Feuerland Brasilien

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Feuerland Brasilien

Beitragvon teppanom » Sa 15. Feb 2014, 20:12

Meine Frau und ich sind nun schon seit 7 Jahren regelmäßig im brasilianischen Sommer, also ca. von Januar bis März oder auch länger in unserem Haus in der Nähe von Saquarema/Rio de Janeiro.
Hauptsächlich im Monat Februar werden hier überall Feuer gelegt, die sämtliche Gräser und komplette Wälder vernichten! Alles rundherum ist schwarz verkohlt und sieht aus wie nach einem Bombeneinschlag! Die verbrannten Grasfetzen fliegen durch die Luft auf unsere Terrassen und in unseren Pool, was sehr viel Reinigungsarbeit von bis zu mehreren Tagen nach sich zieht! Viele Brasilianer sind Pyromanen, die einfach nur zerstören wollen. Ansonsten haben diese Flächenbrände absolut keinen Sinn. Es wird weder gerodet nocht steht sonst ein Zweck dahinter. Jetzt haben wir die Nase endgültig voll und werden unser Haus verkaufen!!!!
Wer nach Brasilien auswandern will, sollte dieses unbedingt berücksichtigen. Das ganze Land brennt!!!
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon cabof » Sa 15. Feb 2014, 21:18

es gibt Brandrodungen mit wirtschaftlichem Hintergrund oder wie eben z.Zt. die lange Trockenheit und eine Zigarettenkippe oder sonstige Feuerspielchen setzen das trockene Land in Flammen. Ist leider so.
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 15. Feb 2014, 21:32

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teppanom hat geschrieben:Meine Frau und ich sind nun schon seit 7 Jahren regelmäßig im brasilianischen Sommer, also ca. von Januar bis März oder auch länger in unserem Haus in der Nähe von Saquarema/Rio de Janeiro.
Hauptsächlich im Monat Februar werden hier überall Feuer gelegt, die sämtliche Gräser und komplette Wälder vernichten! Alles rundherum ist schwarz verkohlt und sieht aus wie nach einem Bombeneinschlag! Die verbrannten Grasfetzen fliegen durch die Luft auf unsere Terrassen und in unseren Pool, was sehr viel Reinigungsarbeit von bis zu mehreren Tagen nach sich zieht! Viele Brasilianer sind Pyromanen, die einfach nur zerstören wollen. Ansonsten haben diese Flächenbrände absolut keinen Sinn. Es wird weder gerodet nocht steht sonst ein Zweck dahinter. Jetzt haben wir die Nase endgültig voll und werden unser Haus verkaufen!!!!
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Meistens hängt es damit zusammen, dass diese Grundstücke nicht bebaut werden dürfen wegen den Naturschutzgesetzen. Wird aber zB der Wald abgebrannt, dann kann dies als Bauland ausgewiesen werden. Fährt man von Jardim Peri in SP die Estrada Santa Inês in Richtung Mairiporã durch den Florestal, dann dürfte dort normalerweise kein Haus stehen. Ist nämlich verboten zu bauen. Trotzdem sieht man immer wieder das plötzlich große Grundstücke abbrennen. So ist dies nun einmal in Brasilien. Wenn Tatsachen vorhanden sind geht alles. Nur erwischen darf man sich nicht lassen. :D
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon frankieb66 » Sa 15. Feb 2014, 21:44

cabof hat geschrieben:es gibt Brandrodungen mit wirtschaftlichem Hintergrund oder wie eben z.Zt. die lange Trockenheit und eine Zigarettenkippe oder sonstige Feuerspielchen setzen das trockene Land in Flammen. Ist leider so.

Nein, so ist ist es in aller Regel nicht. "Wir" z.B. haben eine Fazenda, in einer ziemlich trockenen Region, und daher weiß ich durchaus von was ich spreche. Einfach mal so Feuer legen ist da nicht. Wenn "wir" Land urbar machen, dann wird das Holz ganz normal "gemacht", von der INCRA et.al. genehmigt, und Bäume werden abgesägt, Wurzeln ausgegraben, etc. und das anfallende Holz wird ganz legal zu Holzkohle verkokelt ... aber das ist ein langwieriger Prozess, vom Holz bis zur (Holz-)Kohle ... (jaja, da rauchts auch dabei, sind aber keineswegs Brandrodungen welcher Art auch immer). Und sollte irgendwer auch immer "Feuerspielchen" machen wollen und dabei erwischt werden, dann gibts "Saures", auch von mir, kannst mir glauben.

Frankie

so wird z.B. unser Holz verkokelt:
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Cheesytom » Sa 15. Feb 2014, 21:59

BrasilJaneiro hat geschrieben:
Meistens hängt es damit zusammen, dass diese Grundstücke nicht bebaut werden dürfen wegen den Naturschutzgesetzen. Wird aber zB der Wald abgebrannt, dann kann dies als Bauland ausgewiesen werden.


Das läuft doch in Südeuropa von Portugal bis Griechenland ganz genau so, seit Jahrzehnten.

Obwohl ich meine, dass einige Länder die Gesetze geändert haben, was das Bauen nach Brand angeht.
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Alexsander » Sa 15. Feb 2014, 23:26

... bei uns im Nordosten gibt es keine Waelder mehr zum abfackeln. Es existieren hier trotzdem genug Pyromanen, die sich am Hausmuell vergreifen und diesen permanent anstecken. Da immer viel Plastik dabei ist, gibt das einen hochgiftigen aggresiven Rauch, einfach aetzend...

Was soll man machen, wieder ein Problem der fehlenden Bildung. Gesetze helfen da wenig.
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Colono » Sa 15. Feb 2014, 23:51

Ist vieleicht schon mal einer auf die Idee gekommen ob es sich hierbei nicht um Zuckerrohrernte handeln könnte?

Das machen sie überall schon seit Jahrhunderten. Ohne Feuer ging das bisher nicht. Die Brasilianer deshalb als Pyromanen zu bezeichnen finde ich ganz schön infam.

Bei uns in Ipojuca PE ist der Pool auch immer voll mit dem rumfliegenden schwarzen Zeugs, muss man halt damit leben. Viele Fazendeiros stellen mit der Zeit schon auf GPS gestützte Erntedrohnen um. Da kann das Rohranbrennen dann entfallen.
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Cheesytom » So 16. Feb 2014, 00:17

Hier wirdnoch immer abgefackelt. Das mit den Erntedrohnen interessiert mich. Hast Du einen gescheiten Link?
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Colono » So 16. Feb 2014, 01:13

Cheesytom hat geschrieben:Hier wirdnoch immer abgefackelt. Das mit den Erntedrohnen interessiert mich. Hast Du einen gescheiten Link?


Guckst du hier:
http://blogdojequi.blogspot.com/2012/07/mecanizacao-no-corte-de-cana-qual-o.html

Da fällt mir noch was ein. Als ich noch in Deutschland lebte, habe ich mich öfters über den Gestank aufgeregt den den Bauer durch die Gülle aus der Gemeindekläranlage auf die Felder verbreitete. Wenn man mit jemand darüber redete, wurde immer mit °Landgeruch, das gehört dazu° abgewiegelt. Dass damit absolut unötig das Grundwasser mit Nitraten verseucht wird, fällt keinem ein. Mir geht Doppelmoral schon lange auf den Saco. Wer kennt eigentlich die forensische Bezeichnung für Brunnenvergifter?

Nix für ungut.
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Re: Feuerland Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » So 16. Feb 2014, 01:16

frankieb66 hat geschrieben:[ etc. und das anfallende Holz wird ganz legal zu Holzkohle verkokelt ... aber das ist ein langwieriger Prozess, vom Holz bis zur (Holz-)Kohle ... (jaja, da rauchts auch dabei,


Da wollen wir aber hoffen, dass das ältere Bilder sind. Offene Holzmeiler in der gezeigten Form sind so etwa seit dem Jahr 2000 verboten. In Minas gab es noch für ein paar Regionen für die Eisenindustrie Übergangsregelungen.

In Minas hat die "handwerkliche" Holzkohle-Herstellung ja eine lange Tradition weil mit dieser Holzkohle ja die ganzen kleinen Hochöfen (früher einige Tausend) geheizt wurden. Entsprechend hab es auch tausende Kohle-Meiler, was dazu geführt hat, dass nahezu alle Hügel/berge um Belo herum abgeholzt wurden. Da gab das wie auf dem Bild gezeigt enorme Emissionen.

Seit dem Verbot der "handwerkliche" Holzkohle-Herstellung wurden einige größere Hochöfen auf Mineral-Koks umgestellt/gebaut, die anderen Verbraucher haben sich auf Eukalyptus Plantagen und industrielle, geschlossene Holzkohle-Retorten umgestellt. Führend ist hier Vallourec (fr. Mannesmann) , die weiterhin 4 mittlere Hochöfen mit Holzkohle betreiben. Die haben für ihre Eukalyptus-Kohlewirtschaft sogar den Blauen Engel bekommen, wobei Eukalyptus ja auch nicht grade ein Gewinn für die Umwelt ist.

Rund um Belo werden auch noch einige kleine Hochöfen betrieben, entsprechend findet man auch im Wald ganz versteckt noch ein paar von diesen Rundmeilern, die sich aber ja durch ihren Rauch verraten, manche aber halt "geduldet" werden, weil der Bürgermeister und andere günstig ein paar Sack Holzkohle bekommen.

Die ganze Eisenindustrie um Maraba herum ist wegen des Meiler-Verbots und den gestoppten Abholzungen vor die Hunde gegangen. Das versprochene neue integrierte Stahlwerk, eins der großen Lula/Dilma Projekte in der Größenordnung von Thyssen Sepetiba ist aber in der Planungsphase gestoppt, wie alle anderen Projekte in der Stahlindustrie auch.

Gruß
Trem Mineiro

@Alexander, den wilden Müll anzuzünden macht sogar Sinn, vor allem wen aus der 10 Schicht darunter Methan aufsteigt. Die wilden Müllkippen muss man verhindern, die sind ja nahezu offiziell.
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