Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Brazil53 » Do 2. Sep 2010, 19:17

Präsident Lula hat eine neue Attraktion für Touristen eröffnet. Das Pilotprojekt startet unter dem Namen „Rio Top Tour“. Er sagte bei der feierlichen Eröffnung, dass Touristen jetzt selber erleben können, dass die Bewohner der Favelas zwar arm seien, aber anständige Menschen sind.

Für dieses Projekt soll die Favela „Dona Marta“ , welche am Rande des Bezirks Botafogo, auf den Hügel „Morro Santa Marta“ liegt, von Drogendealern und anderen Kriminellen befreit worden sein.

Bereits im letzten Monat, wurde dort eine lebensgroße Figur des US-amerikanischen Popstars Michael Jackson eingeweiht. Die Anwohner erhoffen sich, dass dadurch mehr Touristen in ihr Viertel kommen.

Ich frage mich, ob man bei diesem Pilotprojekt, jetzt Touristen als Versuchskaninchen dort hinschickt, um zu testen ob das Sicherheitskonzept für die Olympischen Spiele im Jahr 2006 funktioniert.
Der Ausblick von dort oben, über die Stadt, wäre ja einen Versuch wert.
Ich weiß noch nicht ob ich das im Oktober testen werde.

http://www.n-tv.de/reise/Favelas-dealer ... 86351.html

http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer ... 47155.html

Und hier der Ausblick von dort oben.

http://www.homesinrio.de/mirante-dona-marta.htm

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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Slater01 » Fr 3. Sep 2010, 08:59

Touriausflüge in Favelas gibt es ja schon lange. Ist ja jetzt nicht wirklich was neues.
Aber das Befreien der Favela von den Drogendealern und anderen Kriminellen finde ich geil! Wie lange wird das wohl dauern bis die Jungs sich wieder breit machen? Eine Woche? Wohl eher weniger...
Das ist eh ein unlösbares Problem solange es Favelas gibt.
Nimmt mich echt Wunder was sie auf Hinblick auf die Copa und die Olympischen Spiele unternehmen werden??? Wahrscheinlich wird einfach einen Monat lang an jeder Ecke ein Soldat oder Polizist stehen. Die können ja kaum Hunderttausende von Kriminellen verhaften... Oder sie fangen wieder an wie in den 90ern und erschiessen einfach alles was sich bewegt und einigermassen verdächtig aussieht...
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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon fariseu » Fr 3. Sep 2010, 09:25

Vielleicht wollen die den anonymen Sprachtest machen....

Bandido mit Knarre auf Cariocca-Slang : "Gib alles Geld" :cool:

Tourist : "Häää" :roll:

und dann wieder eine mehr auf ave maria....
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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Brazil53 » Fr 3. Sep 2010, 19:01

Zum Thema: Besuch einer Favela, gibt es in den Foren sehr unterschiedliche Meinungen.
Ich habe auch eine eigene Meinung, aber dazu müsste ich weiter ausholen.
Mir fehlt im Moment etwas die Zeit.

Ich habe eine interessante Dia-Schau gefunden.
Sie zeigt Bilder eines Besuches in der Rocinha

Sie stammt von Klaus D. Günther

http://www.flickr.com/photos/klausdgrio ... 0195/show/

Er hat auch viele interessante Fakten zusammengetragen:

http://www.brasilienportal.ch/wissen/br ... ilien.html

.........Die Rocinha-Kommune blickt auf etwa 80 Jahre der Veränderungen, Kämpfe und Eroberungen zurück. Sie entstand aus einer riesigen Kaffe-Fazenda gegen Ende der 20er Jahre – anfangs bewohnt von portugiesischen und spanischen Einwanderern. Die hielten sich mit dem Anbau von Feldprodukten über Wasser – “alimentos oriundos da nossa rocinha” (Nahrungsmittel, die von unseren Feldern stammen) – welche sie jenen Personen anboten, die sich auf der Estrada da Gâvea hin und her bewegten (Rocinha – das Feldchen – Verniedlichung von Roça – daher stammt der Name der heutigen Favela).

Die Flächen wurden in grosse Grundstücke für die landwirtschaftliche Nutzung aufgeteilt, ihr grösster Teil gehörte den Unternehmen “Cia. portuguesa Cássio Guidon”, der Teil Barcelos der Cia. Cristo Redentor und der Teil Laboriaux gehörte einer französischen Kompanie. Zu jener Zeit installierte man auch ein paar Sanitäter des Gesundheitsamts in diesm Gebiet, die einer Moskitoplage den Garaus machen sollten, welche Gelbfieber im benachbarten Stadtteil Barra da Tijuca verbreitete.

1938 wurde die Estrada da Gàvea endlich asphaltiert, und dadurch der Prozess der Landbesetzung durch Leute, die glaubten, dass dies öffentliches Eigentum sei, voran getrieben. Ab der 50er Jahre nahm die Einwanderung von “Nordestinos” (Menschen aus dem Nordosten Brasiliens) in Rio zu – und die wendeten sich meistens zur “Rocinha” – 1960 und 1970 geschah eine weitere signifikante Expansion, denn ein Projekt zur Konstruktion der Tunnel “Rebouças” und “Dois Irmãos” für eine verbesserte Integration der Stadt, bot der Bevölkerung neue Arbeitsplätze. Während der 50er und 60er Jahre entwickelten sich deshalb grosse Veränderungen in der Architektur, dem Lebensstil und dem gesellschaftlichen Verhalten jener Bevölkerung, die grösstenteils aus Brasiliens Nordosten stammte.

Der Rückzug der Regierung aus dieser Gesellschaft, die fehlende Infrastruktur, das heisst, Konstruktionen von Baracken aus Pappe, die Abholzung des Waldes, das unkontrollierte Wachstum, die Verteilung von Wasser mittels zementierter Rinnen unter anderen Problemen, führte zu grosser Enttäuschung, zu Entschädigungsforderungen und von Tausenden Unterschriften gezeichneten Protesten. Die Bevölkerung organisierte sich, und viele Kämpfe und Protestmärsche prägten die Geschichte dieser Kommune.

Dann geschah 1970 das Wunder: die Kommune hatte die ersten Erfolge zu verzeichnen – Ergebnis ihrer unablässigen Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand – es wurden die ersten Kindergärten, Schulen, eine regionale Zeitung, eine Fussgängerbrücke über die verkehrsreiche Avenida vor der Favela, eine Kanalisation der Abwässer, eine Postfiliale und eine regionale Administration eingerichtet. Und 1982 kam endlich auch ein Erste-Hilfe-Posten dazu, nachdem die Bewohner diesbezügliche Forderungen immer wieder gestellt, und ein lokaler Priester diese unterstützt hatte – ein Weihnachtsgeschenk für die Kommune......


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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon BRASILIANT » Fr 3. Sep 2010, 21:42

Brazil53 hat geschrieben:Präsident Lula hat eine neue Attraktion für Touristen eröffnet.


Das ist doch Quatsch!
Was ist daran bitte neu ???? Gibt´s doch schon seit Jahren, das Touristen in die Favelas rum latschen als wenn sie im Zoo wären! :oops:

Ausserdem ist die Idee ja nicht auf Lulas Mist gewachsen, für so ein Blödsinn verschwendet er doch keinen Gedanken. Da wird sich halt irgendsoein gesitiger Vorturner aus Lulas (PT) Partei wichtig machen. Ausserdem ist Wahlkampf da ist alles erlaubt um positive Schlagzeilen zu machen und vom Skandal um den Gemheimnisverrat bei der RECEITA FEDERAL abzulenken.

:lol:
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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Brazil53 » Fr 3. Sep 2010, 23:10

Ich kann es doch nicht ändern, das Präsident Luiz Inacio Lula da Silva höchspersönlich den feierlichen Startschuß der "Rio Top Tour", gegeben hat. Auf welchem Mist dieses Projekt gewachsen ist, hat doch mit der Nachricht selber nichts zu tun.

Neu ist an diesem Projekt, dass man jetzt ohne bezahlte Führung "Dona Marta" besuchen kann.
Natürlich traue ich der Sache nicht.


Man sollte nicht die Augen davor verschließen, dass sich in den letzten 2 Jahren etwas tut in einigen Favelas. Es ist dringend notwendig, schon allein in Bezug auf die Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Da gilt zu mindest für die Gebiete, welche mit den sportlichen Aktivitäten in Berührung kommen.
Ob allerdings diese Maßnahmen auch nachhaltig sind, das ist die Frage.

Und was hat es mit einem Zoo zu tun, wenn man Stadtteile besucht. Es ist eine Teil von Brasilien und es gibt keinen Grund dieses zu verstecken. Also ich finde die Hotelblöcke in Strandnähe viel häßlicher.
Blöd finde ich es, in einem Kleinbus eine geführte Tour zu machen und mir die Base an der Scheibe platt zu drücken.
Wenn man nicht willkommen ist, sollte man es bleiben lassen.
Wenn aber "Normalität" ein eine Favela einzieht, warum sollte man dort einen Bogen rum machen?
Warum sollen die Bewohner von den Einnahmen aus dem Tourismus abgeschnitten bleiben?

Es hat ja schon einige Experimente in den Favelas gegeben, die sind aber aber nie gut durchdacht gewesen.
Und ich traue dem Frieden dort nicht.

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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon dimaew » Fr 3. Sep 2010, 23:32

Schaut Euch mal dieses Video an (Aufnahmedatum April 2010), dann diskutiert weiter.
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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Brazil53 » Sa 4. Sep 2010, 00:39

Das ist ja einer der Gründe warum ich diesen ganzen Projekten mistraue.

Es reicht nicht die Drogenhändler in andere Bezirke zu verdrängen. Dazu gehört auch die Verhältnisse für die Anwohner zu verbessern.
Wen man die Probleme der Stadt lösen möchte, dann sind nachhaltige Konzepte gefordert und nicht Beruhigungspillen für Touristen.
Aber ich habe große Zweifel, ob man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat?

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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon Brazil53 » Sa 4. Sep 2010, 09:26

Was bedeutet die „Befriedung“ von Favelas in Rio de Janeiro?


Wenn man sich die Karte von Rio ansieht, wird man sehr schnell sehen, dass es überall Favelas gibt. Die meisten in der ärmeren Zonne Norte und Oeste und den sich anschließenden Peripherie. Aber auch in der reichen Zona Sul, grenzen die selbstgebauten Ziegelhäuser an die Residenzen der gehobenen Klasse.

Besonders in der Zona Sul , hat sich diese Situation in den vergangenen Jahren rapide geändert. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2014 und die olympischen Spiele 2016 begann man mit der Politik der, wie das euphemistisch so schön heißt, Pazifizierung der Favelas.

Und wenn in den Medien von der Pazifizierung der Favelas spricht, dann meint man in erster Linie die reicheren und touristischen Gebieten der Zona Sul. Die ärmeren Randgebiete sind für die Lokalpolitiker zweitrangig. Ihnen ist es völlig egal, dass sie die Drogenbosse und den Drogenhandel mit samt der mörderischen Gewalt in die Favelas verdrängt welche in den Randgebieten der Stadt liegen. Der Drogenhandel wird neue Struktur bekommen und andere Probleme verursachen, von denen jetzt noch niemand etwas ahnt.

Ich glaube nicht, dass sich die Drogenbosse zu Altenpflegern umschulen lassen.

Aber nicht nur in der Zone Norte ist die Lage schwierig sondern auch an der „Befriedung“ der Rocinha beißen sich die Politiker bisher die Zähne aus.

Mit viel „Paz“ haben die Aktionen der Polizei nicht viel zu tun. In der Regel hat eine Eliteeinheit die Favela besetzt, die Drogenbosse, welche nicht fliehen konnten, wurden verhaftet oder im Gefecht getötet, dabei spielten die vielen Opfer an Unschuldigen und Kindern keine Rolle. Im Gegensatz zu früher, hat sich die Polizei nicht wieder zurückgezogen, sondern ist mit starker Präsenz auf den Hügeln geblieben. Dieses soll verhindern, dass es zu einer erneuten Bildung von Drogenringen kommt.

Das neue Motto ist: Nicht Krieg führen, sondern Frieden stiften.

Jeder, der sich etwas mit diesem Thema beschäftigt, weiß dass in der Vergangenheit diese „Polizeiregierungen“ ebenfalls die Bewohner terrorisiert haben.
So verdient Captain Pricilla Azevedo, welche das Kommando über 120 Militärpolizisten in der „befriedeten“ Favela Dona Marta hat umgerechnet etwa 1200 US Dollar im Monat. So etwas riecht förmlich nach „Nebenverdiensten“ der Militärpolizei.

Die Vertreibung der Drogenbosse bringt den Einwohnern ja nicht automatisch friedliche Zustände, es werden ja trotz Polizeipräsenz keine kriminalitätsfreien Räume geschaffen. Streitigkeiten zwischen den Bewohnern, Überfälle und Raub wird es weiter geben.

Auch löst die „Befriedung“ einer Favela, durch die Militärpolizei, nicht die Probleme der Infrastruktur. Der Müll und die Fäkalien verschwinden dadurch nicht. Trinkwasser, Kanäle und Straßen kommen nicht von selber.

Was die Politiker völlig ausblenden ist, dass Generationen von Menschen unter dem Einfluss der Kriminalität gelebt haben. Alle sind damit aufgewachsen. Für Kinder ist es ganz normal mit Kriminalität Geld zu verdienen, um zu überleben.

Und alle werden plötzlich friedlich und verdienen ihr Geld mit etwas anderem? Wer gibt ihnen denn jetzt arbeit?


Ein anderer Weg der Problemlösung, sind die Umsiedlungsaktionen. Hierbei zeigt sich die völlige Einfältigkeit und Unbedarftheit der verantwortlichen Politiker.
Diese Umsiedlungen hatten bereits in der Vergangenheit keinen Erfolg. Warum sollte es jetzt anders sein. Bis 2012 sollen in Rio rund 10.000 Häuser beseitigt werden. Man vergisst bei diesen Umsiedlungsaktionen völlig, dass die Menschen in den neuen Wohngegenden, keine Arbeit finden und dass Schulen auch nicht genügend Plätze bieten. Der öffentliche Verkehr ist schlecht. Also zieht man in die alten Gegenden zurück.

Nach den Unwetter im Frühjahr 2010, mit den vielen Erdrutschen und Toten, hat die Stadtverwaltung beschlossen, die Menschen in den geologisch riskanten Gebieten umzusiedeln. Natürlich sind auch Gebiete „geologisch“ betroffen, welche für die Olympischen Spielen umgestaltet werden sollen. Natürlich ist es gut wenn man die Hütten an diesen Steilhängen abreißt, aber es soll auch Immobilienspekulation geben, denn es gibt Wohngegenden, von der man eine super Ausblick auf Rio hat.

Diese Häuser sollen notfalls mit Waffengewalt geräumt werden.
Dieser Plan nennt sich „Morar Seguro“ und dafür sollen eine halbe Milliarde Euro eingesetzt werden. Scheinbar hat der Bürgermeister von Rio völlig vergessen, dass ähnliche Aktionen in der Zeit der Diktatur gescheitert sind.
Zwischen 1964 und 1985 wurden in Rio mehr als 175.000 Menschen zwangsumgesiedelt. Das Ergebnis waren zum Beispiel die berüchtigte Favela ‘Cidade de Deus,“
Der Plan scheiterte, weil nur wenige die neu gebauten Wohnungen bezahlen konnte, also kehrten sie in ihre alten Hütten zurück oder bauten an anderen Orten neue.

Auch heute, wird über die Köpfe der Anwohner in den Favelas hinweg geplant. Den Politikern ist es egal in welche Gegend sie die Bewohner umsiedeln, oder wie sie von dort zur Arbeit kommen.
In der ersten Phase sollen 4000 Familien aus den Favelas, Morro do Urubú, Fogueteiro, Tabajaras, Laboriux, Cantinho do Céu and Pantanal, Morro
do Turano, Parque Colúmbia and Morro dos Prazeres ihre Häuser räumen.

Und ob die umgesiedelten Menschen die neu gebauten Wohnungen bezahlen können wird sich zeigen.
Wenn nicht wird es wieder neue Favelas geben und das Problem beginnt von vorne.

Das politische Ziel ist klar: Rio soll bis zur WM (2014) und zur Olympiade (2016) frei von kriminellen Elementen sein – wenigstens rings um die Austragungsorte und die Hotels.


Es bleibt spannend.
Und immer positiv denken.

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Re: Favelas jetzt Touristenattraktion!?

Beitragvon moni2510 » Sa 4. Sep 2010, 13:00

Brasil, ich gebe dir in den grundsätzlichen Dingen total recht. Manchmal ist es erschreckend, mit welcher Gedankenlosigkeit Themen hier angegangen werden, gerade von der Politik.

Andererseits finde ich es für mein persönliches Lebensunfeld durchaus positiv, daß die UPP seit November hier um die Ecke eingezogen ist. Da ich die Welt oder Rio allein nicht retten kann, bin ich in diesem Fall mal egoitisch und freu mich, daß es ein paar Ecken mehr gibt, in denen ich mich frei bewegen kann. Und mir persönlich gefällt der neue Aufzug richtig gut.
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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