Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Beitragvon Lemi » Mo 5. Sep 2005, 10:31

In Brasilien ist es üblich eine Haushaltsgehilfe anzustellen, im weiteren Kontext auch Faxi (dt.: Putze) genannt. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind Faxis meist Analphabeten bzw. haben eine so minderwertige Ausbildung hinter sich, dass sie lediglich Anspruch auf das Salário minímo (dt.: Mindestlohn) haben, welcher in Brasilien extrem niedrig, momentan bei 300 R$ = 100 Euro liegt. Dadurch ergibt sich für einen großen Bevölkerungsteil Brasiliens die Möglichkeit, den für uns Deutsche fast unvorstellbaren Luxus, eine Hausangestellte zu halten. Vielleicht spielt in einigen Fällen auch ein sozialer Aspekt eine Rolle. Schließlich hilft man einer Familie aus extrem armen Verhältnissen zu überleben und anstatt mit Diebstahl oder anderen kriminellen Mitteln sich seinen Lebensunterhalt ehrlich zu verdienen. Die Liason aus Arm und Reich unter ein und demselben Dach ist natürlich nicht frei von Spannungen und kann unter Umständen sogar vor Gericht enden. Die folgenden Storys sollten im eigentlichen Sinne bei der Auswahl einer Putzfrau helfen, können aber durchaus auch als Wegweiser für den Versuch des sich Arrangierens zwischen 2 völlig verschiedenen Bevölkerungsgruppen betrachtet werden:

Unlängst bemerkte ich, dass wir eine prima Faxi haben und dass sie jetzt schon seit knapp 3 Jahren für uns tätig ist. Ein meiner Meinung schon fast unwiderlegbares Qualitätsurteil. Das war natürlich nicht immer so. Dahinter steckt ein Reifeprozess, denn vor allem wir Gringos erst einmal leidvoll durchmachen müssen. Ich habe nicht mitgezählt, aber in den vielen Brasilienjahren hatte ich wohl einen Verschleiß von ca. 10 – 15 verschiedener Faxis unterschiedlichster Prägung. Ich beziehe das jetzt nicht auf eine einzige Eigenschaft, da meines Erachtens eine Kombination unterschiedlichster Faktoren, ich nenne Sie hier mal „Putzauswahlkriterien unter feinfühligem Einbezug menschlicher Aspekte“, zusammenpassen muss. Wie gesagt, ich spreche aus Erfahrung und stelle hier keine wilden Thesen auf, wie man mir sicherlich im Verlaufe der Diskussion zu unterstellen versuchen wird.

Eines der Hauptauswahlkriterien sollte wohl zweifellos der Finanzstatus und damit verbunden, die soziale Herkunft sein. Es ist in Brasilien fast obligatorisch eine Faxi zu haben, die natürlich aus ärmlichen Verhältnissen stammt, schon aus dem Grund, damit sich die eigentliche Hausfrau mit dem Status der sozial Engagierten anstatt der faulen Sau schmücken darf.
Bei einer meiner früheren Angestellten, auch aus armen Verhältnissen, merkte ich jedoch frühzeitig Erscheinungen wie Unzufriedenheit, Widerworte und ständiges Bitten um Lohnerhöhungen. Da wir unser Geld zusammenhalten müssen, kam für mich aber nie ein höheres Gehalt als das staatlich regulierte Salario Minimo in Frage. Beim tieferen Bohren kam heraus, dass ihr vorheriges Gehalt (bei einer stinkreichen Familie) bei 500 R$ lag – deshalb also meine 240 R$ für sie unakzeptabel waren. Nach der Frage, warum sie dass nicht gleich sagte, kam die Antwort: „Erstens brauchte ich einen Job und zweitens hätte ich erwartet, dass ihr bei meinen Referenzen bald mehr zahlen würdet.“

Ich war aber anderer Meinung, denn ich zahle nicht nach Referenzen, sondern nach Leistung. So schmiss ich sie nach 2 Monaten wieder raus, hatte aber gelernt, dass man auf jeden Fall vorher mal einen Blick ins Arbeitsbuch werfen sollte, um die bisherige Gehaltshöhe abzuchecken.
Komischerweise, ohne rassistisch werden zu wollen, sind wohl mindestens 80% aller Faxis schwarzer Hautfarbe. Ich hatte mal mit einer eine Art Gegenprobe machen wollen, was aber vollkommen in die Hose ging. So ein verschüchtertes Weibsstück hatte ich selten gesehen. Außerdem mussten ihr praktisch alle Handgriffe erst noch beigebracht werden. Sie konnte weder bügeln noch Wäsche waschen, geschweige denn kochen. Eine absolute Nullnummer.

Wichtig sind meiner Meinung auch der Ehestand und die Anzahl der Kinder. Kinderreiche Faxis sind höher belastbar, da sie i.d.R. schon einiges durch gemacht haben. Sie sind meist multifunktionell einsetzbar, geübt, d.h. alle Handgriffe sitzen. Wichtig für die Effizienz der Arbeitskraft. Außerdem kann man ihnen in unpässlichen Situationen auch mal die eigenen Kinder für eine Weile anvertrauen, ohne gleich befürchten zu müssen, dass sie beim ersten Heuler in Panik verfallen.

Dagegen spricht natürlich die Anfälligkeit gegen Krankheit, vor allem wenn sie noch Kleinkinder haben. Hier haben wir aber einen guten Kompromiss gefunden. Um nicht immer auf die Faxi bei Kinderkrankheit verzichten zu müssen, darf sie das jeweilige kranke Kind mitbringen und neben ihrer Tätigkeit pflegen. Äußerst vorteilhaft wirkt sich natürlich das Vorhandensein einer dritte Person aus (Bekannte, Schwägerin, Nichte, große Schwester etc.), die im angesprochenen Falle zur Verfügung steht. Dies wäre dann schon fast der Idealfall. Bei Lemes ist das natürlich der Fall, wobei wir auch die Option des Mitbringens kranker Kinder freigestellt haben.

Ehestand sollte auf jeden Fall verheiratet sein. Ich hatte mal eine ca. 24-jährige Ledige als Faxi. Mein Gott - wie die mich immer angeguckt hat. Ich kam mir vor, wie so ein Stück Filet Mignon, dass sie jeden Moment verspeisen wollte. Ihre Arbeitsleistung litt natürlich extrem darunter. Als meine Frau dann mal für länger als 3 Tage verreiste, stand sie in Strapsen in der Küche, als ich von Arbeit kam. Sie sagte, sie müsse das Bett noch machen, ob ich ihr nicht helfen wollte. Ich half natürlich nicht, sondern schmiss sie raus. Ein Flirt oder mehr mit einer Faxi ist tödlich, da sie dich später bei deiner Frau anzinkt, um sie auszustechen – ich sag nur FORGET IT.

Körperliche Robustheit ist auch wichtig. Ich bevorzuge mittlerweile dicke, kleine, meinetwegen auch hässliche (keine Bedingung) Faxis. Am besten ist, wenn sie wie meine, keine Neigung zum Schwitzen haben. Das sorgt dafür, dass sie ausreichend Kondition für einen 8- Stunden-Tag mitbringen. Die Dickheit sorgt nur dafür, dass sie etwas langsamer arbeiten, was aber bei entsprechender Kondition wieder wettgemacht wird. Dickheit wird aber in Brasilien als selbstbewusstseinszerstörend betrachtet, weshalb ich von meiner jetzigen Faxi wohl auch noch nie angemacht wurde – sehr gut so.

Eine gewisse, im Rahmen bleibende, Gleichgültigkeit ist auch vorteilhaft. Erstens übernimmt sie so auch mal schmutzigere Arbeiten, die für andere vielleicht schon unter die Ekelgrenze fallen würden und zweitens habe solche Leute ein geringeres Zeitgefühl, was wichtig ist, wenn es darum geht auch mal länger zu bleiben, um das Arbeitsvolumen bewältigen zu können. Zuviel Gleichgültigkeit ist natürlich unangebracht, weil so Vasenbruch, blutende Kinder oder eventuell sogar bewaffnete Einbrecher gar nicht wahrgenommen werden würden.

Ein Ehrlichkeitstest schafft bei positivem Ausgang eine gute Vertrauensbasis. Ich verlange eigentlich keine 100%-ige Ehrlichkeit, sondern nur eine gewisse Grundehrlichkeit. Wenn sie zu ehrlich wäre, würde ich vielleicht sogar schon misstrauisch werden!?
Da ich weiß, dass Faxis im Grunde genommen arme Schweine sind (auf ihre Finanzlage bezogen), lassen ich Kleindiebstähle zu und tue so als hätte ich sie nicht bemerkt. Darunter fallen u.a. Lebensmittelklau von Zucker (in kleine Beutel abgefüllt), einzelne Kartoffeln (besonders beliebt), fast gammeliges Obst, Puddingpulver .......... also reine Mundraub, aber in kleinen Dosierungen. Etwas peinlicher für die Faxi ist das Benutzen der Parfüms der Hausherren. Wenn die Faxi plötzlich wie meine Frau schnuppert, weiß ich sofort Bescheid. Schlimmer (aus Faxi- Sicht) finde ich, wenn sie nach Moschus riecht! Im Grunde genommen lasse ich diese Art von Diebstahl auch noch durchgehen, allerdings frage ich dann schon mal bei Überhandnahme, woher sie das tolle Parfüm hat, nachdem sie gerade riecht. Man kann im Normalfall davon ausgehen, dass sie sich ertappt fühlt und es eine Weile nicht mehr benutzt.
Nicht zulässig ist Diebstahl von Klamotten (obwohl Bedarf besteht), Keramik (Teller, Tassen, Klo- und Waschbecken), Metallteilen (Besteck, Handtuchhalter, Fahrräder) und Möbeln. Den Geld-Hinlege-Test haben wir auch gemacht, welchen sie perfekt bestand. Bis heute ein wichtiges Einstellungskriterium - ihre perfekte Ehrlichkeit in Sachen Geld.
Den Bonbonpapier-hinter-dem-Sofa-Test für kinderreiche Familien hat sich nicht richtig kapiert, da Sofawegrücken wohl bei ihr nur 1x pro Monat und das auch noch Aufforderung auf dem Programm steht. Diesen kleinen Mangel kann ich aber verkraften ...........

Tja, was kostet nun so eine Putzfrau wirklich – ich meine inklusive aller Nebenkosten und „Verluste“.

In Brasilien gibt immer noch die 44-Stunden-Arbeitswoche, d.h. sie arbeit Montag bis Freitag je 8 Stunden und samstags noch mal 4 Stunden. Unsere Faxi arbeitet aber nur 5 Tage / Woche. Samstag geben wir ihr frei, weil wir da unsere Ruhe haben wollen.

Das Gehalt liegt im Moment bei 300 R$. Ich weiß, dass es sehr wenig für sie ist, deshalb lassen wir ja auch den Mundraub zu und kaufen auch ab und zu mal ein paar Lebensmittel für sie mit ein. Hinzu kommt, dass sie die abgetragenen Sachen und Schuhe aller Familienmitglieder abstaubt (und das mit Kusshand), obwohl ich innerhalb der eigenen Familie auch Verwendung dafür hätte.
Zu den eigentlichen Lohnkosten von 300 R$ kommen (bei Eintragung ins Arbeitsbuch) noch 20% Sozialversicherung + plus Fahrgeld von ca. 150 R$ im Monat. Man kommt also auf einen Gesamtbetrag von 510 R$, inklusive Mundraub und Lebensmittelgeschenken sind es sogar 600 R$.

Nüchtern betrachtet sind die Kosten für eine Hausangestellte für Besserverdienende immer noch recht gering, aber zieht man ins Kalkül, dass fast jede brasilianische Familie ab einem Einkommen von ca. 1000 R$ eine Faxi hat, sieht es schon anders aus. Sozialleistungen wie INSS werden dann schon nicht mehr bezahlt. Außerdem muss sie dann aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommen, um Fahrtkosten zu sparen.

Es ist also nicht unbedingt üblich, die Faxi auf legale Weise einzustellen, da man so die 20% Sozialversicherung einspart. Diese Denkweise ist aber sehr kurzsichtig, denn auf jeden Fall wird die Faxi nach ihrer Entlassung vor Gericht gehen und wegen unterlassener Pflichten klagen. Im Regelfall bekommt in Brasilien immer der Arbeitnehmer Recht. Schlimmer ist es aber, wenn der Faxi ein Arbeitsunfall passiert. Ich hab schon von Einzelfällen gehört, bei denen die Faxi beim Fensterputzen einfach aus dem 7. Stock heraus gefallen ist und natürlich nur noch Knochensalat übrig blieb. Beim Nachforschen kam dann heraus, dass die Dame illegal gearbeitet hatte und das somit eine Entschädigung und Rentenzahlung auf Lebenszeit an die Hinterbliebenen gerichtlich festgelegt wurde. Das ist dann nicht mehr Pech, sondern Dummheit.

Ich kenne viele Familien, die bis zu 4 Angestellte haben:
Eine All-in-One- Putze + Büglerin + Kindermädchen + Chauffeur.
Da sind dann gleich mal 1500 - 2000 R$ im Monat weg. Absoluter Blödsinn und Geldheraus-Schaufelei in meinen Augen, aber eben ein STATUSSYMBOL.

Woher bekomme ich aber nun meine Faxi? Zeitungsanzeige, Familie, Mundpropaganda, Favela?

Vergiss Anzeigen! Die Faxi, die soweit gehen muss, Geld für eine Bewerbung auszugeben, taugt normalerweise nichts. Mundpropaganda und Favela schließen sich nicht voneinander aus. Für mich 2 wichtige Bestandteile bei einer Neueinstellung. Familie nie und nimmer .... über kurz oder lang halst man sich damit eine übergewichtige Gegenpartei im eigenen Hause auf, die meine Position als Familienoberhaupt in Frage stellen kann.

Hat die Putze einen Wohnungsschlüssel?

Natürlich gibt es keine Schlüssel für die Faxi. Hier hat man schon desöfteren von Totalausräumungen während des 4-wöchigen Jahresurlaubs gehört. Mein Kumpel hatte nach einem dieser Urlaube bereits einmal eine leere Wohnung vorgefunden. Ein Nachbar wusste zu berichten, dass einige Tage zuvor tatsächlich ein Umzugscontainer vor der Tür stand. Seitdem hat er nie wieder was von seiner Ex-Faxi gehört.
Auch wenn man mal umziehen sollte, wechselt man in Brasilien als erstes sämtliche Türschlösser aus. Der Vormieter hat mit Sicherheit noch Schlüsselkopien, die regelrecht zum Missbrauch verleiten (direkt oder über Verkauf an Dritte). In solchen Fällen ruft man zwar die Polizei, aber nicht, um den Täter zu fassen oder zuerst einmal zu lokalisieren, sondern lediglich, um eine Anzeige zu machen, die dann im Falle des Vorhandensein einer Versicherung bei der Schadensmeldung von Nöten ist. Diese Art von Versicherung ist in Brasilien vor allem in Etagenwohnungen nicht unbedingt üblich. Brasilianer sehen in Versicherungen eigentlich nur unnötige Kosten (ohne Nutzen = typisch brasilianische kurzsichtige Denkweise) und in ihren Vertretern natürlich Halsabschneider.

Es gibt natürlich eine Anzugsordnung für Faxis. Wie schon angedeutet, sind kurze Röcke absolut verpönt. Außerdem finden beiden Familienteile (Mann und Frau) es äußerst wichtig, dass die Faxi ein Haarhäubchen trägt. Die Dame des Hauses befürchtet nämlich, dass ein verlaustes Haar in die Suppe fallen könnte, wogegen der Herr des Hauses Angst hat, dass sich ein Haar beim Bettenmachen löst, welches Anlass zu einer Eifersuchts-Szene geben könnte. Das Haar könnte hierbei nicht nur der Faxi zugeordnet werden, sondern eventuellen anderen imaginären Besucherdamen. Man sollte deshalb bei der Auswahl der Faxi darauf achten, dass ihr Haar möglichst drahtiger und klein gelockter als das der Hausdame ist. Da sich brasilianische Frauen der Upper-Class nicht gerne mit dem ursprünglich afrikanischen Haartyp identifizieren, haben sie meist künstlich geglättetes Haar (Lockwellen sind hier gänzlich unbekannt) oder stülpen sich einfach eine Damenstrumpfhose über den Kopf. Meist erfolglos.

Die Gehaltszahlung erfolgt laut Gesetz bis zum 5. Kalendertag des Folgemonats. Bei Lemis läuft alles etwas flexibler ab. Unter normalen Umständen (die fast nie anzutreffen sind) zahlen wir am letzten Arbeitstag des Monats das gesamte Gehalt aus. Meist braucht ROSA (nennen wir sie mal beim Namen, um das Unpersönliche rauszukriegen) schon eher Geld, um diverse Einkäufe tätigen oder auch Reparaturarbeiten an ihrem Häuschen vornehmen zu können. Es kommt auch vor, dass der werte Ehegatte sie beklaut, um sich den Schädel mal wieder richtig zudröhnen zu können und anschließend eine Strichdame begattet. Man kann sich leicht vorstellen, dass die 300 R$ so schnell im !&@*$#! sind. Deshalb geben wir auch schon mal einen Vorschuss. Meist so gegen Monatsmitte wird um 20, 50 oder auch schon mal 100% "Vorschuss" gebeten. Bei Rosa war das nie ein Problem, da ihre Bitten sich lediglich auf Vorschüsse beschränkten, also keine Lohnerhöhungen oder evtl. sogar Kredite. Gezahlt wird cash gegen Unterschrift.

Wie lange hält sich eine Faxi?

Die Spanne ist sehr groß. Ich würde mal sagen zwischen 3 Tagen und 3 Jahren. 3 Tage Bewährung sollte man ihr mindestens geben, denn am 1. Tag zerbrochenes Porzellan kann man noch auf eine gewisse Grundnervosität zurückführen. Auch eine noch nicht perfekte Toilettenreinigung (vor allem unter den Rändern) lernt man nicht so schnell. Diebstahl im größeren Ausmaß und das Tragen von Reizwäsche sollte jedoch sofort mit Entlassung bestraft werden. Nach 3 Jahren sind die Abnutzungserscheinungen normalerweise so groß, dass ein Tapetenwechsel fällig wird. Meist ist es dann auch schon soweit, dass Faxi und die Dame des Hauses Freundinnen geworden sind, was für den Hausherr eine weibliche Gegenkoalition in Überzahl bedeuten würde und somit nicht akzeptabel ist.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon supergringo » Mo 5. Sep 2005, 11:43

super bericht lemi, spitze!!!

anregung: können "wir" nicht noch über andere themen "nachschlagefibeln" verfassen ... :idea:

z.B. zu den themen mietwagen und (inlands-) flug-buchungen ...
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Beitragvon Lemi » Mo 5. Sep 2005, 11:52

Danke für das Lob, SG. :oops:

Natürlich können wir hier beliebig Themen unserer Wahl diskutieren, dafür ist das Forum ja da. Es muss nur immer Einer damit anfangen ....... du weisst ja ........... der nichtswissende Forumsneuling :lol:

Übrigens:

Der obige Text ist aus meinem Büchlein "Nichts für Pauschaltouristen" ........... Kapitel 16.

Die anderen Kapitel sind ein wenig delikater .................
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Beitragvon Lemi » Mo 5. Sep 2005, 17:56

Der rustikale Typ: O caseiro.


Eine andere Rasse von Hausangestellten sind die Wochenendgrundstückspfleger, in portugiesisch einfach Caseiro genannt. Wochenendhäuser befinden sich in der Regel weit außerhalb der Stadt in recht einsamen, aber für die örtliche Bevölkerung leicht zugänglichen Gegenden. Der Caseiro und seine Familie, die auch gleich mit auf dem Grundstück, meist in einem separaten Häuschen, untergebracht ist, soll dafür sorgen, dass die meist riesigen Grundstücke gepflegt, bepflanzt und Ernten eingebracht werden.

Caseiros, so habe ich den Eindruck, erfüllen in den meisten Fällen den Zweck des Wächters. Da die Familie des Besitzers sich nur am Wochenende aufs Sitio (dt.: Wochenendhaus) begibt, Diebe aber eine 7-Tage-Arbeitswoche haben, braucht man einen Wachmann für das Sitio. In Form eines Caseiros samt seiner Familie täuscht man auf dem Sitio ständige Bewegungen und Aktivitäten vor, was Diebe davon abhält, dort einzubrechen (Caseiros besitzen meist Waffen, z.B. abgesägte Schrotflinten oder Buschmesser). Als Dank für die bloße Anwesenheit des Caseiros bezahlt der Herr des Hauses meist nichts oder nur sehr wenig, da er dem Caseiro das Recht einräumt zu pflanzen und zu ernten und sich somit selbst zu verpflegen. Diese Tätigkeit übergibt der Caseiro aber gern seiner ehrenwerten Frau und den heranwachsenden Sprösslingen, wodurch er Zeit hat, sich den Tag in der ohnehin vorhandenen Hängematte zu verschönen und die in der Ecke stehende 2-Liter-Coca-Cola-Flasche mit hochprozentigem Inhalt im Laufe des Tages herein zu ziehen.

So ist allen gedient.

Der Hausherr hat eine billige Arbeitskraft, die durch ihre Scheinaktivitäten die befürchteten LKW-Diebstähle verhindert. Der Caseiro hat ein tolles Vagabundenleben, von dem er immer geträumt hat und die Familienangehörigen des Caseiros sind auch nicht unzufrieden. Man könnte es fast den Idealzustand nennen.
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Beitragvon thomas » Mo 5. Sep 2005, 23:34

hihi.. diesmal bist Du mir mit dem Caseiro zuvorgekommen :P
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Beitragvon Lemi » Mo 5. Sep 2005, 23:37

thomas hat geschrieben:hihi.. diesmal bist Du mir mit dem Caseiro zuvorgekommen :P


Es gibt ja auch noch die Babá !

...... aber da hattest du wohl noch keine, oder !? :wink:
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Beitragvon Lemi » Di 6. Sep 2005, 14:47

Die Babá ist eine ganz gefährliche und heimtückische Person, wie der heute veröffentlichte Bericht zeigt:

Doméstica é presa por dar água sanitária a bebê

A polícia prendeu em flagrante nesta segunda-feira, na capital paulista, a empregada doméstica Anita Maria dos Santos, 48, acusada de misturar água sanitária ao leite da mamadeira de uma menina de apenas três meses de idade. A prisão se deu na casa dos patrões de Anita e pais do bebê, na Vila Carrão, zona leste de São Paulo. A doméstica, que confessou o crime mas não soube dizer o motivo, foi autuada por tentativa de homicídio (Mordversuch !!!).

A menina chegou a ser internada para realização de exames e lavagem estomacal, mas já retornou para casa e passa bem. Os pais da criança começaram a desconfiar da doméstica ao constatarem que a menina passou mal na semana passada e, na última sexta-feira, decidiram instalar na cozinha uma microcâmera. Segundo eles, a filha acusava problemas de saúde somente quando Anita Maria estava na casa. A mãe também disse ter identificado um cheiro estranho no bebê.

Quelle: TERRA


[Ein-Sarkasmus]
Aus dem Bericht geht zwar nicht hervor, warum Anita ihr Schosskind umlegen wollte, denn schliesslich hat sie ja durch das Kind überhaupt erstmal ihren Job, aber wer selber keine Kinder hat, dem gehen die Kinder der anderen manchmal ganz schön auf die Nerven ........... hab ich mir sagen lassen.

Warum die Ärzte eine Magenwäsche gemacht haben ist mir auch nicht klar. Schliesslich hatte das Baby ja gerade "Agua sanitaria" getrunken und müsste demnach blitze blanke sauber gewesen sein .............. ok ........ der Mundgeruch war vielleicht etwas eigenartig. [Ende-Sarkasmus]
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Re: Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Beitragvon tinto » So 11. Sep 2005, 09:14

Lemi hat geschrieben:Wichtig sind meiner Meinung auch der Ehestand und die Anzahl der Kinder. .. Wichtig für die Effizienz der Arbeitskraft.

Ehestand sollte auf jeden Fall verheiratet sein. Ich hatte mal eine ca. 24-jährige Ledige als Faxi. Mein Gott - wie die mich immer angeguckt hat. Ich kam mir vor, wie so ein Stück Filet Mignon, dass sie jeden Moment verspeisen wollte. Ihre Arbeitsleistung litt natürlich extrem darunter. Als meine Frau dann mal für länger als 3 Tage verreiste, stand sie in Strapsen in der Küche, als ich von Arbeit kam. Sie sagte, sie müsse das Bett noch machen, ob ich ihr nicht helfen wollte. Ich half natürlich nicht, sondern schmiss sie raus. Ein Flirt oder mehr mit einer Faxi ist tödlich, da sie dich später bei deiner Frau anzinkt, um sie auszustechen – ich sag nur FORGET IT.

.


Ein sehr interassanter Beitrag. Ich dachte immer, dass der Hausherr ein Verhältnis mit seiner Faxis hat, zumindest erzählen es die brasilianischen machos immer so. Und sogar in den Telenovelas wird sowas immer wieder gezeigt. Daran dürfte ja dann in der Realität nach Deinen Worten nicht viel dran sein....
_________________________________
Schöne Grüße,
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Re: Einstellungskriterien für Putzfrauen (Faxi´s)

Beitragvon Careca » So 11. Sep 2005, 09:25

Lemi hat geschrieben:Ich hatte mal eine ca. 24-jährige Ledige als Faxi. Mein Gott - wie die mich immer angeguckt hat. Ich kam mir vor, wie so ein Stück Filet Mignon, dass sie jeden Moment verspeisen wollte.


Zu der gleichen Passage auch mal ne Frage.

Hat eigentlich deine Frau nichts bemerkt von derer Anguckerei?
Haben bei deiner Frau nicht gleich alle Warnlampen auf rot angeschlagen :?:
Was ich immer wieder feststellte, Frauen haben da so eine Art "Antenne", insbesondere wenn es darum geht potentielle Konkurentinnen zu orten ... :roll: .
Diese innere Antenne arbeitet zwar nicht fehlerfrei (wäre ja auch zu schön für Frauen ... nobody is perfect ...), aber wenn ich mir vorstelle: eine Faxi im eigenen Haushalt und dazu noch eine Faxi auf "Bräutigam"-Schau ... :roll: ...
Abraços
Careca

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Beitragvon Garotinho » So 11. Sep 2005, 14:02

Hallo Leute
Wir hatten mal einen Kollegen, den wir wegen seiner Frauengeschichten nur noch mit seiner Ehefrau auf Auslandsbaustellen geschickt haben.
Irgendwann kam er nach Brasilien, erst mal alleine und hatte dann auch sofort eine Begleiterin.
Dann kam seine Frau. Irgendwann erzählte die dann von ihrer Faxi, die ihr alle Arbeit abnehmen würde, wenn nötig auch mal über Nacht bliebe, lieb, hilfsbereit und vertrauenswürdig. Da die Ehefrau auch kein portugiesisch konnte, half ihr die intelligente und recht ansehnliche Faxi auch, sich an das Leben in Brasilien zu gewöhnen. Irgendwie schien da schon bald ein freundschaftliches Verhältnis entstanden zu sein.

Irgendwann haben wir dann unseren Mitarbeiter auch mal privat besucht. Welche Überraschung, bei der Faxi handelte es um die ehemalige Begleiterin unseres Kollegen, die seit nunmehr 5 Monaten dort den Haushalt führte. Von dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Hausherrin und Faxi konnten wir uns persönlich überzeugen.

Da war die Antenne wohl abgebrochen.

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