mit Lieferanten von ca. 9000 R$. Damit meine ich aber nur die, die ausgehandelte Zahlungsfrist von 30 Tagen schon überschritten haben. Ausserdem sind die Mietzahlungen 5 Monate im Rückstand. Der Vermieter droht nicht nur mit Kündigung des Mietvertrags, sondern besteht mittlerweile sogar darauf. Das scheint mir ziemlich fatal. Ähnlich sieht es mit den Wasserrechnungen aus. Da hat sie sage und schreibe mehr als 1000 R$ Schulden. Ich weiss gar nicht, wie man so viel Wasser verbrauchen kann. Sie hat mir aber erzählt, dass sie mit der Wassergesellschaft ausgehandelt hätte, dass sie die Schulden in 4 Raten zu je 250 R$ zahlen könnte. Als ich neulich auf der Bank war und die letzte Wasserrechnung zahlen wollte, sagte man mir, dass ich noch nicht mal die vorigen 2 bezahlt hätte und die erstmal bezahlen solle. Ich konnte es nicht glauben. Das gleiche Theater mit dem Telefon. Das Fixtelefon empfängt nur noch Gespräche solange die Rechnungen bezahlt sind. Meine Gefährtin hat sich schnell ein Handy besorgt und ruft jetzt immer von da aus an. Die Rechnung vom vorletzten Monat war mit 250 R$ noch fast human. Diesen Monat sind es bereits 600 R$. Ich weiss nicht wie sie das alles je bezahlen will. Wenn man alles grob zusammenrechnet, hat sie mindestens 20.000 R$ Schulden. Wahrscheinlich habe ich aber noch nicht alles entdeckt. Ihr Umsatz hingegen liegt so bei 10.000 R$ im Monat. Also nicht gerade die Welt. Selbst wenn sie eine Handelsspanne von 100% hat, sind da nur 5000 R$ für sie übrig mit den sie noch all ihre Kosten decken muss. Für sie privat bleiben da wohl kaum mehr als 2000 R$.

Ich habe jetzt erstmal entschieden, eine eigene Ein-Mann-Gesellschaft anzumelden, die technisches Consulting in Brasilien macht. In diese Firma werde ich dann auch die Investition tätigen, um ans Visum zu kommen. Somit bin ich erstmal unabhängig von meiner Lebensgefährtin und vor allem von ihrem "tollen" Geschäft. Bevor die an Kapitalaufstockung denkt, soll sie erstmal ihre Schulden abtragen.

Ich hab jetzt mal hier Luft abgelassen. Musste mal sein, denn ich kann ja auch nicht über alles mit ihr reden, sonst haut sie mich vielleicht gleich wieder aus ihrer Bude raus. Wir haben uns schon ziemlich gerne, aber für eine Geschäftspartnerschaft sehe ich keine grossen Chancen. Sie meint zwar immer, alle Leute würden ihre Geschäfte in Brasilien mit Schulden fahren. Ob das nun gut ist, weiss ich auch nicht. Geld ist in Brasilien ziemlich teuer und deswegen sehe ich im Verschulden keinen Sinn.

Bin mal gespannt wie es weitergeht. Sie will angeblich versuchen ihre "Contas a pagar" zu liquidieren. Vor dem Weihnachtsgeschäft sehe ich da keine grossen Chancen für. Aber wer weiss. Gott soll ja angeblich Brasilianer sein !
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Beitragvon thomas » Fr 30. Sep 2005, 11:57

Du schreibst nichts über das Potential ihres Ladens. Mal unabhängig von den Schulden-- ist er gut geführt, könnte man eventuell den Umsatz noch ausweiten? Schulden können überall mal passieren. Bei 120.000 R$ Umsatz in den nächsten 12 Monaten und 60.000 R$ Gewinn sind 20.000 R$ Schulden nicht so erdrückend. Ist aber erstmal die Frage, ob diese Zahlen stimmen. Bei dem laufenden Cashflow sollte sie eigentlich in der Lage sein, ihre Strom- und Wasserrechnungen zu zahlen.
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....

Beitragvon Honzo » Fr 30. Sep 2005, 12:24

Naja, das mit der Wasserrechnung ist eigentlich sonnenklar !
Schau mal wie lang sie in der Früh/mittags/abends duscht und du hast die Antwort... :lol:
Das ist aber normal...die haben alle eine Fischhaut...wenn ich so lange unter der Dusche jeden Tag stehen würde, hätte ich gar keine Haut mehr... :shock:

Wünsch dir viel Glück in Vitoria und ein gutes Weihnachtsgeschäft deiner Freundin... 8)

LG Honzo
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Beitragvon Gast » Fr 30. Sep 2005, 14:16

An Honzo: Glaubst du wirklich, dass sie im Laden duscht ? Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wo sie das viele Wasser hinschüttet. Aber vielleicht ist ja irgendeine unterirdische oder unterputzte Leitung marode, so dass das Wasser einfach versickert ?

An Thomas: So einfach ist die Milchmädchenrechnung nun auch wieder nicht. Ich schrieb, dass sie 10.000 R$ Umsatz macht und eine Handelsspanne von 100% hat. Das heisst aber nicht, dass das ihr Gewinn ist !!! Von den 5000 R$ Handelsspanne muss sie ihre laufenden Kosten decken und das sind nicht wenige, z.B.:

Mitarbeiter (Lohn und LNK)
Miete
Condominio
Reinigung
Strom
Wasser !!!
Telefon
Handy
Umsatzanteile für Kreditkartenanstalt
ein paar Steuern
Werbungskosten usw.

Wenn sie dann noch 2000 R$ übrig hat, ist das meines Erachtens schon relativ viel. Die 2000 R$ braucht sie aber für die Abdeckung ihrer privaten Lebenshaltungskosten. Wie soll sie also ihre Schulden tilgen ? Die einzige Möglichkeit ist langsam abstottern. Oder einfach mehr Umsatz und somit Gewinn machen. Deswegen hat sie ja wohl auch auf meine Investition in einen 2. Laden spekuliert (gehofft). Das grundsätzliche Problem, was ich so sehe, ist aber, dass sie eigentlich gar keinen Bock hat, die Schulden zu tilgen. Sie meint immer, wenn sie Situation nicht mehr kontrollierbar ist, verkauft sie den Laden einfach. Ist aber etwas kurzsichtig gedacht, wie ich finde. Aber wer denkt hier in Brasilien schon weiter als 3 Tage !? :roll:

Nun gut. Genug geschimpft. Ich versuche anhand meiner beruflichen Erfahrung und mit ein bisschen (deutschem) Fingerspitzengefühl so langsam eine Linie in das Geschäft zu bringen, welches ihr mittel- oder langfristig erlaubt, schuldenfrei zu arbeiten. Eine kurzfristige Lösung sehe ich überhaupt nicht, da sie ja sonst Schulden mit neuen Schulden bezahlen müsste. Das Stichwort heisst hier "renegociar dividas". Hätte ich auch mal nicht gedacht, dass ich Schuldenverwalter in Brasilien werde.

Aber immer noch besser als Konkurs- oder Nachlassverwalter ..............
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Beitragvon sefant » Sa 1. Okt 2005, 07:42

Ich sehe da eher das Problem mit dieser Frau zusammenzuleben, wenn Sie Dich doch recht eindeutig und "dreist" am Anfang belogen hat über die Einkünfte des Ladens etc (dass der soviel abschmeisst, dass sie dich auch noch haushalten könnte etc).

Sowas ist nicht gerade die Vertrauensbasis für den Anfang. Hättest Du nicht selber bisschen nachgeforscht (worauf sie ja auch noch böse reagiert hat, wieso nur :roll: ), dann wäre jetzt ein Grossteil deiner Kohle schonmal weg als Schuldenabbau.
Beleeeza
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Tio Branco

Beitragvon Guenter S. » Mo 3. Okt 2005, 08:17

Hallo Tio Branco,
habe mit viel Interesse Deine Ausführungen gelesen und finde es total spannend, bitte halte uns weiter auf dem Laufenden, das interessiert mich sehr.
Zu den Schulden:
Ich habe gerade selbst im Juni eine Firma in Brasilien gegründet (Reiseagentur), um einfach auch den Steuerbelastungen in Deutschland aus dem Wege zu gehen (Rat von meinem deutschen Steuerberater). Nun zahle ich in Brasilien meine Steuern und schmeisse nicht alles dem Eichel in den Rachen.
Das mit dem Nicht-Begleichen der Rechnungen stimmt, diese Erfahrung habe ich auch gemacht, alle staunen Bauklötze in Brasilien, dass ich meine Rechnungen sofort bezahle. Meine Mitbewerber (Konkurrenz habe ich nicht) dürfen bestimmte Hotels/Pousadas mit ihren Touristen gar nicht mehr anfahren, weil sie dort über 30.000,00 Reais Schulden haben, sprich, das Geld von den Touristen eingenommen, aber nicht die Unterkünfte bezahlt. Ich bzw. meine Reiseführer zahlen immer cash bzw. auf Wunsch auch per Überweisung. Das scheint dort total absurd und ungewohnt zu sein, die wundern sich alle.
Meinem Contador habe ich seinen Anteil (150,00 Reais im Monat) für 6 Monate im voraus bezahlt, das hat er überhaupt nicht verstanden. Die andere Kosten für Sozialabgaben etc. kommen immer spärlich und unrgelmäßig an, sind auch immer verschiedene Summen (Kleckerbeträge), so dass ich jetzt meiner Sekretärin in Brasilien aufgetragen habe, dies sofort per Schecks bzw. bar an meinem Contador zu bezahlen.
Dann gibt es die sogenannten Notas fiscais, also Quittungen, die ich von den Leuten bekommen (Tankstelle, Pousadas, Hotels, Restaurants etc.). Dort muss immer der exakte Name der Firma draufstehen, die bekommt dann mein Contador. Andererseits habe ich Quittungsblöcke, wo mein Firmennamen, die CPF und CNPJ-Nummer aufgedruckt ist. Diese Blöcke sind nummeriert. Hier muss ich meine Einnahmen vermerken und mein Contador muss diese Quittungen monatlich bekommen.
Ordentlich wie ich bin, habe ich immer alle Einnahmen brav eingetragen und diese Blöcke verbraucht. Mein Contador hat einen Anfall/Schock bekommen, weil keiner seine Einkünfte zu 100 % angibt, sondern höchstens 10 % davon. Das war wiederum ein Schock für mich, weil ich mich damit strafbar mache. Aber mein Contador (ist übrigens ein Onkel meiner Frau, daher grosses Vertrauen) hat gesagt, das dies keiner in Brasilien macht, Beschiss ist hier an der Tagesordnung. Also habe ich mich da vollkommen rausgehalten und lasse jetzt die Quittungen bzw. Einnahmebelege durch meine Schwägerin ausfüllen (5 % Teilhaberin an der Ltda.).
Ein Firmenkonto zu eröffnen (Banco do Brasil) war nicht das Problem, bis auf den Papierkram, sie brauchen alle Dokumente vom Contador, Firmeneintragung usw., dann geht es relativ schnell. Aber alle Summen über 5000,00 Reais werden bei der Centralbank gemeldet und ectl. oder vielleicht überprüft, weiss ich nicht. Probleme gab es nur mit dem Überweisen von Deutschland aus und mit Online-Überweisungen von über 1000,00 Reais pro Tag. Man nämlich ein sogenanntes Limit. Das war sehr schwer, dieses Limit zu umgehen. Ich musste also alle Konten meiner Geschäftspartner registrieren lassen (Reiseführer, Hotels, Pousadas, Contador etc.). Und nur auf diese registrierten Konten habe ich ein Limit von 30.000,00 Reais pro Tag. Dies brauchte ich, weil ich meine Reisegruppen bezahlen muss, z.B. 10.000 Reais an meinen Reiseführer für eine bestimmte Gruppe, damit er dann die Hotels etc. bezahlen kann. Dies war sehr schwierig und umständlich, hat aber auch nur 2 Wochen gedauert. Dann musste man dies in den Einstellungen bei der Banco do Brasil (online) noch aktivieren usw., war auch sehr schwierig, habe ich dann aber auch geschafft. Jetzt läuft alles prima. Bis jetzt jedenfalls.
Auch von Deutschland aus kann ich das Geld problemlos auf mein Konto bei der BdB überweisen, brauchte dafür aber auch eine Autorisacao und Cadastro, was aber auch problemlos ging. Dennoch bin ich vorsichtig mit den Geldüberweisungen von Deutschland aus, da passieren die unmöglichsten Dinge, habe ich vorher auch schon erlebt.

Das wollte ich Dir eigentlich nur mal schreiben, um einfach mal mein Erlebnis zu schildern. Tipps für Dich persönlich will ich nicht abgeben, weil ich gelesen habe, das Du eigentlich ganz fit bist und gar keine Tipps brauchst. Das mit der Entschuldung Deiner Freundin würde ich auch ganz schnell klären und durchführen, vielleicht auch eine Verkäuferin oder so entlassen, vielleicht muss Deine Freundin auch den Laden selbst putzen. Das mit dem Wasser würde ich überprüfen, da kann irgend etwas nicht stimmen.
Ich hatte mal zwei Häuser in Brasilien, die ich vermietet hatte, war nichts besonderes, ein paar herunter gekommene Häuser, die ich irgendwann mal in weiter Zukunft für meine Kinder ausbauen bzw. renovieren wollte, so als Kapitalanlage, weil sie sehr billig waren. In der Zwischenzeit habe ich sie vermietet, nicht weil ich es unbedingt wollte, sondern weil die Leute mich darum gebeten haben, weil sie sonst auf der Strasse gesessen hätten.
Die erste Miete wurde bezahlt, danach 1,5 Jahre nicht einen Cent. Ich hatte die Häuser für 200,00 Reais im Monat vermietet. Alle Drohungen, Anmahnungen usw. haben nichts geholfen, die Leute blieben total cool und locker, so nach dem Motto !&@*$#! was Du Gringo mir erzählst.
Dann war ich mal mit dem Delegado der Policia Militar in dieser Stadt ein Bier trinken. Es stellte sich heraus, dass er ein entfernter Cousin meiner Frau sei, er war ein grosser Kenner des deutschen Fussballs und wir hatten schnell eine gemeinsame Ebene gefunden. Nachdem ich ihm dann eine Flasche Chivas geschenkt hatte (vom Duty-free-Shop in SaoPaulo) hatte ich einen neuen Freund. Am nächsten Tag waren meine beide Häuser entmietet und ich konnte sie verkaufen. Damit war dieses Problem für mich geklärt. Aber die Leute haben über 2 Jahre umsonst in meinen Häusern gewohnt. Der Strom war schon lange abgedreht.
Diese Gelassenheit der Brasilianer geht mir auch auf den Keks.
Ansonsten wünsche ich Dir weiterhin viel Glück, halt uns bitte auf dem Laufenden, ich bin schon auf Dein nächstes Statement gespannt.
Viele Gruesse
Günter
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Beitragvon Gast » Di 4. Okt 2005, 21:20

Hallo Günther,

also du bist mir ja schon 2 Schritte voraus. Im Moment würde mir einer reichen, d.h. alle Rechnungen pünktlich zahlen zu können. Irgendetwas im Voraus zu zahlen ist nach meiner bisherigen Erfahrung hier absolut unüblich. Ich kann deswegen auch verstehen, wenn deine Mitarbeiter dich schräg anschauen, wenn du ihnen fast einen Blankoscheck übergibst.

Das "Wasserproblem" ist gar nicht so einfach zu lösen. Wir haben jetzt mal verschiedenartige Tests gemacht. Unter anderem einfach mal alle Wasserverbraucher zugedreht und dann auf die Wasseruhr geschaut. Und siehe da, sie drehte sich noch und das sogar ziemlich flott. Als nächstes prüfte ich, oder besser gesagt wollte ich prüfen, ob es einen illegalen Abzapfer gibt. Ich drehte also den Ausgang an der Wasseruhr zu und schaute wieder, ob sich was dreht. Pech gehabt. Die Uhr blieb stehen. Es scheint sich also niemand dazwischen gehangen zu haben. Alles in allem verstehe ich aber einige Logiken noch nicht so richtig. Aus manchen Wasserhähnen kommt nur Wasser, wenn der Haupthahn offen ist. Wenn ich dort zudrehe, müsste ja eigentlich aus der Wasserbox (1000 Liter) weiter Wasser fliessen. Aber das klappt nicht. Irgendwie unlogisch, dass manche Verbraucher direkt an dem Strassenanschluss ohne Zwischenspeicher dranhängen. Ich tippe aber nach wie vor auf Sickerwasser.

Die Beziehung zu meiner Freundin ist trotz der ganzen Schuldengeschichte stabil. Ich wusste von Anfang an, dass sie ziemlich von oben herab kommt. Sie ist eben selbstbewusst. Irgendwie untypisch für das schüchterne (oder vielleicht auch eingeschüchterte) brasilianische Volk. Ich find ihr Selbstbewusstsein aber gut. Zumindest ist es in vielen Situationen vorteilhaft, z.B. beim Sex. Sie übernimmt auch dort gerne die Regie. Ich bin da eher der Typ, der sich verwöhnen lässt. Wahrscheinlich sind die Abende dann auch sowas wie der Ausgleich für die Ärgernisse und Strapazen des Tages. Vielleicht denkt sie ja da genauso wie ich? Einen guten Wein scheut sie auch nicht. Wenn wir mal vorm Weinregal stehen, greift sie ziemlich zielsicher zu einer 20 R$- Flasche chilenischen Rotweins. Wenn ich dann damit komme, dass die gleiche Flasche in Deutschland höchstens 3-4 Euro kostet, kommt prompt die Antwort "du lebst aber jetzt in Deutschland. Unser billiges Fleisch schmeisst du doch auch nicht weg, oder?" Ob das nun Selbstbewusstsein ist oder schon Dreistheit? Ich weiss nicht. Vielleicht ist es gut, dass ich etwas Abstand bewahre, zumindest vor dem Gesetz. Ich meine also sowohl unseren Ehestand als auch unsere Geschäftsbeziehungen. Yenz hat gar nicht so unrecht mit dem sogenannten Testjahr. Alles andere kann man als überstürzes Handeln bzeichnen. Die Beziehungskiste wird mich wohl noch eine ganze Weile auf Trab halten. Zum Glück sind die Frauen hier relativ zurückhaltend in Sachen Anmache. Wenn ich manchmal die Auswahl hätte, würde ich bestimmt auch mal über den Zaun hüpfen. Nur würde meine Freundin dann sicher nicht mehr mit dem Zaunspfahl winken, sondern ihn mir auf den Kopf hauen ............... falls sie es erfährt. :lol:
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