Erfreuliche & positive Erfahrungen in Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Erfreuliche & positive Erfahrungen in Brasilien

Beitragvon Anna82 » Do 19. Apr 2007, 01:01

Nachdem im Forum schon viel über die Probleme, die einem Auswanderer im Alltag in Brasilien begegnen (können) diskutiert wurde, soll es doch jetzt auch mal einen Thread geben, der die positiven Seiten hervorhebt.

Und ich meine nicht die allseits bekannten Vorteile wie zumeist schönes Wetter und brasilianische Küche, usw.

Ich würde gerne mit euch die kleinen Dinge des Alltags sammeln, die das Leben hier besser, schöner, angenehmer machen und heute sind mir gleich mehrere eingefallen.

1) Ganz klasse finde ich die Möglichkeit, die Steuererklärung online zu machen. Dieses Jahr muß ich das zwar noch nicht tun, aber hab meinem Mann über die Schulter geschaut. Einfaches Programm runterladen, ausfüllen, abschicken, fertig.
Würde das in Deutschland überhaupt funktionieren, wo doch immer alles in Papier nachgewiesen werden muß....?

2) Postleitzahlen sind auf den Straßennamensschildern zu finden. Das hilft nicht nur dem Postboten!

3) Superpraktisch finde ich im Haushalt diese Wäsche"ständer", die an der Decke befestigt sind. Einfach Wäsche aufhängen, hochziehen und "Aus den Augen, aus dem Sinn" steht nix mehr im Weg rum. Nur auf den Kopf könnte es mal tropfen :)

4) An Bankautomaten der Hausbank läßt sich überprüfen, ob man bestimmte Steuern schon bezahlt hat.

So, wer reitet weiter mit auf der Optimismuswelle?

Liebe Grüße,

Anna
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a maioria das pessoas apenas existe.

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Re: Erfreuliche & positive Erfahrungen in Brasilien

Beitragvon Ursinho » Do 19. Apr 2007, 01:17

Anna82 hat geschrieben:... sind auf den Straßennamensschildern zu finden...

wenn man welche findet ;-)

Ansonsten haben mir Deine Posts so seeeeehr aus der Seele gesprochen. Jedes Deiner Worte hätte von mir sein können.
Als ich noch in Bremen lebte, war ich jedenfalls um einiges ruhiger und gelassener. Muss wohl an Rio liegen, in Toledo sieht das wieder janz anders aus, gelle Digger?

So, tief durchatmen...
Até mais
Ursinho

P.S.: dass es an jeder Ecke ne Kleinigkeit zu futtern gibt und Comida a Kilo finde ich wirklich genial...
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Beitragvon amarelina » Do 19. Apr 2007, 08:15

mir gefällt, wie fast jeder mensch jederzeit und überall zeit für einen längeren oder kürzeren bapo (schwatz) hat...wenigstens in salvador

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"Wenn man sich mit einem langweiligen, unglücklichen Leben abfindet, weil man auf seine Mutter, seinen Vater, seinen Priester, irgendeinen Burschen im Fernsehen oder irgendeinen anderen Kerl gehört hat, der einem vorschreibt, wie man leben soll, dann hat man es verdient."
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Re: Erfreuliche & positive Erfahrungen in Brasilien

Beitragvon Tudacudaduda » Do 19. Apr 2007, 08:58

Anna82 hat geschrieben:Postleitzahlen sind auf den Straßennamensschildern zu finden. Das hilft nicht nur dem Postboten!


In Städten wie São Paulo, in denen es häufig mehrere exakt gleichnamige Straßen gibt, tut das aber auch wirklich Not. :wink: Und wie Ursinho schon schrieb: Die Schilder mit den Straßennamen muß man vor allem im Großstadtschilderdschungel erst einmal finden, wenn es sie denn überhaupt gibt. :lol:

Anna82 hat geschrieben:Superpraktisch finde ich im Haushalt diese Wäsche"ständer", die an der Decke befestigt sind. Einfach Wäsche aufhängen, hochziehen und "Aus den Augen, aus dem Sinn" steht nix mehr im Weg rum. Nur auf den Kopf könnte es mal tropfen :)


Na, so ein Teil kannst du dir aber an jedem Ort der Welt unter die Decke hängen. Das ist ja nun nix Brasilienspezifisches.

Anna82 hat geschrieben:An Bankautomaten der Hausbank läßt sich überprüfen, ob man bestimmte Steuern schon bezahlt hat.


Wer will denn so etwas wissen? :lol:

Nun aber auch etwas Positives von mir: Die Konzerte (und andere kulturelle Veranstaltungen) in den SESCs sind prima, weil man da für wenig Kohle sehr gute Bands sehen kann.
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Beitragvon patecuco » Do 19. Apr 2007, 09:10

Ich find's schön, daß ich an der Tankstelle im Auto sitzen bleiben kann und nicht den Geruch des Benzins abkriege.

Allerdings muß man immer den Kopf verrenken um zu sehen, ob der Tankwart auch wirklich 50R$ und nicht nur 40R$ getankt hat. Einmal gab mir so ein Typ freundlich grinsend die Schlüssel zurück und wünschte noch eine schöne Fahrt. Als ich dann sagte, er solle mir auch die 10 R$ Wechselgeld geben, die er zuwenig tankte, mimte er zumindest den Unschuldigen. Also kriegt man gleich noch ne kleine Theateraufführung dazu. :wink:
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Beitragvon Boli » Do 19. Apr 2007, 10:08

Ich weiss, das gehört zum bras. Küche. Trotzdem, ich finde super in BR eine Caipirinha zu trinken ohne direkt den Geldbeutel ganz flach zu machen. Auch die ganz Armen können sich eine leisten! :D
Bei uns, z. Z., in dem Biomarkt wo ich Limonen kaufe, kostet 1 Stück € 1.80. Roubo!!!! :shock:
Simple: für den Preis gibt's einfach keine Caipirinha! :cry:

Ich finde super:

dass die Strände, auch die ganz sauber - NOCH! - kostenlos sind;

dass viele Restaurants - NOCH! - cafezinho de graça nach dem Essen anbieten;

dass es viele (von den teuersten bis zum R$ 1,00) "restaurantes a quilo" gibt. Für uns "Gemüse- u. Salatfresser", ein Paradies;

dass man die Mama, wenn man am Flughafen ankommt (ohne Reais, ohne Telefonkarte) mit "ligação a cobrar" anrufen kann;

dass man, in vielen Städten, den Taxi mit Kreditkarte zahlen kann;

dass man fast überall, fast alles, mit Kreditkarte zahlen kann (in D nur in grosse Städte!);

dass man bis spät einkaufen kann.

Ich finde traurig, muss ich i. d. letzte Zeit feststellen, dass fast überall, in kleine Pousadas, Pensionen, grosse Hotels und Restaurants nur diese !&@*$#! "Polpa de frutas" als "Suco" angeboten wird, nicht mehr frisch gepresst wie früher. Sinal dos tempos!
Zuletzt geändert von Boli am Do 19. Apr 2007, 10:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon supergringo » Do 19. Apr 2007, 10:47

Da ich in letzter Zeit sehr viel „genörgelt“ habe, hier eine Auswahl meiner Highlights:

DAS WETTER/KLIMA/WASSER (in ausgewählten Regionen).

Der Jeitinho brasileiro.

Der Duft der Frauen (der meisten zumindest).

Die Rodizio- und die Kilo-Restaurants.

Acai, der lockere Reis, angemacht mit ein bisschen Knoblauch, Covi, das Hühnerfleisch, Fischkram samt Austern (auch wenn um Klassen schlechter als in der Normandie), Sushi , Picanha, überhaupt Churrasco, Manioka, auch wenn das Bier eigentlich grauselig schmeckt, eiskalt ist es meist genial, die Fruchtsäfte und ihre Früchte, Cachaca und nicht zuletzt Caipirinha (a la Lemi!).

Die Strände.

Die Strandbaracken bzw. ihre Betreiber und ihr Service-Angebot (manche zumindest).

Axe-, Forro-, Samba- und mittlerweile meinetwegen auch Pagode-Live-Musik.

Die Botecos in Rio und Belo Horizonte.

Die GOL (Fluglinie).

Der öffentlicher Nahverkehr, oft im Sekundentakt, zumindest in Rio de Janeiro (Busse, Vans), ich finde Busfahren richtig geil, aber das sehe ich sicher mit der rosaroten Touristenbrille.

Die Bewegungsästhetik der Brasilianer.

Die Kleidungsästhetik vieler Brasilianer.

Die Motels.

Die Garotas de programa und ihr Hohlkreuz.

Die Müllabfuhr, sofern nicht gerade ein Wagen an mir vorbeifährt.

Die brasilianische Sprache samt Vielfalt.
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Beitragvon Neto » Do 19. Apr 2007, 10:58

1981 kam ich bei einem Südamerikatrip über Foz nach Brasilien.
Von der ersten Sekunde an war ich vom ´jeito brasiliero´
begeistert.Ich hkonnte damals kein Wort sprechen, nicht mal obrigado,
aber Däumchen hoch und lächeln, schon ist man dabei.

So ist es bis heute noch.
Es ist 6 Uhr 45, ich komme soeben vom Frühstück holen.
Auf dem Weg zum Bäcker, wildfremde Menschen:
´bom dia, como vai´
beim Bäcker:
´oi senhor, como vai´
in der kurzen Warteschlange ein kurzes Schwätzchen,
weniger über Rio.......
dann Daumen hoch, bom dia e tchau.

Es begeistert mich auch, dass man Zigaretten einzeln kaufen kann.
Weniger für mich, aber ein armer Nikotinler kann sich ein paar Züge
in die Lunge pumpen ohne einen Reststummel vom Gehweg aufheben zu müssen.

Auch die Bonbons gibt´s einzeln und Wechselgeld lasse ich mir oft
in Bonbons geben.Wenn dann Kid´s in der Nähe sind,
gebe ich sie her, strahlende Kinderaugen.

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich muss auch etwas arbeiten.

Ich hoffe auf keine dummen Sprüche, NEIN, ich gehe nicht blind durch die Gegend
glücklich sein ist ein Geschenk, wer zufrieden ist, hat prima Karten, wer jammert, jammert.
http://www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas
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Beitragvon supergringo » Do 19. Apr 2007, 11:41

Ja, ich verstehe gut, was Du meinst, Neto, ich hätte den „Jeitinho“ als ersten Punkt aufzählen sollen, nicht als zweiten.

Nach 11 Stunden Flug, die sich scheinbar unendlich wie ein Kaugummi zogen, kam ich erstmals in Brasilien an. An der Passkontrolle sah ich in der brasilianischen Warteschlange ein paar Süchtige, die ohne mit der Wimper zu zucken ihre Fluppe trotz zahlloser Verbotsschilder rauchten. Ich dachte mir, die Einheimischen würden schon wissen, was sie machen, so machte ich es auch. Ich hatte wohl Nachholbedarf, außerdem zog sich auch die Passkontrolle wie ein Kaugummi. Mittlerweile zündete ich mir meine dritte Kippe an. Endlich war ich bei der Kontrolle als nächster dran, ich schnippte die brennende Zigarette auf dem Boden und trat sie mit dem linken Fuß aus. Da kam ein erboster Zöllner auf mich zu. Ich sprach keinen Brocken portugiesisch, nicht mal Obrigado war mir geläufig. Doch ich verstand durch sein Gefuchtel. Der Beamte bemängelte nicht die Missachtung der Verbotsschilder, sondern die Tatsache, dass sich die Zehenspitzen meines linken Fußes um ein paar Millimeter über eine rote Markierung bewegt hatten. Mein Fuß ging zurück, dann sein Daumen hoch, herzliches Gelächter und ich kam endlich zum ersten brasilianischen Stempelabdruck in meinem Reisepass.
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Beitragvon Jacare » Do 19. Apr 2007, 11:53

Oi, Ana !
Danke für den Thread. Nur liest man den gößten Teil der Threads hier von Gringos die in Brasilien leben, ist die durchgehende Meinung Brasilien war ein großer Fehler. Komisch ! Ich frage mich nur warum diese Leute weiter in BR leben und nicht wieder nach D zurückkehren. Vielleicht liegt´s daran das sie diese schönen Dinge die BR von D unterscheidet nie wirklich geschätzt haben. Zum Abschluß mein positiver Beitrag: Leute, es ist nie zu spät dafür :wink:

Tschau
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