Hallo,
ich spiele sehr ernsthaft mit dem Gedanken, Anfang nächsten Jahres zu meinem Freund nach Brasilien zu ziehen. Dass ich damit vor einige Probleme gestellt sein werde, ist mir mehr als klar. Jetzt habe ich aber schon so viele negative Dinge in diesem Forum gelesen, dass ich mir ernsthaft Sorgen mache, ob ich total naiv bin zu glauben, dass das gut gehen kann.
Um mal was zu unserem Hintergrund zu sagen: ich kenne meinen Freund seit über 2 Jahren, wir waren eineinhalb Jahre lang Mitbewohner in den USA und sind jetzt seit ca. 1 Jahr zusammen. Er hat letztes Jahr angefangen, an einer staatlichen Universität zu unterrichten und lebt jetzt in einer kleinen Stadt, die ca. 3-4 Stunden entfernt ist von Belo Horizonte. Mit seinem Job ist sein Einkommen auf jeden Fall gesichert, und mit dem Durchschnittseinkommen verglichen, kommt er ganz sicher nicht schlecht weg und kann (und will) auch für mich sorgen.
Zu mir ist zu sagen, dass ich ein Diplom in Psychologie und einen Master in Intercultural Relations habe. Mein Englisch ist, durch den zweijährigen Aufenthalt in den USA bedingt, recht gut. Mein Deutsch hoffentlich auch, da Muttersprache

Portugiesisch kann ich nur sehr wenig, halt das, was ich für die beiden Besuche bei meinem Freund gelernt habe. Ich würde es natürlich noch lernen, bevor ich nach Brasilien gehe, um mich zumindest irgendwie verständlich machen zu können. Ich war zwar immer nur für drei Wochen in Brasilien, aber ich glaube schon, dass ich dort glücklich werden könnte. Wissen kann man das natürlich nicht, so richtig lernt man eine Kultur ja erst nach einer gewissen Weile kennen. Ganz blauäugig gehe ich natürlich da nicht rein, ich weiß, dass es vor allem in den ersten Monaten ganz schön schwierig werden wird – für uns beide. Was mir aber am meisten Sorgen macht, sind die folgenden Dinge:
Ich möchte unbedingt arbeiten. Den ganzen Tag darauf zu warten, dass mein Freund heimkommt, und das in einer unbekannten Kleinstadt, würde die Beziehung gleich killen. Außerdem möchte ich mich nicht total ins berufliche Abseits manövrieren, falls es mit uns doch nicht klappen sollte und ich wieder zurück nach Deutschland muss (womit wir nicht rechnen, was ja aber passieren kann). Deutsche Firmen gibt es in dem Ort ganz sicher nicht. Jetzt spiele ich mit verschiedenen Gedanken und habe einige Fragen:
- Wie schwierig wird es denn werden, ein Arbeitsvisum für Brasilien zu bekommen, ohne dass ich gleich dafür heiraten muss?
- Ich bin am überlegen, mich selbständig zu machen, wobei das in dem kleinen Ort (ca. 60.000 Einwohner), in dem mein Freund lebt, ganz schön schwierig werden wird. Hat jemand Erfahrungen mit Selbständigkeit bzw. mit „Telearbeit“? (Ich würde in dem Falle wohl für irgendwelche Organisationen von zu Hause aus arbeiten, falls da ein Unternehmen mitmacht…)
- Kennt sich jemand damit aus, wie man es in Brasilien anstellen kann zu promovieren?
- Kennt sich jemand mit Entwicklungshilfe aus und weiß, ob und wie man da an Projekte bzw. Organisationen herankommen kann?
- Einige Leute hatten erwähnt, dass es schon viel zu viele Sprachlehrer in Brasilien gibt. Was ist denn da dran? Weiß jemand, ob man bestimmte Zertifikate benötigt, um Deutsch- oder Englischunterricht zu geben?
- Fallen euch sonst noch irgendwelche Möglichkeiten ein, was ich tun könnte? (außer Hausfrau zu werden und Däumchen zu drehen...)
Das sind natürlich alles noch ganz unspezifische Gedanken, aber irgendwo muss man ja anfangen…
Ich wäre euch auf jeden Fall für euren Input super dankbar!!
Kitumba