Euer Lebensstandard in Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon tinto » Di 12. Dez 2006, 17:09

Lemi hat geschrieben:

Meine 4-köpfige Familie verbraucht in Brasilien locker 5-6000 R$ im Monat - Schulgeld, Miete und alle Autokosten eingeschlossen. Damit lebe ich ein brasilianisches Mittelklasse-Leben. .

Ähem, ist der Umkehrschluss richtig, dass Du zwischen 5 und 6000 R$ im Monat verdienst?
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Beitragvon Tuxaua » Di 12. Dez 2006, 17:22

ssd1611 hat geschrieben:was meinst Du mit keinen grossen Sprüngen? Was würde z.B. NICHT drin liegen?

Schwer zu sagen, da ich deine Lebensgewohnheiten und deine Voraussetzungen (Wohneigentum, Schule für die Kinder...) in BR nicht kenne.
Rechne einfach nach.
Monatliches Einkommen minus Fixkosten = Höhe der Sprünge.
Kalkuliere für Importartikel den doppelten Preis wie in D.
Spontan fällt mir ein:
- Möbel
- elektronische Geräte (vielleicht abgesehen von TV/Radio/Klima)
- alkoholische Getränke wie Wein oder Cognac
- Schokolade
- Fahrzeug der Mittelklasse

Sicher, du bekommst hier alles auch für kleines Geld, allerdings sind die Dinge dann weder qualitativ hochwertig oder schön, eben einfach nur billig (aber nicht preiswert!!).
Und ob für den wöchentlichen Restaurantbesuch die Kilokneipe um die Ecke die Erfüllung ist, musst du ach selber entscheiden.
Ich gehe dabei von mir aus, weiter im Süden von BR sieht es sicher besser aus.
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Beitragvon Tuxaua » Di 12. Dez 2006, 17:31

Lemi hat geschrieben:Meine 4-köpfige Familie verbraucht in Brasilien locker 5-6000 R$ im Monat - Schulgeld, Miete und alle Autokosten eingeschlossen. Damit lebe ich ein brasilianisches Mittelklasse-Leben. Meist fahre ich auch nur in BR in den Urlaub, da Europa-Flüge für 4 Personen ziemlich stark in die Haushaltskasse einschlagen.
Würde ich so auch unterschreiben.

Lemi hat geschrieben:Ach so ja ... und meine Schwiegermutter sponsore ich auch mit 350 R$ im Monat, weil sie sonst schon verhungert wäre.
Das Thema sollte man(n) nicht unterschätzen, um Streit mit der Herzallerliebsten zu vermeiden :wink:
Ich musste auch schon einige liebe Familienmitglieder meiner Frau vor dem Hungertod retten :twisted:
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Beitragvon tinto » Di 12. Dez 2006, 17:36

Tuxaua hat geschrieben: Rechne einfach nach.
Monatliches Einkommen minus Fixkosten = Höhe der Sprünge.
Kalkuliere für Importartikel den doppelten Preis wie in D.
Spontan fällt mir ein:
- Möbel
- elektronische Geräte (vielleicht abgesehen von TV/Radio/Klima)
- alkoholische Getränke wie Wein oder Cognac
- Schokolade
- Fahrzeug der Mittelklasse

Sicher, du bekommst hier alles auch für kleines Geld, allerdings sind die Dinge dann weder qualitativ hochwertig oder schön, eben einfach nur billig (aber nicht preiswert!!).
.


Naja, man muss seine Ansprüche umstellen. Nichts importieren. Schokolade gibt es auch in Brasilien, Garoto oser so.

Auf Wein verzichtet man. Oder nimmt Liebfraunmilch oder so.

Autos nimmst Du von Koreanern oder Japanern oder einen Uno oder Clio. Mittelklasse ist sowieso schlecht zum einparken. Und wer in Brasilien so ein Auto hat, ist auchschon ein King.

Wichtiger ist eigentlich, dass man sich seguros leisten kann, wie z.B. einen plano de sáude.

was das Leben in Brasilien im Vergleich zu Deutschland wesentlich billiger macht, sind Heizkosten, Energiekosten, Wasserkosten und bestimmte Abgaben an den Staat und insbesondere die Baukosten/Grundstückpreise/Mieten (hier mit Ausnahme von Sao Paulo).
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Beitragvon Moranguinho » Di 12. Dez 2006, 17:44

tinto hat geschrieben:was das Leben in Brasilien im Vergleich zu Deutschland wesentlich billiger macht, sind Heizkosten, Energiekosten, Wasserkosten und bestimmte Abgaben an den Staat und insbesondere die Baukosten/Grundstückpreise/Mieten (hier mit Ausnahme von Sao Paulo).


Ist so pauschal nicht zutreffend. Baukosten/Grundstückpreise/Mieten sind ab der Mittelklasse, je nach Anspruch, beliebig teuer, die Stromkosten sind in der Relation nicht gerade billig...und die Abgaben...wenn Du die Rosinen pickst, mag das zutreffend sein, in der Summe sicher aber nicht.
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Beitragvon Tuxaua » Di 12. Dez 2006, 17:49

tinto hat geschrieben:Naja, man muss seine Ansprüche umstellen.
Stimmt.

tinto hat geschrieben:Auf Wein verzichtet man. Oder nimmt Liebfraunmilch oder so.
Dann lieber Verzicht :?

tinto hat geschrieben:Autos nimmst Du von Koreanern oder Japanern oder einen Uno oder Clio. Mittelklasse ist sowieso schlecht zum einparken. Und wer in Brasilien so ein Auto hat, ist auchschon ein King.
Da lobe ich mir meinen brasilianischen Meriva, die Reiskocher sind teurer!

tinto hat geschrieben:was das Leben in Brasilien im Vergleich zu Deutschland wesentlich billiger macht, sind Heizkosten, Energiekosten, Wasserkosten und bestimmte Abgaben an den Staat und insbesondere die Baukosten/Grundstückpreise/Mieten (hier mit Ausnahme von Sao Paulo).
Bei mir:
Heizkosten: Null
Energiekosten: 350-400R$ pro Monat (Apto mit 3 Zimmern)
Bauen/kaufen/mieten: hier in Manaus alles andere als günstig.
Soltest mal hören, wie unsere Kollegen aus São Paulo (!!!) hier jammern!
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Beitragvon Lemi » Di 12. Dez 2006, 17:58

tinto hat geschrieben:Ähem, ist der Umkehrschluss richtig, dass Du zwischen 5 und 6000 R$ im Monat verdienst?


Es ist wohl ein kleines bisschen mehr ... brauche schliesslich etwas als Rentner und der will ich gerne schon mit 50 sein (unabhängig vom deutschen Rentensystem).

tuxaua hat geschrieben:Das Thema sollte man(n) nicht unterschätzen, um Streit mit der Herzallerliebsten zu vermeiden
Ich musste auch schon einige liebe Familienmitglieder meiner Frau vor dem Hungertod retten.


Es geht nicht um Streits mit meiner Dame, sondern wirklich ums reine Überleben einer alten, arbeitsunfähigen Frau für die der bras. Staat nichts hat.

Auf die Frage, was in Brasilien billiger ist als in Deutschland, würde ich pauschalisierend alle Art von Dienstleistungen nennen. Ein Maurer kostet z.B. 35 R$ pro Tag, sein Helfer will 20 R$. Friseure kosten ca. 10 R$, die Putzfrau oder Babysitterin will 1 Salario Minimo (350 R$) im Monat ... ganz zu Schweigen von den Tausenden von Bringdiensten. Selbst Kondome kann man sich hier ins Haus bringen lassen!
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Beitragvon downunder » Di 12. Dez 2006, 18:01

Mit den angesparten 500.000R$ wirst du keinen allzu großen Sprünge im europäischen Maßstab machen können, sofern du nur auf die Zinsen angewiesen bist.
Andererseits, wenn man 10% p.a. rechnet, kommst du im Monat auf ca. 4.000R$.


Muss man von den 10% p.a. noch Inflation und Steuern abziehen ?
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Beitragvon Lemi » Di 12. Dez 2006, 18:04

downunder hat geschrieben:
Mit den angesparten 500.000R$ wirst du keinen allzu großen Sprünge im europäischen Maßstab machen können, sofern du nur auf die Zinsen angewiesen bist.
Andererseits, wenn man 10% p.a. rechnet, kommst du im Monat auf ca. 4.000R$.


Muss man von den 10% p.a. noch Inflation und Steuern abziehen ?


Steuern werden automatisch abgezogen (20%), aber bei 10% p.a. dürften die schon abgezogen sein, da man in Brasilien ohne weiteres 12-15% Jahreszins einrechnen kann.

Die Inflation - derzeit ca. 6% - muss man noch abziehen. Danach sieht es ziemlich dünn aus ...
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Beitragvon rwschuster » Di 12. Dez 2006, 19:12

Lemi hat geschrieben:
downunder hat geschrieben:
Mit den angesparten 500.000R$ wirst du keinen allzu großen Sprünge im europäischen Maßstab machen können, sofern du nur auf die Zinsen angewiesen bist.
Andererseits, wenn man 10% p.a. rechnet, kommst du im Monat auf ca. 4.000R$.


Muss man von den 10% p.a. noch Inflation und Steuern abziehen ?

..

Staatsschuldverschreibungen bringen um die 25 %, da bleibt auch nach allen Abzügen ein schöner Gewinn, lange wird das allerdings nicht mehr gehen
Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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