Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon Maninha » Mi 14. Sep 2005, 12:29

Lemi hat geschrieben:Die beste Alternative wäre, wenn der Staat seinen Bürgern ein anständiges Bildungssystem anbieten könnte. In Deutschland ist das noch der Fall. In Brasilien ist das Bildungssystem zweigeteilt: Es gibt die öffentlichen Schulen für Arme und die Privatschule für Reiche. Dreimal darfst du raten, wo die Qualität besser ist. Gleiches Recht auf Bildung für alle wäre m.E. ein nicht unwichtiger Fortschritt für soziale Gerechtigkeit in Brasilien.


Genau. Ausserdem werden die staatlichen Universitäten in Brasilien von Denjenigen genutzt, die Privatschulen besucht haben.
Denn die haben natürlich bessere Chancen, das "vestibular"(aufnahmeprüfung) zu bestehen und einen Studienplatz zu ergattern. Rate mal warum!
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Der übliche Fehler aller Europäer

Beitragvon Maninha » Mi 14. Sep 2005, 13:29

Chata hat geschrieben: Nur wenn man die Systeme vergleicht, ist domestica für jemand ohne Ausbildung in Brasilien auch kein schlecht bezahlter Job.


](*,) :roll: :-#
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Beitragvon Chata » Mi 14. Sep 2005, 14:18

Wo hat denn das deutsche Bildungssystem geführt? Habt ihr schon mal mit einem Hauptschüler gesprochen? Ob der wirklich lesen kann, halte ich mal für ein Gerücht. Die sind nicht besser ausgebildet als jede Faxi, die vielleicht die 3te Klasse Grundschule abgeschlossen hat.
Ein Unterschied besteht allerdings - die Faxi ist wissensbegierig.

Kriminalität? Die gibt es in Deutschland auch - mehr als einem teilweise lieb ist. Das Fahrrad welche vor der Haustür verschwindet (3 x in diesem Jahr), das zerkratzte neue Auto - der in der Stadt gestohlene Geldbeutel - die Beschaffungskriminalität - die Kleinkriminellen in der Bahnhofsgegend. Dürfte es doch eurer Meinung nach, alles nicht geben. Die Leute haben ja Bildung!
Aber immerhin darf man in Deutschland auf staatliche Zuschüsse hoffen, wenn man als Prostituierte eine ICH AG gründet.

Glaubt ihr ernsthaft Bildung alleine würde das Problem lösen? Wie naiv seid ihr denn eigentlich? Und wie weit geht Bildung? Hauptschule, Abitur oder gar Uni?
Nur mal als Beispiel - die jetzige Hilfe meiner Eltern ist gelernte Krankenschwester - hat also Abitur und eine Ausbildung - sie findet aber keinen Job - insbesondere keinen Job wo sie noch auf ihr kleines Kind aufpassen könnte. Im Krankenhaus hat sie nämlich Schichtdienst. Sie würde zwar ein paar Pesos mehr verdienen, die sie aber postwendend für Kinderkrippe und Transport ausgeben würde. Bei meinen Eltern arbeitet sie von 7 bis 17.oo h und das Kind ist bei Ihrer Mutter tagsüber. Aber natürlich ist die blöd - sich von solchen Leuten ausbeuten zu lassen.

Wenn ich mir eure Beiträge hier so durchlese - einige können ja perfekt deutsch oder geben sich nur als Brasilianer aus - dann frage ich mich wieso ihr als Haushaltshilfe gearbeitet habt? Habt ihr nicht selbst gesagt, dass Bildung das Problem lösen würde? Ein Brasilianer, der die deutsche Sprache so gut beherrscht, hat doch sicher die Möglichkeit auf einen besseren Job, oder irre ich mich da?

Und was die Privatschulen angeht - was ist daran wieder verwerflich? Müssen nun alle auf die staatliche Schule gehen? Immerhin gibt es staatliche Schulen. So muss man das sehen. Alles andere liebe Leute ist dem Sozialismus schon sehr nahe. Man wird als Eltern noch entscheiden dürfen, ob man seine Kinder privat oder staatlich zur Schule schicken will. Und wenn man es sich leisten kann, dann ist Privat die Alternative - mittlerweile auch in Deutschland.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ihr den Sinn für die Realität verloren habt. Seid ihr in Brasilien gestrandete deutsche Auswanderer? Oder etwa im Auftrag des Herren unterwegs, um dort für Gerechtigkeit zu sorgen?

Habt ihr die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Europa nicht gesehen oder gar nicht sehen wollen? Sie sind zwar nicht so offensichtlich wie anderswo, aber sie sind da - latent da!
Sicher ist es für einen Südamerikaner Deutschland in vielerlei Hinsicht besser - aber nur wenn man es mit dem System vergleicht wo derjenige her kommt.
Aber auch in einer deutschen Kantine sitzt der Fließbandarbeiter nicht am Tisch mit dem Vorstand.

@maninha
schön, dass du nicht nur die deutsche Sprache so gut beherrschst sondern auch die smilies. Kannst Du auch einen konstruktiven Beitrag leisten? Gibst Du Faxis abends Deutschunterricht? Bringst Du denen lesen und schreiben bei? Oder zahlst montlichen einen hohen Obulus, damit sie es nicht so schlecht haben? Wieviele Kinder unterschtützt du monatlich, damit sie eine Privatschule besuchen können?

@supergringo
warum sollte ich dieses Buch lesen? Mein persönlicher Zorn fängt an, wenn ich die Weltpreise für Kaffee sehe - weiß genau wieviel Arbeit dahinter steckt - und anschließend für ein Pfund Kaffee 3 Euro bezahle. Nur Herr Tschibo habt dabei richtig abgesahnt.

Die leidenschaftlichen rassigen Brasilianerinnen - genetisch schon Prostituierte - haben die armen Europäer und die hohen Herren so quasi dazu verführt - äächt? Sie sind also selbst dran schuld!!!! Hallo? geht's noch?
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Beitragvon Maninha » Mi 14. Sep 2005, 14:19

chata hat geschrieben:Wäre es besser sie hätte gar keine Arbeit oder sie würde in eines der Bordelle arbeiten und sich von widerlichen Touristen für ein paar Dollars besteigen lassen?


:idea: Es wäre besser, man würde ihr schon als Kind die Möglichkeit geben, sich auszubilden.

chata hat geschrieben:Ich weiß nicht was daran verwerflich sein sollte, eine Haushaltshilfe zu haben.


Ich würde selbst eine Haushaltshilfe nehmen. Diese Leute sind wirklich glücklich, wenn sie arbeiten dürfen. Nicht weil sie diese Arbeit lieben, sondern weil sie sie brauchen, um zu überleben.
Aber ich würde nie auf die Idee kommen, zu behaupten, dass sie es „gut“ hätten. :roll:

chata hat geschrieben:Es kommt fast wie Sklavenhandel rüber.

Siehe Antwort von SG.

chata hat geschrieben:Ein Mensch verrichtet eine Arbeit und wird dafür entlohnt. So wie überall auf der Welt.


Ach was ... Ich weiss wirklich nicht, warum ich mich noch mit diesem Thread beschäftige...
Du verstehst einfach rein gar nicht...

chata hat geschrieben:Was mich überrascht ist, dass ein Angestellter in mittlerer Position in Brasilien um die 3000 bekommt. Oft haben sie sogar einen Universitätsabschluss.


Häää??? Was überrascht dich? Das jemand mit Universitätsabschluss so viel Geld verdient?

chata hat geschrieben:Eine Haushaltshilfe bekommt mehr als 100 im Monat - schließlich hat sie eine Schlafstelle mit eigenem Bad, Essen und Arbeitskleidung.


Ja ja ... Sie hat eine Schlafstelle ... genau ... und das ist in der Regel ein 4 qm grosses Loch ... Hä, Sorry Zimmer (oder ein Klappbett, das direkt an die Wand „na área de servico“ montiert wird.) Mit eigenem Bad (ja, ein Klo und eine Dusche, die meistens direkt über dem Klo angebracht ist), Essen (es ist wirklich toll, wenn du essen musst, was die anderen entscheiden und in den meisten Fällen das, was übrig bleibt).

chata hat geschrieben:Was müsste sie verdienen, um das selbst zu bezahlen?

Ich bin mir sicher, wenn man „deinem Angestellten in mittlerer Position in Brasilien, der um die 3000 bekommt.“, und seine Wohnung (dann kann man wirklich von „eigener“ reden) selbst bezahlt, die „Vorteile“ einer doméstica anbieten würde, würde er ablehnen, oder?
Diese Menschen haben meistens kein Privatleben. In ihre Zimmer können (dürfen) nie z.B. keine Freunde mitnehmen.
Also, tu nicht so, als wenn die "normalen" Leute zur Arbeit gehen müssen, um ihr Leben zu finanzieren (so, wie in den ganzen Welt) und es so furchtbar schwer hätten, als eine domestica, die alles „umsonst“ kriegt ... :roll:

chata hat geschrieben:Und wer zahlt den Transport von und zur Arbeitsstelle? Oder kostet das dem Arbeitgeber nichts?


Es ist kein Transport notwendig, wenn sie dort schläft. Oder meinst du die 2-mal pro Monat, an denen sie nach Hause darf?

chata hat geschrieben:Das fällt doch alles weg, wenn sie als Haushaltshilfe arbeitet. Also nimmt sie ihre 100 oder was auch immer netto mit.

Ich wundere mich, dass du diesen „Job“ noch nicht selbst ausübst. Wäre doch was, oder?
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Beitragvon Zambo » Mi 14. Sep 2005, 14:40

Mensch chata, Du hasst die arrogante und ignorante Art, wie manch eine rata aus der Oberschicht.

Natürlich gibt es in Deutschland Kriminalität, denn die gibt es in jedem Land der Welt. Diese aber mit Brasilien zu vergleichen ist eine Frechheit.
In Brasilien gibt es jährlich mehr Tote, als woanders in manchen Kriegsgebieten.

Das ein Hauptschüler nicht lesen kann und weniger ausgebildet ist als .... kann man nicht ernst nehmen. Dir fehlt der Bezug zur Realität.

Mich wundert es ehrlich gesagt nicht, dass Dein Auto zerkratzt und Deine Fahrräder geklaut wurden. :lol:
Zuletzt geändert von Zambo am Mi 14. Sep 2005, 15:07, insgesamt 1-mal geändert.
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, daß man sie ignoriert.
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Beitragvon Chata » Mi 14. Sep 2005, 14:47

@maninha
nochmal die Frage: Was tust Du persönlich um die Situation Deiner Landsleute zu verbessern? Du kannst nicht nur das System ankreiden und nichts dagegen tun.
Ich kenne x Kolumbianerinnen, die hier oder in London eine Ausbildung machen und sich ihr Studium mit genau dem finanzieren was Du so ankreidest - Zimmermädchen, Kellnerin, Haushaltshilfe. Leben tun sie meist zu zweit in einem 12 qm Zimmer OHNE Dusche und OHNE WC. Und einladen dürfen sie auch niemand. Wo ist der Unterschied zu einer domestica? Das sie am Ende ein Ausbildung hat - und das noch im Ausland und wenn sie viel Glück hat evtl. einen Job in ihrem Heimatland bekommt?

BTW ein 4 qm Zimmer für sich alleine mit Dusche und WC in einer Wohnung in Brasilien ist sicher allemal besser als ein 10 qm Zimmer, welches man sich mit dem Rest der Familie teilen muss in irgendeiner Favela.

Was das Essen angeht, natürlich hast Du Recht. Schrecklich, dass sie nicht das essen kann was sie sich wünscht. Eigentlich sollten AG dazu verpflichtet werden, der Faxi mindestens 3 Gerichte zur Auswahl zu stellen.

Und warum Du dich mit diesem Thread noch beschäftigst kann ich Dir nicht sagen, die Frage musst Du dir leider selbst beantworten.
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Beitragvon supergringo » Mi 14. Sep 2005, 14:51

Chata hat geschrieben:Und was die Privatschulen angeht - was ist daran wieder verwerflich? Müssen nun alle auf die staatliche Schule gehen? Immerhin gibt es staatliche Schulen. So muss man das sehen.
Argggh ... :computer: ... da ist wieder nichts verwerflich, Du dumme Nuss! Es zeigt nur, dass das staarliche Schulsystem absolute !&@*$#! ist!

Chata hat geschrieben:warum sollte ich dieses Buch lesen?
Stimmt, es hat keinen Zweck. Lass es und bleib dumm.

Hmmm ... :-k

So viel Schwachsinn lese ich (hier) selten. Langsam kommt mir der Verdacht, dass wir es hier mit einem Fake zu tun haben. Schon alleine der Nickname. Und dann die provokante Ausdrucksweise bei gewissen Passagen ... :idea: :twisted: ..., Du wirst doch nicht ... :lol:
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Beitragvon Jorginho » Mi 14. Sep 2005, 14:57

Chata hat geschrieben:@maninha
nochmal die Frage: Was tust Du persönlich um die Situation Deiner Landsleute zu verbessern? Du kannst nicht nur das System ankreiden und nichts dagegen tun.


Ich glaube, Maninha hatte genug damit zu tun, sich selbst aus der von dir so glorifizierten Situation zu retten. Daß ihr jetzt ein verwöhntes Frettchen auch noch moralische Vorhaltungen machen möchte, ist wirklich der Gipfel der Absurdität.

PS: Herr Tschibo läßt Grüße an alle brasilianischen und kolumbianischen Kaffeebarone ausrichten, mit denen er befreundet ist und ohne die er gar nicht so reich geworden wäre.
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Beitragvon Maninha » Mi 14. Sep 2005, 15:10

Chata hat geschrieben:Du vergleichst 2 Systeme, die in der Form nicht vergleichbar sind.


Ich glaube, du hast mit dem vergleich angefangen, also...

Chata hat geschrieben:Ich kann über brasilianische Arbeitgeber nicht mitreden, weil ich diese nicht kenne.


Aber ich kenne sie (ou muiiitos deles). Siehe http://www.brasilienfreunde.net/viewtopic.php?t=41

Chata hat geschrieben:Aber ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern unsere Mädels jemals respektlos behandelt hätten.


Sorry, aber nach deinen Beiträgen, muss ich mich fragen, was für dich respektlos ist.

Chata hat geschrieben:Ich kenne aber genügend Fälle, wo gerade deutsche Arbeitgeber gar keinen Respekt gegenüber ihre Angestellten kennen und dies auf sehr raffinierte Art und Weise ausspielen, insbesondere dann wenn sie nicht deutsch sind.


Das ist ja klar, niemand hat etwas anderes behauptet.
Aber hier gibt es die Möglichkeit, sich zu wehren. Und auch ich hatte mal Probleme mit einer unehrlichen Chefin gehabt.
Sie ist wurde sogar entlassen, nachdem ich mich beim Grossen Boss beschwert hatte.

Chata hat geschrieben:Wenn es in Brasilien keine Pflicht gibt seine Haushaltshilfe zu registrieren, dann ist es schon ein Problem. Bei uns bekommen die "Cesantía", das sind 3 Monatsgehälter + den Urlaub anteilsmäßig ausbezahlt. Wenn man das nicht bezahlt, kann die vor Gericht gehen. Und Gerichte sind für "Arme" kostenlos, weil die Kosten der Arbeitgeber bezahlen muss. Das dieser Prozess sowieso vom Arbeitgeber verloren wird, ist eigentlich klar, oder?


In Brasilien ist es Pflicht, die Haushalthilfen registrieren zu lassen.
Und es gibt viele anderen „offiziellen“ Pflichten ... Bloss, die wenigsten respektieren das.
Und wer zeigt diese an?


Chata hat geschrieben:Wer ist für die Schulbildung zuständig?
Auch in Deutschland gibt es nur "niedere" Jobs, wenn Du die Hauptschule nicht beendet hast.Auch in Deutschland gibt es für Leute ohne Ausbildung keinen Managerjob.
Kann sein, aber in Deutschland hat man die Möglichkeit, sich auszubilden.

Chata hat geschrieben:Nicht mal als Bürohilfe kannst hier ohne Ausbildung arbeiten. Also bleiben Hilfskraft im Supermarkt oder .... putzen gehen. (ok, dann kannst Dich "Raumpflegerin" schimpfen.)


Ich habe mit dem brasilianischen Hauptschulabschluss in Deutschland als Verkäuferin gearbeitet.
Mir ist auch die Leitung dieses Laden angeboten worden. Ohne Ausbildung und als Ausländerin. Und das war zu Zeiten, in denen ich mich nicht richtig auf deutsch ausdrücken konnte.
Es mag sein, dass ich Glück hatte und dass es viele andere schlecht haben.
Aber diese Chance ist mir in meinem Heimatland nicht gegeben worden.
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Beitragvon Chata » Mi 14. Sep 2005, 16:00

Jorginho hat geschrieben:PS: Herr Tschibo läßt Grüße an alle brasilianischen und kolumbianischen Kaffeebarone ausrichten, mit denen er befreundet ist und ohne die er gar nicht so reich geworden wäre.

auch Herr Tschibo zahlt nicht mehr als die Preise auf der NY Börse. Davon wird auch kein Kaffeebauer reich http://quotes.ino.com/chart/?s=NYBOT_KCU5

Maninha hat geschrieben:Sorry, aber nach deinen Beiträgen, muss ich mich fragen, was für dich respektlos ist.

Respektlos ist, wenn man sie nicht wie Menschen behandelt!
Wenn man ihnen aber ihren salario mínmo bezahlt und dafür sorgt, dass sie eine saubere Schlafstelle haben und saubere Kleidung, ärztliche Versorgung, genug zu Essen, ausreichend Freizeit und sie auch nicht schlägt und nicht verbal beleidigt, dann sehe ich die Respektlosigkeit nicht.
Habe ich hier nicht schon ein paar mal gesagt, dass sie bei uns nachmittags telenovelas schauen können? Sie haben auch keine Reste vom Essen bekommen - sie haben genau das gegessen was wir gegessen haben. Sie wurden weder ausgepeitscht noch wurden sie verbal beleidigt oder beschimpft. Und meine Eltern haben immer dafür gesorgt, dass die Seguridad Social bezahlt ist und sie jederzeit zum Arzt gehen konnten. Und sie hatten jeden Samstag Abend und den ganzen Sonntag frei. Und Weihnachten haben sie immer Geschenke von uns allen bekommen.

Maninha hat geschrieben:Das ist ja klar, niemand hat etwas anderes behauptet.
Aber hier gibt es die Möglichkeit, sich zu wehren. Und auch ich hatte mal Probleme mit einer unehrlichen Chefin gehabt.
Sie ist wurde sogar entlassen, nachdem ich mich beim Grossen Boss beschwert hatte.

Nicht immer Maninha. Mal geht es gut aus, mal nicht. Und hier in D ist seit einiger Zeit öfter mal nicht.

Maninha hat geschrieben:In Brasilien ist es Pflicht, die Haushalthilfen registrieren zu lassen.
Und es gibt viele anderen „offiziellen“ Pflichten ... Bloss, die wenigsten respektieren das.
Und wer zeigt diese an?
Das ist in Kolumbien anders. Die Haushaltsangestellten geniessen großen Schutz. Selbst die aus dem Amazonas Gebiet, die am Anfang nicht wissen, welche Rechte sie haben, werden ziemlich schnell von anderen "Kolleginnen" im Haus informiert. Und das ist gut so. Sonst würden sicher so manche "schlaue" AG die Rechte einfach missachten.


Maninha hat geschrieben:Kann sein, aber in Deutschland hat man die Möglichkeit, sich auszubilden.
Du hast leichter Zugang zu Bildung. Aber ich kenne viele Südamerikaner in Deutschland die diese Möglichkeit nicht hatten und es trotzdem geschafft haben. Diese Leute verdienen meinen Respekt. Es gibt aber auch sehr viele, die gar nicht wollen. Und denen kann auch das beste System nicht helfen - weder hier noch dort.

Maninha hat geschrieben:Ich habe mit dem brasilianischen Hauptschulabschluss in Deutschland als Verkäuferin gearbeitet.
Mir ist auch die Leitung dieses Laden angeboten worden. Ohne Ausbildung und als Ausländerin. Und das war zu Zeiten, in denen ich mich nicht richtig auf deutsch ausdrücken konnte.
Es mag sein, dass ich Glück hatte und dass es viele andere schlecht haben.
Aber diese Chance ist mir in meinem Heimatland nicht gegeben worden.

Ich beobachte oft, dass gerade die, die kaum Chancen hatten, die wenigen Chancen die sie haben am besten nutzen. Vielleicht weil sie nicht vom Glück "verfolgt" werden. Ich hatte vor kurzem 2 Praktikanten aus der Hauptschule bei mir in meiner Firma. Sie standen kurz vorm Quali. Lesen und schreiben mangelhaft. Keine Lust irgend etwas zu machen und wenn sie eine Aufgabe lösen mussten, dann nur widerwillig. Und es war kein klassischer "Aufräumjob" sondern Büroarbeit. Datenbanken pflegen, im Internet recherchieren, Zeitschriften nach Artikeln durchblättern usw. Auf die Frage, was sie später lernen wollten, haben die geantwortet: "keine Ahnung" wir gehen erstmal als Aushilfe zur Tankstelle. Einer davon hätte das Zeug für die Realschule gehabt. Ich fragte ihn warum er denn nicht weitermacht - Antwort: keine Lust! Und natürlich stellt man sich die Frage, wieviele Kinder in anderen Ländern diese Chance wahrnehmen würden, wenn sie sie hätten. Ich brauch nicht zu sagen, dass ich deren Bewerbung für die Lehrstelle mit einer Absage zurückgeschickt habe.

Ich unterstütze noch eine Privatschule für minderbemittelte aber begabte Kinder in Afrika. Es ist so schön, diesen Kindern zuzusehen, wie sie lernen, mit welcher Motivation sie rangehen und wie sie später alle das Ausbildungsangebot, welches wir auch anbieten dankbar annehmen.
Aber es gibt auch ein paar, die einfach kein Bock haben und nach der 8ten Klasse alles hinschmeissen.
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