Eletropaulo schliesst ein Haus ans Stromnetz an....

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Eletropaulo schliesst ein Haus ans Stromnetz an....

Beitragvon Floriano » Sa 18. Dez 2004, 00:18

... gesehen heute, als die Jungs tatsächlich schon 3,5 Stunden nach dem Anruf und der Bitte um Anschluss unseres Hauses auftauchten:

drei Männer, zwei zum Halten der Leiter, stehen im Vorgarten, während der Dritte oben rumturnt und den Haus-Hauptanschluss verknotet. Nein, kein Witz! Das Kabel wird etwa 10cm vom Mantel befreit und die freien Enden werden fachmännisch verknotet - anschliessend Isolierband drumrum und fertig. :?

Beim Umlegen des Hauptschalters standen dann die Nachbarn ohne Strom da - irgendwas war schief gelaufen, aber das wurde dann ganz schnell gerichtet...

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Re: Eletropaulo schliesst ein Haus ans Stomnetz an....

Beitragvon jensonline » Sa 18. Dez 2004, 00:27

...
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Beitragvon Floriano » Sa 18. Dez 2004, 00:32

... und in diesem Zusammenhand muss ich mir mal selber auf die Schulter klopfen...

Da fragt mich doch heute tatsächlich ein Freund, ob wir nur kalt duschen würden, der Duschkopf wäre ja gar nicht ans Stromnetz angeschlossen?!

Dass man blanke Kabelenden nicht sehen muss und Kabel auch Unterputz verlegen kann, dass war ihm wohl gänzlich neu - und was ich denn machen würde, wenn der Duschkopf mal kaputt ist (mhhh, die Kabel einfach direkt im Duschkopf von der Klemme lösen, würde ich sagen).

Das Haus hatte des Weiteren bis heute eine Büro-Verkabelung, also pro Raum etwa 20 Steckdosen + Netzwerkanschlüsse - alles führte dann an der Aussenwand zum Hauptverteiler - inklusive blanker Kabel....
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Mo 27. Dez 2004, 18:34

Den Beruf eines Elektrikers gibt es doch gar nicht in Brasilien ... Do wie die Jungs verkabeln, arbeitet wahrscheinlich nur derjenige als Elektriker, der zu schwach ist eine Kelle zu heben und zu mauern.
Kanalisation (so fern es die gibt), Telefonverkabelung des Festnetzes, Straßenführung, einfach Alles ist doch in Brasilien nur ein Provisorium. Da ist doch nicht richtig montiert oder konstruiert. dazu haben die Jungs doch überhaupt keinen Plan. Oder glaubt hier einer, die würden auch nur 2 Tage voraus denken. Warum soll das bei Elektrizität anders sein?
Die wissen doch nicht mal was eine Erdung ist. Habt ihr euch schon mal die brasilianischen Steckdosen und Schalter angeschaut? Das Zeug ist ja dermaßen häßlich, daß so etwas noch nicht einmal in einem deutschen Knast montiert werden dürfte. Da würde Amnesty International wegen "optischer Folter" auf die Barrikaden gehen.
Aber bei dem Planungschaos ist es auch ganz gut, daß die Jungs die Leitungen über den Putz legen. Das sieht zwar Sch .... aus, aber im Falle eines Falles hat man wenigstens die Möglichkeit, die Leitung wieder zu finden. Bei uns in der Uni hab' ich im Labor zusätzliche Leitungen legen lassen. Die sind dann zwar nicht diagonal über die Wand verlegt, aber parallel oder rechtwinklig sitzt da nichts. Für "parallel"und "rechtwinklig" gibt es zwar entsprechende brasilianische Wörter, aber in der Parxis weiß eigentlich kaum jemand, was das bedeutet.
Lustig wird's immer, wenn's regnet und blitzt. Da können dann Wetten abgeschlossen werde, wann der strom ausfällt, denn daß er früher oder später ausfällt ist klar bei der Verkabelung. Lustig sind auch immer etwas höher beladene LKW, wenn die durchs Bairro rauschen...
Ich plane gerade einen Hausbau in einem condomínio fechado. Dabei gilt folgendes: Die Steckdosen kaufe ich in Deutschland und ansonsten versuche ich möglichst unabhängig von der öffentlichen Energieversorgung zu sein. Dann sitze ich hoffentlich beim nächsten Gewitter nicht ohne Strom da.

Gruß

H-J.
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Beitragvon Floriano » Mo 27. Dez 2004, 18:54

In Bezug auf das Steckdosen-Design gebe ich Dir nur bedingt Recht, denn auch hier bekommt man (für einen entsprechenden Aufpreis) sehr schöne Steckdosen und Schalter - und das Design unterscheidet sich nicht wesentlich von dem teurerer Gegenstücke in Europa. Allerdings scheint das Design vielen Leuten egal zu sein, weshalb die grässlichen grauen Standard-Abdeckungen eine solch grosse Verbreitung haben.

Voller Entzücken habe ich gerade festgestellt, dass in unserem Haus alle bisher aufgefundenen originalen Leitungen tatsächlich so verlegt sind, wie es sich gehört - und die Erdung tatsächlich eine Erdung ist (was mir die Mühen einer Neuverkabelung erspart). Aber: dieses ist nur bei der Originalverkabelung so, der Rest (also alles, was ein vier Escritorios unter einem Dach so benötigten) war komplett kreuz-und-quer Aufputz verlegt. Mhhh, mag die gute Originalverkabelung daran liegen, dass alle Häuser in der Strasse vor vielen Jahren von Portugiesen gebaut wurden? :-k

Florian
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Mo 27. Dez 2004, 20:27

Ja Floriano, du hast ja recht. Ich habe auch schon in Baumärkten passable Produkte gesehen, was Steckdosen und Schalter betrifft. Aber im täglichen Leben, habe ich die noch nie gesehen. Ich frag' mich also, wer kauft die? Ich frag' mich manchmal, ob die Brasilianer nach dem Motto leben: Warum hübsch, wenn's auch häßlich geht?
Ausnahmen bestätigen dabei natürlich auch hier die Regel. Wenn sich die Mädels zurecht machen, kann sich das Ergebnis dann meistens doch sehen lassen ...

Gruß

H-J
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Beitragvon helveticus » Mo 27. Dez 2004, 20:39

Hans-Joachim Menzel hat geschrieben:... Ich frag' mich also, wer kauft die?...


Ich z.b. wir haben gerade die hässlichen grauen Standart Schalter und Steckdosen mit ganz gewöhnlichen, weissen von legrand ausgetauscht.

Gruss,
Raphael

P.S. Und die haben wirklich nicht die Welt gekostet, aber bestimmt billiger als in D bzw. CH
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Beitragvon Floriano » Mo 27. Dez 2004, 21:29

@helveticus:
Es stimmt, die Legrand-Serie von Pial ist zum Teil ganz schön, aber auch da gibt es Unterschiede. Ich habe sie auch gerade im grösseren Posten gekauft, da sie im Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar sind (allerdings die mit den eckigen Steckdosen, die mit den runden Ausschnitten mag ich nicht).

@H-JM
Ich denke, dass das ästhetische Empfinden diesbezüglich einfach nicht so stark (oder anders) ausgeprägt ist. Wenn Du aber z. B. bei Telhanorte bist, dann haben die (jedenfalls hier in SP) zwei komplette Gänge mit diesem Kram - und dabei sind dann auch Modelle in Aluminium, mit Acrylglas (Plexi), ....
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Steckdosenstandard

Beitragvon seitenwandkletterer » Mo 27. Dez 2004, 22:17

...
ich habe im vergangenen April im Haus meiner Schwiegermutter alle Steckdosen, Schalter und Lampen installiert. Das Hauptproblem für mich lag nicht im optischen Design, sondern in der praktischen Ausführung der Modelle "padrao brasileiro". Wenn man da mehrmals mit dem Krafteinsatz, der zum Einstecken bzw. zum Herausziehen von dt. Schukosteckern nötig ist, einen brasiliansichen Stecker hineinsteckt oder herauszieht, dann zerstört man das Modell "grau-padrao" relativ schnell.
Vor dem Abflug dorthin hatte ich mir noch überlegt, eine Grosspackung Lüsterklemmen im Baumarkt zu kaufen und mitzunehmen. Naja, aus irgendeinem Grund habe ich´s nicht getan und nach guter alter brasilianischer Art und Weise mit Isolierband gearbeitet.
Ach so, Schutzleiter existierten natürlich nicht. Den Sicherungskasten habe ich selbst gesetzt (ich bin alles nur kein Elektroinstallatuer) und den Stromanschluss habe ich auch selbst mit Hilfe meines Schwagers gemacht. der Techniker von dem, was sich Stromversorger nennt, kam dann nur noch zur Abnahme vorbei.
Bis jetzt ist zum Glück noch nichts passiert.....

...SWK!
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