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Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Pimenta Bueno » Do 14. Sep 2006, 11:55

Jacare hat geschrieben:Der Großteil meiner Familie schlägt sich mehr schlecht als Recht durch den brasilianischen Alltag, aber kein einziger von Ihnen würde, aller finanziellen Schwierigkeiten zum trotz, BR je verlassen ums ins Ausland zu gehen selbst wenn er könnte. Hast also schon irgendwie Recht, daß das Leben dort wohl nicht nur 100%iger Mist sein kann. :wink:


Das hat aber sehr viel mit dem irrationalen brasilianischen Patriotismus zu tun. Den Leuten wird ja von klein auf eingebleut, daß Brasilien der Nabel der Welt ist. Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, wie wenig weltoffen die meisten Brasilianer sind. Wir hatten vor kurzem Besuch von einer Verwandten meiner Frau, die das erste Mal außerhalb Brasiliens war. Sie hat drei Wochen lang Italien bereist. Und was waren die Highlights dieses Urlaubs? Die Treffen mit anderen Brasilianern, Besuche brasilianischer Konzerte und brasilianischer Restaurants. Sorry, aber dafür hätte sie dann nicht nach Europa verreisen müssen. Und dies ist wirklich kein Einzelfall.
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Beitragvon Severino » Do 14. Sep 2006, 12:11

Das hat aber sehr viel mit dem irrationalen brasilianischen Patriotismus zu tun. Den Leuten wird ja von klein auf eingebleut, daß Brasilien der Nabel der Welt ist....
Das ist richtig, darin stehen die Brasis den Amerikanern in nichts nach....
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Beitragvon Gunni » Do 14. Sep 2006, 12:16

Pimento,

das was du schreibst, kann ich auch immer wieder beobachten - und alle 5 bis 10min kannst du in brasilianischen Einkaufszentren, im Fernsehen, Radio oder sonstwas hören "BRAAAASIIIILLLLLLL"

Schaust du dir die deutsche Geschichte 1930 bis 32 an, könnte man die fast parallel mit Brasilien heute vergleichen - Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Hunger, Korruption, Arm-Reich Verteilung, Militär etc...alles identisch....

....manchmal denke ich, daß da nur ein "RICHTIGER" fehlt, um die gleichen Fehler zu wiederholen, die es auch einst in Deutschland mal gab... die Basis ist jedenfalls vorhanden dafür....

Naja....war nur so ein Gedanke :oops:
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Beitragvon Severino » Do 14. Sep 2006, 12:27

....manchmal denke ich, daß da nur ein "RICHTIGER" fehlt, um die gleichen Fehler zu wiederholen, die es auch einst in Deutschland mal gab... die Basis ist jedenfalls vorhanden dafür....
Nein glaube ich eben nicht, denn der Brasilianer schaut nicht in die Zukunft. Er ist eher lethargisch....se deus quizer.....amanhar e outro dia....
Ausserdem wäre der grösste Teil wohl viel zu faul sich politisch zu engagieren. Deshalb mussten sie ja auch die Wahlpflicht einführen.
Edit: Aber ansonsten hast Du vollkommen recht....
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Patriotismus

Beitragvon havranek » Do 14. Sep 2006, 12:37

Das hat aber sehr viel mit dem irrationalen brasilianischen Patriotismus zu tun. Den Leuten wird ja von klein auf eingebleut, daß Brasilien der Nabel der Welt ist. Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, wie wenig weltoffen die meisten Brasilianer sind. Wir hatten vor kurzem Besuch von einer Verwandten meiner Frau, die das erste Mal außerhalb Brasiliens war. Sie hat drei Wochen lang Italien bereist. Und was waren die Highlights dieses Urlaubs? Die Treffen mit anderen Brasilianern, Besuche brasilianischer Konzerte und brasilianischer Restaurants. Sorry, aber dafür hätte sie dann nicht nach Europa verreisen müssen. Und dies ist wirklich kein Einzelfall.[/quote]

Sind die Europäer anders? Denke so an Blumenau und andere Orte !!
Die Leute benehmen sich deutscher als Deutsch (Inzucht im grossen Ausmass). Wehe Mann oder Frau bricht aus dieser "Einzäunung" aus.

Kenne hier in der Schweiz einige gut verdienende Brasilianer(innen). Alle träumen jedoch davon wieder in die (menschliche) Wärme zurückzukehren.
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Beitragvon Pimenta Bueno » Do 14. Sep 2006, 12:40

Severino hat geschrieben:
....manchmal denke ich, daß da nur ein "RICHTIGER" fehlt, um die gleichen Fehler zu wiederholen, die es auch einst in Deutschland mal gab... die Basis ist jedenfalls vorhanden dafür....
Nein glaube ich eben nicht, denn der Brasilianer schaut nicht in die Zukunft. Er ist eher lethargisch....se deus quizer.....amanhar e outro dia....
Ausserdem wäre der grösste Teil wohl viel zu faul sich politisch zu engagieren. Deshalb mussten sie ja auch die Wahlpflicht einführen.
Edit: Aber ansonsten hast Du vollkommen recht....


Hast du eine Vorstellung davon, wieviele Brasilianer sich nach der Militärdikatatur zurücksehnen, in dem Irrglauben, damals wäre es ja besser gewesen und hätte es weniger Kriminalität gegeben. Gerade diese Lethargie der Brasilianer könnten Radikale wunderbar ausnutzen. Die Wahlpflicht ist nur ein weiteres Mittel, das Volk zu gängeln und kein Versuch, es zu einer politischen Stellungsnahme zu bringen. Denn man kann ja durchaus auch keine Stimme abgeben. Aber seine Zeit muß man eben opfern. Die Möglichkeit der Briefwahl gibt es ja nicht. Und gewisse Bevölkerungsgruppen (etwa Zeugen Jehovas, die keinen Militärdienst geleistet haben) sind sogar nach wie vor von der Wahl ausgeschlossen.
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Beitragvon Severino » Do 14. Sep 2006, 12:57

Gerade diese Lethargie der Brasilianer könnten Radikale wunderbar ausnutzen.
Da muss aber schon ein Österreicher kommen, denn von den Brasilianern, die ich kenne hätte keiner den Drive.....
das Volk zu gängeln
Das merken aber nur wir, da die Brasilianer ja so aufgewachsen sind.
Aber seine Zeit muß man eben opfern
Aber das ist ja das, was viele Brasilianer im Überfluss haben: Zeit.
Kenne hier in der Schweiz einige gut verdienende Brasilianer(innen). Alle träumen jedoch davon wieder in die (menschliche) Wärme zurückzukehren.
Ich kenne hier in Zürich keinen Brasilianer, der nicht zurück will. Das ist aber bei Italienern, Spaniern und Portugiesen auch so.
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Beitragvon havranek » Do 14. Sep 2006, 13:18

Ich kenne hier in Zürich keinen Brasilianer, der nicht zurück will. Das ist aber bei Italienern, Spaniern und Portugiesen auch so.

[quote][/quote]Und die Europäer scheinbar auch (aber nicht wirklich!!)
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Beitragvon Jacare » Do 14. Sep 2006, 14:17

Ob sich die meisten Deutschen von den Brasis großartig unterscheiden was Patriotismus, das Verhalten im Ausland oder die aktuell politische Rechtsentwicklung angeht, wage ich zu bezweifeln. Ich kann natürlich nur für meine Familie sprechen, aber der Grund warum die meisten einfach in BR bleiben wollen ist die familiäre Umgebung, das Bairro, die Freunde, das gewohnte Leben. Und natürlich weil sich mittlerweile auch rumgesprochen hat, das das Leben von Brasis die in den USA oder Europa leben, leider auch oft üble Seiten hat.

@Severino
Kurze Antwort auf deinen Post. Ein Nachbar, "das arme brasilianische Würstchen" meines Schwagers in BR, hat in seiner 50m2 Garage über 20 Jahre Gemüse vertickt, ist jetzt mit 55 in seinen "Ruhestand" gegangen und hat sich eine Chacara am Meer gekauft. Also ich weiß heute schon, daß ich mir hier mit 55 keinen kleinen Hof an der Nordsee kaufen könnte und das bereits vorausgesetzt das ich mit 55 noch einen Job habe.
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Beitragvon djduke » Do 14. Sep 2006, 15:30

@severino und paulista 8)

Wenn Du dieses Gefühl in Dir hast, gibt es kein Zurück !!!
egal mit oder ohne Kohle !
kann uneingeschränkt zustimmmen ...  :-)br
Alle sagten das geht nicht, da kam einer der das nicht wusste und machte es ...

http://www.immobrasil.ch
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