Sehe gerade, daß sich die letzten postings alle mehr oder weniger um's Geld drehen und den VERGLEICH Brasilien - Europa. - Natürlich hat jeder von euch recht, da es um den "point of view" geht....
Meines Erachtens liegt der Fehler darin, einen DIREKTEN VERGLEICH anzustellen - sprich 1000 Euro müßen 3000 R$ sein oder umgekehrt.
Habe selbst lange Zeit selbst so gerechnet - aber heute verwende ich in der Industrie ein anderes Beispiel, das zum AHA-Effekt führt
Vielleicht sollte man ja so ansetzen !
BEISPIEL:
Du hast 2 einfache Arbeiter - sagen wir mal 2 Mechaniker - der eine lebt in Brasilien - der andere lebt in Deutschland - keiner weiß etwas vom Leben des anderen und jeder lebt so, wie es in seinem Land "üblich" ist.
Natürlich haben beide auch landestypische Gehälter - sagen wir, der brasilianische Schlosser bekommt ca. 300 Euro Brutto, der deutsche Schlosser 3000 Euro Brutto.
Beide haben die gleichen Wünsche und Ziele - eine Familie mit 2 Kindern, ein eigenes Haus und ein schönes Grundstück, ein Auto, eine gute Schulausbildung...etc...
Beide sind gezwungen, für Ihre Wünsche zu arbeiten, diese teilweise zu finanzieren und LEBENSZEIT dafür aufzubringen.
Vergleichst du nun über die ZEIT und nicht das GELD, so braucht der Brasilianer mit seinem deutlich geringeren Einkommen etwa 10 bis 12 Jahre, um SEINE Ziele zu erreichen - der deutsche Arbeiter dagegen 20 bis 25 Jahre
Würde also heisen, 300 Euro in Brasilien sind etwa soviel wie 6000 Euro in Deutschland um seine Ziele zu erreichen.....oder der brasilianische Arbeiter ist etwa doppelt so "reich"
Der Vergleich hinkt natürlich - denn der Brasilianer ist mit einer "Fusca" zufrieden, kann die ganze Woche von Reis mit Bohnen leben, braucht kein Gästezimmer und Blick auf's Meer von seinem Haus und will auch nicht 3 mal im Jahr einen 2 Wochen Auslandsurlaub machen oder mit Designerklamotten durch die Gegend laufen und immer den neuesten Flachbildschirm im Wohnzimmer haben.
Das Problem, das ich sehe, ist, daß die Leute von AUSWANDERN sprechen, weil sie es BESSER haben wollen - Ihr Leben dann aber nicht dem Land ANPASSEN wollen oder können.
Ein "bischen" anpassen wollen sich natürlich alle - der gute Wille soll ja gezeigt werden - nur beim bisher erreichten will man ja auch keine Abstriche machen wollen

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Da aber ein Land sicherlich nicht daran interessiert ist, den typischen Lebensstandard eines (sagen wir mal) Ölscheichs aufrecht zu erhalten, kannst du auch nicht erwarten, dein europäisches Gehalt (oder noch mehr) dort weiter zu bekommen..... bzw. selbst wenn man bereit ist, Abstriche zu machen, so will man nicht ganz auf Annehmlichkeiten verzichten wollen, die man ja schon kennt.... und schon ist man im Dilemma
...denn diese Annehmlichkeiten sind dann deutlich teurer da "importiert"
Noch schlimmer wird es, wenn man dann zwischen 2 Ländern hin- und her springt und denkt, mit dem Geld des einen Landes was in dem anderen Land zu machen.....das funktioniert vielleicht bei Bill Gates, aber nicht unbedingt bei Otto-Normalbürger.
Ich denke, ein Geldvergleich über ZEIT kommt dem ganzen viel näher, als es ein Börsenkurs je kommen würde. Oder wie seht ihr das ?
