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 Betreff des Beitrags: Favelas
BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 03:17 
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Registriert: 16 Apr 2007 13:02
Beiträge: 24
Hallo, ich wage es noch einmal hier eine Frage zu stellen :roll: - wer mit ihr nichts anfangen kann, antworte bitte gar nicht.

Ich wuesste gerne, wie die Lebensbedingungen in einer Favela so sind.
Bauweise, Höhe (Stockwerke), Ausstattung der Häuser.
Sind die meisten gemauert oder gibt es auch viele Papp- bzw. Bretterbuden?
Gibt es einen Fußboden (also nicht nackte Erde), wie viel Licht kommt in die Häuser, gibt es Toiletten, wie sind die Waschmöglichkeiten, gibt es Anschluss an Stromnetz/Kanalisation, ...
Wie viele Menschen wohnen so zusammen in einem Haus, wie schlafen sie, wie groß ist das durchschnittliche Haus, wie viel kostet die Errichtung, wie lange wird daran gebaut? Welche Ansprüche stellen die Bewohner an ihr Zuhause?
Gibt es von der Regierung Unterstützung für Favelas?


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 Betreff des Beitrags: Re: Favelas
BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 03:39 
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Registriert: 20 Jul 2007 21:44
Beiträge: 485
estudante hat geschrieben:
Gibt es von der Regierung Unterstützung für Favelas?


Ich frage mich, was so faszinierend an Favelas, Shanty Towns, Slums, Ghettos ist?! Normalerweise sind das Stadtgebiete, wo keiner gerne leben moechte, bzw. alles dransetzt, da rauszukommen.

Zum Zitat oben: Ich habe mal gehoert, dass Politiker in Rio z.B. nichts gegen die Slums unternehmen, weil sie wegen der hohen Anzahl an moeglichen Waehlerstimmen, unpopulaer wuerden. Es sind also "heilige Kuehe" an die sich niemand rantraut. Da koennen aber Profis sicher mehr berichten/korrigieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Favelas
BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 04:18 
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Registriert: 20 Jul 2007 21:44
Beiträge: 485
estudante hat geschrieben:
Hallo, ich wage es noch einmal hier eine Frage zu stellen :roll: - wer mit ihr nichts anfangen kann, antworte bitte gar nicht.

Ich wuesste gerne, wie die Lebensbedingungen in einer Favela so sind.
Bauweise, Höhe (Stockwerke), Ausstattung der Häuser.
Sind die meisten gemauert oder gibt es auch viele Papp- bzw. Bretterbuden?
Gibt es einen Fußboden (also nicht nackte Erde), wie viel Licht kommt in die Häuser, gibt es Toiletten, wie sind die Waschmöglichkeiten, gibt es Anschluss an Stromnetz/Kanalisation, ...
Wie viele Menschen wohnen so zusammen in einem Haus, wie schlafen sie, wie groß ist das durchschnittliche Haus, wie viel kostet die Errichtung, wie lange wird daran gebaut? Welche Ansprüche stellen die Bewohner an ihr Zuhause?
Gibt es von der Regierung Unterstützung für Favelas?


Entschuldige bitte, ich glaube niemand wird dir die Fragen befriedigend beantworten koennen; oder alle?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Favelas
BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 09:25 
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Registriert: 20 Mai 2007 14:31
Beiträge: 463
Wohnort: Wiesbaden, Rio & São Paulo
estudante hat geschrieben:
Hallo, ich wage es noch einmal hier eine Frage zu stellen :roll: - wer mit ihr nichts anfangen kann, antworte bitte gar nicht.

Ich wuesste gerne, wie die Lebensbedingungen in einer Favela so sind.
Bauweise, Höhe (Stockwerke), Ausstattung der Häuser.
Sind die meisten gemauert oder gibt es auch viele Papp- bzw. Bretterbuden?
Gibt es einen Fußboden (also nicht nackte Erde), wie viel Licht kommt in die Häuser, gibt es Toiletten, wie sind die Waschmöglichkeiten, gibt es Anschluss an Stromnetz/Kanalisation, ...
Wie viele Menschen wohnen so zusammen in einem Haus, wie schlafen sie, wie groß ist das durchschnittliche Haus, wie viel kostet die Errichtung, wie lange wird daran gebaut? Welche Ansprüche stellen die Bewohner an ihr Zuhause?
Gibt es von der Regierung Unterstützung für Favelas?



Vor über 20 Jahren habe ich in SP mal einen Bericht gelesen. Danach sind die Favelas nicht kostenlos, wie ich damals dachte. Da werden teilweise Mieten gezahlt, da würde ein Gutverdiener staunen, wenn er prozentual soviel abdrücken müßte. Ebenso werden diese Bruchbuden auch verkauft. Habe selbst schon "vende-se essa barraca" gesehen. Innen sind die Baracken alle sauber. Wenn ich hier in unserem Wohlstaat Deutschland die vielen Sozialhilfeempfänger sehe, die aus welchen Gründen auch immer den ganzen Tag nichts zu tun haben und dann Kinder und Heim vernachlässigen, da ziehe ich vor jedem Favelado den Hut. Natürlich müssen die Favelados auch Strom und Wasser bezahlen. Aber nur, wenn man es von ihnen bekommt. Eine komplette Favela kann man nicht Strom -und Wasserlos lassen. Das gäbe Mord und Totschlag. Außerdem besteht dann die Gefahr von extremen Krankheiten und Seuchen. Das will keiner. Die Favelas hat es nicht immer gegeben. Das ist das Abfallprodukt, wenn man auf Seite des Kapitalismus der USA steht. Deutschland hätte auch schon die Slums, wenn nicht die Politiker den Rest der Arbeiter immer mehr mit Sozialabgaben und Steuern belastet hätte. Nur weil in D viele Geld erhalten für untätig zu sein, gibt es keine Slums.
In BR bleibt dir ja nichts anderes übrig, wenn du alles verloren hast und keine Helfer findest, Bewohner einer Favela zu werden oder den Freitod wählen. Für Einzelkämpfer gibt es noch die Möglichkeit des Waldbewohners.


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 10:02 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
Beiträge: 1067
habe mal darüber berichtet:
http://brasilienfreunde.net/4167/samstagnacht-in-nova-brasilia/

amarelina



o problema não é tanto encontrar uma pessoa com quem apeteça dormir, mas sim encontrar uma pessoa com quem apeteça accordar.


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 14:15 
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Hi estudante, deine Frage ist vielschitchtig und mein Wissen zu marginal um Antwort zu geben. Es gibt große Unterschiede in und zwischen den Favelas. ;anche sind einigermaßen ruhig, andere gefährlich. Ja, und es eben überwiegend ganz normale Menschen dort, die ihren Alltag trotz widrigkeiten meistern oder versuchen. Man zahlt Miete und Strom, Eigentum kann man erwerben, aber die Eigentumsrechte sind unklar. usw.


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 15:29 
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Registriert: 20 Mai 2007 14:31
Beiträge: 463
Wohnort: Wiesbaden, Rio & São Paulo
loiro hat geschrieben:
Hi estudante, deine Frage ist vielschitchtig und mein Wissen zu marginal um Antwort zu geben. Es gibt große Unterschiede in und zwischen den Favelas. ;anche sind einigermaßen ruhig, andere gefährlich. Ja, und es eben überwiegend ganz normale Menschen dort, die ihren Alltag trotz widrigkeiten meistern oder versuchen. Man zahlt Miete und Strom, Eigentum kann man erwerben, aber die Eigentumsrechte sind unklar. usw.



Ach ja, daß schlimmste was einer Favela passieren kann, sind nicht die Erdrutsche, sondern der Sitz eines Drogenkartells.


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 15:44 
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Registriert: 26 Aug 2006 16:09
Beiträge: 279
BrasilJaneiro hat geschrieben:
loiro hat geschrieben:
Hi estudante, deine Frage ist vielschitchtig und mein Wissen zu marginal um Antwort zu geben. Es gibt große Unterschiede in und zwischen den Favelas. ;anche sind einigermaßen ruhig, andere gefährlich. Ja, und es eben überwiegend ganz normale Menschen dort, die ihren Alltag trotz widrigkeiten meistern oder versuchen. Man zahlt Miete und Strom, Eigentum kann man erwerben, aber die Eigentumsrechte sind unklar. usw.



Ach ja, daß schlimmste was einer Favela passieren kann, sind nicht die Erdrutsche, sondern der Sitz eines Drogenkartells.


Drogenkartelle helfen den Bewohnern. Sie versorgen sie mit Medikamenten,Geld etc. falls es nötig ist. Sie organisieren baile funks.
Im Gegenzug müssen Bewohner den Kartelen Unterschlupf gewähren und sollten ihre Drogen(am boca de fumo) kaufen. Des Weiteren beschützen Kartele die Bewohner vor Feinden (alemao). Feinde sind die Polizei,X9(Spione),andere Kartele (Sie werden in Brasilien "fação" genannt) und neuerdings auch der milicia.

fações criminosas in Rio:

Comando Vermelho (CV) . Oft sieht man C.V.R.L (steht für Comando Vermelho Rogério Lemgruber (Gründer von Falange Vermelha,CV)

Terceiro Comando (TC)

Terceiro Comando Puro (TCP). Nach der Trennung von ADA und TC entstanden.

Amigos dos Amigos (ADA)

fações criminosas in SP:
Primeiro Comando Capital (PCC) wird mit dem CV in Verbindung gebracht.

Soweit in der Theorie


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 17:08 
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Beiträge: 24
Danke schon mal für die Antworten.

Zitat:
Ich frage mich, was so faszinierend an Favelas, Shanty Towns, Slums, Ghettos ist?! Normalerweise sind das Stadtgebiete, wo keiner gerne leben moechte, bzw. alles dransetzt, da rauszukommen.

Ich will ja nicht dort hin ziehen...
Bin auf Ideenfindung für mein Semesterprojekt und hätte deshalb gerne Informationen zur Wohnsituation und den Kosten.

Zitat:
Entschuldige bitte, ich glaube niemand wird dir die Fragen befriedigend beantworten koennen; oder alle?!

Wenn jeder etwas weiß bringt das ja auch schon was. :wink:


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BeitragVerfasst: 12 Aug 2007 17:14 
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Beiträge: 367
Zitat:
Natürlich müssen die Favelados auch Strom und Wasser bezahlen


Soll keine Unterstelluung sein, aber nach meiner Information klauen viele Favelados auch den Strom!! Man sieht auch oft das viele "schwarz" Leitungen von den Strommästen gehen.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren


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