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 Betreff des Beitrags: Re: Fidelidade partidária
BeitragVerfasst: 08 Okt 2007 15:11 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
Beiträge: 1303
hier mal eine kleine auswahl, von glaube ich über 40 parteien:

PT Partei der Arbeiter
PTB Partei der Arbeit
PMBD Partei der demokratischen Bewegung Brasiliens
PP Progressive Partei
PSB Sozialistische Partei Brasiliens
PL Liberale Partei
PFL Partei der liberalen Front
PSDB Partei der brasilianischen sozialen Demokratie
PDT Demokratische Arbeiterpartei
PPS Sozialistische Volkspartei
PSOL ??
PRP ??
PSDC ??
PSL ??
PCD ??


amarelina



não há diferença entre um sábio e um tolo quando ambos estão apaixonados.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fidelidade partidária
BeitragVerfasst: 08 Okt 2007 15:28 
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Registriert: 28 Nov 2004 21:47
Beiträge: 688
Wohnort: Santa Maria / RS
bruzundanga hat geschrieben:
Parteien in Brasilien haben beiweitem nicht den programmatischen Hintergrund wie er in D. vorzufinden ist.

Auf die Frage Bolis kann ich nur antworten:

Wäre ich "cidadão brasileiro" käme wenn überhaupt nur die PV und hier im speziellen Der Abgeordnete Fernando Gabeira in Frage.

http://www.gabeira.com.br/fernandogabeira/


Soweit ich das mitbekommen habe, haben Parteien überhaupt keinen programmatischen hintergrund, der auch nur näherungsweise mit den langfristigen Parteiprogrammen in Deutschland verglichen werden kann. Der erste, wenn auch nie wörtlich geschriebene, Punkt in jedem Wahlprogramm ist das private Bankkonte des jeweiligen Kandidaten. Gleich im Anschluss daran kommen die privatne Bankkonten der Familien und der Wahlkampfsponsoren. Für das Gemeinwohl wird hier nx, aber auch gar nix gemacht. Und wenn ausversehen dann doch, so werden die Aktionen direkt nach der gewonnenen Wahl wieder eingestellt, denn erst in vier Jahren wird wieder gewählt. Viele brasilianische Mitbürger haben aber schlichtweg nicht die Weitsicht mehr als ein halbes Jahr vorrauszudenken (Wahlweise von Weihnachten bis Ostern, oder von Ostern bis zum 7. September oder von Ostern bis Weihnachten), und daher fällt es ihnen auch nicht weiter auf und es ist ja auch nur allzu natürlich, dass niemand auhcn nicht nur den Funken einer Entwicklung ins Auge fasst. Als ich vor ein paar Wochen unter Kollegen ansprach, dass wir planen sollten, wie unsere Uni in ein paar Jahren aussehen soll, da haben mich die meisten (hochgebildeten Professoren) nur komisch angeschaut und sich wahrscheinlich gefragt, was denn de rkomische Deutsche schon wieder will. Das berühmte "se deus quiser" ist das Motto in jeder Lebenslage...

Kurzum, ich hoffe es ist klar geworden, dass ich mich keiner Partei zugehörig fühle und es mir auch grosse Schwierigkeiten bereitet, mich auch nur mit einer Partei zu beschäftigen.

...SWK!



"Onde tudo que se planta cresce e o que mais floresce é o amor"


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 Betreff des Beitrags: Re: Fidelidade partidária
BeitragVerfasst: 08 Okt 2007 21:03 
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Registriert: 16 Dez 2004 14:20
Beiträge: 1034
Wohnort: Belo Horizonte - Wiesbaden
Wenn ich in Brasilien wählen würde, mach ich das ja, um was zu erreichen. Wenn ICH was erreichen will, muss ich MICH wählen lassen, d.h. ich gründe meine eigene Partei und mit ausreichend Geld und Freunden, denn ich im Vorgriff auf meine Wahl reichlich Versprechungen mache, werde ich wohl die TREM MINEIRO Partei (TMP = oh Sche…e, ist ja kein B für Brasilien, kein T für Arbeiter und C für Christlich drin – also schlechte Chancen) hinbekommen. Das ist natürlich ein „Bürgermeisterwahlverein“ aber das sind wohl alle außer der PT.
So funktioniert das Parteiensystem, der Kandidat und die Partei finden sich irgendwie zusammen, gleiche Interessen (nicht politisch, nein Geld, Macht, Einfluss) und ist der Kandidat gewählt, zahlt er seine Schulden an seine Unterstützer. ) Pech: Lula hätte ans Volk zahlen müssen.

Es gibt Kandidaten, die haben es schon in 2 Parteien versucht und dann noch eine eigene dritte gegründet z.B F. C. Mello, angefangen bei der PDS, über die PMDB (Gouverneuer), zur PRN(Präsident), grade noch PRTB (Senator de Alagoas) und heute PTB. Das ist eine Karriere, wenn man denkt dass man schon ein Impeachment hinter sich hat.

Aber zum Beitrag: eine Entscheidung, dass das Mandat einer Partei gehört, wäre auch nicht grade hilfreich, das sie dann die Parteiräson fördert. In unserem deutschen System, in dem der Abgeordnete nur seinem Gewissen verantwortlich ist, wäre so was wohl nicht durchsetzbar. In Brasilien sollte man besser den Präsidenten vom Parlament wählen lassen, dann hätte er wenigstens zeitweise eine Mehrheit unter den ihn tragenden Parteien und brauchte sich nicht dauernd durch Tricks (z.B. Mensalao) und Wahlgeschenke (eine Straße für dich gegen eine Schule für mich) Mehrheiten für jeden Einzelfall suchen oder nicht mit Medidas Provisorias regieren, die ja nur verhindern das Gesetze dauerhaft gültig werden.

Da liegt wohl auch das Geheimnis der „schlechten“ Regierungsarbeit von Lula. Der Sieg der PT war irgendwie ein Betriebsunfall auf den die Regierende Clique (hinter der Bühne) nicht vorbereitet war. Die PT ist wohl zu wenig diszipliniert und idealistisch (und zu dumm) gewesen um sich in die Machenschaften der alten Parteienlandschaft nahtlos einzugliedern, wo jeder irgendwie mitverdient.
Ist schon ein armes Schwein der Lula, in dem Land und dem Wahlrecht möchte ich nicht Präsident sein.

Gruß

Trem Mineiro (TMP für's Volk, für die Arbeiter und die Christlichen und Brasilien)  :-)br


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 Betreff des Beitrags: Re: Fidelidade partidária
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 01:32 
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Registriert: 22 Aug 2006 14:59
Beiträge: 1204
Wohnort: Ceará
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In unserem deutschen System, in dem der Abgeordnete nur seinem Gewissen verantwortlich ist, wäre so was wohl nicht durchsetzbar


Heisst das jetzt , dass in D, die Abgeordneten zu jeder Stunde, wann immer sie wollen die Partei wechseln und oder wechseln Können?

Frage ?

Bruzunsetico



Com as palavras todo cuidado é pouco, mudam de opinião como as pessoas. (J. Saramago)


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 Betreff des Beitrags: Re: Fidelidade partidária
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 20:28 
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Registriert: 16 Dez 2004 14:20
Beiträge: 1034
Wohnort: Belo Horizonte - Wiesbaden
Oi Brunzu
Der deutsche Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verantwortlich, es gibt keinen Fraktionszwang (aus dem Bürgerkundetest für Immigranten, Hessen)

Er kann die Partei jederzeit verlassen, sich selbständig machen oder sich einer anderen Partei anschließen. Er kann nicht zum Mandatsverzicht gezwungen werden.
Tritt er zurück, folgt, wenn er Direktkandidat war, der vorher in seinem Wahlkreis gewählte Ersatzabgeordnete, war er ein Listenkandidat, der nächste Nachrücker der Landesliste (also gleiche Partei, gleiches Bundesland)

In den frühen Jahren haben wohl 2 oder 3 Abgeordnete mal die Partei gewechselt, einige Grüne haben sich mal als parteilos erklärt Bastia/Kelly. Es kommt ja kaum vor das mal einer überhaupt die Partei wechselt (Schilly, Verheugen). Das ist eben ein Mindestmaß an politischer Kultur, dazu stehen die Parteien für ein Programm und eine Richtung und nicht nur für eine Grundfarbe. Was wir in D haben ist sicherlich nicht alles Gold, aber verglichen mit Brasilien.
Ist halt ein Problem mit Staaten, die die Demokratie mehr oder weniger übergestülpt bekommen. Bei uns hat sich das halt, auch unter Schmerzen, entwickelt. In Brasilien hat ja nicht das Volk für eine Republik oder Demokratie gekämpft, sondern die Führungsschicht hat sich ein System zusammengebastelt, dass ihre Macht erhaltern hat. Das hat nur dem Namen nach mit Demokratie zu tun. Und was man unter dem Deckmantel Demokratie alles so anrichten kann sieht man ja derzeitig bei Bush, das hört die Demokratie immer schnell da auf, wenn Interessen gefährdet sind.
Unter diesen umständen muss man bald Respekt vor den Brasilianern haben, die trotzdem noch was halbwegs auf die Beine gestellt haben.

Gruß

Manfred


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