Ich musste jetzt doch mal ein neues Thema aufmachen, da sonst alles zu wirr für mich wird. Ihr schreibt ja alle so durcheinander auf meine eigentlich klar formulierten Beiträge, deshalb jetzt hier erstmal meine Reiseroute auf der Estrada Real. Habe die halbe Nacht deswegen gegoogelt und denke nun, die wichtigsten Stationen erfasst zu haben. Achso, noch eins. Die Sklavenstrasse heisst ja offiziell gar nicht Camonho Real, wie ihr immer schreibt. Es ist der Estrada Real !!!
Ich hoffe, einer von euch hat die Tour schon mal gemacht und kann mir sagen, ob meine Reise nicht zum Horrortrip wird.
So das ist die Reiseroute, die ich mir mit Internet, Landkarte und SA Handbook rausgefischt habe:
1. Schnell weg mit dem Bus von Rio nach Paraty. Dort erstmal ein paar Tage abhängen (koloniales Ambiente). Es sollen auch ne Pousada geben, wo der alte Rolling Stone M. Jagger schon war.
2. Von Paraty aus dann die Berge hoch (schwitz) und über Cunha, Passo Quatro und Pouso Alto in die Gegend um Caxambu. Dort soll es massig heisse Quellen und so was geben. Obwohl ich nicht rheumakrank bin, sollte ich mich dort mal umschauen. Vielleicht entdeckt man ja die ein oder andere Dorfschönheit, die mir die Gegend etwas erklären kann. Ausserdem will ich ja nicht zu viele Kilometer auf einmal schrubben.
3. Nach Carrancas ist es nicht allzu weit, aber dafür alles Erdstrasse. Unterwegs soll irgendso ein geheimnisvolles Örtchen namens Sao Tome das Letras liegen. Die gegend dort ist laut der Bilder ziemlich grün und bergig. Auch ein paar Wasserfälle und Farmen gibts dort. Also auch Hängemattenstellplätze !
4. Sao Joao del Rei und Tirandentes. Dort soll man sich die Schätze der kolonialen Architektur anscheinen. Eine alte Eisenbahn gibts auch. Angeblich fährt die sogar noch. Die Tour könnte man ja machen, aber alte Häuschen angucken, ist nicht so mein Ding. Bin eben kein Kirchenfreak.
5. Dannn gehts über Lagoa Dourada, Ouro Branco nach Ouro Preto. Wieder alles ziemlich grün und bergig auf den Fotos. Wie es aussieht ist die Strasse aber dort asphaltiert bzw. sogar Fernverkehrsstrasse. Da werde ich wohl einen Bus nehmen, der mich dort schnell durchschaukelt ohne gross anzuhalten. Zum Schluss bleibe ich dann in Ouro Preto. Dort gibts zwar wieder nur Kolonialarchitektur, aber auch ein paar Goldminen und Naturparks in der Umgebung. Dort werde ich mich wohl dann hinverziehen, falls mir Ouro Preto zu muffig wird.
6. Im Net schreiben sie, dass die richtig schöne Estrada Real erst ab Ouro Preto beginnt. Na da bin ich mal gespannt. Alle Orte, die dort stehen, habe ich noch nie gehört. Die Bilder sind absolut, wie in den Alpen. Es gibt da wohl Berge, die bis zu 2000m hoch sind, z.B. in der Sierra de Caraca oder auch Sierra do Cipo. Die Dörfer dort heissen Catas Altas, Santa Barbara und Cordeal Mota. Wo ich dort unterkomme, werde ich wohl vor Ort entscheiden müssen. Hab da im Net nix brauchbares gefunden. Eventuell klopfe ich bei so einem Farmer ans Tor und frag, ob ich ne Nacht bleiben darf. Ich glaube, dort wirds dann schon abenteuerlich, denn es gibt überhaupt keine Städte dort. Nur Busch.
7. Die Berge ziehen sich dann anscheinend bis Diamantina weiter. Über Conceissao do Mato Dentro (mein Gott, was für ein Wort !) kommt man vorbei an Tausenden von Wasserfällen und ziemlich kahlen Bergen ans Endziel Diamantina. Dort gibts dann wieder Kolonialhäuschen zum Gucken (gähn) , schon wieder !

Aber ich werde vorort schon noch was anderes finden, z.B. eine Bar mit richtigem Schnaps aus Minas. Der soll berühmt sein, schreibt man.
8. Jetzt geht das Problem los. Wie komme ich nach Südbahia Auf der Karte gibt ein Zickzack aus verwegenen Erdstrassen, die irgendwann mal nach Teofoli Otoni führen. Von da an geht die Zivilisation wieder los. Es gibt eine Hauptstrasse bis Salvador (wo ich aber nicht hin will) und eine Querstrasse nach Südbahia. Die nehme ich dann wohl. Aber das grosse Rätsel ist der Querstich von Diamantina nach Teo Otoni !!!
9. Wenn ich dann in Bahia bin, stosse ich direkt auf die Nord-Südachse BR 101. Dort fahre ich weiter Richtung Norden und hüpf dann in Monte Pascoal aus dem Bus. Von da aus werde ich dann eine Erdstrasse direkt nach Caraiva nehmen. Vorher kann man ja auch mal in den Nationalpark Monte Pascoal gehen. Ich weiss zwar nicht, was es dort gibt, aber gucken kostet ja nix.
So, weiter bin ich heute Nacht nicht mehr gekommen. Es ist auch alles ziemlich grob geplant, aber reicht für meine Verhältnisse aus.
Ich hoffe, ihr habt noch ein paar sinnvolle Tipps zu meiner Route, ansonsten fahre ich die nämlich so, wie ich es gerade hier geschrieben habe.
Na dann, schönen Sonntag noch.