Entsendung nach Sao Paulo

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon greenlagarto » Sa 25. Sep 2010, 21:55

Olá liebe Brasilienfreunde,

ich weiß nicht, ob mein Anliegen exakt in das Kapitel "Auswandern" gehört, aber es hat zumindest eine große Schnittmenge.

Zunächst zu mir: Ich bin 29, in Deutschland geboren, aber portugiesischer Staatsbürger. Ich arbeite als technischer Redakteur in einer international tätigen Firma. Wir sind Dienstleister und arbeiten u.A. für General Motors.

Da ich fließend portugiesisch, deutsch sowie gut englisch spreche, wurde ich Anfang diesen Jahres gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte für eine gewisse Zeit nach Sao Paulo zu ziehen und dort für General Motors do Brasil zu arbeiten. Jetzt haben wir den AUftrag erhalten und ich soll schon Ende Oktober nach Brasilien.

Ich habe allerdings GAR keine Ahnung über Entsendungen von Mitarbeitern. Da wir keinen Betriebsrat haben, befürchte ich, dass mich die Firma ausnützen könnte.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer Entsendung nach Brasilien gemacht? Worauf ist zu achten und worauf habe ich Anspruch? Das entscheidende Gespräch über die Entsendung findet nächste Woche statt, dennoch haben sie mich schon gefragt, ob ich nicht einen brasilianischen Vertrag für diese Zeit unterschreiben möchte, was ich kategorisch abgelehnt habe. Habe z.B. Angst bezüglich den Verlust der Währung (meine deutsche Miete muss ich ja dann weiter in Euro bezahlen) oder irgendwelcher Rentenansprüche, die ich hier verlieren könnte. Ach ja, der Zeitraum soll ca. ein Jahr betragen.

Habe mich schon ein wenig informiert und diesen Text im Netz entdeckt, der mir sagt, dass es kein Problem wäre mit einem deutschen Vertrag nach Brasilien zu fliegen, da ich Brasilianer einarbeiten werde und somit die Forderungn erfüllen würde. Ist das so korrekt?

"2) Técnicos sem Vínculo Empregatício. O visto técnico aplica-se a estrangeiros que venham ao Brasil prestar serviços de assistência técnica ou transferência de tecnologia com base em Acordo ou Contrato de Prestação de Serviços Técnicos ou Transferência de Tecnologia firmado entre empresas brasileira e estrangeira. Este tipo de visto não é apropriado para estrangeiros que venham desenvolver atividades meramente administrativas, financeiras ou gerenciais. O Contrato deverá ser registrado perante o Instituto Nacional da Propriedade Industrial (INPI) anteriormente ao protocolo do pedido de visto. Neste caso, os estrangeiros não serão empregados da empresa brasileira e deverão receber sua remuneração inteiramente de fonte no exterior. A empresa brasileira deverá comprovar que o estrangeiro possui seguro de saúde válido em território nacional, entre outros requisitos. O visto poderá ser concedido pelo prazo de 2 (dois) anos, no caso de transferência de tecnologia, ou por 1 (um) ano, no caso de assistência técnica, podendo ser renovados por igual período, desde que cumpridos os requisitos para prorrogação. Em casos de emergência, o visto técnico pode se concedido pelo Consulado Brasileiro com jurisdição sobre a residência do estrangeiro por um período não prorrogável de 30 (trinta) dias, uma única vez a cada período de 90 (noventa) dias. Emergência é definida como situação fortuita que coloque em risco iminente a vida, o meio ambiente, o patrimônio ou que tenha gerado a interrupção da produção ou da prestação de serviços.

Danke schon mal im Voraus.

Cumprimentos,

Lagarto
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon Itacare » Sa 25. Sep 2010, 22:10

Vorschlag: lass Dir den Vertrag vorlegen, bitte Dir aus, n paar Nächte darüber zu schlafen. Streiche alle Namen, Firmennamen etc, raus und stell ihn hier rein.
Da werden Sie geholfen.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon amazonasklaus » Sa 25. Sep 2010, 22:34

Einige Minimalanforderungen, auf die ich bei einem Entsendungsvertrag wert legen würde:

  • Das Nettoeinkommen im Zielland muss mindestens so hoch sein wie im Herkunftsland.
  • Normalerweise sollte der Arbeitgeber einen Kaufkraftausgleich (falls gerechtfertigt) und eine Erschwerniszulage drauflegen.
  • Der Arbeitgeber trägt die Kosten für den Umzug und Heimflüge in regelmäßigen Abständen.
  • Während der Dauer der Entsendung zahlt der Arbeitgeber freiwillige Beiträge in mindestens der vorherigen Höhe in die Rentenversicherung im Heimatland ein.
  • Krankenversicherung im Zielland oder Auslandskrankenversicherung im Herkunftsland wird vom Arbeitgeber bezahlt.

Zu einem guten Expat-Paket gehören weiterhin noch Kleinigkeiten wie eine Mietbeihilfe, Übernahme des Schuldgelds für schulpflichtige Kinder, Sprachkurse für den Entsendeten (bei Dir nicht relevant) und seinen Partner und vorbereitende Kurse zum interkulturellen Arbeiten im Zielland (schon eher).

Das Fehlen eines Betriebsrats sehe ich in diesem Fall nicht als Nachteil an, da er ohnehin nicht in der Verhandlung des Pakets eingreifen würde. Falls Deine Firma versuchen sollte, Dich unter Wert zu entsenden, dann solltest Du einfach soviel Selbstbewusstsein haben und das Angebot ablehnen.
"Em Portugal, de onde eu acabei de vir, o desemprego beira 20%, ou seja, um em cada quatro portugueses estão desempregados." -- Dilma Rousseff
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Re: Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon Westig » So 26. Sep 2010, 04:58

greenlagarto hat geschrieben:Ich habe allerdings GAR keine Ahnung über Entsendungen von Mitarbeitern. Da wir keinen Betriebsrat haben, befürchte ich, dass mich die Firma ausnützen könnte.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer Entsendung nach Brasilien gemacht? Worauf ist zu achten und worauf habe ich Anspruch? Das entscheidende Gespräch über die Entsendung findet nächste Woche statt, dennoch haben sie mich schon gefragt, ob ich nicht einen brasilianischen Vertrag für diese Zeit unterschreiben möchte, was ich kategorisch abgelehnt habe. Habe z.B. Angst bezüglich den Verlust der Währung (meine deutsche Miete muss ich ja dann weiter in Euro bezahlen) oder irgendwelcher Rentenansprüche, die ich hier verlieren könnte. Ach ja, der Zeitraum soll ca. ein Jahr betragen.

Lagarto



Das sieht überhaupt nicht nach "Entsendung" aus, wenn man Dich fragt, ob Du nicht besser einen brasilianischen Arbeitsvertrag unterzeichnest. Hirnrissig.

Da hast Du mit Deinen Sorgen ebenso Recht wie amazonasklaus mit seinen Ratschlägen, der oben die wesentlichen Klauseln für einen Entsendevertrag zutreffend benennt (wobei das jedoch eher nach einem Entsendevertrag im öffentlichen Dienst aussieht, GTZ, DED, entsandtes Lehrpersonal an deutscher Schule etc.; die meisten Unternehmen dürften sich kaum auf alle derartigen und weitere Sonderkonditionen bei der Vertragsgestaltung einlassen).

Und wenn das Ganze nur ein Jahr dauern soll: vergiss es. Da gibt es in der Regel keinen Urlaubsheimflug, noch aufwendige Umzugskostenerstattung, die bei Entsendeverträgen bei Aus- und bei Rückreise je nach Familiengröße schon locker bei 10.000 Euro pro Umzug liegen kann.

Und Sonderregelungen im Krankheitsfall etc. gibt es bei so kurzer Vertragsdauer ebenfalls kaum. Von daher: wenn man Dir anrät, einen normalen brasilianischen Vertrag abzuschließen: eher Finger weg.
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Re: Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon chato » So 26. Sep 2010, 07:52

Also, die Punkte die amazonasklaus aufgeführt hat, werden auch so in den Expat Verträgen aufgeführt.

Was noch nicht erwähnt wurde, ist dass natürlich nicht nur für den Kaufkraftausgleich eine Zahlung erfolgt, sondern auch für die Lebensumstände in den einzelnen Ländern.
Für die Schweiz gibts halt nix, für Somalia wird dann schon kräftig Zitterprämie gezahlt. Ich denke aufgrund, der Umstände könntest du mindestens 25% fordern. Wenn man bedenkt, dass du bereits im Oktober antreten sollst, so kann ich mir auch mehr vorstellen :P

Wichtig ist natürlich auch noch, dass dein deutscher Vertrag währende dieser Zeit ruht. Wie schon geschrieben, laufen die Sozialversicherungsbeiträge weiter.
In unserer Firma wird dir fiktiv ein Prozentanteil für Miete in Deutschland abgezogen. Dieser Betrag wird vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Dafür bekommst du dann vor Ort eine entsprechende Wohnung bezahlt. Ob du dann noch in Deutschland eine Wohnung unterhältst ist dann dir überlassen. Hängt ja auch maßgeblich von der Vertragslänge ab.
Thema Möbel musst du mit dem Arbeitgeber verhandeln.

Das entsprechende Visum besorgt dir dein Arbeitgeber. Es gibt sicherlich Firmen in Brasilien, die das organisieren. Google mal unter relocation services


Viel Spaß
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Re: Entsendung nach Sao Paulo

Beitragvon Takeo » So 26. Sep 2010, 16:24

ob aber alles übers Geld und Konditionen zu diskutieren ist wage ich mal zu bezweifeln. Im Jahre 2010 ist die Zeit der teuren Expats und der dicken Entsendungsverträge vorrüber, was zählt ist Flexibilität und Erfahrung, besonders wenn man jung ist und sogar portugiesisch spricht. Aprenda a falar 'brasileiro' e venha para cá, e rápido, pois será uma experiência profissional e lição de vida inesquecível! [-o<
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