Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon zagaroma » So 29. Jan 2012, 15:33

War schon immer ùberzeugt davon: wenn Frau was draufhat und es wirklich will, kann sie alles erreichen
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon frankieb66 » So 29. Jan 2012, 15:56

alci hat geschrieben:Also zusammenfassend was die Bildung betrifft, ist es nicht so dass sich viele Familien einfach nicht leisten können ihre Kinder in die Schule zu schicken oder lange Zeit in die Schule zu schicken weil dafür einfach die Mittel fehlen?
Deswegen kann man diese Leute ja nicht als nicht intelligent abstempeln!

Ergänzend zu dem Promi-Beispiel von @zagaroma möchte ich noch ein paar allg. Anmerkungen und Beispiele aus meinem bras. Umfeld anmerken ...

Natürlich hat Intelligenz nix mit Bildung zu tun. Aber ohne Unterstützung (in diesem Zusammenhang: nicht finanziell) von Familie, Schule, Bildungseinrichtungen etc., wird in vielen Fällen eine möglicherweise vorhandene Begabung (dieses Wort ist mir lieber als Intelligenz) gar nicht erst erkannt. (Ok, "gut" Fi..en ist auch eine Begabung, die meine ich hier in dieser Stelle explizit nicht!). Wichtig ist auf jedem Fall, dass zu allererst die Eltern "erkennen" dass Bildung wichtig ist, auch falls sie selbst keine oder nur wenig Bildung erfahren durften, zumindest für ihre Kinder alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen bzw. wahrnehmen.

So, und nun zu der Mär, dass es in Brasilien nur die Reichen "schaffen". Ich selbst kenne mindestens 3 Familien in Brasilien, eine mit 3, eine weitere mit 7, und noch eine mit 9 Kindern, in denen keines der Elter studiert hatte, in einem Fall war ein Elter sogar Halpanalfabet. Die Eltern bei 2 dieser Familien waren einfache Bauern, im anderen Fall einfache Fabrikarbeiter. Ok, das ist/war die Ausgangssituation vor 30-50 Jahren (das ist mittlerweile das Alter dieser Kinder). Stand der Dinge Heute: Keines dieser Kinder ging auf eine Privatschule und bis auf 2 dieser Kinder haben alle studiert (natürlich auf einer der staatlichen Unis, die kosten nämlich nix und sind fachlich i.d.R. besser, dafür sind die Plätze sehr begehrt und das Ranking beim Vestibular umso wichtiger) und sind inzwischen beruflich sehr bis extrem erfolgreich. Mittlerweile sind diese 3 Familien in der Mittelschicht angekommen und einige der Kinder sogar in der Oberschicht.

Fazit: Mit Geld alleine lässt sich keine Bildung kaufen (allenfalls Zeugnisse), und auch ohne Kohle hat man in Brasilien eine reelle Chance auf Bildung und damit verbundenem sozialen Aufstieg.

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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon karlnapp » So 29. Jan 2012, 16:21

alci hat geschrieben:Also weg mit ihr und in eine brasileira von der "Straße" verguckt und plötzlich macht das Leben wieder Spaß
Die "Pretty Woman", Julia Roberts, gibt es nur im Film!
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon zagaroma » So 29. Jan 2012, 16:55

frankieb66 hat geschrieben:
Fazit: Mit Geld alleine lässt sich keine Bildung kaufen (allenfalls Zeugnisse), und auch ohne Kohle hat man in Brasilien eine reelle Chance auf Bildung und damit verbundenem sozialen Aufstieg.


Frankie


Na ja, es gibt da schon einen ziemlich starken finanziellen Kòder: die bolsa familia. Arme (bis 140R$ pro Monat/Kopf Einkommen) und ganz arme Familien (bis 70R$ iM/pro Kopf) bekommen eine kleine Zuwendung vom Staat, aber mir der Bedingung, dass die Kinder regelmàssig die Schule frequentieren. Wenn sie ausbleiben, wird die Zahlung gestrichen. Da diese Zuwendung bei vielen der 12 Millionen Familien, die sie bekommen, das Einkommen um 50% steigert, werden da die Kinder mit Fusstritt in die Schule befòrdert, ob sie wollen oder nicht. Wer weiss, da werden wohl einige Talente entdeckt werden, die sonst einfach in der Armut weitervegetiert hàtten!

Ja, ich weiss, das ist nur ein winziger Schritt in die richtige Richtung, aber dieses Programm ist das weltweit gròsste seiner Art und ein Verdienst von Lula.
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon zagaroma » So 29. Jan 2012, 17:02

karlnapp hat geschrieben:Die "Pretty Woman", Julia Roberts, gibt es nur im Film!


In die hat er sich ja auch nicht verliebt!! :lol:
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon frankieb66 » So 29. Jan 2012, 17:27

zagaroma hat geschrieben:
frankieb66 hat geschrieben:Fazit: Mit Geld alleine lässt sich keine Bildung kaufen (allenfalls Zeugnisse), und auch ohne Kohle hat man in Brasilien eine reelle Chance auf Bildung und damit verbundenem sozialen Aufstieg.


Na ja, es gibt da schon einen ziemlich starken finanziellen Kòder: die bolsa familia. Arme (bis 140R$ pro Monat/Kopf Einkommen) und ganz arme Familien (bis 70R$ iM/pro Kopf) bekommen eine kleine Zuwendung vom Staat, aber mir der Bedingung, dass die Kinder regelmàssig die Schule frequentieren. Wenn sie ausbleiben, wird die Zahlung gestrichen. Da diese Zuwendung bei vielen der 12 Millionen Familien, die sie bekommen, das Einkommen um 50% steigert, werden da die Kinder mit Fusstritt in die Schule befòrdert, ob sie wollen oder nicht. Wer weiss, da werden wohl einige Talente entdeckt werden, die sonst einfach in der Armut weitervegetiert hàtten!

Ich weiß durchaus was "bolsa familia" ist und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen um diese zu bekommen. Und ich halte sie für absolut gut und richtig! Denn das Geld fließt eben NICHT einfach so an prekäre Familien, sondern ist an Bedingungen geknüpft (da könnte sich D ein Beispiel nehmen!). Aber um auf meine Beispiele zurückzukommen: damals gab es keinerlei Hilfe, außer evtl. Stipendien, die man sich, sofern keine ausreichende Begabung vorhanden war, durch Fleiß erarbeiten musste!

zagaroma hat geschrieben:Ja, ich weiss, das ist nur ein winziger Schritt in die richtige Richtung, aber dieses Programm ist das weltweit gròsste seiner Art und ein Verdienst von Lula.


Über Brasilien wird meist nur gemeckert, und auch ich muß viel Hohn und Spott ertragen weil ich die Entwicklung Brasiliens eher positiv bewerte ... natürlich ist eine "bolsa familia" (mit Bedingungen! z.B. Schulbesuch!) ein Schritt in die absolut richtige Richtung.

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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon karlnapp » So 29. Jan 2012, 18:10

frankieb66 hat geschrieben:Über Brasilien wird meist nur gemeckert, und auch ich muß viel Hohn und Spott ertragen weil ich die Entwicklung Brasiliens eher positiv bewerte ... natürlich ist eine "bolsa familia" (mit Bedingungen! z.B. Schulbesuch!) ein Schritt in die absolut richtige Richtung.
Recht hat er, mein bester Freund Frankie! Und hätte ich, Anfang der 90er, die wirtschaftlichen Aussichten Brasiliens nicht positiv gesehen, mich hätte hier nichts gehalten! Das bedeutet aber noch lange nicht, die hiesigen, übelsten sozialen Missstände hartnäckig herunterzureden oder gar wegleugnen zu müssen. Nun zurück zu dem alci.
Falls der wirklich so ein toller, durchblickender Kerl ist, wie er sich schildert, warum bleibt er dann nicht mit seiner "???Pretty Woman???" in Brasilien und sucht hier mit ihr das gemeinsame Glück? Es gibt doch genügend lebende Beispiele unter den Usern dieses Forums, die das geschafft haben. Ich muss allerdings zu meiner Schande bekennen, ich hätte mir eine
???Pretty Woman??? und deren Familie, schon aus finanziellen Gründen, nicht leisten können oder wollen. (Zudem scheide ich ohnehin aus, da ich meine Ehefrau ja nicht in Brasilien kennenlernte und seinerzeit nur eine handverlesene Minderheit von bras. Frauen überhaupt die Möglichkeit hatte im Mittleren Osten eine Anstellung zu finden.)
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon alci » So 29. Jan 2012, 19:45

zagaroma hat geschrieben:
karlnapp hat geschrieben:Die "Pretty Woman", Julia Roberts, gibt es nur im Film!


In die hat er sich ja auch nicht verliebt!! :lol:


Basieren Filme nicht meistens irgendwie auf wahren Begebenheiten :wink:
Ich bin bestimmt auch nicht der erste Mensch auf der Welt dem sowas wiederfährt ...

karlnapp hat geschrieben:Falls der wirklich so ein toller, durchblickender Kerl ist, wie er sich schildert, warum bleibt er dann nicht mit seiner "???Pretty Woman???" in Brasilien und sucht hier mit ihr das gemeinsame Glück? Es gibt doch genügend lebende Beispiele unter den Usern dieses Forums, die das geschafft haben.


Warum sollte ich??
Etwa weil Du das gerne hättest oder es andere bereits geschafft haben??
Meinen guten Job hier aufgeben und in B von Luft und Liebe leben? Nur weil ich mich in ein Mädchen verguckt habe was ich sehr mag, vielleicht nochmal zur Erklärung: ich bin kein brasileiro der im Hier & Jetzt in den Tag hinein lebt sondern versuche auch an "Morgen" zu denken.
Soll ich dann etwa im Nordeste Hühner züchten, Unkraut zupfen und meine Kinder dann von den staatlichen Hilfen in die Schule schicken #-o

karlnapp hat geschrieben: Ich muss allerdings zu meiner Schande bekennen, ich hätte mir eine
???Pretty Woman??? und deren Familie, schon aus finanziellen Gründen, nicht leisten können oder wollen.
(Zudem scheide ich ohnehin aus, da ich meine Ehefrau ja nicht in Brasilien kennenlernte und seinerzeit nur eine handverlesene Minderheit von bras. Frauen überhaupt die Möglichkeit hatte im Mittleren Osten eine Anstellung zu finden.)


Schön, und wer hat danach gefragt? =D>

Der Thread hat sich leider (oder auch nicht leider) in eine andere Richtung entwickelt, gehe mal davon aus da kommt nichts mehr zu dem ursprünglischen Thread ...

Ich danke Euch Allen für Eure Meinung!

Cheers, alci
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon karlnapp » So 29. Jan 2012, 20:08

alci hat geschrieben:Meinen guten Job hier aufgeben und in B von Luft und Liebe leben?
Zu einem guten Job gehört, in aller Regel, auch ein guter Beruf und solche sind in dem aufstrebenden und boomenden Brasilien immer gefragt.
Dann bitte ich noch um Dein großzügiges Nachsehen, dass ich ein paar Zeilen über mich selbst geschrieben habe. Es galt lediglich, rein vorsorglich, Unterstellungen abzuwehren; ich zähle in diesem Forum nicht zu denjenigen Schreibern, deren Beiträge hinter den "berühmten Spiegel" gesteckt werden.
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Re: Ernsthaftigkeit brasilianischer Freundin

Beitragvon cabof » So 29. Jan 2012, 22:36

Klar, die Bolsa Familiar ist ein Schritt hin zum sozialen Engeagement der brasil. Regierung aber auch komplett ueberfluessig wenn man
auf die Einhaltung der Gesetze achten wurde, es besteht auch in Brasilien eine gesetzliche Pflicht zum Schulbesuch - es kommen lt.
Aussage im Forum gut 12 Millionen Familien zu Gute und die anderen 100 Millionen? Sage ich mal so.
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