Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Beitragvon Lemi » Mo 12. Sep 2005, 00:44

Careca hat geschrieben:Hat eigentlich deine Frau nichts bemerkt von derer Anguckerei? Haben bei deiner Frau nicht gleich alle Warnlampen auf rot angeschlagen :?


Nein, denn sie war kohlrabenschwarz und meine Frau dachte sich (versteckter brasilianischer Rassismus), dass ich auf so was absolut nie und nimmer abfahren könnte.

Nun ja .............. sie hatte recht, obwohl sie es eigentlich nicht wissen konnte, denn ich hatte schon mal ein Amusement mit einer völlig schwarzen Dame. Ich fands aber - ehrlich gesagt - nicht so prickelnd. Lag aber bestimmt nicht an ihrer Hautfarbe - eher an ihrer Passivität (sie blieb die ganze Zeit nur auf dem Rücken liegen :roll: ).

Bei Faxis sagt mir eine innere Stimme "Nein Lemi, mach das nicht" ........... muss wohl angeboren sein !?
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Der übliche Fehler aller Europäer

Beitragvon Chata » Mo 12. Sep 2005, 17:47

eine Haushaltshilfe zu beschäftigen ist für die meisten Europäer eine neue Erfahrung. Hierzulande nennen sich ja die Damen "Raumpflegerinnen" und nicht Putze. Man gilt schon als "Besserverdienender" wenn man eine Raumpflegerin 2 x die Woche für 2 - 3 Stunden beschäftigen kann. Und die Kolleginnen, die sich keine leisten können oder wollen, nennen einem "faule Sau", weil man zu blöd ist zum selber putzen.
In ganz Südamerika ist die Empregada, Sirvienta, Coima oder wie sie auch immer genannt werden jedoch kein Luxus. Es ist auch keine Ausbeutung, keine Ausnutzung von sozialen Missständen oder ähnliches.
Schauen wir der Wahrheit ins Auge:
Eine deutsche Verkäuferin steht sich gut 8 Stunden die Beine in den Bauch und geht - wenn sie Glück hat - mit 700 - 800 Euro nach Hause. Davon zahlt sie Miete, Kleidung, Essen, Transport etc. Was bleibt ihr wirklich zur freien Verfügung übrig? Bestimmt keine 100 Euro.
Nun schauen wir auf die Empregada: keinen Schulabschluß (man kan froh sein wenn sie halbwegs lesen und schreiben kann) - kommt aus ärmlichsten Verhältnissen. Was bekommt sie als Empregada: Kost und Logis, Arbeitskleidung und nimmt Ende des Monats 100 Euro mit. Hat sie mit den Arbeitgebern Glück, dann bekommt sie alte Kleidung für die Familie noch mit und darf den ganzen Nachmittag Telenovelas im Fernsehen anschauen.
Die Empregada bei meinen Eltern arbeitet max, 5 Stunden am Tag und ihr geht es nicht schlecht. Welche Alternativen hätte sie? Als Arbeiterin bei einer Plantage oder bei den Pflanzenexportfirmen ebenfalls für den Salario mínimo? Das wäre ein schlechteres Geschäft.
Was die Empregada "kaputt" macht? Europäische Familien die meinen ihr Job wäre unter der Würde des Menschen und man müsste sie besser behandeln als die eigenen Kinder. Sorry, auch deutsche Hausfrauen putzen Klos, wischen den Boden und tragen den Müll raus!
Und man sollte auch eines bedenken, Empregadas sind es nicht gewohnt in die Familie integriert zu werden ... sie fühlen sich nicht wohl dabei.
Also Empregada gut behandeln, den Salario mínimo ohne Gewissensbisse bezahlen und wenn man aus dem Urlaub in Deutschland zurückkommt, ein paar Tafeln Aldi-Schokolade und ein Woolworth Pulli für sie dabei haben. Und auf gar keinem Fall ihr den Schlüssel für die Wohnung geben.

Woher ich das weiß: Ich bin in Südamerika geboren und aufgewachsen. Da kriegt man den Umgang mit Hauspersonal in die Wiege gelegt.
Benutzeravatar
Chata
 
Beiträge: 42
Registriert: Mi 7. Sep 2005, 22:46
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Lemi » Mo 12. Sep 2005, 18:49

Oi Chata,

dann teilen wir ja im Prinzip die Meinung über die, sagen wir mal, vertraglich nicht festgelegten Konditionen eines formalen Anstellungsverhältnisses von Mitgliedern der unteren Schicht.

Vergleiche zu einer deutschen Stubenreinigerinnen (gibt es die überhaupt ? Müsste es nicht heissen: Reinigerin von deutschen Stuben mit gebrochenem Deutsch ?) kann ich aus naheliegenden Gründen nicht ziehen.

Das Problem der reizwäschetragenden Putzen mit dem fast zahnlosen, aber trotzdem weissen, Lächeln hast du auch nicht.

Das mit dem "gut behandeln" scheinen die Brasilianer aber nicht so verinnerlicht zu haben, denn meist werden die Faxis herabwürdigend behandelt ........... so nach dem Motto: "Schau mal wo du her kommst!". Eine Putze ist für sie meist weniger wert als ihr weisshaariger Pudel.

Unsere Putze darf auch mal lachen. Zum Ausgleich lädt sie uns sogar zum Geburtstag ihrer Kinder ein. Natürlich in der Favela. Ob man dann dort hingeht, ist jedem seine Sache. Ich finde es jedenfalls eine durchaus interessante, studierenswerte soziale Geste. Ob es ein Zeichen dafür ist, dass wir unsere Faxi zu gut behandeln ? Ich weiss es nicht. Mich interessiert der Faxi-Job sowieso weniger, da einzig und allein meine Frau dafür verantwortlich ist, was unsere Faxi zu tun und zu lassen hat. Und das ist auch gut so, denn erstens verstehen sich Frauen untereinander besser und noch besser ist, wenn sie aus der gleichen sozialen Schicht kommen. Meine Frau hat durchaus nicht vergessen, dass sie im zarten Alter von 9 Jahren selber schon als Putze, Babá und später auf dem Felde gearbeitet hat.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

Re: Der übliche Fehler aller Europäer

Beitragvon Bagi » Di 13. Sep 2005, 02:03

Chata hat geschrieben:Eine deutsche Verkäuferin steht sich gut 8 Stunden die Beine in den Bauch und geht - wenn sie Glück hat - mit 700 - 800 Euro nach Hause. Davon zahlt sie Miete, Kleidung, Essen, Transport etc. Was bleibt ihr wirklich zur freien Verfügung übrig? Bestimmt keine 100 Euro.

....Was bekommt sie als Empregada: Kost und Logis, Arbeitskleidung und nimmt Ende des Monats 100 Euro mit...


Seit langem das Dümmste was ich in diesem Forum gelesen habe...
Bis dann
Bagi
Benutzeravatar
Bagi
 
Beiträge: 364
Registriert: So 28. Nov 2004, 16:11
Wohnort: São Paulo
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Chata » Di 13. Sep 2005, 09:44

@bagi
was ist daran dumm?
Benutzeravatar
Chata
 
Beiträge: 42
Registriert: Mi 7. Sep 2005, 22:46
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Lemi » Di 13. Sep 2005, 10:04

Irgendwie hinkt der Vergleich, Chata.

Du schreibst, dass der Verkäuferin in DEU 100 Euro nach allen Ausgaben übrig bleiben. Genau das ist aber das, was die Faxi hat, bevor sie anfängt ihre Spesen zu decken. Ich kann dir versichern, dass die 100 Euro - oder sprechen wir mal lieber von 300 R$ - hinten und vorne nicht reichen.

Allein Miete, Strom und Wasser fressen mit Sicherheit die Hälfte auf. Dann kommt noch das Essen (jaja ........ abends und an den Wochenenden will man auch essen). Was man sich von dem Geld kaufen kann, kannst du dir vielleicht denken: Reis, Bohnen und Maniokmehl. Für Kaffe und Zucker reichts meist auch noch.

Und denke daran: In Brasilien haben die Familien Kinder ! Wer ernährt die ? Wer kleidet die ? Arztkosten ? Und und und ............

Die Liste ist lang ...................... und der Grund der Verelendung liegt auf der Hand.

Und noch ein Fehlschluss, Chata: Glaube bitte nicht, dass die Brasilianer nicht in die Schule gehen wollen !!! ............ sie haben entweder keine Konditionen oder werden von den Eltern arbeiten geschickt. Alles eine Folge des miserablen Bildungs- und Sozialsystems und der bewussten Dummhaltung des grössten Teils der Bevölkerung durch die Regierung.
Man sieht sich,
In der Unterschicht
Benutzeravatar
Lemi
 
Beiträge: 2255
Registriert: Fr 26. Nov 2004, 21:23
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 44 mal
Danke erhalten: 116 mal in 65 Posts

Re: Der übliche Fehler aller Europäer

Beitragvon Jorginho » Di 13. Sep 2005, 10:07

Bagi hat geschrieben:
Chata hat geschrieben:Eine deutsche Verkäuferin steht sich gut 8 Stunden die Beine in den Bauch und geht - wenn sie Glück hat - mit 700 - 800 Euro nach Hause. Davon zahlt sie Miete, Kleidung, Essen, Transport etc. Was bleibt ihr wirklich zur freien Verfügung übrig? Bestimmt keine 100 Euro.

....Was bekommt sie als Empregada: Kost und Logis, Arbeitskleidung und nimmt Ende des Monats 100 Euro mit...


Seit langem das Dümmste was ich in diesem Forum gelesen habe...


Nach den argumentativen Amokläufen der letzten Postings muß ich dir zustimmen, obwohl sie ja gerade da zeigt, daß es noch dümmer geht.
Zuletzt geändert von Jorginho am Mi 14. Sep 2005, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Jorginho
 
Beiträge: 626
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:15
Wohnort: Freaklândia
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Maninha » Di 13. Sep 2005, 15:42

Bagi, ich kann dir nur zustimmen...
Schon lange nicht mehr so was dummes und arrogantes gelesen.
So eine Tussi hätte als doméstica auf die Welt kommen sollen oder besser wäre es gewesen, sich ein paar Tage als doméstica zu durchzuschlagen und wie eine leben zu müssen (aber wirklich als Notwendigkeit und nicht als Experiment).
Benutzeravatar
Maninha
 
Beiträge: 128
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 12:52
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Maninha » Di 13. Sep 2005, 15:48

Chata hat geschrieben: Es ist keine Ausnutzung von sozialen Missständen oder ähnliches.

:? :shock: Nein... es ist ein Geschenk ... Was sonst?

Chata hat geschrieben:Schauen wir der Wahrheit ins Auge:
Eine deutsche Verkäuferin steht sich gut 8 Stunden die Beine in den Bauch und geht - wenn sie Glück hat - mit 700 - 800 Euro nach Hause. Davon zahlt sie Miete, Kleidung, Essen, Transport etc. Was bleibt ihr wirklich zur freien Verfügung übrig? Bestimmt keine 100 Euro.


Schon möglich, die Frage ist, wie viele von diesen Verkäuferinnen würden ihre Stelle mit der einer doméstica tauschen. Und umgekehrt.
Ausserdem, was die deutsche Verkäufer gegenüber einer doméstica hat, ausser ihren „eventuell“ 100 Euro mehr, ist „Respekt“, Gerechtigkeit und die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen.
Sie geht „nach Hause“, sie zahlt ihre eigene Kleidung, Essen, Transport etc. Sie ist eine Person, die wie ein Mensch behandelt wird.
Wenn sie arbeitslos wird, bekommt sie Arbeitlosgeld, bei Bedarf Arbeitloshilfe und wenn sie wirklich Pech hat, wird sie ein Hartz IV Fall.
Die doméstica bekommt bei arbeitlosigkeit( falls sie registriert ist) ein Almosen (aber wie lang?).
Wenn sie Glück hat, wird sie schon als Hartz IV Fall geboren!

Chata hat geschrieben:Nun schauen wir auf die Empregada: keinen Schulabschluss (man kan froh sein wenn sie halbwegs lesen und schreiben kann) - kommt aus ärmlichsten Verhältnissen

Super ... Das hast du also bemerkt ... Schade, dass du das alles als „Vorteil“ siehst.


Chata hat geschrieben: Was bekommt sie als Empregada: Kost und Logis, Arbeitskleidung und nimmt Ende des Monats 100 Euro mit. Hat sie mit den Arbeitgebern Glück, dann bekommt sie alte Kleidung für die Familie noch mit und darf den ganzen Nachmittag Telenovelas im Fernsehen anschauen.


:roll:

Chata hat geschrieben: Die Empregada bei meinen Eltern arbeitet max, 5 Stunden am Tag und ihr geht es nicht schlecht. Welche Alternativen hätte sie? Als Arbeiterin bei einer Plantage oder bei den Pflanzenexportfirmen ebenfalls für den Salario mínimo? Das wäre ein schlechteres Geschäft.


Und du meinst, keine Alternative zu haben, sei eine Vorteil? Und das ist keine Ausnutzung von sozialen Missständen?


Chata hat geschrieben: Was die Empregada "kaputt" macht? Europäische Familien die meinen ihr Job wäre unter der Würde des Menschen und man müsste sie besser behandeln als die eigenen Kinder.


Sorry, ihr Job ist wirklich nicht unter der Würde des Menschen... aber oft ist die art, wie sie behandelt werden, eine Unverschämtheit.

Chata hat geschrieben: Sorry, auch deutsche Hausfrauen putzen Klos, wischen den Boden und tragen den Müll raus!

Genau. Und ich persönlich sehe das als gutes Zeichen für diese Gesellschaft hier.
Eine Frau wird nicht bewertet an der Zahl von doméstica die sie hat.
Und die meisten dieser Frau, hatten die Möglichkeit, sich auszubilden.
Das ist nicht ein „Job“, der angenommen wird, um nicht verhungern zu müssen!


Chata hat geschrieben: Und man sollte auch eines bedenken, Empregadas sind es nicht gewohnt in die Familie integriert zu werden ... sie fühlen sich nicht wohl dabei.


Claro que näo. Muita esmola o pobre desconfia.
Ausserdem sind sie von kleinauf gewohnt, wie Untermenschen behandelt zu werden.


Chata hat geschrieben: Woher ich das weiß: Ich bin in Südamerika geboren und aufgewachsen. Da kriegt man den Umgang mit Hauspersonal in die Wiege gelegt.


Woher ich das weiss?
Ich bin selbst in Brasilien geboren und aufgewachsen, habe dort auch als doméstica gearbeitet.
Und in Deutschland war ich Verkäuferin.
Du brauchst mich bestimmt nicht fragen, wo ich mich besser gefühlt habe!
Benutzeravatar
Maninha
 
Beiträge: 128
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 12:52
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Chata » Di 13. Sep 2005, 22:51

Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Es ist keine Ausnutzung von sozialen Missständen oder ähnliches.

:? :shock: Nein... es ist ein Geschenk ... Was sonst?


Wäre es besser sie hätte gar keine Arbeit oder sie würde in eines der Bordelle arbeiten und sich von widerlichen Touristen für ein paar Dollars besteigen lassen?
Ich weiß nicht was daran verwerflich sein sollte, eine Haushaltshilfe zu haben. Es kommt fast wie Sklavenhandel rüber. Ein Mensch verrichtet eine Arbeit und wird dafür entlohnt. So wie überall auf der Welt.
Was mich überrascht ist, dass ein Angestellter in mittlerer Postion in Brasilien um die 3000 bekommt. Oft haben sie sogar einen Universitätsabschluss.
Eine Haushaltshilfe bekommt mehr als 100 im Monat - schließlich hat sie eine Schlafstelle mit eigenem Bad, Essen und Arbeitskleidung. Was müsste sie verdienen, um das selbst zu bezahlen? Und wer zahlt den Transport von und zur Arbeitsstelle? Oder kostet das dem Arbeitgeber nichts?
Das fällt doch alles weg, wenn sie als Haushaltshilfe arbeitet. Also nimmt sie ihre 100 oder was auch immer netto mit.

Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben:Schauen wir der Wahrheit ins Auge:
Eine deutsche Verkäuferin steht sich gut 8 Stunden die Beine in den Bauch und geht - wenn sie Glück hat - mit 700 - 800 Euro nach Hause. Davon zahlt sie Miete, Kleidung, Essen, Transport etc. Was bleibt ihr wirklich zur freien Verfügung übrig? Bestimmt keine 100 Euro.


Schon möglich, die Frage ist, wie viele von diesen Verkäuferinnen würden ihre Stelle mit der einer doméstica tauschen. Und umgekehrt.
Ausserdem, was die deutsche Verkäufer gegenüber einer doméstica hat, ausser ihren „eventuell“ 100 Euro mehr, ist „Respekt“, Gerechtigkeit und die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen.
Sie geht „nach Hause“, sie zahlt ihre eigene Kleidung, Essen, Transport etc. Sie ist eine Person, die wie ein Mensch behandelt wird.
Wenn sie arbeitslos wird, bekommt sie Arbeitlosgeld, bei Bedarf Arbeitloshilfe und wenn sie wirklich Pech hat, wird sie ein Hartz IV Fall.
Die doméstica bekommt bei arbeitlosigkeit( falls sie registriert ist) ein Almosen (aber wie lang?).
Wenn sie Glück hat, wird sie schon als Hartz IV Fall geboren!


Du vergleichst 2 Systeme, die in der Form nicht vergleichbar sind. Ich kann über brasilianische Arbeitgeber nicht mitreden, weil ich diese nicht kenne. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern unsere Mädelz jemals respektlos behandelt hätten. Ich kenne aber genügend Fälle, wo gerade deutsche Arbeitgeber gar keinen Respekt gegenüber ihre Angestellten kennen und dies auf sehr raffinierte Art und Weise ausspielen, insbesondere dann wenn sie nicht deutsch sind.

Wenn es in Brasilien keine Pflicht gibt seine Haushaltshilfe zu registrieren, dann ist es schon ein Problem. Bei uns bekommen die "Cesantía", das sind 3 Monatsgehälter + den Urlaub anteilsmäßig ausbezahlt. Wenn man das nicht bezahlt, kann die vor Gericht gehen. Und Gerichte sind für "Arme" kostenlos, weil die Kosten der Arbeitgeber bezahlen muss. Das dieser Prozess sowieso vom Arbeitgeber verloren wird, ist eigentlich klar, oder?

Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben:Nun schauen wir auf die Empregada: keinen Schulabschluss (man kan froh sein wenn sie halbwegs lesen und schreiben kann) - kommt aus ärmlichsten Verhältnissen

Super ... Das hast du also bemerkt ... Schade, dass du das alles als „Vorteil“ siehst.

Wer ist für die Schulbildung zuständig? Der Arbeitgeber? Das ist mir neu. Auch in Deutschland gibt es nur "niedere" Jobs, wenn Du die Hauptschule nicht beendet hast. Und ich kenne kein Land der Welt, wo der Arbeitgeber für die Schulbildung der Angestellten verantwortlich wäre.


Chata hat geschrieben: Was bekommt sie als Empregada: Kost und Logis, Arbeitskleidung und nimmt Ende des Monats 100 Euro mit. Hat sie mit den Arbeitgebern Glück, dann bekommt sie alte Kleidung für die Familie noch mit und darf den ganzen Nachmittag Telenovelas im Fernsehen anschauen.


:roll:

Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Die Empregada bei meinen Eltern arbeitet max, 5 Stunden am Tag und ihr geht es nicht schlecht. Welche Alternativen hätte sie? Als Arbeiterin bei einer Plantage oder bei den Pflanzenexportfirmen ebenfalls für den Salario mínimo? Das wäre ein schlechteres Geschäft.


Und du meinst, keine Alternative zu haben, sei eine Vorteil? Und das ist keine Ausnutzung von sozialen Missständen?

Dann nenne doch besseren die Alternativen! Wo sind sie? Auch in Deutschland gibt es für Leute ohne Ausbildung keinen Managerjob. Nicht mal als Bürohilfe kannst hier ohne Ausbildung arbeiten. Also bleiben Hilfskraft im Supermarkt oder .... putzen gehen. (ok, dann kannst Dich "Raumpflegerin" schimpfen.)


Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Was die Empregada "kaputt" macht? Europäische Familien die meinen ihr Job wäre unter der Würde des Menschen und man müsste sie besser behandeln als die eigenen Kinder.


Sorry, ihr Job ist wirklich nicht unter der Würde des Menschen... aber oft ist die art, wie sie behandelt werden, eine Unverschämtheit.


Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.

Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Sorry, auch deutsche Hausfrauen putzen Klos, wischen den Boden und tragen den Müll raus!

Genau. Und ich persönlich sehe das als gutes Zeichen für diese Gesellschaft hier.
Eine Frau wird nicht bewertet an der Zahl von doméstica die sie hat.
Und die meisten dieser Frau, hatten die Möglichkeit, sich auszubilden.
Das ist nicht ein „Job“, der angenommen wird, um nicht verhungern zu müssen!

Das ist nicht wahr! Wieviele Frauen gehen hier noch nachdem sie 8 Stunden im Supermarkt gestanden sind zum Treppenputzen oder Büros sauber machen? Und sie tun das nicht aus Spaß an der Freude, sie tun es genau aus den gleichen Gründen wie Frauen in Brasilien - um nicht von den paar Euros, die im Monat übrig bleiben leben zu müssen.


Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Und man sollte auch eines bedenken, Empregadas sind es nicht gewohnt in die Familie integriert zu werden ... sie fühlen sich nicht wohl dabei.


Claro que näo. Muita esmola o pobre desconfia.
Ausserdem sind sie von kleinauf gewohnt, wie Untermenschen behandelt zu werden.


Komm - selbst Deutsche fühlen sich schlecht wenn sie sich außerhalb ihrer gewohnten Kreise bewegen. Das hat mit Untermenschen nichts zu tun.


Maninha hat geschrieben:
Chata hat geschrieben: Woher ich das weiß: Ich bin in Südamerika geboren und aufgewachsen. Da kriegt man den Umgang mit Hauspersonal in die Wiege gelegt.


Woher ich das weiss?
Ich bin selbst in Brasilien geboren und aufgewachsen, habe dort auch als doméstica gearbeitet.
Und in Deutschland war ich Verkäuferin.
Du brauchst mich bestimmt nicht fragen, wo ich mich besser gefühlt habe!

Nun, kompliment! Hast hervorragend Deutsch gelernt. Das hat sicher Deine Chancen in Brasilien deutlich verbessert. Schön für Dich. :-) Lebst Du jetzt wieder in Brasilien?
Benutzeravatar
Chata
 
Beiträge: 42
Registriert: Mi 7. Sep 2005, 22:46
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

VorherigeNächste

Zurück zu Tipps für den Alltag

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlungen

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]