Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon Takeo » So 28. Nov 2010, 15:03

Itacare hat geschrieben:Ein häufiger Vorschlag lautet: alle Drogen freigeben, dann erledigt sich das Problem von selbst.


Es geht bei einer Legalisierungskampagne einzig und alleine um Grass, Mariuhana, Haschisch... LSD, Kokain, Crack, Heroin, Opium und was es da sonst noch alles gibt... sind auf der ganzen Welt strengstens verboten und werden geahndet! Es geht - wie auch in Holland - darum die Kräfte gegen wirkliche Harddrugs zu einen, anstatt wertvolle Energie damit zu vergäuden grassrauchende Hippies zu fangen! Begreift das doch endlich mal!
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon Takeo » So 28. Nov 2010, 15:14

ManausTip hat geschrieben:Warte aber immer noch auf meine Frage wie sieht es eigentlich in anderen Städten aus ? Schließlich ist ja Rio nicht die einzige WM Stadt. Wo wird z.b. der Drogen Markt in Sao Paulo,Salvador,Fortalezza,Natal usw
kontrolliert? Zieht jetzt die Marine durch jede WM Stadt?


Ich weiss nicht ob die Situation in Rio direkt was mit der WM oder diesen komischen olympischen Spielen, für die sich ja sowieso niemand wirklich interessiert (wieviel Goldmedaillen hatte Deutschland, oder Brasilien... na??? .. egal...), sondern damit, dass die Bandidos in Rio wirklich eine Dreistigkeit an den Tag legten, die es glaube ich wiklich nirgendwo sonst gibt... weder in São Paulo noch sonstwo. Es fing doch nur mit der Instalation von UPPs an... ist das zuviel verlangt??? Ich hoffe dass der Fall Rio ein Prezedenzfall für ganz Brasilien und Lateinamerika wird und diese Vagabundos in anderen Städten und Regionen endlich mal merken, dass auch ihre Bandidagem irgendwo Grenzen haben kann! Hoffentlich fliesst noch richtig viel Blut bei diesen Drogenvagabundos!!!
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon tinto » So 28. Nov 2010, 18:19

moni2510 hat geschrieben:
tinto hat geschrieben:
moni2510 hat geschrieben: ...Müßte lachen, wenns nicht zum weinen wäre. Was für ne dumme Idee. Drogendealer als Beruf mit Zukunft :shock: :shock: :shock:

.


Heute leben nach Medienberichten allein in Rio 16.000 Menschen vom Rauschgifthandel und damit von den Drogen.


Und was hat das jetzt mit meinem Satz zu tun? Ich sprach von einem Beruf mit ZUKUNFT!


Und das hat das mit Deinem Satz zu tun: Wenn es heute 16.000 sind, von denen nur 200 festgenommen worden sind, dann hat das wohl für mindestens 15.800 sowieso eine Zukunft, und immer kommen Neue hinzu. Es ist immer ein Beruf mit Zukunft. Gestern, heute, morgen.

Wer wollte das denn bestreiten, dass die so oder so weitemachen?

Aber könnte es sein, wenn es legal wäre, dass es allein deshalb weinger wären, weil man das dann nicht mehr mit tausenden Kleinkriminellen absichern müsste? Wie es ist, wenn es legal ist, sieht man ja mit der Droge Nr. 1, dem Alkohol. Und dem Tabak, der Droge Nr. 2. Beides zusammen soll ja bekanntlich schädlicher sein, als ein Joint....sagen Mediziner.

Also: Die Lösung des Problems kriegt man nicht durch diesen Polizei-Einsatz allein hin. Das ist zwar ein Anfang. Denn die handeln ja nicht nur mit Drogen, Vergewaltigung, Mord, Raub, Hehlerei, Geldwäsche usw. Schon deshalb ist die Aktion sicherlich richtig. Aber reichen wird das nicht.
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Schöne Grüße,
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon Itacare » So 28. Nov 2010, 18:30

frankieb66 hat geschrieben:
Itacare hat geschrieben:Da nicht jeder Kohle hat wie Paris & Co., gäbe es dann eine entsprechend höhere Beschaffungskriminalität.

Eben genau das nicht. Beschaffungskriminalität gibt es doch eher bei Prohibition. Alkoholverbot (Prohibition) in den USA hat z.B. Mafiosen wie Al Capone erst zu der Macht verholfen, die sie später dann auch in vielen anderen Bereichen gewaltsam "durchsetzten".

Ich selbst nehme keine illegalen Drogen, aber wenn man sich mal vorstellte, dass in D Zigos und Bier verboten würden ... ich glaube dass im Falle eines Verbots die Beschaffungskriminalität extrem zunehmen würde. Klar sind Nikotin und Alkohol auch Drogen (und richten auch nachweislich wesentlich mehr Schaden an als z.B. Maconha oder Po), aber aufgrund der "Legalität" hält sich die Beschaffungskriminalität noch in Grenzen. Nicht auszumalen was los wäre, wenn z.B. Zigos verboten wären. Momentan beschränkt sich beispielsweise die Kriminalität bei Nikotin doch in erster Linie auf Steuerhinterziehung (Schmuggel) und das auch nur, weil die Kippen in D ziemlich teuer sind. Wären sie nicht so teuer, dann gäbe es auch keinen Grund zu Schmuggeln.

Frankie


Ich meinte damit die Süchtigen, die nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten und sich das Geld für ihre Drogen dann anderweitig "beschaffen". Leichterer Zugang = mehr Konsumenten. Also eben schon.
Das eine Übel fällt weg, das andere kommt dazu.
Wenn es einfach wäre, gäbe es ja schon eine Lösung.
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon dietmar » So 28. Nov 2010, 19:03

Man muss sich immer vor Augen halten, dass die "Eroberung" lediglich den ersten Schritt eines langen Prozesses darstellt.
Ganz schnell kann es wieder wie vorher sein. So darf man zumindest einen Globo-Artikel vom 21. April 2008 rückblickend interpretieren:
http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL ... ZEIRO.html
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon frankieb66 » So 28. Nov 2010, 19:15

Itacare hat geschrieben:Wenn es einfach wäre, gäbe es ja schon eine Lösung.

Ich habe auch keine Lösung. Aber der Fisch stinkt immer vom Kopf her.

Will sagen: Wenn es keine Konsumenten mehr gäbe, die beispielsweise 200 Geld anstatt 5 Geld für eine Drogendosis zahlen, hätte sich das Geschäftsmodell der Drogenbarone ziemlich schnell überholt. Das Ganze ist Marktwirtschaft in Reinform: Nachfrage regelt das Angebot und den Preis. Und aufgrund der erschwerten Beschaffungsbedingungen steigt der Preis für Drogen eben je näher sie am Zielgebiet sind. Gäbe es in den USA oder Europa keine zahlungsbereiten Abnehmer, oder die Dosis Droge würde lediglich 7 statt vielleicht 200 Geld für den Endabnehmer kosten, dann wäre das ganze Geschäft nämlich ziemlich unrentabel. Und ich schwöre dir, dass in diesem theoretischen Fall wesentlich weniger Drogen vertickt würden.

Abgesehen davon finde ich es SUPER, dass mal wieder in Rio aufgeräumt wird! In der deutschen Presse sind natürlich wieder die üblichen Fehler zu lesen: Man spricht spanisch und angeblich wäre es das 1. Mal gewesen, dass Panzer in einer Favela aufmaschiert wären. Letztes stimmt bestimmt nicht, da ich vor ca. 5 Jahren eine Favelastürmung incl. Panzer live miterleben "durfte" (Rocinhas).

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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon johanna_deutschland » So 28. Nov 2010, 20:49

16000 Leute. Nette Info.

Da haben 16000 Leute (oder jetzt noch 15800, da etwas gesaeubert wurde) absolut keine Skrupel Mitmenschen und sich selbst zu vergiften. Die sollten allesamt mal in die Kirche gehen und sich bekehren lassen. Aber vielleicht ist es ja die natuerliche Auslese, die von Natuer so geschaffen ist...

Und das nur wegen Cash.

Naja, weit denken (in die Zukunft) tun sie allesamt nicht.

Legalisierung wird nicht eintreffen. Mit Sicherheit nicht.

Systemaenderung (ohne Korruption, fuer die BR so beruehmt ist) koennte schon eher etwas aendern.


16000 Leute. Das ist massig. Die sollten sich mal alle treffen (Zusammentreffen der vereinigten Dealer Rios) und dann allen angeboten werden, dass Sie 10000 Dollar Ausstiegsgeld erhalten, aber nur wenn Sie mindestens 5 Jahre dabei sind.

Dann gebe es mit Sicherheit weniger. War ja nur ein Vorschlag (der mit Sicherheit niemals umgesetzt werden kann) ;) ;) Eher ne Traumvorstellung...
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon BrasilJaneiro » So 28. Nov 2010, 21:16

Die favelas in Rio haben eine andere Geschichte als alle anderen favelas in Brasilien. Sie sind nicht durch die Industrialisierung, die Verstädterung und Bildungsnotstand entstanden, sondern durch die Kaiserfamilie Pedro I, die alle Menschen ohne blaues Blut und Geld aus der Gemeinschaft verbannten. Da Armut bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts weltweit nichts ungewöhnliches war (Deutsche waren auch mal arm), plädscherte diese Situation für die Bewohner der "favelas" mit den Jahren ob Demokratie oder Militärdiktadur vor sich hin. Diesen Menschen hat in der Vergangenheit niemand geholfen. Also mussten sie sehen, wo sie blieben bzw. wie sie ihren Lebensunterhalt bewerkstelligen können. Jeder, der länger als 20 Jahre in Brasilien sich befindet wird doch noch wissen, für welches Geld das Groh des Volkes arbeiten musste. Und dies nicht nur in den Fabriken, sondern auch in den casas der Reichen und Mächtigen.
Ich bin immer für harte Gesetze und Strafen für Verbrecher gewesen, sogar fordere ich die Todesstrafe wieder zurück. Aber die Problematik in Rio, keine Schulbildung, keine Berufsausbildung, keine Beschäftigung, kein Lohn, keine sozialen Hilfen etc. ist die Schuld der Politiker. Deshalb gehören alle verantwortlichen Politiker und Militärs bestraft, Grundbesitz und Geld enteignet von allen Nachkommen der monarchistischen Kaste aber auch alle Verbrecher bestraft. Es darf nie eine Duldung von irgendwelchen Verbrechen akzeptiert werden oder sogar noch legalisiert werden.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon Takeo » So 28. Nov 2010, 22:01

johanna_deutschland hat geschrieben:Da haben 16000 Leute (oder jetzt noch 15800, da etwas gesaeubert wurde) absolut keine Skrupel Mitmenschen und sich selbst zu vergiften.

(...)

Legalisierung wird nicht eintreffen. Mit Sicherheit nicht.

(...)

16000 Leute. Das ist massig. Die sollten sich mal alle treffen (Zusammentreffen der vereinigten Dealer Rios) und dann allen angeboten werden, dass Sie 10000 Dollar Ausstiegsgeld erhalten, aber nur wenn Sie mindestens 5 Jahre dabei sind.

Dann gebe es mit Sicherheit weniger. War ja nur ein Vorschlag (der mit Sicherheit niemals umgesetzt werden kann) ;) ;) Eher ne Traumvorstellung...


Naja, von ein bisschen Kiffen ist noch niemand umgekommen, vom Crackrauchen, Koks Spritzen und mit Waffen dealen schon... Legalisierung wird von Fernando Gabeira (PV) diskutiert, aber es geht wie gesagt um die Legalisierung der Softdrugs, nicht um Crack und Koks und schonmal garnicht um Waffen!!!
Naja, und 10.000 U$ ist glaube ich ein bisschen wenig für die favelierten Drogendealer... da kann man getrost noch zwei Nullen dranhängen bevor die überhupt anfangen zu diskutieren...
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Re: Endlich wird in Rio aufgeraeumt

Beitragvon dimaew » So 28. Nov 2010, 22:33

Takeo hat geschrieben:
johanna_deutschland hat geschrieben:...


...
Naja, und 10.000 U$ ist glaube ich ein bisschen wenig für die favelierten Drogendealer... da kann man getrost noch zwei Nullen dranhängen bevor die überhupt anfangen zu diskutieren...


und selbst das dürfte noch nicht reichen, wenn man sich die aktuellen Berichte ansieht. Ein ganz klein wenig wird dabei auch mit dem Bild aufgeräumt, die "reichen Hintermänner" säßen sowieso nicht in den Favelas. Tun sie offensichtlich doch.
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