Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon pedrinho2405 » Fr 21. Nov 2014, 00:23

cabof hat geschrieben:Leute, ich halte mich meist zurück mit privaten Angelegenheiten.... aber heute wurmt es mich gewaltig, hatte eine Diskussion mit BR`s
über die "Sozialpolitik" Brasiliens... himmeln Lula und Dilma an, Bolsa Familia e Casa etc. -
Mein Schwiegervater mußte am letzten Samstag zur Notfallambulanz, die Schwere der Krankheit wurde nicht festgestellt, wieder nach
Hause geschickt, Sonntag verschlimmerte sich sein Zustand - die Familie hat um 3 Ecken und mit Vitamin B für Montag eine Einweisung ins Spital geschafft - einigermassen behandelt, heute sollte er in ein anderes KH gebracht werden... lest hier: er hatte den ganzen Tag
auf eine fahrbare Krankenbahre gewartet, war nicht vorrätig, die Betten scheinen keine Rollen/Räder zu haben, am frühen Abend dann doch
bis zum Krankenwagen transportiert.... wie der Zufall es will, meine Mutter habe ich heute ins KH fahren müssen, Notfallambulanz, keine
5 Minuten und sie wurde untersucht und gleich dabehalten, 2-Bett-Zimmer, keine 10 Min. Röntgenwartezeit - kötzel was BR angeht - das fehlende Geld (Steuereinnahmen und gerechte Verteilung) sind wohl bei den Milliarden Petrobras versickert.



Hallo Cabof,

es tut mir leid das es Deinen FA so schlecht geht. Darf ich fragen warum Deine Mutter ins KH mußte. Wünsche Ihr auf alle Fälle gute Besserung.

Und ja, das ist in Brasilien eine Schweinerei, kann man leider nicht anders sagen. Es wird so viel Geld verschwendet und die wichtigen Dinge werden vernachlässigt.

Ich kenne ein Beispiel aus canavieiras. In canavieiras konnte man am Hafen durch eine Art Fußgängerzone, vorbei an den Hafenrestaurants fahren. Dann kam ein neuer Bürgermeister, kürzte sofort den Lehreren den Lohn und lies die Straße am Hafen zur kompletten Fußgängerzone umbauen. Kostenpunkt um die 130 tsd. RS. Das Krankenhaus dagegen ist ein Loch und hat keinen einzigen Real gesehen. Was hat ein solcher Bürgermeister in dem Amt verloren ?


Liebe Grüße
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon sonhador » Fr 21. Nov 2014, 02:27

Mazzaropi hat geschrieben:
REHA in BRA ???
Davon habe ich noch nie gehört, weder bei den Privatversicherungen und schon gar nicht beim SUS ! [-X



Das kann ich nicht so im Raum stehen lassen. Seht mal hier :

http://www.sarah.br/ :shock:

Erst noch alles von der SUS !!!!
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 21. Nov 2014, 20:32

Pedrinho - meine Frau fliegt am Sonntag nach Hause um sich dem Fall anzunehmen... die wird sich nicht von irgendwelchen Tucken am SUS Info Schalter abwimmeln lassen - da kommt eine Portion Deutschland angeflogen - ich werde mal berichten. Ich kenne persönlich in anderen Lebenslagen die brasil. Stoischkeit - Achselzucken, kann man nichts machen. Daher kommt das Land auch nicht vorwärts. Duckmäuser nennt man solche Leute. Auch bei uns in DE sollte man öfters mal die Fresse aufreissen wenn man zB schlecht bedient wird,
dämlich empfangen etc. etc. - sehe das täglich im Supermarkt.... Schlange an einer Kasse ohne Ende und 3 Kassen sind nicht besetzt.
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon Albino » Fr 21. Nov 2014, 21:07

Ich lebe in der Schweiz und in Brasilien. Da ist natürlich die Medizinische Behandlung nicht vergleichbar. In der Schweiz und in Brasilien gibt es aber meine Medikamente für Diabetes und Bluthochdruck gratis!!!!
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 21. Nov 2014, 21:58

In DE kosten die kassenanerkannten Medikamente i.d.R. 5 Euros pro Rezept, kann man mit leben. Der Arzt verschreibt zwar Medikament X
weil er sicherlich eine Provision erhält, in der Apotheke sagt man ja, muß man selber zahlen oder aber Y Kassen-Medikament, kostet
5 Euronen Zuzahlung. Darüberhinaus gibt es auch Befreiungen von den Zuzahlungen usw. usw. - schon ein Kreuz wenn man sein Leben von Pillen abhängig machen muß.
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon pedrinho2405 » Fr 21. Nov 2014, 22:05

cabof hat geschrieben:Pedrinho - meine Frau fliegt am Sonntag nach Hause um sich dem Fall anzunehmen... die wird sich nicht von irgendwelchen Tucken am SUS Info Schalter abwimmeln lassen - da kommt eine Portion Deutschland angeflogen - ich werde mal berichten. Ich kenne persönlich in anderen Lebenslagen die brasil. Stoischkeit - Achselzucken, kann man nichts machen. Daher kommt das Land auch nicht vorwärts. Duckmäuser nennt man solche Leute. Auch bei uns in DE sollte man öfters mal die Fresse aufreissen wenn man zB schlecht bedient wird,
dämlich empfangen etc. etc. - sehe das täglich im Supermarkt.... Schlange an einer Kasse ohne Ende und 3 Kassen sind nicht besetzt.



Hallo Cabof,

ja Du hast Recht, man sollte öfter mal den Mund aufmachen, ganz meine Worte. Das ist bei den Brasilianern anders, die maulen da gleich mal los und wenn einer anfängt, dann gehts wie beim Domino und eine Lawine wird in Gang gesetzt.

Ich würde mir persönlich für mich wünschen, das ich öfter mal den Mund halten kann, denn ich gehöre zu der Fraktion, die dann doch schnell was sagt. Da macht man sich keine Freunde heutzutage. Aber nur so kann man ja Dinge ändern.

Dann wünsche ich Deiner Mutter oder Schwiegermutter, eine schnelle Genesung und das Deine Frau da durchgreift.


Liebe Grüße
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon Alexander0086 » Fr 21. Nov 2014, 22:09

Einmal ging ich zum Zahnarzt. Ich hatte Angst, aber die Frau hatte gute Fähigkeiten um einen Zahn wiederherzustellen.
  Ich habe nur 40 Reais bezahlt. Seabra, Bahia
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon cabof » Fr 21. Nov 2014, 22:32

Danke Pedrinho, werde berichten.

Alexander... zweifelsohne gibt es gute und schlechte (in allen Kategorien) - auch ich habe jetzt eine Zahnärztin in DE die mir jede
Angst genommen hat... (nach Jahrzehnten) - bin immer nur an "Schlächter" geraten - einen guten Hausarzt habe ich auch noch nicht -
bin leider nur Kassenpatient. Hier und da mal an einen Spezialisten geraten, aber auch nur durch Vitamin B... deckt sich in etwa
mit Brasilien. Bleibt gesund!
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 22. Nov 2014, 06:14

pedrinho2405 hat geschrieben:
Und ja, das ist in Brasilien eine Schweinerei, kann man leider nicht anders sagen. Es wird so viel Geld verschwendet und die wichtigen Dinge werden vernachlässigt.
Ich kenne ein Beispiel aus canavieiras. In canavieiras konnte man am Hafen durch eine Art Fußgängerzone, vorbei an den Hafenrestaurants fahren. Dann kam ein neuer Bürgermeister, kürzte sofort den Lehreren den Lohn und lies die Straße am Hafen zur kompletten Fußgängerzone umbauen. Kostenpunkt um die 130 tsd. RS. Das Krankenhaus dagegen ist ein Loch und hat keinen einzigen Real gesehen. Was hat ein solcher Bürgermeister in dem Amt verloren ?
Liebe Grüße


Eine Fußgängerzone ist eben wichtiger. R$ 130.000 sind doch peanuts. Damit kannst du noch nicht mal den Chefarzt bezahlen. Der Bürgermeister hat doch keine Befugnisse alleine zu entscheiden, wo Steuergelder verbraten werden. Sollte Canavieiras ein Hospital haben, dann können die drei Kreuze machen. Es ist nicht üblich in jedem Drecksloch ein Krankenhaus zu führen. Die Bewohner könnten auch spenden, wenn ihnen das wichtig wäre.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken in Brasilien

Beitragvon cabof » Sa 22. Nov 2014, 07:28

In Brasilien dürfte es ähnlich sein wie in DE. Für jeden Furz ist eine andere Behörde zuständig, wenn der Gesundheitsposten vom Bund
unterhalten wird, macht der Bürgermeister garnichts, Kompetenzen der Landesstraßen, Bundesstraßen usw. usw. alles fein geregelt.
Hüben wie drüben sind die Regenten sehr daran interessiert, sich ein Denkmal zu setzen, möglichst sichtbar und nachhaltig, ist in
Köln nicht anders.
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