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Condor




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 Betreff des Beitrags: Fahrausweis - Bitte bedienen Sie sich! (einmal umgekehrt)
BeitragVerfasst: 14 Jun 2007 13:56 
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Die Detran, so heisst das Strassenverkehrsamt hier, hat so ziemlich den schlechtesten Ruf den man sich vorstellen kann. Endlos lange Warteschlangen, chaotisch organisiert, unübersichtlich etc. Zudem gehören Dinge wie Fahrprüfungen und Bezahlen von Verkehrsbussen naturgemäss nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens. Als ich gestern Morgen im Büro sagte ich müsse mal schnell zur Detran, habe ich entsprechend schallendes Gelächter und mitleidige Blicke geerntet.
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Da ich mich mit meinem schweizerischen unübersetzen Fahrausweis nicht nur permanent hart an sondern ziemlich klar jenseits der Linie der Legalität bewege wollte ich das mal bereinigen. Der Besuch bei der Detran liess sich also nicht vermeiden bzw. länger hinausschieben.
Zuerst ging ich bei meinem Übersetzer vorbei, um die offizielle und schön gestempelte Übersetzung des Schweizer Dokuments abzuholen. Dann gings in die Höhle des Löwen. Und ich wurde nicht enttäuscht, Hektik, Unübersichtlichkeit und am Informationsschalter eine Mitarbeiterin die vor Faulheit und demonstrativer Gleichgültigkeit vom Stuhl gefallen wäre, wenn da nicht seitlich eine stützende Wand gewesen wäre. Nachdem ich ihr wortreich erklärt habe was ich brauche und gefragt ob das dort die richtige Schlange sei kriegte ich ein 'ähä' zur Antwort. Sie schaffte es dafür nur eine Silbe aufzuwenden, aber Dank der Betonung zu signalisieren dass ich richtig liege.

Angesichts der ca. 500 Leute in der Schlange beschloss ich dann nach ca. 2 Minuten Anstehen nochmals zurückzugehen und nachzufragen, ob ich da wirklich durch müsse. Diesmal schaffte sie es einen ganzen Satz zu formulieren und mich in einen kleinen Raum nebenan zu senden. Dort sassen drei gemütliche und ein bisschen übergewichtige Detektive der Zivilpolizei, die mir ganz langsam erklärten, dass mir eigentlich nur noch ein paar Fotokopien vom Pass und so fehlen. Das war schnell erledigt, und zurück bei den drei Gemütlichen begann dann einer mal die Dokumente zu studieren. Das dauerte eine ganze Weile, was einem der Kollegen Gelegenheit gab mir Snacks anzubieten. Ich lehnte höflich ab, aber da er ganz enttäuscht war und sagte dass seine Frau die gemacht habe griff ich dann doch zu. Es schien mir nicht ratsam jemanden zu verärgern von dem ich ein Dokument wollte.
Als nächstes bot er mir einen Schnaps an - um 10 Uhr am morgens. Das ging mir dann doch ein bisschen zu weit. (Kollegen der Drei die in dem Moment gerade vorbei kamen hatten da allerdings deutlich weniger Hemmungen.)
Irgendwie schien der gute Mann aber meinem Gesichtsausdruck zu entnehmen, dass ich das alles ein bisschen bizarr fand. So erklärte er mir dann wortreich dass er es sehr wichtig finde ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Ein gutes Klima herrschte zweifelslos, nur war so etwas wie Arbeit höchstens in Ansätzen erkennbar.

In der Zwischenzeit gelang es dem anderen Beamten mit meiner Hilfe meinen ausländischen Fahrausweis im Computer zu erfassen. Ein paar Unterschriften und Stempel auf dem Ausdruck später hatte ich dann das Protokoll in der Hand mit dem ich nun ein Jahr lang legal herumkurven darf.

Übersetzung: 85 R$
Fotokopien: 1 R$
Ein paar köstliche Snacks eines Policial Civil: unbezahlbar.

Es gibt Dinge die kann man nicht mal in Brasilien kaufen. Für alles andere gibt es Mastercard...



Biergarten 27.9.2008 in Belo Horizonte


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BeitragVerfasst: 14 Jun 2007 14:31 
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Saufen im Straßenverkehrsamt  :-)br

Ich hatte ein ähnliches Erlebnis im städtischen Gerichtsgebäude mit 2 Kollegen dort. Allerdings Schnaps bekam ich keinen angeboten :cry:



Beleeeza


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrausweis - Bitte bedienen Sie sich! (einmal umgekehrt
BeitragVerfasst: 14 Jun 2007 18:43 
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Bezahlen von Verkehrsbussen

Das ist doch in Brasil ein Fremdwort. Wer bezahlt denn seine Verkehrssünden.
Hier noch einmal die Brasilianischen Regeln bei einer Verkehrskontrolle:

1. Anhalten, Motor ausmachen, Fenster öffnen und freundlich grüßen.
2. Fahrausweis mit Carteira oder Ausländer mit Passport überreichen.
3. Nicht vergessen in den Papieren mindestens 10 Dollar stecken.
4. Danach die Papiere freundlich zurücknehmen und weiterfahren.
5. Wenn du vergessen hast Geld hineinzulegen, dann nach links und rechts gucken, ob eine Kirche vorhanden, wenn ja, kurz ein Kruzifix schlagen und beten.
6. Geldstrafe kommt aber nicht, da du erst bezahlst, wenn du Auto verkaufst.
7. Also Auto verkaufen und die Strafen alle für den Käufer lassen.


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BeitragVerfasst: 14 Jun 2007 22:09 
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Oi BrasilJaneiro

Irgendwo hast du vergessen, ein paar Smilies unterzubringen.

Für die anderen die das alles für bare Münze nehmen:
Wenn ihr am Jahresende trotz bezahlen der Steuer und der Pflichtversicherung eure neuen Auto-Papiere nicht bekommt, dann habt ihr es evtl. wie BrasilJaneiro gemacht. Die kommen dann nämlich nicht. Und da im Frühjahr verstärkt auf Papiere kontrolliert wird, steht eurer Auto dann irgendwann stillgelegt am Ortseingang herum. In BH zum Beispiel aus Confins kommend hinter der Brücke von Santa Lucia. Und ob der da nachts so gut steht? Als Ausländer durfte ich mit dem Wagen noch zur Detran fahren und eine mir bis dahin unbekannte Strafe zu bezahlen, dann hatte ich auch meine Autopapiere für das Jahr. Ohne diese neuen Papiere kann man den Wagen auch nicht verkaufen.

Und kaum ein Autokäufer in Brasilien ist so dumm, einen Wagen zu bezahlen, ohne nicht vorher unter der RENAVAN-Nummer oder dem Nummernschild im Internet nachzuschauen, ob der Wagen frei ist. Das hatte ich selbst als Gringo nach 2 Jahren rausbekommen. Da kann man auch gleich nachschauen, wie viel Punkte man so hat.

Viele Grüsse

Manfred


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BeitragVerfasst: 14 Jun 2007 23:18 
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.....ergänzend sein zu bemerken das man, wenn nicht alle strafzettel und die ipva gezahlt hat noch nicht mal den termin für den--tüv-- bekommt...


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 10:03 
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...und bei der nächsten Kontrolle durch die Policía Rodoviaria wird dann Dein Auto stillgelegt. So einfach machen es sich da die Brasilianer.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 11:46 
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Severino hat geschrieben:
...und bei der nächsten Kontrolle durch die Policía Rodoviaria wird dann Dein Auto stillgelegt. So einfach machen es sich da die Brasilianer.


Wenn ich in Brasilien bin, dann wohne ich in Piracaia. Das sind ca. 80km von SP. Wenn ein Polizist mich dort anhalten tut, dann nur, um zu fragen, ob er auf mein nächstes Fest kommen darf. Ich habe noch nie Probleme mit der Polizei gehabt. Die muß man eben als Freunde haben, dann geht alles gut. Wenn mich außerhalb einer komisch kommen würde, dann rufe
ich einen befreundeten Delegado aus SP an, dann geht alles ganz schnell und freundlich. Wofür ist sonst das Celular da?
P.S. Zwar hat sich die Fahrweise in Piracaia in den letzten 25 Jahren sehr geändert, aber unangeschnallt, schnell und ohne Licht nachts fährt man heute noch.


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 14:05 
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BrasilJaneiro hat geschrieben:
Severino hat geschrieben:
...und bei der nächsten Kontrolle durch die Policía Rodoviaria wird dann Dein Auto stillgelegt. So einfach machen es sich da die Brasilianer.


Wenn ich in Brasilien bin, dann wohne ich in Piracaia. Das sind ca. 80km von SP. Wenn ein Polizist mich dort anhalten tut, dann nur, um zu fragen, ob er auf mein nächstes Fest kommen darf. Ich habe noch nie Probleme mit der Polizei gehabt. Die muß man eben als Freunde haben, dann geht alles gut. Wenn mich außerhalb einer komisch kommen würde, dann rufe
ich einen befreundeten Delegado aus SP an, dann geht alles ganz schnell und freundlich. Wofür ist sonst das Celular da?
P.S. Zwar hat sich die Fahrweise in Piracaia in den letzten 25 Jahren sehr geändert, aber unangeschnallt, schnell und ohne Licht nachts fährt man heute noch.
Ich meine nicht die "Strassenkontrollen". Das macht ja die Policía Militar. Ich meine die fest eingerichteten Posten auf den Bundes- und Staatsstrassen.....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 19:47 
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Das sind auch nur arme Schweine. In Brasilien zählt viel die Etikette. Wer natürlich sich als Hippie versucht, ist schnell als Drogendealer bzw. konsument abgestempelt. Da verstehen die brasilianischen Ordnungshüter keinen Spaß. Ich auch nicht. Außerdem sollte man keine Rostlaube fahren, weil man dann von oben nach unten angesehen wird. Ist doch besser, wenn der Polizist zu einem nach oben schaut. Gibt doch einem mehr Selbstwertgefühl. Vielleicht haben ja einige negative Erfahrungen gemacht. Ich kann nur sagen, daß ich noch nie Probleme hatte und wenn ich einen fehler gemacht habe, daß es immer einen Weg in Brasilien gibt, da wieder raus zu kommen. Notfalls mit einer Multa. Dies wäre in Deutschland nicht möglich. Habe selbst auf der Bundesstraße von Kaiserslautern nach Landstuhl (50kmH auf gerade Strecke erlaubt) erlebt, wie ein Polizist mir vorwerfen wollte, daß ich 140 kmh gefahren wäre (Richtig war 63 kmh). Vor Gericht hat sich dieser dann in Widersprüche verstrickt, so daß die Wahrheit rauskam. Trotzdem mußte ich für meine Ehrlichkeit über 300 DM zahlen, da ja nur 50 erlaubt war. Hätte es in Brasilien nicht gegeben. Dort gibt es keine Ordungshüter, die sich besonders wichtig machen möchten.
P.S. Leider muß ich zu meiner Schande gestehen, daß ich nicht alles mitbekomme, was unter Lula verändert wurde. Vielleicht sind eines Tages die Ordnungshüter auch nur noch da, um Geld einzutreiben. Kann mir die aktuelle Lage erst im Januar 08 anschauen. Mal sehen.


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 21:12 
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BrasilJaneiro hat geschrieben:
Dort gibt es keine Ordungshüter, die sich besonders wichtig machen möchten.

Da frage ich mich jetzt ernsthaft ob Du überhaupt schon mal in Brasilien warst ;-)

BB



Biergarten 27.9.2008 in Belo Horizonte


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