Erfahrungsberichte von Auswanderern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon cabof » Fr 1. Feb 2013, 22:32

Brasiljaneiro - ich latsche schon 40 Jahre durch Brasilien, habe alle Phasen mit- und durchgemacht, auch die Träumerphase als ich "nur"
Urlaub machte, heute hat mich (und so einige andere ältere Semester im Forum) die Realität eingeholt, die Preise sind unbezahlbar und
im Alter kommen die Zipperlein und da würde ich mich bei der SUS nicht gut aufgehoben finden, private KV könnte ich mir nicht leisten.
Diese Punkte und auch andere halten mich davon ab, meinen Lebensabend gänzlich unter Palmen zu verbringen. Übrigens, ein Tannenwald hat
auch was.....
Cabof
Du hast keine Chance - aber nutze sie
Benutzeravatar
cabof
 
Beiträge: 9829
Registriert: Di 24. Jul 2007, 16:24
Wohnort: 4000 m Luftlinie vom ältesten Bahnhof Deutschland`s entfernt
Bedankt: 1394 mal
Danke erhalten: 1466 mal in 1230 Posts

Folgende User haben sich bei cabof bedankt:
ManoDibango

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Frankfurter » Sa 2. Feb 2013, 12:56

cabof hat geschrieben:Brasil meinen Lebensabend gänzlich unter Palmen zu verbringen. Übrigens, ein Tannenwald hat
auch was.....


... nur nicht bitte im Winter. Da ist mir bei den Temperaturen doch Brasilien lieber :oops:
Frankfurter
 
Beiträge: 948
Registriert: Mo 1. Jan 2007, 18:14
Bedankt: 180 mal
Danke erhalten: 191 mal in 158 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Trem Mineiro » Do 14. Feb 2013, 14:59

Jetzt haben wir 3 Seiten durch, eine erfolgreiche Auswanderer-Story, ein paar aus höhrensagen. Von denen kenn ich auch 2 oder 3. Und das spiegelt die Realität wieder. Ich hoffe, dass gibt allen Auswanderungswilligen zu denken und lässt sie ihre Pläne nochmal überdenken und wenn doch, oder wenn doch noch willig, ihre Auswanderung auf ein noch besseres Fundament zu stellen.

Denn.....fragen wir mal nach den Mißerfolgsauswanderer-Berichten. Da könnten einige was erzählen, aber die sind zu schüchter. Von denen kenn ich einige mehr.

Viele Grüße
Trem Mineiro
Benutzeravatar
Trem Mineiro
 
Beiträge: 3413
Registriert: Do 16. Dez 2004, 14:20
Wohnort: Allgäu
Bedankt: 343 mal
Danke erhalten: 1035 mal in 661 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon BrasilJaneiro » Do 14. Feb 2013, 18:34

cabof hat geschrieben:Brasiljaneiro - ich latsche schon 40 Jahre durch Brasilien, habe alle Phasen mit- und durchgemacht, auch die Träumerphase als ich "nur"
Urlaub machte, heute hat mich (und so einige andere ältere Semester im Forum) die Realität eingeholt, die Preise sind unbezahlbar und
im Alter kommen die Zipperlein und da würde ich mich bei der SUS nicht gut aufgehoben finden, private KV könnte ich mir nicht leisten.
Diese Punkte und auch andere halten mich davon ab, meinen Lebensabend gänzlich unter Palmen zu verbringen. Übrigens, ein Tannenwald hat
auch was.....


Wer will dich denn noch verpflanzen. Dort wo du bist, gehörst du wahrscheinlich auch hin. Kölle braucht dich! Vielleicht haben wir ähnliche Kenntnisse. Viele die erst nach der Militärdiktatur das Land kennen gelernt haben, wissen nicht, was vorher möglich war, wie Einheimische, Touristen und Entsendete in Brasilien gelebt haben. Deswegen gibt es hier immer wieder große Meinungsverschiedenheiten, weil die Erlebnisse und Erfahrungen sich unterscheiden. Auch sind viele Dinge verändert. Heute passt sich Brasilien in der Geschäftswelt den internationalen Bedingungen an (es gibt viele Stellen Shoppings da könnte man in jeder Stadt der Welt sein), wie auch in ihrer Gesetzgebung (Motto: Was du uns Brasilianern antust, verlangen wir von euch auch.). Aber auch früher wohnte man zuerst in einer kitchenette bis man durch Arbeit oder Einheirat zu Geld kam und ein Haus kaufte oder baute. Dafür gab es immer Arbeit. "sou alemão" hat oft auch CV und Diplom ersetzt. Heute nicht mehr. Selbst bei meinen letzten Brasilienaufenthalt habe ich Leute getroffen, die noch nicht einmal wussten, wie sie überhaupt für ihren Auslandsaufenthalt entlohnt werden. Das gab es früher nicht. In der jetzigen Generation sind viele !&@*$#!, Besserwisser, Nichtskönner und Selbstdarsteller vorhanden. Viele sitzen als gescheiterte Existenzen entweder mit dem Laptop an einer Strandbar, surfen dort für ein Paar Reais am Tag, um entweder in verschiedenen Foren als Troll oder Schlaumeier aufzutreten. Das hilft keinem, der ernsthafte Gedanken hat auszuwandern. Das eine Einwanderung nicht einfach ist und oft nur durch Heirat möglich ist, dass man mit RS 1.000,00 auch leben kann aber besser mit R$ 10.000,00 und das man mit einfachen Dingen sich selbstständig machen kann aber auch auf vieles verzichten muss sollte auch jedem klar sein. Alles ist möglich und vieles auch nicht. Glück braucht der Mensch. Wenn ich keinen Bezug zu Brasilien hätte, dann gäbe es zig andere Staaten die ich bevorzugen würde. Aber mein Herz schlägt im Samba Rhythmus.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
Benutzeravatar
BrasilJaneiro
 
Beiträge: 4585
Registriert: So 20. Mai 2007, 14:31
Wohnort: Morumbi - Real Parque - perto de Cícero Pompeu de Toledo
Bedankt: 48 mal
Danke erhalten: 683 mal in 540 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon BrasilJaneiro » Do 14. Feb 2013, 18:39

sefant hat geschrieben:
zagaroma hat geschrieben:
Was man wirklich braucht sind Lernfähigkeit, Durchhaltevermögen, Initiative und know-how irgendwelcher Art. Kein Bock is schlecht. Wer sich nur an die brasilianische Lebensart "Bier-Fussball-Strand-Frauen" anpassen will, muss 'ne ausreichende Rente haben! :D


Oder einfach Glück mit dem richtigen Zeitpunkt gehabt haben. Der Threadersteller sucht anscheinend auch nach "aktuellen" Erfolgsgeschichten und das ist alleine aufgrund des

Ist halt schon ein deutlicher Unterschied ob sich jemand vor 10 Jahren eine gewerbliche Immobilie (Strandbar, restaurent etc) für 150000R$ bei einem 3,5x Wechselkurs kaufen konnte oder er jetzt für sowas 500000+ bei 2.50er Wechselkurs. Zudem ist durch den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes auch deutlich mehr einheimisches Kapital vorhanden, d.h. es gibt mehr als genug Brasilianer welche die guten Investitionsperlen suchen.

Da ist der Kuchen halt in der Tat schon fast verteilt und es wird immer schwerer noch vorhandene Krümel zu finden. Und wenn jetzt einer kommt und sagt "Ich habe ein tolles Angebot ein gut laufendes Restaurent/Pousada" zu übernehmen dann ist das halt meistens Bullshit weil gutlaufende Sachen nicht verkauft werden oder schon längst verkauft wurden bevor die Info überhaupt Deutschland erreichen würde.

Wieviele Leute hier ärgern sich heute daß sie damals bei den 3.7x Zeiten etc nicht Eigentum erworben haben oder halt erst ein paar Jahre zu spät die Kohle dafür gehabt hätten. Sich jetzt etwas aufbauen ist halt richtig richtig teuer durch die Investitionen, von daher sind halt fast alle "aktuellen" Erfolgsgeschichten die finanziell abgesicherten Expats...


Das ist alles richtig und kann sich jeder neuer Brasilien-Interessierter durchlesen und auch zu 100% glauben.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
Benutzeravatar
BrasilJaneiro
 
Beiträge: 4585
Registriert: So 20. Mai 2007, 14:31
Wohnort: Morumbi - Real Parque - perto de Cícero Pompeu de Toledo
Bedankt: 48 mal
Danke erhalten: 683 mal in 540 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon BrasilJaneiro » Do 14. Feb 2013, 18:44

Sulista hat geschrieben:Ich bin, abgesehen von meinem Container mit Hausrat, mit null Kapital nach Brasilien gekommen.

Anfangs habe ich mit bras. Vertrag bei einem grossen deutschen Unternehmen in der IT gearbeitet. Den Job habe ich durch eine normale Bewerbung bekommen.

Seit einem knappen Jahr bin ich selbstständig und meine Firma entwickelt u.a. das Online-Lernportal für die CROs in Rio und Paraná, dazu betreuen wir das Online Marketing und Shops vieler Kunden im Gesundheits- und Finanzbereich und haben eigene Onlineprojekte und -shops.

Lohnende Kunden in Brasilien zu gewinnen ist aber generell recht schwierig und hat bei mir auch nur durch gute Kontakte geklappt. Oft bekomme ich anfragen von kleineren Firmen denen oft das Kapital und die unternehmerische Vision fehlt. Deswegen haben wir uns auch entschieden den Leerlauf mit eigenen Projekten zu füllen anstatt für kleines Geld zu arbeiten. Letztendlich ist keine Firma dazu da mieserable Geschäftsmodelle zu subventionieren oder anders gesagt: Ohne Kontakte wirst du dich nur mit kleinen Firmen rumärgern müssen. Und die machen bekanntlich die gleiche Arbeit und kosten teilweise noch mehr Zeit als grosse Unternehmen. Da kann es oft passieren, dass deren Inhaber täglich anruft und sich nach seinem Projekt erkundigt.

Generell kann ich sagen, dass ein Angestelltendasein in BR fast nur lohnt, wenn man im Bereich IT oder Engineering tätig ist. Ansonsten sind die Gehälter mies oder man hat das Problem der Anerkennung des Abschlusses aus DE. Die einzige Ausnahme ist sicherlich, wenn man in Deutschland eine entsprechend hohe Position in einem in BR gesuchten Bereich hat und direkt auf entsprechendem Niveau in BR einsteigen kann.


Du hast genau das gemacht, was man in Brasilien tun muss um auf Dauer erfolgreich zu sein. Nämlich anfangen etwas zu tun. Viele haben gute Ideen und bekommen ihren !&@*$#! aber nicht aus der Hängematte. Die Zeit läuft weg, das Geld verschwindet und am Ende sind alle Anderen schuld. Schön und gut wer eine gut bezahlte Festanstellung hat. Aber weltweit sind alle Jobs bis zum Rentenalter knapp geworden.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
Benutzeravatar
BrasilJaneiro
 
Beiträge: 4585
Registriert: So 20. Mai 2007, 14:31
Wohnort: Morumbi - Real Parque - perto de Cícero Pompeu de Toledo
Bedankt: 48 mal
Danke erhalten: 683 mal in 540 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Trem Mineiro » Fr 15. Feb 2013, 00:26

BrasilJaneiro hat geschrieben: Aber weltweit sind alle Jobs bis zum Rentenalter knapp geworden.


Hab's grade noch so geschafft, 45 Jahren und das Alter für die goldene Uhr wurde zuvor noch von 50 Jahren auf 45 gesenkt. 17 Jahre davon Brasilien. Ich stimm dir da zu, sowas endet mit meiner Generation, dazu ist sowas heute ohne Studium auch kaum noch möglich, meine Nachfolger sind alle Diplom Kaufleute, Dipl Ingenieure oder gleich Doktoren. Hoffendlich hilfts.

Gruß
Tiradentes

@BrasilJaneiro: und das alles bei einer Wiesbadener Traditions-Firma.
Benutzeravatar
Trem Mineiro
 
Beiträge: 3413
Registriert: Do 16. Dez 2004, 14:20
Wohnort: Allgäu
Bedankt: 343 mal
Danke erhalten: 1035 mal in 661 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon mdiekenbrock » Di 19. Feb 2013, 19:37

moni2510 hat geschrieben:
Arbeitsvisum, das seit fast einem Jahr in eine Permanencia umgewandelt wird.



Wie geht denn das? Ich bin in einer aehnlichen Situation wie du, seit drei Jahren hier mit Arbeitsvisum, also Expat, nicht IT, sondern Automation/Technologie, wir denken auch daran hier zu bleiben, allerdings kann das Arbeitsvisum (zunaechst 2 Jahre) nur einmal um zwei Jahre verlaengert werden. Jetzt haben wir hier ein Kind bekommen, Brasileiro, und koennten die Permanencia bekommen. Ich denke das muss ich in Deutschland bei der brasil. Botschaft beantragen, oder geht das auch von hier aus?
Benutzeravatar
mdiekenbrock
 
Beiträge: 51
Registriert: Do 28. Jul 2011, 13:14
Wohnort: Ouro Branco MG
Bedankt: 7 mal
Danke erhalten: 7 mal in 5 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon moni2510 » Di 19. Feb 2013, 19:57

Das Gesetz wurde geaendert, jetzt kann man nach zwei Jahren Arbeitsvisum direkt die Permanencia beantragen (muss allerdings weiterhin vier Jahre beim gleichen Arbeitgeber bleiben). Das wurde bei mir mitten im Prozess geaendert, d.h. ich habe alle Unterlagen mehrmals einreichen muessen und jetzt warte ich eben...

Allerdings bin ich kein Expat, sondern arbeite hier mit lokalem bras. Vertrag, vielleicht macht das den Unterschied.
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
Benutzeravatar
moni2510
 
Beiträge: 2983
Registriert: Sa 23. Mai 2009, 06:37
Wohnort: Im Allgäu
Bedankt: 307 mal
Danke erhalten: 774 mal in 527 Posts

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Berlincopa » Di 19. Feb 2013, 20:46

Elsass hat geschrieben:Brasilien ist AUSWANDERUNGSLAND nicht Einwanderunsland
soll heisen, viele wollen hier einfach nur weg machen. :evil:
allerdings mit ein paar Millioenchen laesst es sich auch hier gut leben. :cool:


Brasilien ist natürlich in erster Linie ein Binnenwanderland, viele ziehen vom Nordosten in die Metropolen des Südens und verdingen sich dort. Es gibt auch immer mehr gut ausgebildete Brasilianer, so daß man nicht so sehr auf Europäer angewiesen ist. Mit dem richtigen Einsatz und einer gehörigen Portion Ausdauer und Zähigkeit kann man sich aber dennoch in Brasilien etwas aufbauen.
Benutzeravatar
Berlincopa
 
Beiträge: 1601
Registriert: Di 5. Feb 2013, 16:04
Bedankt: 173 mal
Danke erhalten: 264 mal in 214 Posts

VorherigeNächste

Zurück zu Auswandern

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlung

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]