Erfahrungsberichte von Auswanderern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Trem Mineiro » Di 19. Feb 2013, 23:24

moni2510 hat geschrieben:Das Gesetz wurde geaendert, jetzt kann man nach zwei Jahren Arbeitsvisum direkt die Permanencia beantragen (muss allerdings weiterhin vier Jahre beim gleichen Arbeitgeber bleiben). ......................
Allerdings bin ich kein Expat, sondern arbeite hier mit lokalem bras. Vertrag, vielleicht macht das den Unterschied .....


Das gab's schon im Jahr 2000. Ich hatte damals 2 x ein Arbeitsvisum für 2 Jahre und anschließend gab's nur noch die Möglichkeit einer Permanencia. Allerdings hätte ich dazu einen Brasilianischen Arbeitsvertrag mit unserer brasilianischen Tochter abschließen müssen, das ist halt die Voraussetzung. Das hab ich dankend abgelehnt. Mit dem Antrag auf Permanencia, der sich ewig lang hinzog (weil ich ja keinen lokalen Arbestvertrag unterschreiben wollte), durfte ich dann 3 weitere Jahre in Brasilien legal bleiben, mit einem Zettel aus Brasilia, dass mein Antrag schwebend sei, alle 6 Monate neu. Dann haben wir eine andere Lösung finden müssen.
Da heute die Arbeitsvisa nur noch auf ein Jahr ausgestellt werden + eine Verlängerung,ist schon nach 2 Jahren Schluss. Das ist für Expats heute ein Problem.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon martinho9000 » Mi 20. Feb 2013, 00:29

Berlincopa hat geschrieben:
Elsass hat geschrieben:Brasilien ist AUSWANDERUNGSLAND nicht Einwanderunsland
soll heisen, viele wollen hier einfach nur weg machen. :evil:
allerdings mit ein paar Millioenchen laesst es sich auch hier gut leben. :cool:


Brasilien ist natürlich in erster Linie ein Binnenwanderland, viele ziehen vom Nordosten in die Metropolen des Südens und verdingen sich dort. Es gibt auch immer mehr gut ausgebildete Brasilianer, so daß man nicht so sehr auf Europäer angewiesen ist. Mit dem richtigen Einsatz und einer gehörigen Portion Ausdauer und Zähigkeit kann man sich aber dennoch in Brasilien etwas aufbauen.


aufbau = selbstständigkeit? halte ich 2013 für extrem schwer. investition um irgendwas zu kaufen oder aufzubauen ist von 100k R$ auf minimum 300k R$ gestiegen. der eurowechselkurs hat sich in der zeit halbiert. dazu muss man in der lage sein, alles was man in deutschland über ehrlichkeit gelernt zu vergessen. keine rechnung austellen um dadurch keine steuer zu zahlen ist nicht nur guter ton sondern lebensnotwendig.

auf der anderen seite stimmt es schon. wer sich an die ungeschrieben regeln hält kann leicht mit 30% - 50% p.a. rendite rechnen. das muss man in deutschland erstmal nachmachen ohne mit einem bein im knast zu stehen.
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon floripa06 » Mi 20. Feb 2013, 11:49

Hallo, hier meine Story

1984 erster Brasilien Besuch, 1 Monat, danach 2 mal fuer 6 Monate, beim dritten Mal geblieben.
Heirat, 20 Jahre bei einer Deutsche Fa. Mit brasilianischem Vertrag in Rio, irgendwann Scheidung.
Kuendigung da Schliessung der Filiale.
2006 Umzug nach Florianopolis, Selbstaendigkeit im Wellness/Schoenheits Bereich, Heirat, 14 Std Arbeitstag die ersten 2 Jahre, Scheidung, heute 23 Angestellte, Nr. 1 am Platz und demnaechst Eroeffnung einer Filiale.

Mit viel Glueck und Arbeit kann es klappen, auch Heute noch.
Allerdings haben mir die 20 Jahre Brasilien Erfahrung sehr geholfen.

Wuerde ich es noch mal machen....?
Wahrscheinlich nicht, eher nach Australaien, gleiches Klima, ziviliersierte Menschen. :twisted:

Ciao
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon Berlincopa » Mi 20. Feb 2013, 23:32

martinho9000 hat geschrieben:
Berlincopa hat geschrieben:
Elsass hat geschrieben:Brasilien ist AUSWANDERUNGSLAND nicht Einwanderunsland
soll heisen, viele wollen hier einfach nur weg machen. :evil:
allerdings mit ein paar Millioenchen laesst es sich auch hier gut leben. :cool:


Brasilien ist natürlich in erster Linie ein Binnenwanderland, viele ziehen vom Nordosten in die Metropolen des Südens und verdingen sich dort. Es gibt auch immer mehr gut ausgebildete Brasilianer, so daß man nicht so sehr auf Europäer angewiesen ist. Mit dem richtigen Einsatz und einer gehörigen Portion Ausdauer und Zähigkeit kann man sich aber dennoch in Brasilien etwas aufbauen.


aufbau = selbstständigkeit? halte ich 2013 für extrem schwer. investition um irgendwas zu kaufen oder aufzubauen ist von 100k R$ auf minimum 300k R$ gestiegen. der eurowechselkurs hat sich in der zeit halbiert. dazu muss man in der lage sein, alles was man in deutschland über ehrlichkeit gelernt zu vergessen. keine rechnung austellen um dadurch keine steuer zu zahlen ist nicht nur guter ton sondern lebensnotwendig.

auf der anderen seite stimmt es schon. wer sich an die ungeschrieben regeln hält kann leicht mit 30% - 50% p.a. rendite rechnen. das muss man in deutschland erstmal nachmachen ohne mit einem bein im knast zu stehen.



Tendenziell stimme ich zu, aber denke, daß man auch mit um die 200k R$ etwas anfangen kann, sicherlich eine Nummer kleiner und mit deutlich mehr Eigenarbeit. Absolut unerlässlich ist, daß die brasilianische Partnerin mitzieht (mitarbeitet) und sich nicht aufs Rumkommandieren beschränkt. Und was die unterschiedlichen Geschäftsmodalitäten angeht: "Wer in die Küche geht, sollte sich nicht über die Hitze beklagen"
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon BrasilJaneiro » Do 21. Feb 2013, 17:52

floripa06 hat geschrieben:Hallo, hier meine Story

1984 erster Brasilien Besuch, 1 Monat, danach 2 mal fuer 6 Monate, beim dritten Mal geblieben.
Heirat, 20 Jahre bei einer Deutsche Fa. Mit brasilianischem Vertrag in Rio, irgendwann Scheidung.
Kuendigung da Schliessung der Filiale.
2006 Umzug nach Florianopolis, Selbstaendigkeit im Wellness/Schoenheits Bereich, Heirat, 14 Std Arbeitstag die ersten 2 Jahre, Scheidung, heute 23 Angestellte, Nr. 1 am Platz und demnaechst Eroeffnung einer Filiale.

Mit viel Glueck und Arbeit kann es klappen, auch Heute noch.
Allerdings haben mir die 20 Jahre Brasilien Erfahrung sehr geholfen.

Wuerde ich es noch mal machen....?
Wahrscheinlich nicht, eher nach Australaien, gleiches Klima, ziviliersierte Menschen. :twisted:

Ciao


=D> :gutgemacht: =D> :gutgemacht: =D> :gutgemacht: =D> :gutgemacht:

Du hast die wesentlichen Faktoren des Erfolges aufgeführt.

1. Bereit sein viel zu arbeiten
2. Erfahrung und Kenntnisse der örtlichen Begebenheiten (Gesetze, Mentalität, Kaufverhalten etc)
3. Das Geschäft nie ruhen lassen, sondern immer expandieren
4. Mut und Risiko

Auch sollte jeder bedenken, dass man als Selbstständiger auch einige Fähigkeiten vorweisen muss. Man muss verkaufen können, führenkönnen, ausbildenkönnen, verhandeln und Gesprächeführen können und mit Geld umgehen können. Viele, die ihr Leben lang angestellt waren unter dem Schutz eines sozialen Unternehmens und Staates werden ihre Schwierigkeiten bekommen auf eigene Rechnung leben zu müssen und ein sehr guter Koch ist noch lange kein sehr guter Gastronom. Deshalb sollte jeder das machen, was er am besten kann und sich nicht überschätzen. Sonst kann alles in die Hose gehen. Aber das Gute bleibt in Brasilien. Mit einer guten Idee startest du deine zB kleine Fabrik im Hinterhof oder der Garage als Micro Empresa und kannst mit ein Minimum an Kapital starten. Das hast du in Deutschland nicht. Da zahlst du schon, bevor du eine Müde Mark verdient hast.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon floripa06 » Do 21. Feb 2013, 18:49

Brasiljaneiro

Stimme dir im Wesentlichen zu.

Das Wichtigste ist aber immer: mit Geld umgehen koennen (=Kontrolle) :shock:
Fuer alles andere kann man ja Spezialisten einstellen.

Ohne harte (und lange) Arbeit geht nichts und oefters habe ich mir gedacht: eu era feliz e nao sabia...!
Aufgeben war aber keine Alternative da vielzuviel Geld reingesteckt worden war.

Denke auch dass es in Brasilien "leichter" ist als in Dland, außerdem sind die Margen erheblich groesser.
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon mdiekenbrock » Do 25. Apr 2013, 14:53

@MONI2510

Die von dir beschriebene Gesetzesaenderung scheint jetzt zu greifen. Ich habe nur eine Verlaengerung der Aufenthaltsgenehmigung fuer zwei Jahre beantragt und vor drei Wochen die Permanençia bekommen, natuerlich zunaechst nur ein Protocolo und der neue brasilianische Ausweis kommt erst in 6 Monaten.
Laut Wikipedia ist der Begriff Expat wie folgt definiert:
An expatriate (commonly abbreviated expat) is a person temporarily or permanently residing in a country and culture other than that of the person's upbringing. The word comes from the Latin terms ex ("out of") and patria ("country, fatherland").
Demnach kannst du dich auch zu den Expats gehoerig fuehlen, willkommen im Club.
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon moni2510 » Do 25. Apr 2013, 17:19

nach 1 Jahr und 27 Tagen habe ich auch die Permancia bekommen, allerdings eben mit dem Hinweis im DOU, dass ich noch ein Jahr beim Arbeitgeber zu verotten habe. Ich hab die jetzt auch bei der PF registriert. Nach meiner Dienstreise muss ich nur noch das Arbeitsbuch updaten lassen im Arbeitsministerium.

Gut Ding will halt manchmal Weile haben, allerdings war es nervig, dass nur die MInderheit der Beschaeftigten bei der PF bei der Ein- und Ausreise das Protocolo vom Justizministerium kannten und ich oft 30 Minuten wie bestellt und nicht abgeholt rumgestanden habe. Zwei wollten mich sogar für illegal erkläeren, aber da hab ich dann doch den Chef verlangt.

Hoffe, das wir jetzt mit dem Stempel im Pass besser :mrgreen:
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon 008 » Fr 26. Apr 2013, 12:34

moni,machs halt einfacher und heirate oder lass dir ein kind machen oder beides.
kann doch nicht so schwer sein einen hübschen,geistreichen,verantwortungsvollen,nicht unvermögenden und treuen carioca zu finden!
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Re: Erfahrungsberichte von Auswanderern

Beitragvon dovale » Sa 4. Mai 2013, 17:40

Ich sehe das so:

Ich lebe zwar erst 3 Jahre in Brasilien und behaupte mal ohne einem kleineren Vermögen läuft hier fast gar nichts mehr. Sich eine Arbeit zu suchen kann je nach dem nicht all zu schwer sein, allerdings stehen für mich löhne und lebenskosten in keinem realen verhältnis es sei denn, dass dich eine deutsche oder europäische Firma nach Brasilien schickt. Zudem erschwert sich die jobsuche immer mehr weil hier niemand mehr auf einen Europäer mit gutem Abschluss wartet. Gibt es hier inzwischen auch genügend. Für mich besteht eine reale Chance lediglich darin, sich selbständig zu machen. Allerdings ist auch dies schon sehr schwierig, nach dem Motto zur rechten Zeit am rechten Ort. Für dies benötigt mann allerdings sehr gute Brasilien Kenntnisse. Will damit sagen dass immernoch sehr viele Orte/Städte mit enormen Wachstumpotenzial bestehen. Tiffst du in die mitte mit einwenig Vermögen kannst du dir rasch einen Lebensunterhalt sichern. Aber vorsicht, wie ich schon oft in diesem Forum las, ist Brasilien lange nicht mehr dieses Traumland von dem die ganze Welt noch vor einigen jahren sprach, und ich stimme diesen Meinungen zu. Ich persönlich konnte mir in den 3 Jahren einen Lebensunterhalt sichern und lebe jetzt ziemlich sorglos und auch trotz den vielen kleinen Alltagsproblemchen und der Tatsache das Brasilien sich stark geändert hat fühle ich mich immer noch wohl.
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