Hallo BB,
für die Flitterwochen halte ich Paraty für ziemlich ungeeignet.
Die (Alt)-Stadt zwar sehr hübsch ist, aber wie schon geschrieben wurde, nach 2-3 Tage eher langweilig. Wer Ouro Preto, Diamantina oder Tiradentes schon kennt, wird an Paraty nicht viel Neues entdecken können. Lediglich das künstlerische Schaffen und auch die allabendliche Musikszene sind interessant und abwechslungsreich.
Aufgrund des hohen Preisniveaus in der Altstadt sind wir essenstechnisch immer auf die nahegelegenen Bairros Paratys ausgewichen. Gleiches gilt im Prinzip für die Pousadas. Die guten Pousadas kosten alle um die 100 R$ und besitzen ausser Zimmer, Frühstück und Pool nichts Attraktives.
Wir haben uns in der recht schönen Pousada "Naus de Paraty" niedergelassen. Die Zimmer sind dort gross und freundlich. Es gab einen Pool und ein mittelmässiges Frühstück. Zu Fuss waren es etwa 20 Minuten bis in die Altstadt.
Wir hatten uns vorher noch viele andere Pousadas angeschaut, waren aber meist vom schlechten Preis/Leistungsverhältnis überrascht.
Die Strände in und um Paraty (ist alles diesselbe Bucht) stinken nach Gülle ... der Bürgermeister macht auch keinen Hehl daraus, dass diese dort direkt (und gut sichtbar) ins Meer fliesst. Um Baden zu gehen, musst du also stark ausweichen, z.B. nach Trindade, Gonçales oder mit diversen Bootstouren. Ohne Auto bist du ziemlich aufgeschmissen dort. Dies gilt auch bei schlechtem Wetter. Wenn du dann in Paraty festhängst, kann dich nur das Flitterwochen-Standardprogramm retten ....
Als Tipp für deine Flitterwochen würde ich dir gerne Penedo empfehlen. Das 3000-Seelen-Dorf liegt an den Landesgrenzen von RJ, SP und MG und ist leicht über die Via Dutra zu erreichen. Der Tourismus ist dort sehr entwickelt, was man aber eher als angenehm denn als nervig empfindet.
Viele Pousadas sind absolut auf frischgebackene Ehepaare spezialisiert und bieten 3-4 Tagespakete für Flitterwochen an. Schau mal unter
http://www.penedo.org in die Pousadas rein! Viele Pousadas haben dort Zimmer mit Whirlpool und Kamin. Ausserdem gibts spezielle gemütliche Plauschecken und natürlich ein tolles Tagesprogramm, denn Penedo ist nicht nur eine alte finnische Kolonie (die ihre Traditionen reichlich pflegt), sondern bietet zahlreiche Wasserfällen, Bergspitzen bis zu 2790m Höhe (Pico das Agulhas Negras) und jede Menge kulinarischen Genüssen ... das geht beim selbstgebrauten Bier im "Casa do Fritz" los, über Fondue, frischen Forellen und an jeder Ecke Schokoladenfabriken ...
Das Klima ist ein typisches Höhenklima. Tagsüber hatten wir meist um die 20-25 Grad und abens gingen die Temperaturen schnell runter, Pullover sind also beim Nachtausflug nicht nur zu empfehlen, sondern Pflichtprogramm (zumindest in der jetzigen Jahreszeit). Morgens sind dann öfters mal um die 10 Grad, was aber nur dich jucken wird, da du deine frisch vermählten Dame ja sicherlich das Frühstück ans Bett bringen wirst!?
Übrigens hatten wir bei unserem Ausflug in den oberen Teil des Itatiaia-Nationalparks auch mal richtig eisige Temperaturen: Mittags um 12 waren es 2 Grad ... die Pfützen vom Vortagesregen waren teilweise noch zugefroren (für Brasilianer natürlich ein tolles Erlebnis!). Der Pförtner am Parkeingang sagte uns, dass es nachts so um die -5 Grad gewesen sind. Die Berglandschaft war grandios. Den Aufstieg zum "Pico das Agulhas Negras" (ca. 5h mit viel Kletterei) konnte ich meinem Kindern natürlich noch nicht zumuten, aber die recht anspruchsvolle Wanderung zur Basis des Prateleiras haben alle locker geschafft und die Aussicht dort war grandios ....
(Bilder kann ich dir irgendwann demnächst mal zeigen).
